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Volker Caspari

deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Professor für Volkswirtschaftslehre

Volker Caspari (* 18. September 1953 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Volker Caspari studierte von 1972 bis 1977 Volkswirtschaftslehre an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. In den Jahren 1979 bis 1983 war er ebenda als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre bei Bertram Schefold tätig, wobei der Schwerpunkt seiner Arbeit im Bereich der Wirtschaftstheorie lag. 1983 wurde er zum Dr. rer. pol. promoviert. 1984 war er Theodor-Heuss-Professor an der New School University in New York. In Frankfurt am Main arbeitete er bis 1991 als Hochschulassistent für Volkswirtschaftslehre. 1991 habilitierte er sich und war nach Ernennung zum Privatdozenten und Erteilung der Lehrberechtigung für das Fach Volkswirtschaftslehre an der Johann Wolfgang Goethe-Universität tätig. Von 1992 bis 1995 übernahm er die Vertretungsprofessur für Volkswirtschaftslehre.

Volker Caspari erhielt 1995 einen Ruf auf die Professur für Volkswirtschaftslehre an die Technische Universität Darmstadt. Von 1999 bis 2000 war Caspari Dekan des Fachbereiches Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, von 2003 bis 2004 Direktor des Volkswirtschaftlichen Instituts und von 2004 bis 2006 Studiendekan des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

Er hält regelmäßig Vorlesungen zu, "Makroökonomie I + II", "Mikroökonomie II" und Wachstumstheorie. Daneben lehrt er "Geschichte des ökonomischen Denkens" an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main und an der Ruprecht-Karls Universität in Heidelberg.

Mitgliedschaften und FunktionenBearbeiten

Seit Juni 2014 ist er Vorsitzender des Ausschusses "Geschichte der Wirtschaftswissenschaften" im Verein für Socialpolitik der deutschen Ökonomenvereinigung.

PositionenBearbeiten

In einer Untersuchung von über 57 Bachelor-Studiengängen in Volkswirtschaftslehre kommt das Netzwerk Plurale Ökonomik zu dem Ergebnis, dass nur 1,3 Prozent der Lehrveranstaltungen „reflexiv“ sind, also Fächer wie Geschichte des ökonomischen Denkens, Wirtschaftsethik, Wissenschaftstheorie und Wirtschaftsgeschichte betreffen. BWL und Jura stünden auch im internationalen Vergleich in Deutschland zu sehr im Vordergrund. Caspari äußerte dazu in einem Artikel der FAZ: „In VWL-Studiengängen ist zu allererst [sic!] zu viel BWL enthalten. Würde man sie reduzieren, entstände automatisch Raum für Theoriegeschichte und Wirtschaftsgeschichte.“ Die Überbetonung von BWL und Jura sei skandalös und ein „Etikettenschwindel.“[1] Es fehlten reflexive Fächer.

VeröffentlichungenBearbeiten

Volker Caspari ist Autor von acht Büchern, zehn Aufsätzen in referierten Zeitschriften und zahlreicher Beiträge zu Sammelbänden und Handbüchern sowie Rezensionen. Zudem war er Teilnehmer mehrerer Fachkonferenzen. (Stand: Juli 2009)

als Herausgeber
  • mit Bertram Schefold: Wohin steuert die ökonomische Wissenschaft? Ein Methodenstreit in der Volkswirtschaftslehre, Reihe: Normative Orders, Nr 3; Campus Verlag, Frankfurt am Main 2011 ISBN 978-3-593-39383-4

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Philip Plickert: Universitäten Studenteninitiative beklagt einseitiges VWL-Studium. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. März 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 26. März 2016]).