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Die VILLA „SHATTERHAND.“ (Mays originale Schreibweise an der Hausfassade) ist das letzte Wohnhaus von Karl May in der sächsischen Stadt Radebeul, in der Karl-May-Straße 5 (früher Kirchstraße 5). Als Teil des Radebeuler Karl-May-Museums steht sie heute unter Denkmalschutz.[1]

Villa „Shatterhand.“. Villa heute mit zweigeschossigem Verandavorbau

BeschreibungBearbeiten

 
Karl May und Dr. Weigl auf dem Balkon der Villa „Shatterhand.“ (vor 1912). Villa noch mit eingeschossiger Veranda.
 
Villa „Shatterhand.“ (2. Villa rechts der Lutherkirche), 1899. Davor Mays Obstgarten, heute der Karl-May-Hain. In den Bergen rechts das Bilz-Sanatorium
 
Blick vom Turm der Lutherkirche in den Karl-May-Hain

Die Serkowitzer Baufirma Gebrüder Ziller erwarb südlich der sich im Bau befindlichen Lutherkirche in Radebeul einige Grundstücke auf Vorrat. Am 20. Dezember 1890 reichte sie für die Parzelle „569/570“[2] einen Bauantrag ein. Nach seiner Genehmigung am 17. Februar 1893 baute sie auf eigene Kosten in der damaligen Kirchstraße 5 eine zweigeschossige Villa mit einer asymmetrischen Fassade und abgeflachtem Walmdach. Die Baurevision des Gebäudes erfolgte am 12. September 1894. Das Wohnhaus wird, zusammen mit Haus Gotendorf, Haus Herbig und der Villa Dorothee, als Beispiel einer „italianisierenden Renaissance“ im Dehio-Handbuch aufgeführt.[3]

Der Putzbau mit Putz- und Sandsteingliederungen der aufwendigen Fassade über einem Bruchsteinsockel zeigt Fensterrahmungen mit Pilastern, Blendbalustraden und konsolengestützten Verdachungen, am Dachgesims befindet sich ein Konsolenfries. Der Eingang geht durch einen Vorbau auf der linken Seitenansicht. In der rechten Straßenansicht befindet sich eine massiv errichtete Veranda, die nachträglich aufgestockt wurde.

Der bereits in der Lößnitz ansässige Schriftsteller Karl May (1842–1912) kaufte am 16. Mai 1896 das fertige Anwesen, um dort einzuziehen.[4] Einer anderen Quelle zufolge kaufte May das Anwesen bereits Ende 1895 für 37.300 Mark und zog am 14. Januar 1896 mit seiner ersten Frau Emma (1856–1917, 1903 geschieden) dort ein.[2]

Noch 1896 ließ May oben an der Straßenfront den Schriftzug „Villa Shatterhand.“ anbringen. 1897 kaufte er auf der gegenüberliegenden Straßenseite noch ein Grundstück dazu und legte dort einen Obstgarten an.

1914 erfolgte ein Verandaanbau auf der Rückseite, dieser wurde 1950 aufgestockt. Dort befindet sich heute der Eingang in das Museum.

Karl Mays Witwe Klara (1864–1944), die zweite Ehefrau, ließ 1926 für Patty Frank im Garten hinter dem Haus ein Blockhaus als Wohnhaus errichten, die „Villa Bärenfett“. In einem Anbau des Blockhauses wurde 1928 das Karl-May-Museum eröffnet.

Im Jahr 1928[4] (1925[2]) erfolgte die Aufstockung der vorderen Veranda nach Plänen des Architekten Max Czopka, der entstehende neue Außenraum sowie der daran angrenzende Innenraum wurden im Stil der Neuen Sachlichkeit mit dunklen Holzvertäfelungen versehen.

Mit dem Tode Klara Mays 1944 ging die Villa in den Besitz der Karl-May-Stiftung über und wurde weiter als Wohnhaus genutzt. Ab 1961 war dort ein Schulhort untergebracht. 1968 erfolgte der Ausbau des Dachgeschosses.

Seit 1985 wird auch das ehemalige Wohnhaus Karl und Klara Mays, die Villa „Shatterhand.“, als Sitz der biographischen Museumsabteilung sowie für Studien- und Ausstellungszwecke des Museums genutzt.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Villa Shatterhand – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Verzeichnis der Kulturdenkmale der Stadt Radebeul. Radebeul 24. Mai 2012, S. 21 (Letzte von der Stadt Radebeul veröffentlichte Denkmalliste. Die seit 2012 beim Landkreis Meißen angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde hat noch keine Denkmalliste für Radebeul veröffentlicht.).
  2. a b c Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9, S. 201.
  3. Barbara Bechter, Wiebke Fastenrath u. a. (Bearb.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen I, Regierungsbezirk Dresden. Deutscher Kunstverlag, München 1996, ISBN 3-422-03043-3, S. 730–739.
  4. a b Volker Helas (Bearb.): Stadt Radebeul. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen). SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3.

Koordinaten: 51° 6′ 9,7″ N, 13° 40′ 24,7″ O