Vila Nova de Foz Côa

Gemeinde in Portugal

Vila Nova de Foz Côa ist eine Stadt (Cidade) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 3200 Einwohnern (Stand 30. Juni 2011). Der Ort ist insbesondere für die hiesigen archäologischen Funde und Felszeichnungen bekannt, die seit 1998 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Er liegt außerdem in der Weinbauregion des Alto Douro, das ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt.

Vila Nova de Foz Côa
Wappen Karte
Wappen von Vila Nova de Foz Côa
Vila Nova de Foz Côa (Portugal)
Basisdaten
Region: Norte
Unterregion: Douro
Distrikt: Guarda
Concelho: Vila Nova de Foz Côa
Koordinaten: 41° 5′ N, 7° 8′ WKoordinaten: 41° 5′ N, 7° 8′ W
Einwohner: 3200 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 61,94 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner pro km²
Politik
Website: www.cm-fozcoa.pt
Kreis Vila Nova de Foz Côa
Flagge Karte
Flagge von Vila Nova de Foz Côa Position des Kreises Vila Nova de Foz Côa
Einwohner: 7312 (Stand: 30. Juni 2011)[3]
Fläche: 398,14 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 14
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Vila Nova de Foz Côa
Praça do Município
5150-642 Vila Nova de Foz Côa
Präsident der Câmara Municipal: Gustavo de Sousa Duarte (PSD)
Website: www.cm-fozcoa.pt
Treffen zweier Weltkulturerbe: Blick vom Archäologie-Museum auf das Douro-Tal

GeschichteBearbeiten

Seit vorgeschichtlichen Zeiten siedelt der Mensch im Tal des Côa, der hier in den Douro mündet. Der Name des Ortes leitet sich daher ab (dt. etwa: Neustadt an der Côa-Mündung).

Im strategisch bedeutenden Grenzland gelegen, erhielt der Ort 1299 erstmals Stadtrechte (Foral) durch König D.Dinis. Der Ort stand in der Revolution von 1383 auf Seiten Kastiliens und verlor in der Folge zunehmend an Privilegien und Aufmerksamkeit. Die zwischenzeitlich beschlossene Auflösung seines eigenständigen Kreises wurde indes nicht vollzogen. 1514 wurden die Stadtrechte durch König Manuel I. erneuert.

Im Verlauf der Liberalen Revolution 1822 und dem folgenden Bürgerkrieg war der Ort Schauplatz häufiger Unruhen.

Vila Nova de Foz Côa wurde 1997 zur Stadt (Cidade) erhoben, und 1998 wurden seine zahlreichen archäologischen Ausgrabungen und Fundstätten vorgeschichtlicher Felsmalereien in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.[4] Anfang 2013 wurde die Stadt von der Weltgesundheitsorganisation als besonders seniorenfreundlich ausgezeichnet.[5]

 
Teilansicht des Museums

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Stiere im Vale do Côa

In der Nähe befindet sich mit dem eingetragenen Weltkulturerbe Parque Arqueológico do Vale do Côa einer der wichtigsten archäologischen Parks des Landes. Diesem Themenbereich widmet sich auch das MAAVC – Museo de Arte e Arqueologia do Vale do Côa.[6]

Im Kreisgebiet stehen eine Vielzahl Sakralbauten, Herrenhäuser, historische öffentliche Gebäude und steinerne Brunnenanlagen unter Denkmalschutz, etwa die auf eine erste Kirche aus dem 13. Jahrhundert zurückgehende, im 16. Jahrhundert neugestaltete und erweiterte manuelinisch-barocke Gemeindekirche Igreja Paroquial de Vila Nova de Foz Côa (auch Igreja de Nossa Senhora do Pranto). Das dreischiffige Gotteshaus zeigt u. a. verzierte Holzdecken und Altarretabel aus vergoldetem Holz (talha dourada).[7] Auch der historische Ortskern von Vila Nova de Foz Côa ist in seiner Gesamtheit denkmalgeschützt.[8]

Auch verschiedene mittelalterliche Burgen sind im Kreis zu besichtigen, etwa die von Castelo Melhor und Numão.

VerwaltungBearbeiten

KreisBearbeiten

 
Der Ort Muxagata im Kreis Vila Nova de Foz Côa

Vila Nova de Foz Côa ist Sitz eines gleichnamigen Kreises (Concelho) im Distrikt Guarda. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Torre de Moncorvo, Freixo de Espada à Cinta, Figueira de Castelo Rodrigo, Pinhel, Mêda, Penedono sowie São João da Pesqueira.

Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden die Gemeinden Mós, Santo Amaro und Murça aufgelöst und anderen angegliedert, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor 17 auf 14 verringerte.[9]

Die folgenden Gemeinden (Freguesias) liegen im Kreis Vila Nova de Foz Côa:

 
Kreis Vila Nova de Foz Côa
Gemeinde Einwohner
(2011)
Fläche
km²
Dichte
Einw./km²
LAU-
Code
Almendra 386 54,41 7 091401
Castelo Melhor 228 36,77 6 091402
Cedovim 338 32,10 11 091403
Chãs 278 17,60 16 091404
Custóias 202 10,87 19 091405
Freixo de Numão 609 36,35 17 091418
Horta 242 10,07 24 091407
Muxagata 309 26,53 12 091410
Numão 240 23,05 10 091411
Santa Comba 208 30,54 7 091412
Sebadelhe 265 8,08 33 091414
Seixas 335 12,21 27 091415
Touça 235 9,39 25 091416
Vila Nova de Foz Côa 3.437 90,17 38 091419
Kreis Vila Nova de Foz Côa 7.312 398,14 18 0914

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerzahl im Kreis Vila Nova de Foz Côa (1801–2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011
2630 4290 13.939 14.404 16.209 11.251 8885 8494 7312

Kommunaler FeiertagBearbeiten

  • 21. Mai

StädtepartnerschaftenBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

In der Umgebung von Vila Nova de Foz Côa gibt es intensiven Weinbau. Dieses Traditionshandwerk gilt als historisch gewachsener und bedeutsamer Erwerbszweig. Er ist ein ökonomischer und kultureller Bestandteil der davon geprägten Landschaft, zur Welterberegion Alto Douro gehört.

Ein weiterer Wirtschaftszweig der Umgebung erstreckt sich in den Tälern des Douro- und Côa-Flusses, wo mehrere Schiefersteinbrüche aktiv sind, deren Material für die Baukultur der Region eine hohe Bedeutung besitzt und inzwischen weltweit verkauft wird. Die umfängliche Verwendung des Schiefers (Ardósia de Foz Côa) hatte vor etwa 200 Jahren begonnen. Die Ursache lag darin, dass viele portugiesische Winzer dazu übergingen, die Abgrenzung ihrer Weinberge mit Schieferpfählen vorzunehmen. Diese praktischen landschaftsgestaltenden Elemente sind besonders häufig in der Region Alto Douro anzutreffen.[11]

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Vila Nova de Foz Coa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  4. monumentos.pt (unter Cronologia) abgerufen am 2. Februar 2013
  5. cm-fozcoa.pt abgerufen am 2. Februar 2013
  6. In Stein gehauen. Museum in Portugal fertig gestellt. In: baunetz.de. 24. Mai 2011, abgerufen am 24. Mai 2011.
  7. monumentos.pt abgerufen am 2. Februar 2013
  8. dito
  9. Veröffentlichung der administrativen Neuordnung (PDF; 2,3 MB) im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013; abgerufen am 16. März 2014
  10. anmp.pt abgerufen am 2. Februar 2013
  11. Carlos García: O xisto português, pedra de 500 milhões de anos que conquista o mundo. Bericht vom 7. März 2017 der Agencia EFE auf www.efe.com (portugiesisch).