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Viktoriabrücke, Blick von Osten (2006)

Die Viktoriabrücke ist eine Straßenbrücke in Bonn, die die Linke Rheinstrecke sowie Stadtbahngleise überquert und so die Nordstadt am einen mit der West- und Südstadt am anderen Ende verbindet.

Inhaltsverzeichnis

Lage und VerkehrsbedeutungBearbeiten

 
Nordauffahrt

Die Viktoriabrücke befindet sich westlich des Hauptbahnhofs. Sie verbindet die beiden Kreuzungen Hochstadenring / Bornheimer Straße (im Norden) und Wittelsbacherring / Endenicher Straße (im Süden). Insgesamt überquert sie fünf Gleise der Rheinstrecke und zwei der Stadtbahn (Rheinuferbahn und Vorgebirgsbahn) sowie die Thomastraße.

Die Brücke ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im Bonner Stadtgebiet. Sie ist über große Straßen gut an die Autobahn angebunden, was sie für den Durchgangsverkehr attraktiver macht als die kleineren Unterführungen in der Innenstadt und Am Propsthof, aber auch immer noch nahe am Zentrum gelegen, sodass sie auch für Kurzstrecken genutzt wird. 2006 fuhren täglich ca. 34.000 Autos über die Brücke.[1]

GeschichteBearbeiten

 
Zeichnung von August Macke (1911)
 
Rostschaden (2006)

Am 15. April 1905 wurde der erste, nicht schienengleiche Übergang (Viktoriabrücke) über die viel befahrene Eisenbahnstrecke Köln–Koblenz im Bonner Stadtgebiet dem Verkehr übergeben.[2]

Zwischen 1911 und 1914 malte August Macke, der zu dieser Zeit in der Bornheimer Straße lebte (siehe August-Macke-Haus), die Viktoriabrücke in 22 Werken.[3] Zwischen 1915 und 1936 führte die Straßenbahnlinie 3 von der Gronau zum Beethovenplatz über die Viktoriabrücke.[4] Zwischen Weihnachten und Silvester 1944 wurde die ursprüngliche Viktoriabrücke von alliierten Bombern schwer beschädigt,[5] nach Kriegsende wurde sie demontiert und durch die heutige Konstruktion ersetzt, die am 22. Dezember 1949 dem Verkehr übergeben wurde.[2] 1963 wurde die Brücke auf der westlichen Seite um 6,50 Meter verbreitert.[6] Im August 2001 wurde die Verkehrsführung auf der Viktoriabrücke durch die Stilllegung einer Geradeausspur geändert.[7]

Am 16. Oktober 2006 wurde bekannt, dass bei der Bauwerkshauptprüfung nach DIN 1076 – zu einem erheblichen Teil konstruktiv bedingte[8] – Schäden an der Bausubstanz der Brücke festgestellt wurden. Für die Behebung der Schäden und gleichzeitige Sanierung der Fahrbahnen und Gehwege wurden 1,45 Millionen Euro kalkuliert, die Arbeiten sollten ursprünglich 2007 beginnen und anderthalb Jahre dauern.[1] Nach neueren Planungen wurden sie jedoch zunächst bis zur Beendigung der Verbreiterungs- und Sanierungsmaßnahmen an der Kennedybrücke aufgeschoben, die damals für April 2010 geplant war.[9] Sie sollten zwei Jahre andauern und rund 4,5 Millionen Euro kosten. Infolge der bei einer Sonderuntersuchung festgestellten weiteren Schäden ist die Viktoriabrücke seit dem 14. Mai 2010 bis zum Ende der Sanierungsarbeiten für LKWs über 16 Tonnen gesperrt.[10]

Im März 2011 wurde bekannt, dass wegen der großen Schäden an der Brücke anstatt einer Sanierung eine Kompletterneuerung und ein teilweiser Neubau notwendig ist. Außerdem sollen eine neue Verbindungsrampe zum Verteilerkreis und ein neuer Kreisverkehr am Alten Friedhof gebaut werden. Dazu mussten die Bauleistungen neu ausgeschrieben werden.[11] Der Kreisverkehr wurde Anfang September 2016 nach zwei Monaten Bauzeit für den Verkehr freigegeben und bis Anfang 2017 fertiggestellt.[12]

Die Erneuerung sollte zunächst beginnen, nachdem die Arbeiten auf dem Tausendfüßler beendet waren[13] (was im September 2013 der Fall war); letztlich erfolgte der Baubeginn Anfang Juni 2016.[14][15][16][17][18][19][20] Es wird mit Gesamtkosten in Höhe von 24,6 Millionen Euro gerechnet.[21][12]

Die Sanierung soll dreieinhalb Jahre dauern, der Bau der Rampe zur Thomastraße soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein.[22]

KonstruktionBearbeiten

 
Fahrstreifen

Die moderne Brücke ist eine Trägerrostbrücke aus Stahl. Sie besteht aus drei Feldern und hat zehn je einen Meter hohe Stahlträger. Sie ist 18,68 Meter breit und 94,50 Meter lang, verläuft dabei aber nicht gerade, sondern seitlich gebogen. Derzeit ist die Brücke in drei Fahrstreifen (zwei Hauptfahrstreifen und jeweils einen Rechtsabbiegerstreifen an den Enden), zwei schmale Radwege auf Fahrbahnhöhe und zwei breite, angehobene Fußgängerwege an den Rändern aufgeteilt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Richard Bongartz: Die Viktoriabrücke wird eineinhalb Jahre lang saniert – Die Arbeiten an Konstruktion, Fahrbahn und Gehwegen sollen im nächsten Jahr beginnen. General-Anzeiger, 16. Oktober 2006, abgerufen am 4. Mai 2013.
  2. a b General-Anzeiger Bonn vom 15. April 1980 / Bonner Stadtarchiv
  3. August Macke: Blickfänge in und um sein Bonner Haus. (Nicht mehr online verfügbar.) August-Macke-Haus, archiviert vom Original am 29. April 2007; abgerufen am 4. Mai 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.august-macke-haus.de
  4. Edmund Lauterbach: Bahnen in Bonn – Ein Ausflug in die Historie. 6. August 2009, abgerufen am 4. Mai 2013.
  5. Matthias Fuchs: Der Krieg kehrt „heim ins Reich“. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 13. März 2013; abgerufen am 4. Mai 2013.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.matthias-fuchs.de
  6. Sanierung der Viktoriabrücke wird mindestens dreieinhalb Jahre dauern, Kölner Stadt-Anzeiger, 8. Juli 2016
  7. Verkehrsführung auf der Viktoriabrücke geändert, General-Anzeiger, 14. August 2001
  8. Drucksachen-Nr. 0612822ST2: Stellungnahme der Verwaltung: Sanierung der Viktoriabrücke vom 6. November 2006 Online PDF / Online im Bonner Rats- und Informations-System
  9. Dagmar Blesel: Die Viktoriabrücke muss saniert werden. General-Anzeiger, 15. Oktober 2009, archiviert vom Original am 30. Juni 2013; abgerufen am 4. Mai 2013.
  10. Richard Bongartz: Viktoriabrücke für schwere Lastwagen gesperrt. General-Anzeiger, 13. Mai 2010, abgerufen am 4. Mai 2013.
  11. Rolf Kleinfeld: Neues Stahlskelett für die Viktoriabrücke. General-Anzeiger, 3. März 2011, abgerufen am 4. Mai 2013.
  12. a b Neuer Kreisel am Alten Friedhof freigegeben, General-Anzeiger, 9. September 2016
  13. Lisa Inhoffen: Tausendfüßler in Bonn : Am 13. Mai startet die Sanierung - Fahrspuren sollen geöffnet bleiben. General-Anzeiger, 27. April 2013, abgerufen am 4. Mai 2013.
  14. http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:136883-2014:TEXT:DE:HTML
  15. Autobahn-Baustellen in und um Bonn, General-Anzeiger, 18. November 2014
  16. Sanierung der Viktoriabrücke ab Mitte 2016, Stadt Bonn
  17. Sanierung der Viktoriabrücke ab Mitte 2016, General-Anzeiger, 2. Februar 2016
  18. Sanierung der Viktoriabrücke startet am 23. Mai, Pressemitteilung der Bundesstadt Bonn, 11. Mai 2016
  19. Der Abriss beginnt am Montag, General-Anzeiger, 21. Mai 2016
  20. Was Sie zum Abriss der Viktoriabrücke wissen müssen, General-Anzeiger, 25. Mai 2016
  21. Erneuerung der Viktoriabrücke (Memento vom 25. Februar 2014 im Internet Archive), Stadt Bonn
  22. Wolfgang Kirfel: Baustelle in Bonn: Sanierung der Viktoriabrücke wird mindestens dreieinhalb Jahre dauern. Kölnische Rundschau, 8. Juli 2016, abgerufen am 29. Januar 2017.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Viktoriabrücke (Bonn) – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 50° 44′ 7,3″ N, 7° 5′ 9,4″ O