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Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg

Großunternehmen der Nürnberger Druckindustrie
Druckerpressen in der Gleißbühlstraße in Nürnberg

Der Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. zählt zu den Großunternehmen der Nürnberger Druckindustrie.

Zur GeschichteBearbeiten

Der Verlag Nürnberger Presse wurde 1945 von Joseph E. Drexel als Herausgeber der Nürnberger Nachrichten in Zirndorf gegründet, weil man im zerbombten Nürnberg keine Druckerei fand. Im Herbst 1949 zog der Verlag nach Nürnberg in die Marienstraße um. 1961 beteiligte sich die Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. („Pressehaus GmbH“) am Verlag der Nürnberger Zeitung, der Nordbayerischen Verlagsgesellschaft. In den 1970er und 1980er Jahren übernahm die „Pressehaus GmbH“ dann die Nordbayerische Verlagsgesellschaft ganz. Persönlich haftende Gesellschafter waren Bruno Schnell und die Druckhaus Nürnberg GmbH, Geschäftsführer war Bruno Schnell.[1]

Unternehmensgruppe und BeteiligungenBearbeiten

Die beiden führenden Tageszeitungen der Unternehmensgruppe, die Nürnberger Nachrichten (NN) und die Nürnberger Zeitung (NZ), sind redaktionell getrennt. Sie haben aber einen gemeinsamen Anzeigenteil. Zusammen mit ihren lokalen Kopfblättern (Erlanger Nachrichten, Fürther Nachrichten usw.) haben sie eine verkaufte Auflage von über 254.151 Exemplaren (IVW 1/2016) und beherrschen somit den nordbayerischen Pressemarkt. Hinsichtlich der politischen Ausrichtung zeigen sich die NN liberal und sozial, die NZ dagegen christlich-konservativ.

Zur Unternehmensgruppe gehören auch die Zeitungsdruckerei (Druckhaus Nürnberg GmbH) und die Zeitungsauslieferung (Nordbayerische Pressevertriebs-Gesellschaft). Der Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. besitzt außerdem einen Buchverlag mit fränkischen Titeln sowie den Online-Dienst Nordbayern.de, ist Eigentümer des Olympia-Verlags[2] und ist am Privatsender Radio F (Private Rundfunkanstalten) beteiligt.

Der Buchverlag „Verlag Nürnberger Presse“Bearbeiten

In den Publikationen des Buchverlags „Verlag Nürnberger Presse“ findet man überwiegend Informationen über Nürnberg und Franken, die Fränkische Schweiz, Nürnberger und fränkische Persönlichkeiten, Schriftsteller, Land, Volk, Geographie, Geschichte, Kunst, Kultur, Literatur, Mundart und Wirtschaft. Auszugsweise werden einige Besonderheiten genannt:

Eine der frühesten politischen Veröffentlichungen ist die Festschrift Sozialdemokratischer Parteitag Nürnberg 1947. Andere Publikationen beschäftigen sich mit Nürnberger Künstlern wie Albrecht Dürer, Veit Stoß usw. Eine Rarität darunter ist der Band von Wilhelm Schwemmer: So war’s einmal. Nürnberg im 17. Jahrhundert. Kupferstiche von J.A. Boener (1647–1720), 1968.

Am häufigsten wurden Werke des Schriftstellers Hans Max von Aufseß gedruckt, zuerst 1965: Don Quijote in Franken. Romantik und Wirklichkeit der fränkischen Schlösser. Ein Mundart-Bestseller ist Herbert Maas: Wou die Hasen Hoosn und die Hosen Huusn haaßen (1962), ein Nürnberger Wörterbuch, das 2001 in siebter Auflage erschien. International am bekanntesten ist der Bestseller-Fotoband von Ray D’Addario: Nürnberg. Damals – heute. 100 Bilder zum Nachdenken, in dem 50 Fotos des amerikanischen Photographen vom zerstörten Nürnberg von 1945 den Aufnahmen gegenübergestellt werden, die nach dem Wiederaufbau der Nürnberger Altstadt angefertigt wurden.

Hervorzuheben ist auch ein Bildband zum 950-jährigen Jubiläum der Stadt Nürnberg im Jahre 2000 von Fritz Aschka und Toni Burghart: Nürnberg. Das neue Jahrtausend beginnt mit einem Vorwort von Oberbürgermeister Ludwig Scholz, 2000.

Der Aufarbeitung der Geschichte des Dritten Reiches widmen sich der Band 1 der Schriftenreihe des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände: Franz Sonnenberger (Hrsg.): Die Zukunft der Vergangenheit. The Future of the Past. Wie soll Geschichte des Nationalsozialismus in Museen und Gedenkstätten im 21. Jahrhundert vermittelt werden? (2000), und Egon Fein: Hitlers Weg nach Nürnberg. Verführer. Täuscher. Massenmörder. Eine Spurensuche in Franken (2002).

PZD Nordbayern GmbHBearbeiten

Die PZD Nordbayern GmbH war der regionale Briefzustelldienst der Firmengruppe Nürnberger Nachrichten,[3] der private Briefzusteller für Geschäftskunden und Privatkunden im Großraum Nürnberg. Die Zustellung übernahmen die über 1.500 Zeitungszusteller der Firmengruppe Nürnberger Nachrichten oder Briefzusteller. Der Postzustelldienst PZD Nordbayern GmbH war eine 100-prozentige Tochter des Verlags Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. Geschäftsführer waren Bärbel Schnell und Hans Then.

Am 1. April 2008 erfolgte die Fusion mit der Brief24 Logistik- und Zustellungs-Gesellschaft mbH & Co. KG zur NordbayernPost Zustellgesellschaft mbH & Co. KG.[4] Geschäftsführer waren Harald Greiner, Hans Then und Harald Koch.[5] Anfang März 2013 wurde die Gesellschaft an den Wolfsburger Investor Michael Lübnitz verkauft.[6] Die NordbayernPost stellte ihren Betrieb zum 30. September 2013 ein.[7]

KooperationenBearbeiten

Der Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. kooperiert organisatorisch und/oder redaktionell mit verschiedenen Veranstaltern: Christkindlesmarkt-Online ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Nürnberg und von Nordbayern.de. Die Redaktion liegt beim Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. Ebenso ist die Webseite des Bardentreffens ein gemeinsamer Service der Stadt Nürnberg und von Nordbayern.de und somit des Verlags Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. Die Erlanger Bergkirchweih wird im Internet gemeinsam von Nordbayern.de, Erlanger Nachrichten und der Stadt Erlangen präsentiert. Desgleichen gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Süddeutschen Verband Reisender Schausteller und Handelsleute e. V., der das Nürnberger Volksfest organisiert, und mit den Veranstaltern von „Rock im Park“.

Nordbayern.de im Verlag Nürnberger Presse bzw. die Nürnberger Nachrichten sind auch an folgenden Projekten organisatorisch und/oder redaktionell beteiligt: Fränkischer Sommer – Musica Franconia (Veranstalter: Bezirk Mittelfranken), Norisring-Rennen (Veranstalter: Motorsport Club Nürnberg), Internationales Radrennen „Rund um die Nürnberger Altstadt“ (Stadt Nürnberg), Szene/Extra (Jugendseiten der Nürnberger Nachrichten).

LiteraturBearbeiten

  • 50 Jahre Nürnberger Nachrichten, Sonderbeilage der Nürnberger Nachrichten vom 11. Oktober 1995
  • Karl Vogel: Das NN-Modell. Verlegerisches Handeln als kommunikationspolitisches Programm. Zugleich Diss. A, 1981, Fakultät für Wirtschafts- u. Sozialwissenschaften, Nürnberg, Universität Erlangen-Nürnberg. Nürnberg: Nürnberger Forschungsvereinigung e. V., 1981, XX, 242 S. ISBN 3-921453-19-4 (Nürnberger Forschungsberichte; Bd. 18)
  • Walter Gebhardt: Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 1135 (online).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Veränderungen. Amtsgericht Nürnberg, Aktenzeichen: HRA 5133, 7. Juni 2018. Auf Unternehmensregister.de, abgerufen am 29. September 2019.
  2. Olympia Verlag
  3. Firmengruppe Nürnberger Nachrichten (Memento vom 30. Juni 2002 im Internet Archive)
  4. Fusion in Nürnberg: Aus PZD und Brief 24 wird NordbayernPost. BR-online, 8. April 2008, archiviert vom Original am 9. September 2008; abgerufen am 6. Januar 2009.
  5. nordbayernpost.de: Impressum (Memento vom 20. Oktober 2012 im Internet Archive)
  6. vgl. nordbayernpost.de: Aktuelles Impressum (Memento vom 20. Oktober 2012 im Internet Archive)
  7. Aus für die NordbayernPost. Nürnberger Zeitung, 4. September 2013

Koordinaten: 49° 26′ 59″ N, 11° 5′ 8″ O