Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg

Großunternehmen der Nürnberger Druckindustrie
Druckerpressen in der Gleißbühlstraße in Nürnberg

Der Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. ist das regionale Medienhaus für den Großraum Nürnberg.

GeschichteBearbeiten

1945 gründete Joseph E. Drexel, der Herausgeber der Nürnberger Nachrichten den Verlag in Zirndorf, da sich in der ehemaligen Druckhochburg Nürnberg aufgrund des Krieges keine intakte Druckerei mehr befand. Die erste Ausgabe der Nürnberger Nachrichten erschien am 11. Oktober 1945. Im Herbst 1949 zog der Verlag nach Nürnberg in die Marienstraße um. 1961 beteiligte sich die Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. KG am Verlag der Nürnberger Zeitung, der Nordbayerischen Verlagsgesellschaft. In den 1970er- und 1980er-Jahren übernahm der Verlag dann die Nordbayerische Verlagsgesellschaft ganz. Inzwischen erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über ganz Mittelfranken und Teile Oberfrankens sowie der Oberpfalz. Über mehrere Jahrzehnte hinweg hat Bruno Schnell den Verlag geleitet, im Herbst 2017 übernahmen seine beiden Töchter Bärbel Schnell und Sabine Schnell-Pleyer die Verlagsleitung.[1]

Unternehmensgruppe und BeteiligungenBearbeiten

In der Unternehmensgruppe erscheinen die beiden Tageszeitungen Nürnberger Nachrichten (NN) und die Nürnberger Zeitung (NZ). Zusammen mit ihren lokalen Kopfblättern (Erlanger Nachrichten, Fürther Nachrichten usw.) haben sie eine verbreitete Auflage von über 232.485 Exemplaren (IVW 3/2019). Hinsichtlich der politischen Ausrichtung zeigen sich die NN liberal und sozial, die NZ dagegen christlich-konservativ.

Die dazugehörige Onlinemarke nordbayern.de[2] erreicht monatlich mehr als 14 Millionen Page Impressions (IVW 09/2019). Auch die App von nordbayern.de erreicht viele Nutzer und generiert monatlich rund 13 Millionen Page Impressions (IVW 09/2019).

Zur Unternehmensgruppe gehören außerdem der Presse-Grossist Nordbayerische Presse Vertriebs GmbH & Co. KG, der Olympia Verlag[3] mit den Marken kicker und Alpin[4] sowie die lokalen Zeitungsverlage Emmy Riedel in Gunzenhausen, Karl Müller in Roth, J.C. Leidel in Treuchtlingen und Herrmann Millizer in Schwabach. Zudem ist die Logistikfirma Nordbayerische Zeitungs- und Zeitschriften- Zustellgesellschaft mbH, welche mit der Verteilung von regionalen und überregionalen Zeitungen und weiteren Printmedien betraut ist, Teil der Unternehmensgruppe. Der Verlag Nürnberger Presse ist an verschiedenen lokalen Firmen beteiligt, zum Beispiel am Funkhaus Nürnberg über den Privatsender Radio F (Private Rundfunkanstalten), Franken Fernsehen, ODN Internet Systemhaus, ITSMedia, Stadtreklame.

„Nürnberger Modell“Bearbeiten

Der Verlag hat eine einzigartige Kooperation mit kleineren Heimatverlagen in der Region: Im Juli 1959 gründete der spätere Verleger und Herausgeber Bruno Schnell mit sechs lokalen mittelfränkischen Zeitungsverlagen die Interessengemeinschaft der Nürnberger Nachrichten. In diesem sogenannten „Nürnberger Modell“ erstellen die verschiedenen lokalen Redaktionen der Heimatverlage den jeweiligen Heimatteil und beziehen den allgemeinen Teil (Mantel) vollständig von den NN oder der NZ. Entsprechend ihrem Verbreitungsgebiet tragen die Heimatausgaben unterschiedliche Titel: Hersbrucker Zeitung (Hersbruck), Pegnitz-Zeitung (Lauf), Der Bote (Feucht), Windsheimer Zeitung (Bad Windsheim), Weißenburger Tagblatt (Weißenburg), Fränkischer Anzeiger (Rothenburg ob der Tauber) und Fränkische Landeszeitung (Ansbach, Dinkelsbühl, Neustadt an der Aisch).

Online KooperationenBearbeiten

Der Verlag Nürnberger Presse kooperiert organisatorisch und/oder redaktionell mit verschiedenen Veranstaltern: Christkindlesmarkt-Online ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Nürnberg und von Nordbayern.de. Die Redaktion liegt beim Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. KG. Die Erlanger Bergkirchweih[5] wird im Internet gemeinsam von Nordbayern.de, Erlanger Nachrichten und der Stadt Erlangen präsentiert. Aber auch die Website des Annafestes[6] in Forchheim wird von Nordbayern.de unterstützt. Desgleichen gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Süddeutschen Verband Reisender Schausteller und Handelsleute e. V., der das Nürnberger Volksfest[7] organisiert.

Verlag Nürnberger PresseBearbeiten

Im Verlag Nürnberger Presse erscheinen auch Bücher. In diesen Publikationen findet man überwiegend Informationen über Nürnberg und Franken, die Fränkische Schweiz, lokale Persönlichkeiten, Geschichte, Kultur und Mundart. Auszugsweise werden einige Besonderheiten genannt:

Eine der frühesten politischen Veröffentlichungen ist die Festschrift Sozialdemokratischer Parteitag Nürnberg 1947. Andere Publikationen beschäftigen sich mit Nürnberger Künstlern wie Albrecht Dürer, Veit Stoß usw. Eine Rarität darunter ist der Band von Wilhelm Schwemmer: So war’s einmal. Nürnberg im 17. Jahrhundert. Kupferstiche von J.A. Boener (1647–1720), 1968.

Am häufigsten wurden Werke des Schriftstellers Hans Max von Aufseß gedruckt, zuerst 1965: Don Quijote in Franken. Romantik und Wirklichkeit der fränkischen Schlösser. Ein Mundart-Bestseller ist Herbert Maas: Wou die Hasen Hoosn und die Hosen Huusn haaßen (1962), ein Nürnberger Wörterbuch, das 2001 in siebter Auflage erschien. International am bekanntesten ist der Bestseller-Fotoband von Ray D'Addario: Nürnberg. Damals – heute. 100 Bilder zum Nachdenken, in dem 50 Fotos des amerikanischen Photographen vom zerstörten Nürnberg von 1945 den Aufnahmen gegenübergestellt werden, die nach dem Wiederaufbau der Nürnberger Altstadt angefertigt wurden.

Hervorzuheben ist auch ein Bildband zum 950-jährigen Jubiläum der Stadt Nürnberg im Jahre 2000 von Fritz Aschka und Toni Burghart: Nürnberg. Das neue Jahrtausend beginnt mit einem Vorwort von Oberbürgermeister Ludwig Scholz, 2000.

Seit 2013 engagiert sich der Verlag Nürnberger Presse verstärkt im Bereich „Bier“ und seit 2017 wieder im Bereich „Mundart“. Dazu zählen Ausflugs- und Biergartenratgeber, wie zum Beispiel „Die schönsten Brauereien und Brauereigasthöfe in Franken“ vom Autorenduo Markus Raupach & Bastian Böttner sowie „Gäih weider, hogg di her“ und „Allmächd, des aa nu!“ von Jürgen Leuchauer.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Geschichte der Nürnberger Nachrichten[1] 18.04.2018 15:31 Uhr
  • Geschichte der Nürnberger Zeitung [2] 29.03.2018, 14:30 Uhr
  • 50 Jahre Nürnberger Nachrichten, Sonderbeilage der Nürnberger Nachrichten vom 11. Oktober 1995
  • Karl Vogel: Das NN-Modell. Verlegerisches Handeln als kommunikationspolitisches Programm. Zugleich Diss. A, 1981, Fakultät für Wirtschafts- u. Sozialwissenschaften, Nürnberg, Universität Erlangen-Nürnberg. Nürnberg: Nürnberger Forschungsvereinigung e. V., 1981, XX, 242 S. ISBN 3-921453-19-4 (Nürnberger Forschungsberichte; Bd. 18)
  • Walter Gebhardt: Verlag Nürnberger Presse Druckhaus Nürnberg GmbH & Co. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2., verbesserte Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8, S. 1135 (online).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Veränderungen. Amtsgericht Nürnberg, Aktenzeichen: HRA 5133, 7. Juni 2018. Auf Unternehmensregister.de, abgerufen am 29. September 2019.
  2. nordbayern.de
  3. Olympia Verlag
  4. Alpin
  5. Erlanger Bergkirchweih
  6. Annafestes
  7. Nürnberger Volksfest

Koordinaten: 49° 26′ 59″ N, 11° 5′ 8″ O