Verband kommunaler Unternehmen

deutscher Interessenverband kommunaler Wirtschaftsbetriebe

Der Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) ist ein deutscher Interessenverband, der die Interessen von kommunalen Unternehmen gegenüber Gesetzgebungsorganen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene vertritt und deshalb als Lobbyverein gilt. Die VKU-Mitgliedsunternehmen kommen aus den Bereichen der Energie- und Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Telekommunikation sowie Abfallwirtschaft und Stadtreinigung.

Verband kommunaler Unternehmen e. V.
(VKU)
Logo
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1949 in Rüdesheim am Rhein
Sitz Berlin
Zweck Interessenverband kommunaler Wirtschaftsbetriebe
Vorsitz Ulf Kämpfer (Präsident)
Geschäftsführung Ingbert Liebing (Geschäftsführendes Präsidialmitglied)
Personen Patrick Hasenkamp, Guntram Pehlke, Karsten Specht (Vizepräsidenten)
Beschäftigte ca. 120
Mitglieder 1515 (2022)
Website www.vku.de

GeschichteBearbeiten

Die Gründung erfolgte 1949 in Rüdesheim am Rhein. Nach dem Zweiten Weltkrieg garantierte der VKU eine effiziente Interessenvertretung und stärkte gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der kommunalen Unternehmen. Nach dem Zusammenbruch der DDR 1989 unterstützte der VKU viele Städte und Gemeinden in Ostdeutschland dabei, kommunale Unternehmen zur Energie- und Wasserversorgung aufzubauen. Seit 2011 gehört der ehemals eigenständige Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung VKS als Abteilung zum VKU.

Der Verband heuteBearbeiten

Bundesweit sind rund 1.500 Mitgliedsunternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 119 Milliarden Euro und mehr als 275.000 Beschäftigten im VKU organisiert (Quelle: VKU, Stand: 2020).[1] Die Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil von 61,5 Prozent in der Strom-, 66,6 Prozent in der Erdgas-, 90,2 Prozent in der Trinkwasser-, 73,7 Prozent in der Wärme- und 44,1 Prozent in der Abwasserentsorgung. Sie entsorgen zudem jeden Tag 31.500 Tonnen Abfall und tragen entscheidend dazu bei, dass Deutschland mit 67 Prozent die höchste Recyclingquote unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erreicht. Außerdem versorgen sie mehr als sechs Millionen Kunden mit Breitbandinfrastrukturen.[1]

Der Verband organisiert die fachliche und politische Arbeit in den Sparten Energie, Wasser und Abwasser, Telekommunikation sowie Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit. Er nimmt Stellung bei der Vorbereitung von Gesetzen und Verordnungen, formuliert die gemeinsamen politischen Positionen der VKU-Mitglieder und erläutert sie gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Im Verlagshaus des VKU erscheint seit 1954 die Zeitung für kommunale Wirtschaft als reichweitenstärkstes Medium.[2]

2007 hat der Verband seinen Sitz von Köln nach Berlin verlagert. In Brüssel ist der Verband mit einem Büro vertreten, auf Ebene der Bundesländer mit 12 Landesgruppen, die je eine Geschäftsstelle betreiben.[3] Präsident des VKU ist seit November 2022 der Oberbürgermeister von Kiel, Ulf Kämpfer.[4] Seit April 2020 ist Ingbert Liebing Hauptgeschäftsführer des Verbandes.[5]

LeitungBearbeiten

 
Ulf Kämpfer, amtierender Präsident

PräsidentenBearbeiten

Hauptgeschäftsführer/Geschäftsführende PräsidialmitgliederBearbeiten

 
Ingbert Liebing, amtierender Hauptgeschäftsführer

StatistikBearbeiten

Wirtschaftliche Kennzahlen der 1474 Mitgliedsunternehmen:

Umsatzerlöse: 116,2 Mrd. €
Anzahl der Beschäftigten: 268.123
Investitionen jährlich: 9,9 Mrd. €

(Stand 2018)

Beitrag der VKU-Mitgliedsunternehmen zur Energie- und Wasserversorgung bzw. Abwasserentsorgung:

Strom/
Mio. kWh
Gas/
Mio. kWh
Wärme/
Mio. kWh
Wasser/
Mio. m³
Abwasser/
Mio. m³
Abgabe der VKU-Unternehmen 270.172 583.566 60.099 3.928 3.273
Deutschland insgesamt 447.9861 898.2251 83.7032 4.4683 7.5903
davon VKU 60,3 % 65,0 % 71,8 % 87,9 % 43,1 %

1 Quelle: StatBA, Stand 2016
2 Quelle: AGFW, Stand 2016
3 Quelle: StatBA, Stand 2013

UnterorganisationenBearbeiten

Dem VKU gehören folgende zwei Unterorganisationen an:

Sparte Abfallwirtschaft und Stadtreinigung VKSBearbeiten

ASEWBearbeiten

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) wurde 1989 gegründet und ist ein Stadtwerke-Netzwerk mit über 300 Mitgliedsunternehmen deutschlandweit.[7] Damit ist sie das größte deutsche Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz und erneuerbare Energien.[8] Gemeinsam mit ihren Mitgliedern identifiziert die ASEW Marktpotenziale und konzipiert Lösungen für das tägliche Kundengeschäft sowie für zukunftsrelevante Themen wie:

  • Klimaschutz
  • Energieeffizienz
  • Erneuerbare Energien[9]

Durch ihre innovative und agile Arbeitsweise entwickelt die ASEW gemeinsam mit Stadtwerken nachhaltige Ergebnisse für alle Energie- und Wasserversorger in ihrem Netzwerk. Der partnerschaftliche Austausch zur Weiterentwicklung und Vernetzung von Stadtwerken jeder Größe steht im Mittelpunkt. Durch regelmäßige Veranstaltungen und Workshops gibt die ASEW zudem wichtige Impulse mit Fokus auf Erfahrungsaustausch und Weiterbildung auf dem Gebiet der Energiewirtschaft.[10]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU): Zahlen, Daten, Fakten 2018. In: Kommunale Ver- und Entsorgungs Unternehmen In Zahlen. VKU, abgerufen am 11. Februar 2019.
  2. Über uns. VKU-Verlag, abgerufen am 13. Februar 2022.
  3. Übersicht über die VKU-Landesgruppen
  4. a b Carsten Wagner; Stefan Luig: Pressemitteilung 94/2015. In: vku.de. Verband kommunaler Unternehmen e. V.. 10. November 2015. Archiviert vom Original am 5. Februar 2015. Abgerufen am 14. Januar 2016.
  5. Ingbert Liebing ab 1. April neuer Hauptgeschäftsführer des VKU. VKU, Pressemitteilung, 10. März 2020.
  6. Kämpfer ist neuer VKU-Präsident. In: politik-kommunikation.de. 21. November 2022, abgerufen am 21. November 2022.
  7. ASEW: Über uns - Das zeichnet die ASEW aus. Abgerufen am 18. Oktober 2021.
  8. ASEW: ASEW auf der E-world: Energiewelt von morgen im Blick. Abgerufen am 18. Oktober 2021.
  9. ASEW: Über uns - Das zeichnet die ASEW aus. Abgerufen am 18. Oktober 2021.
  10. ASEW: Mitgliedschaft. Abgerufen am 18. Oktober 2021.