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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Vachdorf
Vachdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Vachdorf hervorgehoben

Koordinaten: 50° 32′ N, 10° 32′ O

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs­gemeinschaft: Dolmar-Salzbrücke
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 15,89 km2
Einwohner: 763 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 98617
Vorwahl: 036949
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 081
Adresse der Verbandsverwaltung: Zella-Meininger Str. 6
98547 Schwarza
Website: www.vg-dolmar-salzbruecke.de
Bürgermeister: Andreas Baumann (CDU)
Lage der Gemeinde Vachdorf im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
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Über dieses Bild
Hutturm
Hutzelturm
Krayenberg

Vachdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Dolmar-Salzbrücke an.

GeografieBearbeiten

Vachdorf liegt zu beiden Uferseiten der Werra südöstlich von Meiningen an der B 89 (ca. 5 km) von der Anschlussstelle Meiningen Süd der A 71 in Richtung Hildburghausen.

GeschichteBearbeiten

Erstmals wurde der Ort im Jahr 840 als Fachkedorp in einer Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen erwähnt. Ausgestellt zu Ketzicha, dem heutigen Bad Kissingen, wird sie in der British Library in London aufbewahrt. Der Förderverein Kirchenburg Vachdorf e. V. bemüht sich seit 1998 um die Restaurierung der Kirchenburganlage. Vachdorf war ursprünglich möglicherweise ein befestigtes karolingisches Königsgut. Die befestigte Anlage liegt im heutigen Dorf mitten in der Werraniederung. 1230 wurde ein Konrad von Vachdorf als Dienstmann des Bischofs von Würzburg genannt. 1435 verpfändete der Würzburger Bischof die Orte Vachdorf und Leutersdorf an die Grafen von Henneberg-Schleusingen. Das Pfand wurde erst 1495 wieder eingelöst. 1542 kam Vachdorf als Teil der würzburgischen Exklave Meiningen im Tausch an die Grafen von Henneberg-Schleusingen. Nach deren Aussterben kam Vachdorf mit dem Amt Meiningen im Jahr 1583 an die Wettiner. Der Hutturm der Befestigungsanlage ist noch im Urzustand erhalten.[2]

Vachdorf war 1619–1665 von Hexenverfolgungen betroffen: 16 Personen, 14 Frauen und zwei Männer, gerieten in Hexenprozesse. Elf Frauen wurden hingerichtet, von vier Prozessen ist der Ausgang unbekannt. Letztes Opfer 1665 war Margaretha, Hans Bauers Frau.[3]

Von 1680 bis 1918 gehörte der Ort zum Herzogtum Sachsen-Meiningen und lag bis 1825 im Amt Meiningen und dann bis 1829 im Amt Maßfeld.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat aus Vachdorf setzt sich aus 7 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU 3 Sitze
  • Heimatverein 2 Sitze
  • Feuerwehrverein 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl 2019)

BürgermeisterBearbeiten

Der ehrenamtliche Bürgermeister Andreas Baumann ist seit 2016 im Amt.

Freizeit, Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Der Hutturm der Vachdorfer Kirchenburg ist der letzte der vermutlich vier inneren Ecktürme. Der 1918 abgebrannte Turm wurde 2006 wieder aufgebaut. Er ist mit einer Höhe von 18,70 m das Wahrzeichen von Vachdorf. Der Hutturm wurde 88 Jahre lang wegen des fehlenden Hutes Hutzelturm genannt.

NaturdenkmälerBearbeiten

Oberhalb des Ortes nahe der Straße nach Marisfeld steht eine vom Heimatverein errichtete Schutzhütte am Krayenberg. Durch den steilen Felsabfall genießt man von dort einen Blick über Vachdorf und das mittlere Werratal.

Vereine und GruppenBearbeiten

  • Sportvereinigung Vachdorf e.V.
  • Vachdorfer Karnevalsverein e.V.
  • Feuerwehrverein Vachdorf e.V.
  • Förderverein "Kirchenburg" Vachdorf e.V.
  • Angelverein "Steinfelder" Vachdorf e.V.
  • Landfrauen Vachdorf
  • Vachdorfer Schützenverein e.V.
  • Heimatverein Vachdorf e.V.
  • Verein Kulturlandschaftspark Oberes Werratal e.V.
  • Jagdgesellschaft Vachdorf
  • Kirchenchor Vachdorf
  • Rentnertreff Vachdorf

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Ende Januar / Anfang Februar ist Karneval in Vachdorf mit Büttenabend. Ein Umzug findet alle 5 Jahre statt, der letzte im Jahr 2016 zum 55. Jubiläum.
  • Anfang Mai gestaltet der Feuerwehrverein ein Frühlingsfest und das traditionelle "Baumverbrennen" nach den Weihnachtsfeiertagen.
  • Den Pfingstmontag gestaltet der Heimatverein auf dem Krayen, dem Hausberg der Vachdorfer mit sehenswertem Blick auf die Ortslage.
  • Alle zwei bis vier Jahre findet Ende Juni / Anfang Juli in Vachdorf ein großes Ökohoffest mit zahlreichen auch überregionalen Besuchern statt.
  • Im Sommer kann man sich im Rahmen eines Spiel- und Sportfestes aktiv betätigen.
  • Seit 1998 wird im September der Tag des offenen Denkmals durch den Förderverein Kirchenburg gestaltet.
  • Jedes Jahr i. d. R. am letzten Wochenende im Oktober findet die 4-tägige Trachtenkirmes statt, auch als "Bötzekermes" bekannt. Diese beginnt Donnerstags mit dem Baumaufstellen und dem "Antrinken".
  • Die Landfrauen organisieren im Advent "Lebendige Adventskalenderabende" sowie einen Weihnachtsmarkt. Zudem wird das Backhaus mehrmals jährlich zum Zwiebelskuchenbacken angeschürt.

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

  • Ökomarkt Werratal[4]

VerkehrBearbeiten

Durch den Ort führt die Bundesstraße 89 von Meiningen in Richtung Themar. Vachdorf ist 5 km von der Autobahnabfahrt (A 71) Meiningen-Süd Richtung Hildburghausen entfernt. Vachdorf besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Eisenach–Lichtenfels.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 256–257.
  3. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes. Über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wehry-Verlag, Untermaßfeld 2012, ISBN 978-3-9813902-8-5, S. 373 f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“. Bereich Vachdorf, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Bd. 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 240–244, (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000).
  4. Website des Ökomarktes Vachdorf. Abgerufen am 25. September 2017.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Vachdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vachdorf auf der Website der Verwaltungsgemeinschaft. Abgerufen am 25. September 2017.