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V-Label

Kennzeichnung für vegetarische und vegane Produkte
V-Label: Kennzeichnung vegetarischer und veganer Lebensmittel in Europa

Das V-Label ist ein einheitliches Gütesiegel der Europäischen Vegetarier-Union zur Kennzeichnung von vegetarischen und veganen Produkten und Dienstleistungen. Das Label wird auch als Vegi-Label und Vegetarismus-Label bezeichnet. Es ist kein staatlich anerkanntes Label. Das V-Label wurde durch die Europäische Vegetarier-Union ins Leben gerufen und wird in Deutschland durch ProVeg (ehemals Vegetarierbund, VEBU) vertreten.[1] Die Zeichengeber wollen mit dem Label den Verbrauchern „eine einfache sowie sichere Orientierungshilfe beim täglichen Einkauf“ bieten.[2]

Inhaltsverzeichnis

EinsatzgebietBearbeiten

Am bekanntesten ist das V-Label zurzeit in der Schweiz und in den Niederlanden. Doch auch in Deutschland, Österreich, Belgien, Kroatien, Tschechien und Spanien wird es von den lokalen Vegetarierorganisationen gefördert.

Die Verbreitung ist dadurch in Europa noch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Das Label wird von allen Europäischen Vegetarierorganisationen als Kennzeichnung für vegetarische (inkl. vegane) Produkte und Dienstleistungen anerkannt.

Lizenzgeber in den deutschsprachigen Ländern:

KriterienBearbeiten

WarenBearbeiten

Produkte, welche mit dem V-Label ausgezeichnet sind, signalisieren, dass keine Tierkörperbestandteile jedweder Art enthalten sind. Dies bezieht sich auch auf versteckte, nicht deklarationspflichtige Verarbeitungshilfsmittel, wie z. B. Kälberlab im Käse oder Gelatine in Fruchtsäften.

DienstleistungenBearbeiten

Gastronomiegewerbe, die mit dem V-Label ausgezeichnet sind, müssen

  • für die vegetarischen Gerichte die o. g. Kriterien für Lebensmittel erfüllen,
  • unangemeldete Kontrollen der Küche und des Lagers sowie Befragung des Personals durch die Swissveg akzeptieren, die pro Betrieb i. d. R. nicht häufiger als einmal jährlich durchgeführt wird,
  • mindestens ein täglich wechselndes vegetarisches Gericht anbieten,
  • daneben mindestens zwei weitere vegetarische Gerichte anbieten,
  • die vegetarischen Speise auf der Speisekarte mit dem V-Label kennzeichnen und
  • zusätzlich die Einordnung in eine der vier folgenden Untergruppen angeben oder, falls es sich nicht um Selbstbedienung handelt, alternativ das Personal dahingehend schulen, dass es die Kunden nach Anfrage korrekt informieren kann: ovo-lakto-vegetarisch, lakto-vegetarisch, ovo-vegetarisch, vegan / rein pflanzlich.

KategorienBearbeiten

Bei der Verwendung des Labels muss man im Label oder im Ausnahmefall in der Nähe des Labels eine der folgenden vegetarischen Kategorien als Text angeben:

  1. vegetarisch für Kost, die Eier und/oder Milchprodukte oder andere tierische Produkte wie Honig einbezieht,
  2. vegan für rein vegane, d. h. 100 % pflanzliche Kost.

VerbreitungBearbeiten

Ende 2013 nutzten ca. 100 Produzenten, darunter auch große Lebensmittelkonzerne, das V-Label. 2018 wurde das Label 1.300 Unternehmen genutzt, die 15.000 Produkte lizenziert hatten.[3] Im Gastronomiesektor dagegen war das Label noch wenig verbreitet.[4] In der Schweiz kennzeichnet das V-Label seit September 2017 vegan-vegetarische Menüs in sämtlichen IKEA-Restaurants und ist damit erstmals in der Großgastronomie vertreten.[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Über uns. Abgerufen am 20. August 2018.
  2. Transparenz und Klarheit bei Ihrem Einkauf. Abgerufen am 20. August 2018.
  3. Five Steps to V-Label. V-Label GmbH, abgerufen am 5. Juli 2019 (englisch).
  4. Vegane und vegetarische Restaurants. Europäischen Vegetarier-Union, abgerufen am 24. Dezember 2017.
  5. Entwicklung und Meilensteine des V-Labels. Europäischen Vegetarier-Union, abgerufen am 24. Dezember 2017.