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Der Löwenmensch aus dem Lonetal der Schwäbischen Alb gehört zu den wichtigsten urgeschichtlichen Zeugnissen in Baden-Württemberg, präsentiert und ausführlich dokumentiert im Ulmer Museum
Römischer Dreigötterstein aus Straubenhardt mit Mars (links), Apollo (rechts) und Minerva (unten); Original im Landesmuseum Württemberg

Die Urgeschichte im Gebiet des deutschen Südwestens, des heutigen Baden-Württembergs, ist der breiteren Öffentlichkeit durch einige Funde bekannt geworden, wie die des Unterkiefers des Homo heidelbergensis, der Mammutelfenbein-Plastik Löwenmensch oder der Höhensiedlung Heuneburg. Aufgrund der großen klimatischen Veränderungen durch Mindel-, Riß- und Würm-Kaltzeit war das Gebiet zwischen Alpen und dem Main nicht ständig bewohnt.

Inhaltsverzeichnis

UrgeschichteBearbeiten

 
Der Eingang zur Vogelherdhöhle im Lonetal, einer der wichtigsten und ergiebigsten Karsthöhlen Baden-Württembergs im Blick auf die Urgeschichte

Die Urgeschichte bezeichnet den ältesten Zeitabschnitt der menschlichen Geschichte, in der noch keine Schriftquellen vorliegen.

Situation in Baden-WürttembergBearbeiten

Im Landesgebiet von Baden-Württemberg konzentriert sich die Forschung sowohl auf vorhandene Freilandstationen, als auch auf die in Süddeutschland zahlreich vorhandenen Höhlen. Höhlen und Abris boten Menschen Schutz vor Nässe, Kälte und Wind, weshalb sie für altsteinzeitliche Siedlungsspuren von hoher Relevanz sind.

Aber auch erhaltungsbedingt liegen die meisten steinzeitlichen Fundstellen in Höhlen und Abris. Diese sind landschaftlich im Bereich der Schwäbischen Alb konzentriert.

Freilandfundstellen und Freilandstationen von Jäger- und Sammlergemeinschaften liegen beispielsweise am Federsee, bei der Schussenquelle, im unteren Remstal (Kleinheppach), bei Börslingen und im Breisgau.

Die frühesten Funde der Altsteinzeit stammen aus warmzeitlichen Perioden zwischen den eiszeitlichen Kaltzeiten, in denen das Klima gemäßigt war. Für das Mittelpaläolithikum geht man in Südwestdeutschland von einer mittleren Population von 1000 Personen aus. Die Zeitangaben sind dabei gerundete Werte.

Archäologische Kulturen und urgeschichtliche PeriodenBearbeiten

Auch in Baden-Württemberg folgt die Systematik der frühen Geschichte seit dem 19. Jahrhundert dem von Christian Jürgensen Thomsen entwickelten Dreiperiodensystem, das insbesondere die europäische Vor- und Frühgeschichte in Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit unterteilt. Im 20. Jahrhundert wurde das Dreiperiodensystem erweitert und vor allem stark ausdifferenziert.

Seit Robert Rudolf Schmidt 1906 die französische Klassifizierung und Nomenklatur der großen Perioden des Paläolithikums auch für die baden-württembergische Archäologie bei Grabungen im Blautal einführte, gelten daneben auch folgende Zeitepochen:[1]

Robert Rudolf Schmidt gehört zu den Pionieren der schwäbischen Urgeschichte, hatte er doch bereits 1907 mit einer Arbeit über Die eiszeitlichen Wohnstätten der Schwäbischen Alb promoviert. Damit war er in Deutschland der erste, der mit einem Thema zur Älteren Urgeschichte promoviert wurde.

Altsteinzeit (Paläolithikum)Bearbeiten

Die meisten Funde der Altsteinzeit finden sich im Bereich der Schwäbischen Alb. Weitere Funde wurden im Mittleren Neckarraum und am Oberrhein an der Grenze zur Schweiz gemacht.

Altpaläolithikum (um 600.000 Jahre vor heute)Bearbeiten

Homo heidelbergensisBearbeiten

 
Der Unterkiefer von Mauer ging als Homo Heidelbergensis in die Nomenklatur der Urgeschichtsforschung ein und gehört zu den ältesten menschlichen Siedlungsspuren in Baden-Württemberg

Die ältesten Zeugnisse von der Besiedlung durch den Menschen sind schon 600.000 Jahre alt und gehören zu den ältesten Fossilien der Hominini innerhalb von Europa. In Mauer bei Heidelberg wurde 1907 der Unterkiefer von Mauer gefunden, das Typusexemplar des Homo heidelbergensis, aus dem später der Neandertaler hervorging.

AcheuléenBearbeiten

Aus dem Acheuléen wurden bei Ausgrabungen an der Heidenschmiede mitten in Heidenheim an der Brenz etwa 50 Artefakte aus dieser Kultur freigelegt: Faustkeile, Fäustel und Handspitzen aus Kieselkalk, Bohrer aus braunem und grauem Jaspis, zahlreiche Schaber, Kratzer, Sägen und Mehrzweckwerkzeuge überwiegend aus grauem, braunem und weißem Jaspis. Auffallend ist ein für Linkshänder gearbeiteter Schaber mit rechtsseitiger Klinge.

Mittelpaläolithikum (250.000 Jahre vor heute)Bearbeiten

 
Der Homo steinheimensis gehört zu den wichtigsten urgeschichtlichen Exponaten Baden-Württembergs und gilt als Vorläufer des Neandertalers

Homo steinheimensisBearbeiten

Ein weiterer für die Menschheitsgeschichte wichtiger Fund ist 350.000 Jahre jünger als der Unterkiefer von Mauer; er wurde 1933 in Steinheim an der Murr (Landkreis Ludwigsburg) gemacht. Damit steht dieser „Steinheimer Mensch“ entwicklungsgeschichtlich zwischen Homo heidelbergensis und dem Neandertaler. Es handelte sich wahrscheinlich um eine Frau. Aufgrund der Fülle an essbaren Pflanzen dürfte das Sammeln von Pflanzen und Kleintieren gegenüber dem Jagen von Großwild überwogen haben. Die Benutzung von Grabstöcken und Faustkeilen wird vermutet, ist aber für diesen Fund nicht schlüssig nachgewiesen.

Etwa zeitgleich dürfte die Fundstelle in den Travertinbrüchen von Bad Cannstatt sein. Menschenreste sind hier nicht nachgewiesen.

Grundsätzlich gilt: „Nur wenige mittelpaläolithische Schichten der Schwäbischen Alb sind gut datiert, und oft können wir die relative Abfolge der Ereignisse mit einiger Gewissheit feststellen. Erst am Ende des Mittelpaläolithikums haben wir belastbare Alterbestimmungen mit der Thermoluzens- und Radiokohlenstoff-Methode.“[3]

MoustérienBearbeiten

Als Moustérien wird eine Epoche des europäischen Mittelpaläolithikums bezeichnet. Das Moustérien im engeren Sinne beginnt vor rund 120.000 Jahren und dauert bis vor etwa 40.000 Jahren. In Baden-Württemberg wie in Europa ist es mit der Kultur der Neandertaler assoziiert.

Zu den ältesten Werkzeugen des Moustérien gehören die Funde von Böckingen (Stadtteil von Heilbronn). Es handelt sich um Faustkeil-Abschläge, die unter anderem vermutlich zum Zerkleinern und Abhäuten von Großwild bestimmt waren. Menschenfunde gab es nicht, aufgrund des Alters wird jedoch angenommen, dass die Funde dem Neandertaler zuzuordnen sind. Auch die in Heidenheim an der Brenz vorhandene Fundstelle Heidenschmiede wartet mit 4.000 Artefakte aus dieser Epoche auf. Dazu gehören Handspitzen, Spitzen, Schaber in vielen verschiedenen Ausprägungen, Kratzer und Pfrieme, alle zumeist aus Kieselkalk, wenige aus Jaspis. Feuersteinschaber des Moustérien fanden sich auch auf Zuffenhäuser Gelände bei der Hofackerschen Ziegelei zusammen mit Mammutknochen.

Um 60.000 Jahre vor heute.Bearbeiten

Erste Siedlungsspuren einer Jägergruppe finden sich in der Bocksteinhöhle im Lonetal, 6 Kilometer von der Vogelherdhöhle entfernt, die mit ihren, durch Werkzeuge hergestellten, Jagdwaffen Pferde, Wollnashörner und Mammuts erlegten. Aufgrund des Alters ist davon auszugehen, dass die Funde dem Neandertaler zuzuordnen sind. Die Funde wurden auf 50.000 bis 70.000 v. Chr. datiert. Damit gilt die Bocksteinhöhle als eine der ältesten Besiedelungen in Süddeutschland. Die benachbarte Vogelherdhöhle weist ebenfalls sparsame Spuren aus dieser Zeit auf. Im Hohlenstein konnte in mittelpaläolithischen Schichten der Oberschenkelknochen eines Neandertalers gefunden werden.[4] Es ist bisher das einzige Fundstück in Baden-Württemberg, das dieser Menschengruppe zugeordnet werden kann.[5]

Indirekte Spuren aus dieser Zeit wurden in der Heidenschmiede und in der Irpfelhöhle im Brenztal sowie in der Haldensteinhöhle im Lonetal entdeckt. Der Faustkeil von Schnaitheim ist ein eindrückliches Zeugnis dieser Kulturstufe. Im Blautal wiederum gab die Große Grotte, das Geißenklösterle und die Sirgensteinhöhle Funde aus dieser Epoche frei. Im Tal der Lauchert wiederum weisen die Göpfelsteinhöhle und die Nikolaushöhle wichtige Spuren und Funde dieser Zeit auf.

Blattspitzen-Gruppe zwischen 50.000 und 35.000 vor heuteBearbeiten

Das Mittelpaläolithikum endet mit der Blattspitzen-Gruppe. Damit wird eine Übergangsindustrie der Altsteinzeit zwischen dem Mittel- und Jungpaläolithikum von etwa 50.000 bis 35.000 v. Chr. bezeichnet. Der Begriff Blattspitze wird seit etwa 1900 für symmetrische Feuerstein-Spitzen des Mittel- und Jungpaläolithikums mit buchen- oder weidenblattartiger Form verwendet.[6]

Blattspitzen sind blattförmig, im Längsschnitt schlank, annähernd gerade verlaufend, mehr oder weniger vollständig bifazial (beide Flächen) gearbeitet und axialsymmetrisch mit ein oder zwei Spitzen ausgestattet. Gegenüber dem Faustkeil bzw. Faustkeilblatt weisen sie einen schlankeren Längs- und Querschnitt auf. Leider finden sich auf der Schwäbischen Alb nur spärliche Belege für die Blattspitzen-Gruppe.[7] Bekanntes Beispiel ist in Baden-Württemberg die Haldensteinhöhle im Lonetal. Gustav Riek fand hier zwei sehr sorgfältig bearbeitete Blattspitzen. Es gibt keine Skelettfunde, die eindeutig der Blattspitzengruppe zuzuordnen wären, deshalb bleibt offen, ob die Träger der Kulturstufe Neandertaler oder frühe anatomisch moderne Menschen (Homo sapiens) sind. Traditionell werden jedoch die Blattspitzen den späten Neandertalern zugerechnet.

Zwischenepoche nach dem MittelpaläolithikumBearbeiten

Auf keinem klassischen Fundplatz des Mittelpaläolithikums im Bereich der Schwäbischen Alb gibt es einen Hinweis für eine Begegnung zwischen dem modernen Menschen und dem einheimischen Neandertaler. Stattdessen „zeigen alle gut untersuchten Fundplätze im Ach- und Lonetal ... eine Lücke in der Besiedlung zwischen den letzten Neandertalern, welche Artefakte des Mittelpaläolithikums herstellten und den frühen modernen Menschen, auf die die Hinterlassenschaften des Aurignaciens samt der Kunstwerke, Schmuckstücke, Musikinstrumente und zahlreichen neuen Werkzeugformen zurückgehen“[8]

Jungpaläolithikum (ca. 40.000 Jahre vor heute)Bearbeiten

AurignacienBearbeiten

 
Das geschnitzte Mammut aus der Vogelherdhöhle, einerseits viel gejagt, andererseits auch künstlerisch dargestellt von den Jägern des Aurignacien

Wie es den Anschein hat, sind die Träger des Aurignaciens „in einen stark entvölkerten oder gar menschenleeren Raum eingewandert. Die Bevölkerungsdichte der neuen Menschenform steigt rasch an, und an mehreren Fundplätzen ... sind die Konzentrationen des Fundmaterials allein in den Aurignacienschichten deutlich, zum Teil um mehr als ein Zehnfaches, höher als in den mittelpaläolithischen Schichten des Neandertalers“[9] Im Jungpaläolithikum ist eine erhöhte Siedlungsintensität nachweisbar.

Früheste Zeugnis von komplexer künstlerischer Betätigung im Jungpaläolithikum sind rund 40.000 Jahre alte Flöten. Im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren sind drei relativ vollständige Flöten zu besichtigen: zwei stammen vom Geißenklösterle und eine vom Hohlen Felsen, die zu den ältesten Musikinstrumenten weltweit gehören. Die verschiedenen Eiszeitflöten des Blau- und Achtales konnten hörbar gemacht werden. Unterschiede liegen unter anderem im Material begründet: eine Flöte ist aus Schwanenflügelknochen, die zweite aus Gänsegeierknochen, die dritte aus Mammutelfenbein.

Insgesamt liegen in Baden-Württemberg (bis 2016) Fundstücke und Relikte von 24 Flöten aus dieser Zeit vor. Die Flöten wurden vermutlich über den scharfen Schaftrand oder über eine Kerbe angeblasen und erklangen pentatonisch[10].

Die ältesten Kunstschnitzereien stammen aus der Vogelherdhöhle bei Stetten (Landkreis Heidenheim); sie sind rund 32.000 Jahre alt. Hier wurden zahlreiche Werkzeuge wie Schaber und Faustkeile gefunden. In diese Zeitrechnung reicht auch das dort gefundene vollplastische Wildpferd, sowie die Venus vom Hohlefels aus Schelklingen, die damit die weltweit ältesten nachweisbaren Plastiken darstellen. „Die Elfenbeinkunst spiegelt sicherlich eine Fähigkeit und eine Tradition wider, die über viele Generationen immer weitergegeben wurde“[11]

Weitere Zeugnisse dieser Zeit fanden sich unter anderem in der Kleinen Scheuer am Albtrauf der Ostalb und in der Brillenhöhle bei Blaubeuren. Die sechs Fundstellen, die unter dem Begriff Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura zusammengefasst werden, gaben Artefakte aus dieser Zeit frei. Aber auch im Laucherttal lässt sich – mit weniger spektakulären Funden aus der Göpfelsteinhöhle – diese Epoche nachweisen.

Allgemein wird die Ausbreitung des Aurignacien in Baden-Württemberg mit der Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen in einen direkten Zusammenhang gebracht. Manche Innovationen in der materiellen Kultur haben im süddeutschen Aurignacien ihren Ursprung. Die ältesten Nachweise stammen von der Schwäbischen Alb. Der Tübinger Archäologe Michael Bolus stellt fest: „Es ist schon auffallend, dass hier zu so früher Zeit, vor etwa 40.000 Jahren, bereits das ganze 'Paket' an Neuerungen nachweisbar ist, darunter [...] Kunstobjekte, Schmuck und Musikinstrumente, die an den meisten anderen Aurignacien-Fundstellen deutlich seltener sind oder ganz fehlen. [...] In Innovationszentren wie der Schwäbischen Alb wurde das Aurignacien [...] voll ausgebildet und schließlich weitergegeben“.[12]

GravettienBearbeiten

 
Der Phallus von Schelklingen ist eines der bedeutendsten Fundstücke aus dem Gravettien von Baden-Württemberg

Das Gravettien ist die wichtigste archäologische Kulturstufe des mittleren Jungpaläolithikums. Jäger und Sammler des Gravettiens haben ihre Spuren auch in Baden-Württemberg hinterlassen. Die Datierungen von Fundstellen des Gravettiens reichen etwa von 34.000 bis 30.000 v. Chr.[13]

Das Gravettien folgt auf das Aurignacien und fällt in die Abkühlungsphase vor dem zweiten Kältemaximum der Würm-Kaltzeit.

Der Übergang ist aufgrund der lückenlos erhaltenen Schichtfolgen in den Höhlenfundstellen im Achtal sehr gut nachvollziehbar. Gleichzeitig scheint es aber auch eine Kontinuität zwischen Aurignacien und Gravettien zu geben; jedenfalls ist keine sterile Schicht in den Alb-Höhlen zwischen diesen Kulturepochen erkennbar. Während im Aurignacien Mammutelfenbein das präferierte Arbeitsmaterial war, wurden im Gravettien Mammutknochen und Geweih klar bevorzugt.

Erstmals wird auch Lehm verwendet und im Feuer gehärtet. Die sogenannte Rückenstumpfung bei der Werkzeugherstellung ermöglicht das Schäften von Steingeräten in Holz, Knochen und Geweih. Es lässt sich vermuten, dass damit sowohl die Waffenherstellung als auch die Handhabung der Jagdgeräte vereinfacht wurde.[14] Zahlreiche Artefakte dieser Epoche sind vor allem im Hohle Fels, im Geißenklösterle und in der Brillenhöhle aufgetreten.

Im Gegensatz zum Achtal fehlen im Lonetal deutliche Hinweise auf eine längere Anwesenheit des Menschen während des Gravettien.

Bei einer auffallenden Schicht des Gravettiens spricht man vom Statuettenhorizont, einem europaweiten Phänomen, bei neben Schmuck sich dreidimensionale, menschenartige Artefakte, insbesondere aber füllige Frauenfiguren, sogenannte Venusfigurinen, finden.[15] Die Liste paläolithischer Venusfigurinen kennt über zwanzig solcher Darstellungen aus dem Gravettien.

SolutréenBearbeiten

 
Das Solutréen entfällt aufgrund des Kältemaxium in Baden-Württemberg, was diese Karte deutlich unterstreicht. Östlich von Solutré (Hauptfundort 12) finden sich keine Nachweise für die Kulturstufe.

Das Solutréen entfällt in Süddeutschland aufgrund des Kältemaximums. Schon vor etwa 24.000 Jahren begann sich das Klima stark abzukühlen, so dass ein Kältemaxium vor etwa 20.000 Jahren erreicht wurde. Nicholas Conard beobachtete bei den Ausgrabungen: „Schon ab 28.000 Jahren vor heute war die Schwäbische Alb nach bisherigem Kenntnisstand unbesiedelt, oder es waren nur wenige Menschen vor Ort, deren materielle Hinterlassenschaften jedoch nicht überliefert sind. Die Menschen besiedelten die Schwäbische Alb regelhaft erst wieder im Magdalénien etwa 16.000 Jahre BP.“[16]

MagdalénienBearbeiten

Im Magdalénien, das in Baden-Württemberg auf die Zeit zwischen 16.000 und 14.000 Jahre BP fällt, wird bei zunehmend milderem Klima die Schwäbische Alb wieder bewohnt. Nicht nur die Werkzeugherstellung, sondern auch das Kunstschaffen erreicht eine neue Dimension. Vor allem abstrahierte Frauenstatuetten gelten als bedeutendste Objekte des süddeutschen Magdalénien.

Es gibt in Baden-Württemberg zwar keine ausgemalten Bilderhöhlen wie beispielsweise im französischen Lascaux, jedoch transportable Kleinkunst in Form von mit Punktreihen bunt bemalten Steinen.[17] Damit beginnt in Süddeutschland auch eine Tradition der Malerei. Als Farbe diente Rötel, ein in der Region vorkommendes eisenhaltiges Pigment.

Reiche Funde aus dem Magdalénien gaben unter anderem die Brillenhöhle, der Petersfels und die Vogelherdhöhle bei Grabungen frei. Bemalte Steine aus der Epoche sind aus dem Hohle Fels bekannt. Ein weiterer Magdalénien-Fundplatz liegt bei Munzingen in der Freiburger und Breisgauer Bucht.[18]

Erstmals tauchen auch Nadeln mit Öhr auf. Persönliche Schmuckstücke werden in hoher Zahl gefertigt. Schmuckschnecken, Muscheln, Tierzähne, sogar Fossilien wie Ammoniten wurden als Schmuck eingesetzt.

Entlang der Donau entstanden die ersten lichten Wälder. Hänge-Birke, Nadelbäume und Haselnusssträucher breiteten sich aus.

Spätpaläolithikum und AzilienBearbeiten

Als letzte Epoche der Würm-Eiszeit gilt das Spätpaläolithikum, das gelegentlich – vor allem in Frankreich und in der Schweiz – als Azilien bezeichnet wird. Datiert wird die Phase zwischen 14.000 und 11.600 vor heute, allerdings erfolgt die Grenzziehung zwischen Jung- und Spätpaläolithikum im deutschen Sprachraum nicht einheitlich. Das Azilien endet mit dem Beginn des Holozäns.

Sowohl in Baden-Württemberg, als auch allgemein in Europa, ist ein Rückgang in der Verwendung der organischen Materialien zu beobachten. Knochen und Geweih findet sich kaum mehr als Ausgangsmaterial, aber auch Schmuck und Kunst werden mehr und mehr vermisst. Der Übergang vom Spätpaläolithikum zum Mesolithikum ist fließend.[19]

Mittelsteinzeit (Mesolithikum)Bearbeiten

Die Mittelsteinzeit, auch Mesolithikum genannt, beginnt mit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren. Dadurch verbesserten sich die Bedingungen für pflanzliche Nahrung erheblich. Somit wurden aus reinen Jägern wieder mehr Sammler und vor allem Fischer.

Frühe Mittelsteinzeit (8.000–6.000 v. Chr.)Bearbeiten

Die Zeit ist gekennzeichnet durch die Herstellung kleinster Abschläge (Mikrolithen). Diese Mikrolithen wurden in Speerspitzen eingesetzt. Eine Verbesserung der Festigkeit von Steinen wurde durch Tempern im Feuer bei 270–300 °C erreicht. Durch das Sammeln und Herstellung von Ketten und Bändern aus Fischzähnen und Schmuckschnecken wurden sowohl Körperteile als auch Kleidungsstücke dekoriert.

Übersicht über die Fundregionen im Gebiet Baden-WürttembergsBearbeiten

Die wichtigsten Fundregionen dieser Zeit sind das Rems-Murr Gebiet, das Oberrheintal sowie das Gebiet um den Bodensee und den Federsee.

In den 1990er Jahren konnten im Laufe mehrerer archäologischer Ausgrabungen in der Flur Siebenlinden im Neckartal bei Rottenburg am Neckar insgesamt drei Mittelsteinzeitliche Fundstellen erforscht werden. Die Plätze gehören in die frühe Nacheiszeit, etwa 8000 bis 7700 v. Chr. Hier haben sich in der Aue ausnahmsweise mesolithische Freilandplätze so gut erhalten, dass sich Feuerstellen, Standorte der Zelte und Arbeitsplätze nachweisen lassen.

Zahlreiche Funde der Schwäbischen Alb, die die ältere Forschung bis in die 1960er Jahre als „grobgerätiges Mesolithikum“ (oder Campignien) bezeichnet hatte, werden heute als natürliche Frostsprenglinge oder als Halbfabrikate einer neolithischen Rohmaterialgewinnung angesehen.

BeuronienBearbeiten

Aufgrund von Forschungen in verschiedenen Höhlen der Schwäbischen Alb durch Wolfgang Taute wurde das süddeutsche Mesolithikum – als Beuronien bezeichnet – in mehrere Stufen gegliedert, die durch die vorherrschenden Mikrolithen-Formen definiert werden.

Wichtiger Fundplatz ist in Baden-Württemberg unter anderem der mesolithische Fundplatz Rottenburg-Siebenlinden.

Späte Mittelsteinzeit (6.000–4.500 v. Chr.)Bearbeiten

Aufgrund des Klimawechsels vom Kontinental- zum Atlantikklima ändert sich die Vegetation. Haselnusssträucher werden von Eichenmischwäldern abgelöst, die es den Jägern schwerer machen, Großwild zu erjagen. Hirsch, Wildschwein und anderes Großwild decken nur noch zu 20–30 % den Nahrungsbedarf. 40–50 % nehmen pflanzliche Produkte wie Nüsse, Wildobst und Eicheln ein. Die Steinabschlagtechnik wird verfeinert und die Speerspitzen werden aus trapezförmigen Mikrolithen hergestellt.

Von Bedeutung sind die Grabungen in der Federseeregion, wo in den Jahren 1988/89 beim Henauhof in der Nähe von Bad Buchau (Landkreis Biberach) Ausschnitte eines mittelsteinzeitlichen Siedlungsplatzes mit sieben Feuerstellen untersucht wurden. Sie erbrachten ein umfangreiches, für die späteste Mittelsteinzeit charakteristisches Fundgut. Durch die Radio-Carbon-Methode konnte der Platz in die zweite Hälfte des 6. vorchristlichen Jahrtausends datiert werden. Damit kann eine Überlappung von spätester Mittelsteinzeit und der ältesten jungsteinzeitlichen Kultur, der Bandkeramik, in Südwestdeutschland, also ein zeitliches Nebeneinander endmittelsteinzeitlicher Wildbeuter und bandkeramischer Bauern über mehrere Jahrhunderte hinweg, angenommen werden.

Jungsteinzeit (Neolithikum)Bearbeiten

Chronologie der Jungsteinzeit 5.500 bis 2.000 vor ChristusBearbeiten

Der Beginn der Jungsteinzeit, fachsprachlich das Neolithikum, wird in Mittel- und Westeuropa mit dem Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern mit domestizierten Tieren und Pflanzen definiert.

Der Übergang zur neolithischen Wirtschaftsweise (fachsprachlich Neolithische Revolution oder Neolithisierung) vollzog sich weltweit unterschiedlich. Nomadische Lebensweise wurde im Zuge von Ackerbau und Viehhaltung gegen Sesshaftigkeit in Dorfgemeinschaften eingetauscht. Der Ackerbau schuf die Grundlage zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Nahrungsproduktion und Vorratshaltung führten zu einer größeren Unabhängigkeit von der natürlichen Umwelt und bildeten die Basis für Bevölkerungswachstum. Nicht alle unten aufgeführte archäologische Gruppen und Kulturen waren über das gesamte heutige Bundesland Baden-Württemberg gleichmäßig verteilt. Auch heißt Chronologie nicht, dass die Gruppen und Kulturen sich bruchlos abgelöst haben.

Auf die Bandkeramik am Anfang der Jungsteinzeit folgt in der ersten Hälfte des 5. Jahrtausends v. Chr. der mittelneolithische Kulturenkomplex mit der Hinkelstein-Gruppe von ca. 5.000 bis etwa 4.900 v. Chr., der Großgartacher Kultur von ca. 4.900 bis etwa 4.700 v. Chr. und der Rössener Kultur, anschließend bis etwa 4.600/4.550 v. Chr.

Das Ende der Jungsteinzeit wurde mit der regional einsetzenden Verarbeitung von Kupfer eingeleitet (Kupfersteinzeit), aber erst durch die Bronzezeit abgelöst.

BauernkulturBearbeiten

Es taucht eine erste Bauernkultur mit Rind, Schwein, Schaf und Ziegen auf, wobei sich die Menschen ab etwa 5.500 v. Chr. vor allem auf den fruchtbaren Lößflächen entlang der Flussläufe niederließen. Als Getreide wird Gerste und Einkorn angebaut. Durch den Anbau und die Haustiere werden die Menschen sesshaft und bauen Langhäuser. Die Anstöße dazu kamen über Ungarn und Österreich aus dem Vorderen Orient. Bereits in den Siedlungen der bäuerlichen, bandkeramischen Kulturen Mitteleuropas gab es auch Hunde, die in Gräbern und Siedlungen, wie zum Beispiel in Vaihingen an der Enz, gefunden wurden.[20] Es soll sich dabei nicht um wolfsähnliche Hunde, sondern um mittelgroße Rassen handeln.

Durch die günstigeren Nahrungsbedingungen steigt die Bevölkerung stark an.

FischereikulturBearbeiten

An den Gewässern des Landes (etwa Federsee, Bodensee) bildet sich dazu eine Fischereikultur mit speziellen Fangtechniken heraus.

KeramikBearbeiten

 
Verletzter Schädel (Cranium) eines 20 bis 30 Jahre alten Mannes aus der Zeit der Bandkeramik, der im Massaker von Talheim getötet wurde, heute im Landesmuseum Württemberg

Die Töpferei wird weiterentwickelt. Nach ihr werden dann auch Kulturstufen benannt, wie zum Beispiel die erste neolithische mit der Bandkeramik; es folgen auch im Gebiet des heutigen deutschen Südweststaates viele weitere Keramikformen, die gleichzeitig als europäische, manchmal aber auch nur regionale archäologische Kulturstufen beschrieben werden.

Die Erfindung der Keramik, vor allem der Gefäßkeramik, im 8. Jahrtausend v. Christus zählt zu den wichtigsten Errungenschaften der Menschheitsgeschichte. Der Ton, das Ausgangsmaterial, wurde aufbereitet, geformt, manchmal verziert und bei hoher Temperatur gebrannt.

Kulturen der Jungsteinzeit auf dem Gebiet von Baden-WürttembergBearbeiten

Linearbandkeramische KulturBearbeiten

 
Archäologen des Landesdenkmalamtes graben 2015 in Kirchheim unter Teck nach den steinzeitlichen Schichten der Bandkeramiker

Auf die Linearbandkeramik, die auch in Süddeutschland etwa 5.500 v. Chr. begann, folgte die Stichbandkeramik, eine archäologische Kulturgruppe, die sich kontinuierlich aus der Kultur der Linearbandkeramik entwickelte. Die Verzierungen auf den Gefäßen wurden nun nicht mehr geritzt, sondern setzten sich aus einzelnen Stichen zusammen. Im Bereich von Baden-Württemberg sind Elemente der Stichbandkeramik zwar zwischen und neben anderen Kulturen auffindbar, es fehlen aber entsprechende Siedlungen.

Zahlreiche Funde der linearbandkeramischen Kultur liegen in Baden-Württemberg vor, etwa aus Kirchheim unter Teck, Kronau, Ludwigsburg, Messelhausen, Mühlhausen am Neckar, Neckarzimmern, Obrigheim, Öhringen, Schwetzingen und Zaisenhausen sowie vom Heiligenberg bei Heidelberg und vom Klingenberg bei Heilbronn. Als eines der ältesten linearbandkeramischen Dörfer gilt Gerlingen. Auch Höhlen wie etwa die Spitzbubenhöhle im Eselsburger Tal weisen Artefakte der Linearbandkeramik auf.

In diese Zeit wird auch das Massaker von Talheim datiert, bei dem auf dem Gebiet des heutigen Ortes Talheim bei Heilbronn um 5.100 v. Chr. mehrere Menschen den gewaltsamen Tod fanden. In den Städtischen Museen Heilbronn ist ein eigener Ausstellungsbereich diesem Massaker gewidmet, das aufgrund von 34 jungsteinzeitlichen Skelettfunden rekonstruiert werden konnte.

Hinkelstein-GruppeBearbeiten

Die Hinkelstein-Gruppe (auch Hinkelstein-Kultur) ist eine archäologische Regionalgruppe der Jungsteinzeit in Südwestdeutschland. Sie liegt am Übergang zwischen der Linienbandkeramik und Kulturen des Mittelneolithikums und datiert etwa von 5.000 bis 4.800 v. Chr.[21] Sie schließt an die jüngere Linienbandkeramik an. Zudem ist eine Ähnlichkeit des Form- und Motivspektrums durch Einflüsse aus der Stichbandkeramik nicht zu verkennen. Neben diesen archäologischen Funden, ist das Nicht-Vorhandensein von Höhensiedlungen ein Indiz dafür, ihren Beginn in dieser Zeit zu suchen. Selbiges Phänomen ist auch in der Großgartacher Kultur und Linienbandkeramik anzutreffen. Erst mit der älteren Rössener Kultur setzen diese ein. Vor allem in Südwestdeutschland ist die Hinkelstein-Gruppe mit der späten Linienbandkeramik und frühen böhmischen Stichbandkeramik zeitlich in einen gleichen Kontext zu stellen. Mit der ausgehenden Hinkelstein-Gruppe entstand die Großgartacher Gruppe. Beide existierten eine Zeit lang noch nebeneinander.

Wie auch viele andere Gruppen und Kulturen des Mittelneolithikums ist die Hinkelstein-Gruppe vorrangig in der Nähe von Flussläufen anzutreffen. Die Gegenden des oberen und mittleren Rheins (Rhein-Main-Gebiet) erfuhren ihre hauptsächliche Besiedlung. Im Gebiet westlich des Bodensees, zwischen Rhein und Main finden sich weitere Siedlungsplätze. Zusätzlich legten Archäologen im Neckarbecken Fundstellen der Hinkelstein-Gruppe frei. Auffällig ist die fast deckungsgleiche Verbreitung auf den Gebieten der vorhergehenden Kultur der Linienbandkeramik.

Die Gräber zeichnen sich durch reichen Schmuck aus. Die Toten wurden gestreckt gelagert und in einer Südost-Nordwest-Orientierung aufgefunden. Der Blick der Bestatteten wendete sich gen Nordosten. Viele der Gräber waren sogenannte Flachgräber. Die Toten wurden somit in einer geringen Tiefe von 70–90 cm vergraben und beigesetzt. Den Bestatteten wurden meist reiche Grabbeigaben mitgegeben. Neben keramischen Gefäßen fanden Archäologen eine Vielzahl an Schmuckelementen. Dieser bestand aus Muscheln, Eber- und Hirschzähnen, Stein und Horn. Viele der Gräber befanden sich in Gebieten der folgenden Großgartacher Kultur und der elsässischen Linienbandkeramik.

Großgartacher KulturBearbeiten

Die Großgartacher Kultur ist eine archäologische Kultur im Mittelneolithikum in der ersten Hälfte des 5. Jahrtausends v. Chr. im Kulturenkomplex Hinkelstein-Großgartach-Rössen. Sie erhielt ihren Namen durch Alfred Schliz (1849–1915) nach Grabungsarbeiten in Großgartach, heute Teilort der Gemeinde Leingarten im Landkreis Heilbronn und war vor allem in Südwestdeutschland verbreitet. Die Großgartacher Kultur wird im Zeitraum von ca. 4900 bis etwa 4700 v. Chr. datiert.

Die Rössener KulturBearbeiten

Die Rössener Kultur ist eine mitteleuropäische Kultur der mittleren Jungsteinzeit und wird nach Radiokarbondaten aus Holzkohle zwischen 4.790 und 4.550 v. Chr. datiert[22]. Sie folgt mit Überschneidungen der Großgartacher Kultur. Das namengebende Gräberfeld von Rössen, Stadt Leuna, Saalekreis, Sachsen-Anhalt liegt am Ostrand ihres Verbreitungsgebietes. Funde der Rössener Kultur in Deutschland erstrecken sich über Baden-Württemberg und zehn weitere deutsche Bundesländer. Sie lässt sich beispielsweise in Korb, Lauffen am Neckar, Neuenheim, Sasbach am Westrand des Kaiserstuhls[23], Tübingen, aber auch im Lone- und Achtal (Brillenhöhle) sowie östlich vom Hohentwiel nachweisen.

Der Begriff wurde 1900 von Alfred Götze eingeführt, nach den seit 1882 in Rössen durchgeführten Grabungen.

Schwieberdinger GruppeBearbeiten

Die Schwieberdinger Gruppe, teilweise auch als Schwieberdinger Kultur bezeichnet, war eine jungsteinzeitliche vorgeschichtliche Kultur etwa um 4.300 – 4.200 v. Chr. im Gebiet der heutigen Region Ludwigsburg, aber auch im Bereich des nördlichen Stuttgart.

Sie ist nach dem eponymen Fundort Schwieberdingen in Baden-Württemberg benannt. Der Begriff Schwieberdinger Gruppe wurde 1938 von dem Prähistoriker Armin Stroh geprägt.

Von der Schwieberdinger Gruppe gibt es nur spärliche Funde, unter anderem auch in Gerlingen. Auf der Gemarkung Zuffenhausen gibt es im Bereich Salzweg ein 8 Meter langes Gebäude als einschlägige Fundstelle der Schwieberdinger Gruppe. Kupferverarbeitung tritt hier erstmals auf. Die Schwieberdinger Gruppe besaß Kontakt zur Rössener Kultur, war aber keine Gruppe von ihr. Funde zeugen von Grubenhütten und Höhensiedlungen.

Aichbühler GruppeBearbeiten

 
Der Federsee in Oberschwaben, dessen Moorzone steinzeitliche Kulturen beherbergt, die im Federseemuseum heute präsentiert werden und durch die wissenschaftliche Archäologie des Federseebeckens erschlossen wird

Die Aichbühler Gruppe (auch Aichbühler Kultur) ist eine archäologische Regionalgruppe Süddeutschlands am Übergang vom Mittelneolithikum zum Jungneolithikum. Die Datierung beträgt etwa 4.200 bis 4.000 v. Chr. Die Aichbühler Gruppe ist durch Feuchtbodensiedlungen erhalten und gehört zu den ältesten Pfahlbaukulturen nördlich der Alpen.

Der Begriff wurde 1923 von Hans Reinerth eingeführt, nach dem Fundort Aichbühl bei Bad Schussenried, am Federseemoor in Oberschwaben. Archäologische Grabungen wurden dort seit 1875 durchgeführt. Die Aichbühler Gruppe ist im Bereich des Federsees und der oberen Donau verbreitet. Sie wird von der Schussenrieder Gruppe abgelöst, die am Federsee um 4.050 v. Chr. archäologisch fassbar ist und Gegenstand der Archäologie des Federseebeckens ist.

Bedeutendste Siedlung ist die Fundstelle Riedschachen I am Südufer des Federsees (Grabungen 1919–1930). Hier fand man aneinander gereihte, rechteckige Pfahlhäuser mit Schwellenunterbau und jeweils einem Vorplatz an der seegewandten Schmalseite. Vier oder fünf Häuser standen in einer Zeile. In den meist zweiräumigen Häusern wurden Backöfen und Herde, Lehmfußböden und -bänke sowie Ried- bzw. Rindenbedeckung der Dächer nachgewiesen. Getreideanbau, Viehhaltung und Jagdwirtschaft sind durch organische Überreste belegt.

Schussenrieder GruppeBearbeiten

 
Keramikkrug der Schussenrieder Kultur

Die Schussenrieder Gruppe, teilweise auch als Schussenrieder Kultur bezeichnet, war eine jungneolithische, in Südwestdeutschland verbreitete Kultur etwa um 4.200 − 3.700 v. Chr.

Benannt wurde die Gruppe nach dem Fundort im Hochmoor Riedschachen bei Bad Schussenried im Federseegebiet 1960 durch Jürgen Driehaus.

Bevorzugte Wohnplätze waren die Ufer von Seen und Flüssen. Die Häuser waren ein- oder zweiräumig. Es fanden sich Dörfer von bis zu 40 Gebäuden mit den Abmessungen 6 Meter Länge und 4 Meter Breite[24]. Die Böden bildeten Holzbalken mit Lehmestrich, die Außenwände waren aus Spalthölzern oder Flechtwänden gebaut. Es fanden sich ein Backofen und eine Feuerstelle. Einige Dörfer bestanden bis zu 200 Jahre, auch Höhlen dienten kurzfristig als Behausungen. Die Schussenrieder lebten vom Ackerbau, der Viehzucht (hauptsächlich Rinder und Schweine) und dem Fischfang, während die Jagd kaum eine Rolle gespielt zu haben scheint.

Typische Keramik waren verzierte Henkelkrüge. An Mustern fanden sich Dreiecke und Bandmotive. Hergestellt wurden sie ohne Töpferscheibe in Wulsttechnik. Daneben fand sich auch unverzierte Ware. Schussenrieder Krüge finden sich in Mitteleuropa, West-Österreich und Böhmen.

Der Michelsberg bei Untergrombach und die Michelsberger KulturBearbeiten

 
Ein Tulpenbecher vom Michelsberg, wichtiges Beispiel für die Michelsberger Kultur; dieses Original befindet sich im Landesmuseum Württemberg

Der eponyme Fundort, der „Michelsberg“ (eigentlich Michaelsberg), liegt rund vier Kilometer südlich von Bruchsal in der Gemarkung des Stadtteils Untergrombach. Die Namensverkürzung „Michelsberg“ wurde von Archäologen bereits in den frühen Publikationen um 1900 vorgenommen[25] und seitdem beibehalten. Die Datierung wird von etwa 4.400 bis 3.500 v. Christus angesetzt.

Die ersten prähistorischen Funde wurden 1884 durch Karl August von Cohausen gemacht. Seit 1888 fanden erste Grabungen des Karlsruher Altertumsvereins statt. Im Innern der Anlage auf dem Michelsberg befanden sich mehr als 100 Siedlungsgruben. Die Bebauung bestand aus Holzbauten mit Lehmverputz. Charakteristisch für die Keramik der Michelsberger Kultur sind spitzbodige, unverzierte Tulpenbecher sowie die sogenannten Backteller. Funde wie Gerste und Emmer bestätigen den Ackerbau. Von Viehhaltung zeugen Knochen von Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen. Auch Hundeknochen wurden gefunden. Knochen von Hirschen und Füchsen bezeugen die Jagd.

Der bisherigen Forschung gilt die Michelsberger Kultur als kupferablehnende Kultur, doch gibt es vereinzelt durchaus Belege für Kupferverarbeitung (Heilbronn-Klingenberg).

Weitere wichtige Fundorte der Michelsberger Kultur in Baden-Württemberg finden sich in Bruchsal Aue[26], in Ilsfeld, bei Klingenberg und in Obereisesheim.

Horgener KulturBearbeiten

 
Etwa 20 Pfahlbausiedlungen, unter anderem auch mit Horgener Kultur, wurden in Sipplingen am Überlinger See entdeckt

Mit der Horgener Kultur bezeichnet man eine jungsteinzeitliche Kultur zwischen 3.400 und 2.800 v. Chr. auf dem Gebiet der Westschweiz und des südlichen Baden-Württembergs, die durch Feuchtbodensiedlungen und Pfahlbauten gekennzeichnet ist. Die Horgener Kultur folgt am Bodensee auf die Pfyner Kultur und gilt als östlichster Ausläufer der Seine-Oise-Marne-Kultur von Frankreich.

Die Kultur wurde nach dem Ort Horgen-Scheller am Zürichsee benannt, wo im Jahr 1923 bei Bauarbeiten Funde zu Tage traten. Im Jahre 1934 erkannte der Prähistoriker Emil Vogt vom Schweizerischen Landesmuseum, dass die Funde sich charakteristisch von anderen Epochen unterscheiden. Weitere wichtige Fundstellen sind Sipplingen am Bodensee oder Bad Buchau am Federsee. In den Jahren 1987 bis 1990 fanden wesentliche Untersuchungen der Fundstelle statt, wobei großen Teils unter Wasser gearbeitet werden musste.

Die Horgener Kultur ist durch grobe, dickwandige, zylinderförmige Keramik gekennzeichnet.[27] Diese Art der Keramik lässt sich auch durch ein verändertes Nutzungsverhalten erklären. Wie Speisereste in der Keramik der Horgener Kultur belegen, wurden die dickwandigen Gefäße auch für das Erwärmen und Erhitzen von Speisen verwendet; die Nutzung ging also über das Aufbewahren von Lebensmitteln hinaus.

siehe auch: Liste der Menhire in Baden-Württemberg

Goldberg-III-GruppeBearbeiten

 
Knickwandschüssel aus einem Grab in Unterjettingen im Landkreis Böblingen, ausgestellt im Landesmuseum Württemberg

Die Goldberg-III-Gruppe ist eine endneolithische Kulturgruppe im östlichen Teil von Baden-Württemberg (Ostalb), im westlichen Teil Bayerns und in Oberschwaben. Sie bestand gleichzeitig mit der späten Horgener Kultur etwa zwischen 2.900 und 2.500 vor Christus.[28]

Der Name leitet sich von der dritten, auf dem Goldberg bei Riesbürg im Ostalbkreis entdeckten Siedlung ab. Der Begriff Goldberg III wurde 1937 durch Gerhard Bersu eingeführt. Goldberg III, die letzte jungsteinzeitliche Besiedlung des Goldbergs im dritten vorchristlichen Jahrtausend, bestand vermutlich aus mehr als 50 Häusern.

Die Goldberg-III-Gruppe lässt sich an der Keramik eines Grabfundes in Unterjettingen nachweisen, aber auch am Federsee in Seekirch-Stockwiesen und in Alleshausen-Grundwiesen.

GlockenbecherkulturBearbeiten

 
Die Glockenbecherkultur kann im Stadtmuseum von Bruchsal begutachtet werden; hier typische Keramik dieser endneolithischen Kultur in der sanft gerundeten Form einer Glocke

Als Glockenbecherkultur wird eine endneolithische Kultur bezeichnet, die in Süd-, West- und Mitteleuropa (im Osten bis nach Ungarn) ab 2.600 v. Chr. aufkommt und etwa bis 2.200 v. Chr. andauert. Sie stellt eine Kultur am Übergang von der Jungsteinzeit zur Kupfersteinzeit und zur Bronzezeit dar.

1900 verwendete der damals in Mainz arbeitende Prähistoriker Paul Reinecke den Ausdruck „Glockenbecher“ (keramische Gefäße mit flachem Standboden und S-förmigem Profil, meist flächendeckend verziert) und führte ihn in die deutsche Terminologie ein. Christian Strahm (Freiburg) prägte den Begriff Glockenbecherphänomen, um den Ausdruck Kultur zu vermeiden, denn: die Einstufung der Glockenbecherkultur als eigenständige archäologische Kultur ist strittig.

Gordon Childe sah die Glockenbecherleute als Missionare, die sich, von Spanien kommend, über den atlantischen Rand Europas ausbreiteten und die Kenntnis der Kupfermetallurgie mit sich brachten. Die Ansicht, dass es sich bei der typischen Glockenbecherausstattung um die Prestigegüter einer neuen Oberschicht handelt, vertritt vor allem Stephen Shennan (University College London). Die Glockenbecherkultur hat zahlreiche Spuren auf Zuffenhäuser Gemarkung hinterlassen, vor allem ihre typische Keramik. Sie war überhaupt im gesamten Großraum Stuttgart verbreitet.

Im Bereich von Baden-Württemberg gilt die Glockenbecherkultur als eine Voraussetzung für das Verständnis der dort vorhandenen Regionalkulturen (etwa Singener Gruppe, Neckar-Gruppe) in der folgenden Bronzezeit; gleichzeitig leitet die Glockenbecherkultur mit ihrer Metallverwendung in die Kupfersteinzeit.

PfahlbautenBearbeiten

 
Rekonstruierte Pfahlbauten aus der Steinzeit, aber auch aus späteren Epochen können im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen am nördlichen Bodenseeufer studiert werden

Unter der Bezeichnung Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen, die vom 5. bis zum 1. Jahrtausend v. Chr. entstanden sind,[29] führt die UNESCO 111 Fundstellen prähistorischer Pfahlbauten in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Slowenien als Weltkulturerbe. Davon liegen 15 bedeutende Fundstellen auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg, die in verschiedene Epochen von der Jungsteinzeit über die Kupferzeit bis zur Bronzezeit führen.

Die Fundstellen mit den Resten der Pfahlbauten wurden 2011 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.[30]

Dazu gehören in Baden-Württemberg nicht nur Stellen am Bodensee und Federsee, sondern beispielsweise auch das Jungsteinzeitliche Dorf bei Ehrenstein an der Schwäbischen Alb und der Schreckensee bei Wolpertswende.

KupferzeitBearbeiten

Als Kupferzeit oder Kupfersteinzeit wird auch in der deutschsprachigen Vorgeschichtswissenschaft ein Zeitabschnitt zwischen der Jungsteinzeit und der Bronzezeit bezeichnet, in dem der Kupferbergbau und grundlegende Techniken der Metallurgie in größerem Maße genutzt wurden.[31]

Die Archäologie definiert den Beginn der Kupferzeit vor allem über die wirtschaftliche Bedeutung des Metalls, was meist mit dem Kupferbergbau einhergeht, in Einzelfällen aber auch über die Verarbeitung importierten Kupfers definiert wird. In der mitteleuropäischen Gliederung des Neolithikums von Jens Lüning entsprechen die Unterstufen Jungneolithikum, Spätneolithikum und Endneolithikum der Kupferzeit.[32]

FundeBearbeiten

In diesem Sinne werden Funde auch in Baden-Württemberg der Kupferzeit zugeordnet.

Schnurkeramische KulturBearbeiten

 
Funde aus der schnurkeramischen Kultur im Höri-Museum von Gaienhofen am Untersee vom Bodensee, datiert auf etwa 2.600 vor Christus, aus dem Pfahlbaudorf in Hornstaad-Schlössle

Als schnurkeramische Kultur, auch Schnurkeramik, bezeichnet man zusammenfassend einen der wichtigsten Kulturkreise der Kupfersteinzeit. Die Schnurkeramik ist nach der charakteristischen Gefäßverzierung benannt, bei der mit einer Schnur umlaufende Rillenmuster in den feuchten Ton eingedrückt wurden; weitere gemeinsame Merkmale sind die Bestattungssitten und die Streitäxte.

Die Datierungen für Mitteleuropa reichen von ca. 2.800 bis 2.200 v. Chr.[33]

Die Schnurkeramik wurde von Friedrich Klopfleisch als eigenständige Gruppe gegenüber der älteren Bandkeramik aufgestellt (1883/1884) und nach der typischen Verzierung benannt. Alfred Götze definierte bereits 1891 eine ältere und eine jüngere Stufe. 1898 konnte Karl Schumacher anhand der Stratigraphie süddeutscher Pfahlbausiedlungen zeigen, dass die Schnurkeramik an das Ende des Neolithikums und den Übergang zur Bronzezeit zu stellen ist.

Für Baden-Württemberg sind zahlreiche Orte mit Funden der Schnurkeramik bekannt, etwa Kirchheim bei Heidelberg, Königshofen, Leingarten, Messelhausen, Öhningen, Tübingen, Zuffenhausen, aber auch im Zabergäu und bei Vogtsburg im Kaiserstuhl. Auch ein Einzelgrab im Kuhbachwald von Gemmingen, das den Hügelgräbern im Kraichgau zugeordnet wird, zeigt Schnurkeramik.

BronzezeitBearbeiten

 
Ausbreitung der Metallverarbeitung in Europa und Vorderasien, die dunkleren Areale sind die historisch älteren Regionen mit Metallherstellung. Deutlich sichtbar wird auch Baden-Württemberg vom Werkstoff Bronze geprägt.
 
Das Hockergrab von Althausen im Deutschordensmuseum von Bad Mergentheim mit vier menschlichen Skeletten, um 2.500 vor Christus

Die Wurzeln der Bronzezeit liegen in der Jungsteinzeit, in der die Menschen in ihren jüngeren Zeitabschnitten teilweise bereits mit Metallverarbeitung vertraut waren. Sie beschränkten sich aber auf gediegene (rein vorkommende) Metalle wie Gold, Silber und Kupfer. In der Übergangszeit zur Bronzezeit wird regional auch von der Kupferzeit oder dem Chalkolithikum gesprochen. Bronze ist eine Legierung, bestehend aus 90 % Kupfer und 10 % Zinn, und weitaus härter als Kupfer.

Bronzezeit und GesellschaftBearbeiten

Gemeinsam ist den bronzezeitlichen Kulturen, dass die Notwendigkeit, eine „Metallurgiekette“ zu organisieren, zu gravierenden Umwälzungen der Gesellschaftsstruktur führte. Der Zugang und die Beherrschung der Ressourcen (Metalle, Metallurgen, Kommunikations- und Handelswege) führte zur Herausbildung einer Oberschicht und damit vermutlich zu einer sozialen Differenzierung mit vererbbaren Führungspositionen.[34] Es war mit der Bronze erstmals möglich, Reichtum anzuhäufen, welcher auch leicht transportierbar war. Bronzebarren wurden als Zahlungsmittel eingesetzt. Die Entstehung von stark befestigten Siedlungen und die Erfindung des Schwertes werden oftmals als Hinweis auf eine Zunahme kriegerischer beziehungsweise räuberischer Auseinandersetzungen gedeutet.

Die ungleiche Verteilung der Metallvorkommen, insbesondere des zur Herstellung benötigten sehr seltenen Zinns, führte zu einem „globalen“ Handelsnetz, welches neben den Waren auch kulturelle Ideen verbreitete.

Einhergehend mit der Bronze treten in Süddeutschland erste Belege auch für die Verarbeitung von Gold auf, welches in Form von Grabbeigaben beispielsweise im Landkreis Tübingen einen Niederschlag findet.

Frühe bronzezeitliche Kulturen im Bereich des heutigen Baden-WürttembergsBearbeiten

Singener GruppeBearbeiten

Wesentliche Impulse zur Entwicklung der frühen Bronzezeit im südlichen Mitteleuropa kamen aus dem europäischen Südosten und folgten auch dem Lauf der Donau. Bedeutende Kulturgruppen der Frühbronzezeit sind am Bodensee und Hochrhein die Singener Gruppe. Datiert wird diese Gruppe zwischen 2.300 und 2.100 vor Christus. Die Gruppe stand in Kontakt mit anderen frühbronzezeitlichen Regionalgruppen und wurde zum so genannten Blechkreis gezählt.

AdlerbergkulturBearbeiten

Die Adlerberg-Kultur, auch Adlerberg-Gruppe, bezeichnet eine frühbronzezeitliche Regionalgruppe in Süddeutschland.

Der Name bezieht sich auf den Adlerberg, eine flache Erhebung am südlichen Stadtrand von Worms in Rheinland-Pfalz. Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich entlang des nördlichen Oberrheins und schließt Gebiete in Südhessen, im östlichen Rheinland-Pfalz und im nördlichen Baden-Württemberg ein. Die bisher bekannten Artefakte stammen überwiegend aus Gräbern und Depotfunden, Siedlungen sind nicht gefunden worden. In Baden-Württemberg ließen sich Spuren in Ladenburg nachweisen. Die Adlerbergkultur bestand parallel zur südlicheren Singener Gruppe.

Arbon-KulturBearbeiten

Die Arbon-Kultur ist eine archäologische Kultur der frühen Bronzezeit zwischen 1800 und 1600 v. Chr., die rund um den Bodensee und angrenzende Regionen der Nordschweiz, Baden-Württembergs und Bayerns verbreitet war. Sie ist gekennzeichnet durch charakteristische Keramik mit Zonen, die mit geometrischen Mustern in Ritz- und Stichtechniken bedeckt sind. Der Name Arbon-Kultur wurde 1987 vom Freiburger Prähistoriker Christian Strahm geprägt. Eponymer Fundort ist der stratigraphische Horizont II von Arbon-Bleiche im schweizerischen Arbon.

Neckar-GruppeBearbeiten

Die Neckar-Gruppe am mittleren Neckarlauf ist bislang nur durch relativ wenige Fundkomplexe belegt. Sie bezeichnet eine frühbronzezeitliche Regionalgruppe in Baden-Württemberg und wurde 1988 durch Rüdiger Krause benannt.[35] Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich in etwa von Tübingen im Süden bis nach Heilbronn im Norden. Die Fundplätze liegen häufig entlang des Neckars.

Der Menhir von Weilheim, auch Weilheimer Stele genannt, ist ein 1985 im Ortsteil Weilheim von Tübingen im Erdreich entdeckter Menhir, welcher stilistisch der Neckar-Gruppe zugewiesen wird.

Die größte bislang bekannte Nekropole wurde in der Nähe von Remseck-Aldingen ausgegraben. Sie bestand aus 34 Gräbern mit 37 bestatteten Individuen.

Hügelgräberkultur in der Mittleren BronzezeitBearbeiten

 
Hügelgräberkultur, wie sie am Kirchberg in Reusten im Landkreis Tübingen sichtbar wird

Die Hügelgräberkultur entspricht in Süddeutschland der Mittleren Bronzezeit. Sie dauert in Mitteleuropa absolutchronologisch etwa von 1.600 bis 1.300 vor Christus.

Wegen der charakteristischen Hügelgräber spricht man von einer Hügelgräberkultur. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nannte Paul Reinecke den Zeitabschnitt zunächst auf Grund der vorherrschenden Bestattungssitte Grabhügelbronzezeit Süddeutschland, änderte diesen Namen jedoch 1905 in süddeutsche Hügelgräberbronzezeit, womit gleichzeitig der geographische Schwerpunkt der Forschung genannt war. Auf der Schwäbischen Alb kann man in der Nikolaushöhle, aber auch in Winterlingen die Hügelgräberleute nachweisen. Am Kirchberg in Reusten im Landkreis Tübingen wird die Kultur in besonderer Weise sichtbar.

Urnenfelderkultur in der Späten BronzezeitBearbeiten

 
Bronzezeitliche Urne aus der Urnenfelderkultur von Truchtelfingen, heute in Berlin

Der süddeutsche Prähistoriker Ernst Wagner formulierte 1885 in seinem Werk Hügelgräber und Urnen-Friedhöfe in Baden im Zusammenhang mit spätbronzezeitlichen Grabfunden erstmals die Bezeichnung Urnen-Friedhöfe. Diese Publikation zur Bronzezeit in Süddeutschland wurde 1886 von Otto Tischler in der Westdeutschen Zeitschrift kommentiert. Dabei sprach Tischler von „Urnenfeldern der Bronzezeit“ und prägte damit den bis heute wichtigen Begriff, der für die Urnenfelderkultur namengebend wurde.

Georg Kraft leistete ab 1927 von Freiburg aus weitere Grundlagenarbeit mit seiner Beschreibung bronzezeitlicher Gräbergruppen im damaligen Baden und Württemberg.

Die Urnfelderkultur ist die am weitesten verbreitete mitteleuropäische Kultur der Späten Bronzezeit. Sie dauerte von etwa 1.300 v. Chr. bis 800 v. Chr. Da der Bestattungsritus – Leichenverbrennung auf einem Scheiterhaufen und die Beisetzung des Leichenbrandes in Urnen – auch in anderen Kulturen geübt wurde, ist die Urnenfelderkultur durch weitere Kriterien, wie typische Bronze- und Keramikformen, definiert.

Aus der Region Göppingen stammen Flussfunde aus der Fils. Beispielsweise in Gerlingen, in Laiz bei Sigmaringen, in Heidelberg, in Hörvelsingen, in Lauffen am Neckar, in Kuchen, in Sindelfingen, in Truchtelfingen und in Wutach ließ sich die Kultur nachweisen. Aber auch in exponierter Lage der Schwäbischen Alb, etwa an der Achalm bei Reutlingen, am Farrenberg bei Mössingen und an der Lochen auf der Hochalb bei Balingen lässt sie sich in Höhensiedlungen finden. Auch die Brillenhöhle enthielt Artefakte dieser Epoche.

Auch in Süddeutschland wird die Urnenfelderkultur mit Beginn der Eisenzeit durch die Hallstattkultur abgelöst.

Die Chirurgenschule im TaubertalBearbeiten

1939 wurde in Althausen bei Bad Mergentheim ein Hockergrab (um 2.500 v. Chr.) mit vier menschlichen Skeletten entdeckt, das im Deutschordensmuseum von Bad Mergentheim ausgestellt wird. Eine weitere Besonderheit des Taubertals wird durch die Präsentation eines trepanierten Schädels gezeigt. Das Deutschordensmuseum ist das einzige Museum, das diese Operationstechnik darstellt. Bis 2014 wurden im Taubertal acht verheilte Trepanationen (Kopföffnungen) entdeckt, dies spricht für die große Kunstfertigkeit der hiesigen Steinzeitchirurgen, man kann von einer Art „Chirurgenschule“ im Taubertal sprechen.

Funde aus der BronzezeitBearbeiten

EisenzeitBearbeiten

 
Verbreitung der Hallstatt-Kultur (gelb) und der La-Tène-Kultur (grün)

Im südwestlichen Mitteleuropa entwickelt sich um 800 v. Chr. aus der Urnenfelderkultur die Hallstattkultur. Die damit beginnende Eisenzeit wird unterteilt in:

  • Frühe Eisenzeit (Ältere Eisenzeit) (800–450 v. Chr.): Hallstattkultur, die ihren Namen von einem Gräberfeld von Hallstatt in Österreich hat.
  • Späte Eisenzeit (Jüngere Eisenzeit) (450 v. Chr.–Ende 1. Jahrhundert v. Chr.): La-Tène-Kultur, die nach einer Fundstelle am Neuenburgersee in der Schweiz benannt wird; die Bevölkerung wird als keltisch bezeichnet.

Die Definition der Unterteilung der Eisenzeit in Hallstatt- und Latènezeit erfolgte 1874 durch den schwedischen Prähistoriker Hans Hildebrand.[36] Paul Reinecke unterteilte die Hallstattzeit weiter in die Stufen Ha A–D und die Latènezeit in die Stufen LT A–D.[37]

FundstättenBearbeiten

Wichtige archäologische Fundstätten dieser Zeit sind in Baden-Württemberg:

Heidengraben und IpfBearbeiten

 
Reste der mächtigen Umwallungen im Wald bei Grabenstetten, die unter dem Namen Heidengraben sich als Teil einer umfänglichen keltischen Befestigung, eines Oppidum, entpuppt haben
 
Der Ipf auf der Ostalb gilt als keltischer Knotenpunkt im Fernverkehrsnetz der Eisenzeit

Ebenfalls dieser Zeit zuzuordnen ist der Heidengraben, ein im 1. Jahrhundert v. Chr. genutztes keltisches Oppidum, das auf der Schwäbischen Alb bei Grabenstetten lag. Ursprünglich bezeichnete der Begriff nur die Überreste der Befestigung des Oppidums, die noch heute als Wall sichtbar sind. Das Oppidum hatte einen äußeren und einen inneren Befestigungsring, innerhalb des letzteren lag die Siedlung, die als Elsachstadt bezeichnet wird. Diese Siedlung hatte eine beträchtliche Ausdehnung von 1,53 km² und lag westlich der heutigen Gemeinde Grabenstetten.

Schon 1907 führte Friedrich Hertlein Grabungen am Ipf bei Bopfingen durch. Dabei untersuchte er zwei der Wälle und die Befestigung des Plateaus. Hertlein brachte die Funde mit der ähnlichen Befestigung des Heidengrabens in Verbindung, die als Befestigung eines Oppidums angesprochen wird. Klarheit brachten neue Grabungen in unmittelbarer Nähe des Ipfs und auf dem Ipf durch das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg seit 2000 und 2004. Die neuen Forschungen haben bestätigt, dass der Ipf schon in der Jungsteinzeit, verstärkt aber seit der Spätbronzezeit (1200–800 v. Chr.), eine wichtige Funktion hatte und in der Späthallstatt- und Frühlatènezeit (6./5. Jahrhundert v. Chr.) seine Blüte als überregionales Machtzentrum erlebte. Der Ipf war in der Eisenzeit ein Knotenpunkt im Fernverkehrsnetz.[38]

ViereckschanzenBearbeiten

In Baden-Württemberg wurden verschiedene Viereckschanzen aus dieser Zeit entdeckt und untersucht. Die meisten Archäologen betrachten die Viereckschanzen heute als eingefriedete ländliche Gehöfte, die von gut situierten Bauern bewohnt waren. Dazu gehören beispielsweise:

Übergangszeit zur römischen AntikeBearbeiten

Das Ende der Eisenzeit und der Übergang zur Römischen Kaiserzeit (als Teil der Antike) wird üblicherweise mit der Eingliederung des jeweiligen Gebietes ins Römische Reich angegeben und unterscheidet sich entsprechend je nach Provinz.

Der Raum zur Zeit der Antike und im frühen MittelalterBearbeiten

Römisches ReichBearbeiten

 
Eine römische Jupitergigantensäule, gefunden und neu aufgerichtet in Ladenburg, dem damaligen Lopodunum

In der Antike wurde der Raum zwischen Alpen, Donau und Rhein Teil des Römischen Reiches. Die beiden Söhne des Augustus, Drusus und Tiberius, eroberten 15 v. Chr. das Gebiet südlich der Donau.

Römische Provinzen und StädteBearbeiten

Es entstanden im Südenwesten des heutigen Deutschlands die römischen Provinzen Raetia und Germania superior.

Städte wurden von den Römern auch im Bereich des heutigen Landes Baden-Württembergs gegründet und befestigt, wie:

Eine Siedlungskontinuität ist jedoch nur für Baden-Baden, Ladenburg und Rottweil wahrscheinlich.

Gutshöfe, Militärlager und BäderBearbeiten

Einige weitere römische Gründungen gehen auf Militärlager oder römische landwirtschaftliche Anwesen zurück. Hier ist die Villa rustika im Burrenwald bei Biberach und die Villa Rustica bei Lauffen zu nennen. Der Römische Gutshof von Bargen bei Engen gilt als besonders gut erhalten.

Auch Badeanlagen gehören zu den Funden. Das Römische Bad bei Wurmlingen und das Römerbad Jagsthausen ist hier zu nennen.

LimesBearbeiten

Die neue Nordgrenze des Römischen Reichs an der Verbindungslinie zwischen Rhein und Donau wurde ab Ende des 1. Jahrhunderts mit einer Befestigungsanlage, dem Limes, gegen anstürmende germanische Gruppen gesichert.

Diese Anlage wurde in der Folgezeit immer weiter verstärkt, konnte aber ab dem 4. Jahrhundert nicht mehr den fortwährenden Angriffen der einzelnen germanischen Gruppen standhalten. Zunehmend siedelten sich Germanen nun auch auf dem Gebiet südlich der Donau an.

Römische Funde aus dem Bereich des heutigen Baden-WürttembergsBearbeiten

siehe auch: Römische Bauwerke in Baden-Württemberg

AlemannenBearbeiten

 
Die alemannische Trossinger Leier

Im frühen Mittelalter vollzog sich die Ethnogenese der Bajuwaren und die Einwanderung der Alemannen, wobei der Lech später die Grenze der beiden entstehenden Stammesherzogtümer bildete. Baiern und Schwaben wurden unter den Merowingern in den Herrschaftsbereich des Frankenreichs eingegliedert. Die Mainregion wurde fränkisch besiedelt und entwickelte sich allmählich zu einem Kerngebiet der Franken, so dass der geographische Begriff Franken später nur mehr für die Region um den Main verwendet wurde.

AlemanneneinfälleBearbeiten

Die Region westlich des Lechs konnte den ständigen Alemanneneinfällen nicht mehr standhalten und wurde nach dem Fall der bisherigen Iller-Grenze, der teilweisen Vertreibung, aber auch allmählichen Assimilation der dortigen romanischen Bevölkerung in die jenseits des Lechs gelegenen Gebiete Rätiens Teil des Siedlungsraums der Alemannen.

Ab etwa um 500 n. Chr. wurde von den Römern auch die Donaugrenze aufgegeben. Soziale Beziehungen in den Römerstädten an der Donau wurden jedoch zum Teil durch kirchliche Machtstrukturen noch aufrechterhalten (→ Heilige Severin). Um 551 n. Chr. werden die Bajuwaren erstmals namentlich genannt (→ Jordanes). Ihre Ethnogenese vollzog sich demnach im Laufe des 6. Jahrhunderts, weitgehend aus der bereits ansässigen Bevölkerung, der romanisierten Bevölkerung entlang der Donau und vereinzelten Einwandergruppen (→Thüringer, Ostgoten, Langobarden und Slawen). Das Herzogtum der Bajuwaren entstand in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts und entwickelte später nur kurzzeitig ein eigenes Herzogtum. In diese Zeit fällt eine umfangreiche Rodungstätigkeit, die das Gesicht der Landschaft völlig veränderte.

Alemannische Funde in den Museen von Baden-WürttembergBearbeiten

Wichtige Museen zur Urgeschichte Baden-WürttembergsBearbeiten

 
Ein Innen- und ein Außenbereich zur Urgeschichte von Baden-Württemberg hält der Archäopark Vogelherd vor, der die Urgeschichte auch erlebnispädagogisch vermittelt
 
Auch das Limesmuseum in Aalen verfügt neben dem Museumsgebäude über einen weitläufigen Außenbereich, der durch einstiges archäologisches Grabungsgelände führt

Die Urgeschichte von Baden-Württemberg wird in verschiedenen Museen durch Exponate, Präsentationen, Sonderausstellungen und Museumspädagogik vielfältig vermittelt.

Zu erwähnen ist an erster Stelle das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart, das einen umfassenden und differenzierten Überblick über das Thema mit allen Epochen aus allen Regionen der urzeitlichen Landesarchäologie verschafft. Gleiches gilt für das Badische Landesmuseum in Karlsruhe, das die Urgeschichte im badischen Landesteil abdeckt. Ein breites geschichtliches Gebiet deckt für Baden auch das Archäologische Museum Colombischlössle in Freiburg im Breisgau ab.

Das Urmensch-Museum in Steinheim an der Murr kümmert sich um die Darstellung der Frühmenschen von Baden-Württemberg. Die Kultur der Neandertaler und der steinzeitlichen Höhlenkultur vermittelt einerseits das Heimatmuseum Veringenstadt, andererseits das Ulmer Museum. Die steinzeitlichen Fundorte der Schwäbischen Alb finden sich mit zahlreichen Originalexponaten im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren. Mit informativen Innen- und Außenstationen samt begehbarer Vogelherdhöhle wartet der Archäopark Vogelherd im Landkreis Heidenheim auf. Das Museum am Löwentor in Stuttgart zeigt in guter Systematik lebensgroße Nachbildungen der Urzeitbewohner von Baden-Württemberg. Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen und das Konstanzer Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg haben vor allem die stein- und bronzezeitlichen Pfahlbauten an den Gewässern des Landes im Fokus.

Das Keltenmuseum Hochdorf in Eberdingen führt in die eisenzeitliche Kultur ein, die am Beispiels eines „Fürsten“ der Hallstattkultur entfaltet wird, der bei Hochdorf mit großem Aufwand und reichen Grabbeigaben bestattet worden war. Ebenfalls keltischen Funden ist das Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen gewidmet.

Das Limesmuseum in Aalen stellt die Römer als Besatzungsmacht im südwestdeutschen Raum dar und reicht mit seinen Exponaten bis in die alemannische Zeitepoche. Sowohl das Limesmuseum als auch das Römische Museum mit Archäologischem Park Köngen weisen Innen- und Außenbereiche auf. Auf ein römisches Kastell lässt sich das Römermuseum Osterburken zurückführen. Das Römermuseum Stettfeld zeigt eine erstaunlich große römische Siedlung im Rheintal. Als einzige römische Stadt im heutigen Baden-Württemberg besaß Rottweil die privilegierte Rechtsstellung eines Municipiums, was im Dominikanermuseum Rottweil ausführlich dargestellt wird. Eine einst großzügig bemessene Villa rustica zeigt das Römische Freilichtmuseum Hechingen-Stein.

Das Alamannenmuseum Ellwangen stellt die Kultur der Alamannen dar, wie sie bei archäologischen Ausgrabungen an der Ostalb reichhaltig zu Tage getreten ist. Das Museum Auberlehaus in Trossingen stellt mit seinen Exponaten die alemannische Wurzeln des Ortes dar.

Institutionen im Dienst der Urgeschichte von Baden-WürttembergBearbeiten

 
Nicholas Conard als Tübinger Hochschullehrer bei der archäologischen Arbeit im Hohle Fels, wo er an maßgeblichen Entdeckungen zur Eiszeitkunst beteiligt war
 
Ein Octocopter des Landesdenkmalamtes von Baden-Württemberg 2015 bei der Erfassung und Dokumentierung von archäologischen Grabungen in Kirchheim unter Teck durch Geländeprospektion aus der Luft

Urgeschichte Baden-Württembergs an den LandesuniversitätenBearbeiten

Von den gegenwärtig 24 Instituten der Fachrichtung Ur- und Frühgeschichte in Deutschland befinden sich gleich drei im Bundesland Baden-Württemberg, die alle – mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung – auch die Themen der Landesarchäologie im Blick haben.

  • Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
  • Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie (ZAW) der Universität Heidelberg
  • Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Eberhard Karls Universität Tübingen mit den Abteilungen Ältere Urgeschichte und Quartärökologie (Geowissenschaftliche Fakultät), der Abteilung Jüngere Urgeschichte und Frühgeschichte (Fakultät für Kulturwissenschaften) und der Abteilung Archäologie des Mittelalters (Fakultät für Kulturwissenschaften)

Die wissenschaftliche Erforschung der Steinzeit auf der Schwäbischen Alb geschieht maßgeblich an der Universität Tübingen, die unter anderem das Wildpferd aus dem Lonetal im Museum der Universität Tübingen präsentiert.

Behörde des BundeslandesBearbeiten

StiftungBearbeiten

Sonstige wichtige OrganisationenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf: Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Kerns Verlag Tübingen, 2015. ISBN 978 3 935751 24 7
  • Hans Eberhardt, Erwin Keefer, Claus-Joachim Kind, Horst Rensch, Harald Ziegler: Jungpaläolithische und mesolithische Fundstellen aus der Aichbühler Bucht. In: Fundber. Bad.-Württ. 12, 1987, S. 1–51.
  • Joachim Hahn, Claus-Joachim Kind, Karlheinz Steppan: Mesolithische Rentier-Jäger in Südwestdeutschland? Der mittelsteinzeitliche Freilandfundplatz Rottenburg 'Siebenlinden I' (Vorbericht). In: Fundber. Bad.-Württ. 18, 1993, S. 29–52.
  • Georg Hiller, Stefanie Kölbl (Hrsg.): Welt-Kult-Ur-Sprung, Jan Thorbecke Verlag, Ulm 2016. ISBN 978 3 7995 1168 1 (zur Eiszeitkunst der Alb, deutsch und englisch)
  • Claus-Joachim Kind: Das Felsställe Eine jungpaläolithisch-frühmesolithische Abri-Station bei Ehingen-Mühlen, Alb-Donau-Kreis. (= Forsch. u. Ber. Vor- u. Frühgesch. Bad.-Württ. 23). Stuttgart 1987. ISBN 3-8062-0777-1
  • Claus-Joachim Kind: Ulm-Eggingen. Die Ausgrabungen 1982 bis 1985 in der bandkeramischen Siedlung und der mittelalterlichen Wüstung. (= Forsch. u. Ber. Vor- u. Frühgesch. Bad.-Württ. 34). Stuttgart 1989. ISBN 3-8062-0796-8
  • Claus-Joachim Kind: Die letzten Wildbeuter. Henauhof Nord II und das Endmesolithikum in Baden-Württemberg. (= Materialh. Arch. Bad.-Württ. 39). Stuttgart 1997. ISBN 3-8062-1324-0
  • Claus-Joachim Kind: Das Mesolithikum in der Talaue des Neckars. Die Fundstellen von Rottenburg Siebenlinden 1 und 3. (= Forsch. u. Ber. Vor- u. Frühgesch. Bad.-Württ. 88). Stuttgart 2003. ISBN 3-8062-1788-2
  • Claus-Joachim Kind: Die letzten Jäger und Sammler. Das Mesolithikum in Baden-Württemberg. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. 35. Jg., Heft 1, 2006, S. 10–17. (PDF; 3,2 MB)
  • Theodor Mommsen (Hrsg.): Jordanis, De origine actibusque Getarum. Monumenta Germaniae Historica Auct. ant. 1882.
  • Hansjürgen Müller-Beck (Hrsg.): Urgeschichte in Baden-Württemberg. Konrad-Theiss Verlag, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0217-6.
  • Jürgen Nakott: Menschen wie wir. National Geographic Deutschland, Dezember 2002, Spezialausgabe.
  • Rudolf Noll (Hrsg.): Eugippius, Das Leben des Heiligen Severin. Schriften und Quellen der Alten Welt, Berlin 1963.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georg Hiller und Stefanie Kölbl, Welt-Kult-Ur-Sprung, Jan Thorbecke Verlag, Ulm 2016, S. 15, ISBN 978 3 7995 1168 1
  2. D. A. E. Garrod: The Upper Palaeolithic in the Light of Recent Discovery. – Proceedings of the Prehistoric Society, 1938, S. 1–2.
  3. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 69, ISBN 978 3 935751 24 7
  4. M. Kunter, J. Wahl: Das Femurfragment eines Neandertalers aus der Stadelhöhle des Hohlenstein im Lonetal. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg, Band 17, Nr. 1, 1992, S. 111–124.
  5. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 57, ISBN 978 3 935751 24 7
  6. Hugo Obermaier: Der Mensch der Vorzeit. Allgemeine Verlags-GmbH, Berlin, München, Wien 1912.
  7. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 71, ISBN 978 3 935751 24 7
  8. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 58.59, ISBN 978 3 935751 24 7
  9. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 60, ISBN 978 3 935751 24 7
  10. Susanne C. Münzel und Nicholas J. Conard, Klänge aus fernen Zeiten. Die Flöten des Aurignacien von der Schwäbischen Alb, in: Die Rückkehr des Löwenmenschen. Geschichte - Mythos - Magie. Begleitbuch zur Ausstellung, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2013, S. 98–103, ISBN 978 3 7995 0542 0
  11. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 107, ISBN 978 3 935751 24 7
  12. Michael Bolus, Aufbruch. Die Ausbreitung des modernen Menschen, in: Die Rückkehr des Löwenmenschen. Geschichte - Mythos - Magie. Begleitbuch zur Ausstellung, Hrsg. Ulmer Museum, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2013, S. 74–79, Zitat S. 77, ISBN 978 3 7995 0542 0
  13. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 78–81, ISBN 978 3 935751 24 7
  14. Georg Hiller und Stefanie Kölbl, Welt-Kult-Ur-Sprung, Jan Thorbecke Verlag, Ulm 2016, S. 17, ISBN 978 3 7995 1168 1
  15. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 78, ISBN 978 3 935751 24 7
  16. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 82, ISBN 978 3 935751 24 7
  17. Georg Hiller und Stefanie Kölbl, Welt-Kult-Ur-Sprung, Jan Thorbecke Verlag, Ulm 2016, S. 17, ISBN 978 3 7995 1168 1
  18. Ekke W. Guenther, "Ist die Rentierjägerstation von Munzingen ein Lössmagdalenien?" PDF-Datei auf der Seite www.quartaer.eu
  19. Eiszeitarchäologie auf der Schwäbischen Alb. Die Fundstellen im Ach- und Lonetal und in ihrer Umgebung, hrsg. von Nicholas J. Conard, Michael Bolus, Ewa Dutkiewicz und Sibylle Wolf, Kerns Verlag Tübingen, 2015, S. 85, ISBN 978 3 935751 24 7
  20. A. Bentley, R. Krause, T. D. Price, B. Kaufmann: Human mobility at the early Neolithic settlement of Vaihingen, Germany: evidence from strontium isotope analysis. In: Archaeometry. 45, 2003, S. 471–486.
  21. Walter Meier-Arendt: Die Hinkelstein-Gruppe. Der Übergang vom Früh- zum Mittelneolithikum in Südwestdeutschland. Römisch-germanische Forschungen, De Gruyter, Berlin, 1975. ISBN 3-11-004758-6
  22. Anthony Denaire, RADIOCARBON DATING OF THE WESTERN EUROPEAN NEOLITHIC: COMPARISON OF THE DATES ON BONES AND DATES ON CHARCOALS. RADIOCARBON 51-2 /2009 : 657–674
  23. Rolf Dehn: Ein Gräberfeld der Rössener Kultur von Jechtingen am Kaiserstuhl. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 4. Jg. 1975, Heft 1, S. 25–27
  24. Funde im Jungsteinzeitlichen Dorf im Ortsteil Ehrenstein, Gemeinde Blaustein, Alb-Donau-Kreis
  25. A. Bonnet: Die steinzeitliche Ansiedelung auf dem Michelsberge bei Untergrombach. Veröffentlichungen der Grossh. Bad. Sammlungen für Altertums- und Völkerkunde in Karlsruhe und des Karlsruher Altertumsvereins 2 (1899), S. 39–54
  26. Erdwerk Bruchsal-„Aue“. DFG-Projekt „Siedlungsstrukturen der Michelsberger Kultur im Kraichgau“, abgerufen am 15. August 2016.
  27. archaeologie.zh.ch: Download. SubContainerList. SubContainer1.ContentContainerList.0013.DownloadFile.pdf (application/pdf-Objekt)@1@2Vorlage:Toter Link/www.archaeologie.zh.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., S. 1, Zugriff am 5. Juli 2017
  28. Niels Bleicher: Neue Grundlagen zur Datierung der Goldberg-III-Gruppe in Oberschwaben. Nachrichtenblatt Arbeitskreis Unterwasserarchäologie 13, 2006, S. 83–86
  29. Denkmalpflege. UNESCO-Welterbe. Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen in Baden-Württemberg. Landesamt für Denkmalpflege, Stuttgart 2011, S. 5
  30. Prehistoric Pile dwellings around the Alps (Zugriff am 27. Juni 2017)
  31. Johannes Müller: Kupfer, Megalithen und neue Technologien. Universität Kiel, S. 301–332, Auszug online (Memento vom 29. Mai 2014 im Internet Archive), in: Albrecht Jockenhövel (Hrsg.): WBG Weltgeschichte. Eine globale Geschichte von den Anfängen bis ins 21. Jahrhundert, Band I: Grundlagen der globalen Welt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009
  32. Jens Lüning: Erneute Gedanken zur Benennung der neolithischen Perioden. In: Germania. Band 74/1, 1996, S. 233–237 (Online).
  33. Martin Furholt: Absolutchronologie und die Entstehung der Schnurkeramik. In: jungsteinsite.de, Artikel vom 16. Dezember 2003 (PDF; 5,2 MB)
  34. Almut Bick: Die Steinzeit. Theiss, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1996-6
  35. Rüdiger Krause: Ein neues Gräberfeld der älteren Frühbronzezeit von Remseck-Aldingen, Kreis Ludwigsburg. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg. 1988 (1989), ISSN 0724-8954, S. 156–160.
  36. Hans Hildebrand: Sur les commencements de l'age du fer en Europe. Congrés internationale d’anthropologie et d’archéologie préhistorique 2, 1874, S. 592 ff (Bericht des Internationalen anthropologisch-archäologischen Kongresses in Stockholm)
  37. Der Brockhaus Archäologie. F. A. Brockhaus, Leipzig/Mannheim 2009, ISBN 978-3-7653-3321-7, s. v. Eisenzeit, S. 171.
  38. Vgl. Rüdiger Krause: Der Ipf. Frühkeltischer Fürstensitz und Zentrum keltischer Besiedlung im Nördlinger Ries. 2. Auflage. Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg, Heft 47, Stuttgart, 2007.