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Unterwohlsbach ist ein Stadtteil der oberfränkischen Stadt Rödental im Landkreis Coburg. Am 1. Januar 1971 gehörte Unterwohlsbach neben den damaligen Gemeinden Einberg, Kipfendorf, Mönchröden, Oeslau und Rothenhof zu den „Gründungsgemeinden“ Rödentals.

Unterwohlsbach
Stadt Rödental
Koordinaten: 50° 18′ 14″ N, 11° 1′ 19″ O
Höhe: 316 m ü. NN
Einwohner: 244 (2010)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1971
Postleitzahl: 96472
Vorwahl: 09563
Itzmühle
Itzmühle

GeographieBearbeiten

Unterwohlsbach liegt sieben Kilometer nordöstlich von Coburg im Itztal. Durch den Ort fließt der rechte Itzzufluss Fornbach. Die Bundesstraße 4 führt nördlich an Unterwohlsbach vorbei. Die Kreisstraße CO 17 nach Lautertal und eine Gemeindeverbindungsstraße nach Fornbach beginnen in Unterwohlsbach.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung Unterwohlsbachs war im Jahr 1152 als „Wolveswach“.[2][Anmerkung 1] Güter und Rechte besaß das Kloster Mönchröden in Unterwohlsbach.[3] In der Nähe lag vermutlich die Burg, nach der sich die Grafen von Wohlsbach benannten. Ab 1338 war die Siedlung in Besitz der Grafen von Lossau.[4]

Anfang des 14. Jahrhunderts lag Unterwohlsbach im Herrschaftsbereich der Henneberger. 1353 kam der Ort mit dem Coburger Land im Erbgang zu den Wettinern und war somit ab 1485 Teil des Kurfürstentums Sachsen, aus dem später das Herzogtum Sachsen-Coburg hervorging.

Zwischen sechs wehrfähigen Männern im Jahr 1445 und 13 im Jahr 1618 lebten in dem Ort.[5]

Die Itzmühle wurde ab 1835 als Massemühle zum Vermahlen von Ton, Kalk und Kaolin betrieben. Später war es eine Schneidemühle zur Zurichtung von angeliefertem Holz, aus der sich ein Sägewerk entwickelte. 1845 errichtete Unterwohlsbach zusammen mit Oberwohlsbach dort ein Schulhaus, das 1971 abgerissen wurde.

In einer Volksbefragung am 30. November 1919 stimmten sechs Unterwohlsbacher Bürger für den Beitritt des Freistaates Coburg zum thüringischen Staat und 50 dagegen. Somit gehörte ab dem 1. Juli 1920 Fischbach zum Freistaat Bayern.[6]

Am 1. April 1928 wurde Rosenau nach Unterwohlsbach eingegliedert.[7]

Am 1. Januar 1971 schloss sich Unterwohlsbach mit den Gemeinden Einberg, Kipfendorf, Mönchröden, Oeslau und Rothenhof zur Einheitsgemeinde Rödental zusammen.[8]

1972 wurden in Unterwohlsbach bei Bauarbeiten über 4000 kleine Münzen aus dem 13. Jahrhundert in der Nähe eines alten Flussübergangs gefunden.[9]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1856 153[10]
1910 195[11]
1933 222[12]
1939 238[12]
1950 470[1]
1960 399[1]
1969 382[1]
2010 244[1]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Unterwohlsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Festschrift 40 Jahre Rödental, S. 33
  2. Horst Graßmuck: Die Ortsnamen des Landkreises Coburg. Inaugural-Dissertation der Universität Erlangen 1955, S. 75.
  3. Rainer Hambrecht: Beiträge zur Gründungs-, Besitz- und Wirtschaftsgeschichte des Klosters Mönchröden. In: 850 Jahre Mönchröden: Die ehemalige Benediktinerabtei von der ersten Erwähnung 1149 bis zur Reformation. Schriftenreihe der Historischen Gesellschaft Coburg Band 13, Coburg 1999, S. 76.
  4. Georg Aumann, Karl-Ulrich Pachale: Die Itz. Schriftenreihe der historischen Gesellschaft Coburg e. V. Band 15. S. 18
  5. Walter Eichhorn: Lautertal. Blätter zur Geschichte des Coburger Landes, Coburg 1992, S. 191
  6. Coburger Zeitung, Ausgabe Nr. 280 vom 1. Dezember 1919
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 441 f.
  8. Festschrift 40 Jahre Rödental, S. 14
  9. Jahrbuch Coburger Landesstiftung 18, 1973, S. 111
  10. Walter Eichhorn: Lautertal. S. 165
  11. www.gemeindeverzeichnis.de
  12. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Coburg. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).

AnmerkungenBearbeiten

  1. 1157 nach Georg Aumann, Karl-Ulrich Pachale: Die Itz. Schriftenreihe der historischen Gesellschaft Coburg e. V. Band 15. S. 18