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Unterwestrich ist ein kleiner, ländlicher Stadtteil von Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Zu Unterwestrich zählt ebenfalls der Zourshof. Unterwestrich liegt im Abbaugebiet des Tagebaus Garzweiler II, deshalb soll der Ort in naher Zukunft abgebaggert und daher umgesiedelt werden. Unter dem Motto "Menschenrecht vor Bergrecht" haben Einwohner der Erkelenzer Dörfer Keyenberg, Kuckum, Berverath und Ober- und Unterwestrich juristischen Widerstand gegen ihre Enteignung durch RWE angekündigt.[2]

Unterwestrich
Stadt Erkelenz
Koordinaten: 51° 4′ 49″ N, 6° 23′ 45″ O
Höhe: ca. 75 m
Einwohner: 91 (31. Mai 2019)[1]
Postleitzahl: 41812
Vorwahl: 02164
Karte
Lage von Unterwestrich im Rheinischen Braunkohlerevier

GeografieBearbeiten

Unterwestrich liegt am Rande der Erkelenzer Börde. Außerdem befindet sich bei Unterwestrich das Quellgebiet der Niers.

LageBearbeiten

Nördlich von Unterwestrich liegt Kuckum, östlich Keyenberg, süd-östlich Oberwestrich, süd-westlich Berverath und westlich Kaulhausen. Außer Kaulhausen liegen alle diese Dörfer im Abbaubereich des Tagebau Garzweiler II.

GewässerBearbeiten

Die Niers verläuft im Norden parallel zum Straßendorf.

GeschichteBearbeiten

 
1908 errichtetes Wegkreuz in Unterwestrich

1377 wurde ein freiadeliger Hof, der Hoyve tot Westrich erstmals genannt. Die Benediktiner Abtei Gladbach besaß von 1285 bis 1794 Zinsgüter in Westrich. Das Kreuzherrenkloster von Wickrath hatte einen Erbpachthof, dieser wurde an die Erbpächter verpachtet. Der Zourshof war im Mittelalter der Sitz der Ritter von Zours.

Unterwestrich gehörte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zum benachbarten Ort Keyenberg. Während der französischen Zeit von 1794 bis 1814 gehörte Westrich zur Mairie Kuckum und von 1816 bis 1935 zur Bürgermeisterei Keyenberg. 1935 wurde diese Bürgermeisterei aufgelöst und in das Amt Holzweiler eingegliedert. Am 1. Januar 1972 gelangte Unterwestrich zur Stadt Erkelenz.[3]

OrtsnameBearbeiten

Im Jahre 1285 wurde erstmals der Ort Westrich urkundlich erwähnt. Der Name lässt sich von den zwei althochdeutschen Wörtern westar (= westlich) und richi (=Reich, Landstrich) ableiten und bezieht sich auf den Nachbarort Kuckum.

ReligionBearbeiten

Die Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch. Unterwestrich gehört schon immer als Filiale zur Pfarre Keyenberg. Eine Kapelle ist nicht vorhanden. Nach der Auflösung und Fusionierung der Pfarrgemeinde von Keyenberg zur Pfarrei St. Maria und Elisabeth Erkelenz, zählt nun auch Unterwestrich zu dieser Großpfarre.

VerkehrBearbeiten

StraßeBearbeiten

Die A 61 verläuft östlich von Unterwestrich und die nächste Anschlussstelle befindet sich bei Mönchengladbach-Wanlo. Durch das Dorf verläuft die L 354.

SchieneBearbeiten

Der nächste Bahnhof befindet sich in Mönchengladbach-Herrath, circa 4 Kilometer nordwestlich von Unterwestrich.

BusBearbeiten

Unterwestrich wird von der Buslinie EK 1 (Erkelenz–Keyenberg) angefahren. Die Verbindungen nach Mönchengladbach, Köln und Aachen sind somit gut.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Fortschreibung Bevölkerungstand am 31.05.2019 (PDF). In: Internetseite der Stadt Erkelenz. Abgerufen am 16. Juni 2019.
  2. https://rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/garzweiler-anwohner-kuendigen-juristischen-widerstand-gegen-rwe-tagebau-an_aid-46192017
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.

LiteraturBearbeiten

  • Karl L. Mackes, Erkelenzer Börde und Niersquellgebiet, Schriftenreihe der Stadt Erkelenz Nr. 6, Mönchengladbach 1985

WeblinksBearbeiten