Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Unterschönau

Gemeinde in Deutschland
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Unterschönau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Unterschönau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Unterschönau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 43′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Verwaltungs­gemeinschaft: Haselgrund
Höhe: 490 m ü. NHN
Fläche: 5,9 km2
Einwohner: 491 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km2
Postleitzahl: 98587
Vorwahl: 036847
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 077
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 12
98587 Unterschönau
Bürgermeister: Rigobert Höchenberger (CDU)
Lage der Gemeinde Unterschönau im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
AltersbachAschenhausenBelriethBenshausenBermbachBirxBreitungenBrotterode-TrusetalChristesDillstädtEinhausen (Thüringen)EllingshausenErbenhausenFambachFloh-SeligenthalFrankenheim/RhönFriedelshausenGrabfeldHenneberg (Thüringen)HümpfershausenKaltensundheimKaltenwestheimKühndorfLeutersdorfMehmelsMeiningenMelpersMetzelsNeubrunnOberhofOberkatzObermaßfeld-GrimmenthalOberschönauOberweidOepfershausenRhönblickRippershausenRitschenhausenRohrRosaRoßdorf (Thüringen)RotterodeSchmalkaldenSchwallungenSchwarzaSpringstilleSteinbach-HallenbergStepfershausenSülzfeldUnterkatzUntermaßfeldUnterschönauUnterweidUtendorfVachdorfViernauWahnsWallbachWalldorf (Werra)WasungenWölfershausenZella-MehlisThüringenKarte
Über dieses Bild

Unterschönau ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Haselgrund an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Viernau hat.

Kirche

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Der Ort Unterschönau und seine Gemarkung befinden sich auf einer Hochfläche der Südabdachung des Thüringer Waldes. Die Gemarkung ist von Wald umrahmt. Die Landesstraße 1128 erschließt den Raum verkehrsmäßig.

GeschichteBearbeiten

Unterschönau war 1360 dreigeteilt. Amt Hallenberg, Schmalkalden und Zent Benshausen.[2] Der Ort wurde 1360 erstmals urkundlich erwähnt.[3] Ausgangspunkt des Ortes war der „Hamer in der Schonouwe under Haldenberg“, welcher nach Schmalkalden zinspflichtig war.[4] Der den Ort in zwei Hälften teilende Haselbach, auch Schönau genannt, bildete einst die Grenze zwischen dem Amt Hallenberg (Grafschaft Henneberg-Römhild) und dem Amt Schmalkalden (Grafschaft Henneberg-Schleusingen und Landgrafschaft Hessen), sodass der Ort bis 1619 zu zwei Herrschaften gehörte und danach zwischen zwei hessischen Ämtern geteilt war, bevor er 1791 ganz zum Amt Schmalkalden der hessischen Herrschaft Schmalkalden kam.

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

  Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2014 nicht mehr aktuell zu sein: Wahlergebnisse der Kommunalwahl bitte erneuern.
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Der Gemeinderat aus Unterschönau setzt sich aus 7 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU: 4 Sitze
  • FWG Unterschönau: 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Der Gemeinderat besteht formal aus acht Mitgliedern. Da die CDU, der laut Wahlergebnis fünf Sitze zuständen, nur vier Kandidaten aufgestellt hat, bleibt ein Sitz unbesetzt.

Der ehrenamtliche Bürgermeister Rigobert Höchenberger wurde am 27. Juni 2004 gewählt.

PartnerschaftBearbeiten

Seit 1990 existiert eine Partnerschaft mit der Gemeinde Malsfeld in Hessen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Hohe Brücke (Hochbrögge) ist eine steinerne Bogenbrücke, die das Flüsschen Hasel in der Dorfmitte überspannt. Sie wurde 1807/1808 von französischen Pionieren der Armee Napoleons gebaut.

Die Kirche Peter und Paul wurde 1900 im hennebergisch-fränkischen Fachwerkstil erbaut. Die Kirchgemeinde gehört als Teil des Kirchenkreises Schmalkalden aus historischen Gründen als Exklave zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Nördlich des Ortes befindet sich das sieben Hektar große Wildgehege am Lautenberg, in dem Rotwild, Damwild und Mufflons beheimatet sind. Um das Wildgehege führt ein drei Kilometerlanger Wanderweg.

MundartBearbeiten

Bedingt durch die Tal- und Grenzlage in der Vergangenheit hat sich in den Orten des Haseltals eine eigene Mundart des im Raum südlich des Rennsteigs gesprochenen Hennebergischen entwickelt. In Unterschönau wird diese Önnerschönajer Platt (Unterschönauer Platt) genannt, das sich seinerseits wieder geringfügig von dem der Nachbarorte unterscheidet. Der nahe gelegene Rennsteig bildet dort die Grenze zur thüringisch-obersächsischen Dialektgruppe.

VereineBearbeiten

Der Männergesangverein 1868 e. V. hat seinem Ursprung im 1868 gegründeten Turn- und Gesangverein Unterschönau. Geleitet wird der aus etwa 45 Mitgliedern bestehende Chor von einer russlanddeutschen Dirigentin. Er ist Mitglied im Sängerkreis Schmalkalden im Deutschen Chorverband und wurde 1868 gegründet. Zudem bestehen partnerschaftliche Beziehungen zum Männergesangverein der Partnergemeinde Malsfeld und zum Männerchor Zeuthen bei Berlin. Zu DDR-Zeiten wurde ihm das Prädikat Oberstufe verliehen.

Nach mehreren Bränden im Ort wurde 1884 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.[5] Diese war 1990 aus finanziellen Gründen kurzzeitig dem VEB Metallverarbeitung Grünes Herz unterstellt, bevor sie sich im selben Jahr als Freiwillige Feuerwehr Unterschönau e. V. gründete. Um die Einsatzstärke zu gewährleisten, bestehen enge Verbindungen mit der Freiwilligen Feuerwehr im Nachbarort Oberschönau, welche im Jahre 2014 zusammengelegt wurde zur Freiwilligen Feuerwehr Unterschönau.

Zudem gibt es im Ort zwei Sportvereine. Zum einen ist das der Fußballverein SG Ober-/Unterschönau, dessen erste Mannschaft in der Kreisliga und die zweite in der 2. Kreisklasse spielt und seine Heimspiele in Unterschönau auf dem Sportplatz an der Hauptstraße oder in Oberschönau an der Kühnbachstraße austrägt. Er entstand 1995 aus dem Zusammenschluss der bis dahin bestehenden Vereine Motor Oberschönau und SV Rot-Weiß Unterschönau. Ebenfalls im Jahr 1995 wurde der Wintersportclub Ober- Unterschönau e. V. gegründet. Er gliedert sich in die Sektionen Langlauf, Skispringen und Biathlon und widmet sich vor allem der Kinder- und Jugendarbeit.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

In Unterschönau sind traditionell Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie beheimatet. Während der Zeit der DDR war der VEB Metallverarbeitung „Grünes Herz“ mit bis zu 300 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Ort. Ein Nachfolgeunternehmen ist heute die Metallverarbeitung „Grünes Herz“ eG, die hauptsächlich Schrauben und Bolzen, unter anderem für die Deutsche Bahn herstellt. Daneben gibt es noch weitere Unternehmen in diesem Bereich.

VerkehrBearbeiten

Durch den Ort führt die Landstraße 1128 von Steinbach-Hallenberg nach Oberhof, von der auf Grund der Tallage nur wenige kurze Stichstraßen abzweigen. Durch den Ort verkehren drei Buslinien der Meininger Busbetriebs GmbH mit Verbindungen nach Schmalkalden, Suhl und Oberhof.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Siegfried Herrmann (* 7. November 1932; † 14. Februar 2017 in Erfurt), Leichtathlet und Olympiateilnehmer
  • Egon Fleischmann (* 26. August 1934), Skilangläufer und Olympiateilnehmer
  • Karl-Heinz Luck (* 28. Januar 1945), Nordischer Kombinierer und Olympiateilnehmer

LiteraturBearbeiten

  • Fritz Recknagel: Unterschönau und seine Geschichte. Selbstverlag, Meiningen 1990.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Volker Wahl: Ein Gang durch die Geschichte von Steinbach-Hallenberg und Umgebung. Hallenburg-Verlag, Steinbach-Hallenberg 1990.
  3. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 295.
  4. Peter Heckert: Steinbach unter Hallenberg – Geschichte einer hessisch-thüringischen Stadt. 1990, S. 13, (PDF).
  5. Annett Recknagel: Freiwillige Feuerwehr Unterschönau. Die Kameraden sind stetig auf der Wacht. In: Freies Wort, 20. Mai 2009.

WeblinksBearbeiten