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Untermerzbach

Gemeinde im Landkreis Haßberge in Deutschland

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Untermerzbach liegt in der Region Main-Rhön im unterfränkischen Teil des Itzgrunds.

GemeindegliederungBearbeiten

Die 13 Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl: Stand Januar 2009) sind:[2]

Es existieren folgende Gemarkungen: Gereuth, Gleusdorf, Hemmendorf, Memmelsdorf in Unterfranken, Obermerzbach, Untermerzbach, Wüstenwelsberg, Recheldorf, Buch.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Itzgrund, Rattelsdorf, Rentweinsdorf, Ebern, Pfarrweisach und Seßlach.

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Im Jahr 1232 wurde Untermerzbach erstmals urkundlich erwähnt, als „Mercebach“ nach Ebern eingepfarrt wurde. 1369 erhielt Lutz von Rotenhan drei Zehnte.[3]

Unter Kunz II. von Rotenhan wurde Untermerzbach im Jahr 1534 evangelisch. 1675 kehrte Georg Wolf von Rotenhan zur katholischen Kirche zurück.

Alle Rechte des Hochstifts Bamberg mit der Abtei Langheim, der Freiherren von Greiffenclau und der Grafen von Rotenhan fielen zwischen 1803 und 1806 an Bayern. Im Zuge von Grenzbereinigungen wurde der Ort 1810 dem Großherzogtum Würzburg überlassen und kam 1814/16 endgültig zu Bayern. Im Ortsteil Gereuth befindet sich das gleichnamige ehemals fürstbischöfliche Landschloss, das 1815 im Zuge der Säkularisation in den Besitz der Freiherren Hirsch auf Gereuth gelangte (bis 1859).

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. April 1971 wurden die ab 1818 selbständigen Orte Gereuth, Obermerzbach und Wüstenwelsberg eingegliedert.[4] Am 1. Mai 1978 kamen Gleusdorf, Memmelsdorf in Unterfranken sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Lichtenstein und Recheldorf hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2133 Einwohner[5]
  • 1970: 1960 Einwohner[5]
  • 1987: 1757 Einwohner
  • 1991: 1883 Einwohner
  • 1995: 1846 Einwohner
  • 2000: 1895 Einwohner
  • 2005: 1773 Einwohner
  • 2010: 1713 Einwohner
  • 2015: 1696 Einwohner

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat von Untermerzbach hat 13 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters.

CSU SPD Bürgerblock Engagierte Wähler-Gemeinschaft Gesamt
2014 4 5 4 13 Sitze
2008 4 5 3 1 13 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Helmut Dietz (SPD) aus Memmelsdorf in Unterfranken. Er setzte sich 2008 bei der Wahl mit 62,00 % der Stimmen gegen Edgar Maier (CSU) durch. Vorgänger war Walter Eichhorn (Freie Wähler), der aus Altersgründen nicht mehr antrat. Eichhorn ging am 30. April 2008 nach 56 Dienstjahren im öffentlichen Dienst als vermutlich dienstältester Beamter im Freistaat Bayern in den Ruhestand. 2014 wurde Helmut Dietz mit ca. 94 % der Stimmen ohne Gegenkandidaten wiedergewählt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

DenkmälerBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

BodendenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

2017 gab es nach der amtlichen Statistik 1072 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Von der Wohnbevölkerung standen 672 Personen in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, so dass die Zahl der Einpendler um 400 höher war als die der Auspendler. Im Jahr 2016 gab es 16 landwirtschaftliche Betriebe, 1999 waren es noch 55. Landwirtschaftlich genutzt waren 1624 ha, davon 1278 Hektar als Ackerfläche und 376 Hektar als Dauergrünfläche.

VerkehrBearbeiten

Untermerzbach liegt an der Bundesstraße 4, die Bamberg mit Coburg verbindet. Ab 1913 war Untermerzbach mit dem Bahnhof Kaltenbrunn-Untermerzbach an der Bahnstrecke Breitengüßbach–Dietersdorf an das Eisenbahnnetz angebunden. Der Personenverkehr endete 1975, 1981 wurde die Strecke stillgelegt und daraufhin zurückgebaut.

BildungBearbeiten

2018 gab es folgende Einrichtungen:

  • Eine Kindertageseinrichtung mit 62 Plätzen und 55 Kindern, darunter 27 unter drei Jahren
  • Eine Volksschule mit drei Lehrern, zwei Klassen und 49 Schülern

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Bernhard Solger (* 5. Dezember 1849 in Untermerzbach; † 21. Februar 1935 in Neisse), Anatom und Hochschullehrer
  • Margarete Müller-Henning (* 8. Mai 1924 in Kiew; † 8. Februar 2015 auf Schloss Gleusdorf, Untermerzbach), Schriftstellerin, Lyrikerin und Dolmetscherin, lebte zuletzt im Seniorenheim Schloss Gleusdorf.

Siehe auch die entsprechenden Einträge im Ortsteil Memmelsdorf in Unterfranken.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111025/164346&attr=OBJ&val=1645
  3. Werner Schmiedel: Landkreise Ebern und Hofheim. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Unterfranken. Band 2: Landkreise Ebern und Hofheim. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1973, ISBN 3 7696 9872 X. S. 35
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 453.
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 760 und 761.
  6. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017

WeblinksBearbeiten

  Commons: Untermerzbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien