Unterkiefer von Ternifine

Menschliches Fossil
Der erste der Unterkiefer von Ternifine (heute: Tighénif) in Algerien, daher als Ternifine 1 bezeichnet

Der Unterkiefer von Ternifine (heute: Tighénif), auch als Ternifine 1 oder Tighenif 1 bezeichnet, wurde 1954 in einem Steinbruch 20 km östlich von Muaskar im Nordwesten Algeriens entdeckt. Die Fundstätte war bereits 1872 bekannt geworden und 1931 wurde dort erstmals gegraben. 1954 bis 1956 fanden weitere Grabungen statt, dann erneut durch ein französisch-algerisches Team von 1981 bis 1983.

Der 1954 entdeckte Unterkiefer Tighénif 1 wurde dem zunächst als Atlanthropus mauritanicus,[1] heute eher als Homo erectus mauritanicus (eine lokale Variante von Homo erectus) oder Homo mauritanicus bezeichneten Menschen zugeordnet. Homo erectus mauritanicus wurde auf ein Alter von etwa 700.000 Jahren datiert, doch auch 780.000 Jahre werden genannt.[2] Damit handelt es sich um die ältesten menschlichen Überreste Nordwestafrikas.[3] Die seither gefundenen weiteren menschlichen Überreste bestehen aus zwei Unterkiefern (Tighénif 2, 3), einem Scheitelbein (Tighénif 4) und mehreren Zähnen, von denen vier wohl von einem 8 bis 10 Jahre alten Kind stammen.[4]

LiteraturBearbeiten

  • Jean-Jacques Hublin: Northwestern African Middle Pleistocene hominids and their bearing on the emergence of Homo sapiens, in: Lawrence Barham, Kate Robson-Brown (Hrsg.): Human Roots. Africa and Asia in the Middle Pleistocene, University of Bristol, 2001, S. 99–121, insbesondere S. 101 f.

AnmerkungenBearbeiten

  1. Camille Arambourg: Récentes découvertes de paléontologie humaine réalisées en Afrique du Nord française (L'Atlanthropus de Ternifine - L'Hominien de Casablanca), in: J. D. Clark, S. Cole (Hg.): Third Panafrican Congress on Prehistory. Livingstone 1955, London 1957, S. 186–194.
  2. Art. Tighenif, in: Bernard Wood (Hrsg.): Wiley-Blackwell Student Dictionary of Human Evolution, John Wiley & Sons, 2015, S. 429.
  3. Denis Geraads: The Faunal Context of Human Evolution in the Late Middle/Late Pleistocene of Northwestern Africa, in: Jean-Jacques Hublin, Shannon P. McPherron (Hrsg.): Modern Origins. A North African Perspective, Springer 2012, S. 49–60, hier: S. 54.
  4. Ian Shaw, Robert Jameson (Hrsg.): A Dictionary of Archaeology, Wiley & Sons 2002, S. 570.