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Universität Luzern

Universität in der Schweiz

Die Universität Luzern gehört mit 3007 Studierenden sowie 70 Professuren zu den kleinsten der Schweiz. Ihre Wurzeln reichen weit zurück, seit ungefähr 1600 gibt es in Luzern Studiengänge für Philosophie und Theologie. Neben der Theologischen Fakultät und der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (ehemals Geisteswissenschaftliche Fakultät) gibt es seit 2001 auch eine Rechtswissenschaftliche Fakultät. Auf das Herbstsemester 2016 hin nahm eine vierte, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät den Studienbetrieb auf. Im August 2019 hat das Departement für Gesundheitswissenschaften seine Arbeit aufgenommen.

Universität Luzern
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Gründung 2000 (1574 Gründung des Jesuitenkollegiums Luzern)
Trägerschaft Kanton Luzern
Ort Luzern
Land SchweizSchweiz Schweiz
Rektor Bruno Staffelbach[1]
Studierende 3007 (HS 2018)[2]
Mitarbeiter 539 (Ende 2017)[3]
davon Professoren 70 (Ende 2017)
Netzwerke swissnex, Netzwerk Schweizer Wissenschaftsräte im Ausland (HS 2011)[4], Swissuniversities[5]
Website www.unilu.ch

GeschichteBearbeiten

Nachdem die katholische Elite mit der Reformation die Universität Basel als Bildungsstätte verlor, wurde auf Anregung von Karl Borromäus 1574 das Jesuitenkollegium Luzern gegründet. Mit der Gründung der Universität Freiburg 1889 sanken Luzerns Chancen auf eine eigene Universität. Um 1920 wurde das Projekt einer gesamtschweizerischen katholischen Universität mit Fakultäten in Freiburg und Luzern verfolgt, aber ohne Erfolg. Auch das Projekt einer konfessionsneutralen Universität scheiterte 1978 in einer Volksabstimmung. Ab 1973 anerkannte der Bundesrat die theologische Fakultät als Hochschule. Das 1985 dazugekommene Philosophische Institut wurde mit dem 1989 geschaffenen Lehrstuhl für Geschichte 1993 zur geisteswissenschaftlichen Fakultät erhoben. Im Jahr 2000 wurde das neue Universitätsgesetz vom Luzerner Stimmvolk gutgeheissen. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Oktober 2000 wurde die bisherige Hochschule zur Universität.[6] 2001 wurde die rechtswissenschaftliche Fakultät gegründet. Im Jahre 2005 erfolgte die gesamtschweizerische Anerkennung durch den Bundesrat.

 
Das 2011 bezogene Luzerner Universitätsgebäude

Im Frühling 2006 wurde zuerst vom Stimmvolk der Stadt Luzern einer Umzonung des Grundstücks und einem Standortbeitrag von acht Millionen Schweizer Franken zugestimmt. Im November 2006 stimmte die Bevölkerung des Kantons dem Umbaukredit von rund 140 Millionen Schweizer Franken zu. Von dieser Summe entfiel rund ein Drittel auf den Kanton Luzern. Die Umbauarbeiten begannen 2007 und wurden 2011 abgeschlossen. Im September zog die Universität zusammen mit der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz von ihren über die Stadt verteilten Standorten in das umgebaute Postbetriebsgebäude beim Bahnhof Luzern, welches aufgrund der Verlagerung des Briefpostzentrums nach Härkingen nicht mehr gebraucht wurde. Seit September 2011 befinden sich alle Fakultäten und Institute an einem zentralen Standort an der Frohburgstrasse 3, dem vorherigen Postbetriebsgebäude.[7] 2014 wurde eine Kühlung eingebaut, nachdem sich in den ersten Jahren der Nutzung gezeigt hatte, dass im Sommer bei Vollbelegung die Temperaturen in den Hörsälen, Seminarräumen und im Lesesaal zu hoch waren.

Am 30. November 2014 hiessen die Stimmbürger des Kantons Luzern in einer Referendumsabstimmung die Revision des Universitätsgesetzes gut. Das revidierte Gesetz sieht die Schaffung einer Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät vor. Die Finanzierung des Aufbaus während der ersten vier Betriebsjahre soll durch Drittmittel von Firmen, Stiftungen und Privaten sichergestellt werden.[8] Mit Beginn des Herbstsemesters 2016 nahm die Fakultät den Studienbetrieb mit rund 200 Studierenden auf.

StrukturBearbeiten

Die Universität besteht aus vier Fakultäten, denen zahlreiche Institute, Seminare und Forschungsstellen zugeordnet sind.

Theologische FakultätBearbeiten

Die Theologische Fakultät gilt als die älteste katholisch-theologische Lehr- und Forschungsinstitution der Schweiz.[9]

  • Institut für Jüdisch-Christliche Forschung
  • Institut für Sozialethik
  • Ökumenisches Institut
  • Religionspädagogisches Institut (das in Zusammenarbeit mit Pädagogische Hochschule Luzern eine Ausbildung zum Religionslehrer anbietet)
  • Theologisches Seminar
  • Institut für kirchliche Weiterbildung
  • Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik

Kultur- und Sozialwissenschaftliche FakultätBearbeiten

  • Ethnologisches Seminar
  • Historisches Seminar
  • Seminar für Kulturwissenschaften und Wissenschaftsforschung
  • Philosophisches Seminar
  • Politikwissenschaftliches Seminar
  • Religionswissenschaftliches Seminar
  • Soziologisches Seminar

Rechtswissenschaftliche FakultätBearbeiten

  • Center for Conflict Resolution
  • Center for Law and Sustainability
  • Institut für Wirtschaft und Regulierung – WIRE
  • Kompetenzstelle für Logistik- und Transportrecht – KOLT
  • lucernaiuris – Institut für Juristische Grundlagen
  • Luzerner Zentrum für Sozialversicherungsrecht
  • Staatsanwaltsakademie
  • Zentrum für Recht und Gesundheit
  • Zentrum für Religionsverfassungsrecht

Wirtschaftswissenschaftliche FakultätBearbeiten

  • Center für Human Resource Management

Zur Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gehören sieben Professuren.

StudiengängeBearbeiten

Alle Studiengänge sind zweistufig. Nach sechs Semestern schliessen die Studierenden mit dem Bachelor ab. Nach weiteren drei bis vier Semestern erlangen sie den Master. Die Studienleistungen werden mit Credit Points gemessen.

Theologische FakultätBearbeiten

An der Theologischen Fakultät lässt sich katholische Theologie im Bachelor (seit 2013 auch im Fernstudium) und Master studieren. Auf Masterstufe gibt es zudem drei Möglichkeiten, sich zu spezialisieren: Religionslehre (mit Lehrdiplom im Fach Religionslehre für Maturitätsschulen), Liturgical Music und Religion-Wirtschaft-Politik. Das Religionspädagogische Institut bietet einen Bachelorstudiengang Religionspädagogik sowie eine Diplomausbildung Religionspädagogin/-pädagoge an.

Kultur- und Sozialwissenschaftliche FakultätBearbeiten

Die Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät bietet die folgenden Fächer auf Bachelor- und Masterstufe an:

Ebenfalls an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät können die folgenden integrierten Studiengänge besucht werden:

Der transdisziplinäre Joint-Degree-Master Religion – Wirtschaft – Politik wird von der KSF und der TF zusammen mit den Universitäten Basel und Zürich angeboten.[10]

Rechtswissenschaftliche FakultätBearbeiten

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät bietet Bachelor- und Masterstudiengänge im Fach Rechtswissenschaft an.

Wirtschaftswissenschaftliche FakultätBearbeiten

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät startete im Herbstsemester 2016 mit einem Bachelorstudiengang in Wirtschaftswissenschaften. Der Start eines Masterstudiengangs erfolgt auf das Herbstsemester 2019. Im Master werden die vier Vertiefungsrichtungen Wirtschaftswissenschaften, Politische Ökonomie, Marktorientiertes Management sowie Gesundheitsökonomie und -management angeboten.

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät bietet die folgenden Fächer auf Bachelorstufe und/oder Masterstufe an:[11]

StatistikBearbeiten

An der Universität waren im Herbstsemester 2018 insgesamt 3007 Studierende immatrikuliert, davon 1625 Studierende auf der Bachelor- und 941 auf der Masterstufe und 375 im Doktoratsstudium. Aufgeteilt nach Fakultäten umfasst die Rechtswissenschaftliche Fakultät 1272 Studierende, gefolgt von der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät mit 984, der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät mit 314 Studierenden und der Theologischen Fakultät mit 299 Studierenden. Auf interfakultäre Studiengänge entfielen 138 Studierende. Ausserdem belegen 291 Personen ein Nachdiplomstudium.

Die Mitarbeiterzahl betrug Ende 2017 insgesamt 539 Personen mit 336 Vollzeitstellenäquivalenten. Davon waren 70 Professuren (48 Männer und 22 Frauen).[3] Im akademischen Mittelbau waren 365 Personen (191 Frauen und 174 Männer) und im administrativen Bereich 206 Personen (51 Männer und 155 Frauen) beschäftigt (jeweils Anzahl Verträge).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Universität Luzern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.unilu.ch/universitaet/organe/rektorat/#c19892
  2. [1] (PDF; 690 kB)
  3. a b [2] (PDF; 16 kB)
  4. Internationale Netzwerke der Universität Luzern
  5. Mitglieder. In: www.swissuniversities.ch. swissuniversities, 2019, abgerufen am 31. August 2019.
  6. Max Huber: Universität Luzern. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  7. Neue Saiten aufziehen espazium.ch (TEC21 – Schweizerische Bauzeitung), Artikel vom 12. Januar 2012, überarbeitet am 25. August 2015
  8. Medienmitteilung, unilu.ch, 30. Juni 2015.
  9. Theologische Fakultät unilu.ch, abgerufen am 6. November 2014
  10. Joint Degree Master «Religion – Wirtschaft – Politik»
  11. Studium - Universität Luzern. Abgerufen am 16. Oktober 2019.

Koordinaten: 47° 2′ 58″ N, 8° 18′ 44″ O; CH1903: 666380 / 211304