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Ulrich Nußbaum

deutscher Politiker, Senator in Bremen und Berlin
Ulrich Nußbaum (rechts)

Ulrich Nußbaum (* 10. April 1957 in Trassem, Landkreis Trier) ist ein deutscher Jurist und parteiloser Politiker bzw. politischer Beamter. Seit April 2018 ist er Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Er war zuvor von Mai 2009 bis Dezember 2014 Finanzsenator in Berlin und von 2003 bis 2007 Senator für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen.

Inhaltsverzeichnis

BiografieBearbeiten

Ausbildung und BerufBearbeiten

Nußbaum machte sein Abitur 1976. Er studierte an den Universitäten von Saarbrücken, Genf, Straßburg und London Rechts- und Politikwissenschaft. Er beschloss sein Studium 1984 mit der Promotion zum Dr. jur. mit einer Dissertation zum Thema Rohstoffgewinnung in der Antarktis. 1985 legte er das Zweite juristische Staatsexamen in Saarbrücken ab. 1989 erhielt er die Zulassung als Rechtsanwalt.

Anschließend war er, teilweise als Geschäftsführer, in verschiedenen fischereinahen Unternehmen sowie in diversen Führungspositionen in den Bereichen Verwaltung, Finanzen und Handel tätig. Seit 1998 ist er Gesellschafter der SLH Sea Life Harvesting Gruppe Bremerhaven. 1996 bis 2003 und 2007 bis 2009 war er Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven.

Seit 2015 ist er Vorsitzender des Präsidiums Deutsches Verkehrsforum.[1]

PolitikBearbeiten

Von 2003 bis Juni 2007 war Nußbaum Bremer Senator für Finanzen. Nach den Bürgerschaftswahlen 2007 sollte er, der vom damaligen Bürgermeister Henning Scherf (SPD) in die Politik geholt wurde, im Senat von Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) das Wirtschafts- und Justizressort übernehmen. Nußbaum verzichtete aber überraschend nur einen Tag nach seiner offiziellen Nominierung. Als Grund nannte er, dass er am Rande der rot-grünen Koalitionsverhandlungen von SPD-Landeschef Uwe Beckmeyer einen Brief erhalten habe, mit dem er zum Parteieintritt gedrängt werden sollte.[2]

Am 19. Februar 2009 wurde Nußbaum von Klaus Wowereit, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, als Nachfolger von Thilo Sarrazin als neuer Berliner Finanzsenator vorgestellt.[3] Er trat das Amt am 1. Mai 2009 an.[4] Am 3. Dezember 2009 wurde Nußbaum für das Jahr 2010 zum Vorsitzenden der Finanzministerkonferenz gewählt. Nach den Berliner Abgeordnetenhauswahlen 2011 wurde Nußbaum am 28. November 2011 von Wowereit erneut als Finanzsenator von Berlin in der großen Koalition nominiert. Am 17. Oktober 2014 kündigte er seinen Rücktritt für den 11. Dezember 2014 an.[5] Dies begründete er mit seinem fortgeschrittenen Alter und einer persönlichen Entscheidung. Die Wahl des SPD-Bürgermeisterkandidaten habe darauf keinen Einfluss. Sein Nachfolger wurde im Dezember 2014 Matthias Kollatz-Ahnen.[6]

Seit dem 16. April 2018 ist Nußbaum Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter Bundesminister Peter Altmaier[7]

AufsichtsratsmandateBearbeiten

  • Aufsichtsratsvorsitzender der Berlinovo Immobilien Gesellschaft mbH
  • Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Stadtreinigung (BSR)
  • Mitglied des Aufsichtsrates der Berliner Wasserbetriebe (BWB)
  • Mitglied des Aufsichtsrates der Charité
  • Mitglied des Aufsichtsrates der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH
  • ehemals Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)

LehrtätigkeitenBearbeiten

Von 1993 bis 2003 hatte Nußbaum eine Lehrtätigkeit am Europa-Institut der Universität des Saarlandes. 2004 wurde er Lehrbeauftragter für Europäisches Wirtschaftsrecht an der Universität Bremen. Seit 2010 ist Nußbaum Honorarprofessor für Internationales und Europäisches Recht & Finanzbeziehungen an der Jacobs University Bremen.

Weitere Mitgliedschaften und EhrenämterBearbeiten

Nußbaum ist seit 2000 Kaufmännisches Mitglied der Stiftung Haus Seefahrt.[8]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutsches Verkehrsforum e.V. (Hrsg.): Lebenslauf. (online [PDF; abgerufen am 22. April 2016]).
  2. zeit.de 21. Juni 2007: LÄNDERSPIEGEL ZUM BEISPIEL Ulrich Nußbaum
  3. Der Tagesspiegel: Ulrich Nußbaum wird neuer Finanzsenator. 19. Februar 2009
  4. „Stolze Bilanz“: Wowereit dankt Sarrazin, Pressemitteilung vom 30. April 2009.
  5. Morgenpost, letzter Zugriff: 17. Oktober 2014.
  6. Das sind Berlins neue Senatoren, Aufruf vom 20. November 2014
  7. .Dr. Ulrich Nussbaum Beamteter Staatssekretär, auf /www.bmwi.de
  8. Die Schaffermahlzeit > Schaffer der Kaufmannschaft > 1998 - 2004. Schaffer der Kaufmannschaft und Ehrengäste. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. Dezember 2013; abgerufen am 17. Dezember 2012 (Gästeliste 1998–2004).