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Ugo Borgognoni, auch Hugo de Lucca, Hugo (Ugo) dei Borgognoni und Hugo (Ugo) von Lucca (* zwischen 1160 und 1180 in Lucca; † 1259 in Bologna), war Stadtarzt und Chirurg in Bologna. Er revolutionierte die Wundbehandlung.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Ugo Borgognoni war seit Oktober 1214 Stadtwundarzt in Bologna. 1218/19 nahm er als Feldscher der Bologneser unter dem Kommando des Königs Johann von Brienne im fünften Kreuzzug an der Belagerung von Damiette im Nildelta teil. Anschließend wurde er wieder als Stadt- und Gerichtsarzt in Bologna tätig, wo er auch Chirurgie an der Universität unterrichtete. Zu seinen bedeutendsten Schülern zählten sein Sohn Teodorico Borgognoni und Bruno von Longoburgo. Ugo selbst hat nichts Schriftliches hinterlassen. Seine Bedeutung erschließt sich aber aus den Aufzeichnungen seines Sohnes Teodorico. Demnach trat Ugo u. a. für eine einfache, eiterungslose Wundbehandlung ein. Er soll auch ein aus Opium, Hanf und Mandragora zubereitetes Mittel beschrieben haben, das – verabreicht mittels eines essigetränkten Schwammes und aufgenommen über die Nase – bei chirurgischen Eingriffen anästhesierend[1] wirkt.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rudolf Frey, Otto Mayrhofer, mit Unterstützung von Thomas E. Keys und John S. Lundy: Wichtige Daten aus der Geschichte der Anaesthesie. In: R. Frey, Werner Hügin, O. Mayrhofer (Hrsg.): Lehrbuch der Anaesthesiologie und Wiederbelebung. Springer, Heidelberg/Basel/Wien 1955; 2., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Unter Mitarbeit von H. Benzer. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 1971. ISBN 3-540-05196-1, S. 13–16, hier: S. 13.