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Geographische LageBearbeiten

Der Ortsteil liegt rund acht Kilometer westlich des Stadtzentrums von Luckau. An Uckro grenzt im Norden Paserin an, gefolgt von folgenden Ortsteilen (im Uhrzeigersinn): Pelkwitz, Langengrassau und Pitschen-Pickel. Durch den Ort führt in West-Ost-Richtung die Bundesstraße 102 sowie in Nord-Süd-Richtung die Bahnstrecke Berlin–Dresden.

Geschichte und EtymologieBearbeiten

 
Abriss der Schlossruinen zur Gewinnung von Baumaterial für Neubauern, 1950

Der Name Uckro bedeutet im slawischen so viel wie nasses Dorf (Mockra) und nimmt Bezug auf die wasserreiche Niederung, in der der Ortsteil liegt. Slawen errichteten nördlich des Ortsteils einen Ringwall und können somit als die ersten Siedler Uckros bezeichnet werden. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1377 mit der Besiedelung durch die Familie Paserini. Ende des 14., möglicherweise auch Anfang des 15. Jahrhunderts errichtete die Kirchengemeinde eine Feldsteinkirche. 1724 entstand ein Rittergut außerhalb der ursprünglichen Gemarkung. Aus dem Jahr 1864 sind eine Windmühle, eine Schäferei sowie eine Ziegelei überliefert. 1928 wurde das Rittergut mit der Gemeinde vereinigt. Das Dorf erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, als sich der Besitzer des Ritterguts, Ludwig von Uckro (bis 1855 Ludwig Schlesinger),[2] 1875 für einen Anschluss an die Bahnstrecke Berlin–Dresden einsetzte und so der Bahnhof Luckau-Uckro entstand. Im Zuge der Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg brannte das Schloss jedoch im April 1945 bis auf die Grundmauern nieder.[3] Im 21. Jahrhundert ist von dem Bauwerk nur noch ein Schlossteich im Norden der Gemarkung erhalten geblieben. Im Oktober 1953 wurde ein deutscher Volkspolizist am Bahnhof erschossen. Mehr als 5000 Beamte fahndeten nach fünf verdächtigen Tschechen, die auf der Flucht nach West-Berlin in Uckro aus dem Zug gestiegen waren. Drei erreichten ihr Ziel, während zwei Personen gestellt und in der Tschechoslowakei zum Tode verurteilt wurden.[4]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Uckro ist ein landwirtschaftlich geprägter Ortsteil mit einer Agrargenossenschaft. Daneben befindet sich im Ort ein Blumengeschäft, ein Lohnsteuerhilfeverein, zwei Gaststätten sowie ein Unternehmen, das Glockenläutemaschinen herstellt.

Bildung und SportBearbeiten

Die Stadt Luckau unterhält in Uckro eine Kindertagesstätte sowie einen Jugendclub. Daneben engagiert sich ein Sport- und Kulturverein, der SKV Uckro. Für sportliche Aktivitäten stehen zwei Spielplätze und ein Sportplatz zur Verfügung.

VerkehrBearbeiten

Die Bundesstraße 102 verbindet den Ortsteil mit Luckau im Osten sowie Dahme/Mark im Westen. Nach Norden stellt die Kreisstraße 6124 eine Verbindung nach Pitschen-Pickel her, während die Kreisstraße 6133 nach Süden in Richtung Langengrassau führt. Vom Bahnhof führen Verbindungen bis nach Rostock, Stralsund, Elsterwerda und Neubrandenburg. Die Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald bindet den Ortsteil mit der Linie 466 nach Falkenberg und Luckau an.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Osterfest im Land- und Erlebnismuseum
  • Weihnachtsmarkt

WeblinksBearbeiten

  Commons: Uckro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Uckro, Webseite der Stadt Luckau, abgerufen am 18. Juli 2016.
  2. Kai Dewes: Jüdischer Adel. Nobilitierungen von Juden im Europa des 19. Jahrhunderts. Campus, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-593-39775-7, S. 200
  3. Informationstafel über Uckro an der Uckroer Dorfstraße Ecke Paseriner Weg, Juli 2016.
  4. Marion Schulz: Der Kriminalfall von Uckro. In: Märkische Allgemeine, 21. Oktober 2013, abgerufen am 18. Juli 2016.