UN Women

Organisation der Vereinten Nationen für die Gleichstellung der Geschlechter und die Ermächtigung von Frauen

UN Women (englisch United Nations Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women), deutsch UN-Frauen (Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen), ist ein Organ der Vereinten Nationen, dessen Gründung die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 2. Juli 2010 einstimmig beschlossen hat.[1]

Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen (UN-Frauen)
United Nations Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women (UN Women)

Logo der UN Women
Organisationsart Einheit der Vereinten Nationen
Kürzel UN Women
Leitung Sima Bahous,
Jordanien Jordanien seit 2021
Status aktiv
Gegründet 2. Juli 2010
Hauptsitz New York City, New York,
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Oberorganisation Vereinte Nationen
www.unwomen.org

2016 lagen die Einnahmen bei 334 Millionen US-Dollar und die Ausgaben bei 340 Millionen US-Dollar.[2]

Vorläuferorganisationen Bearbeiten

UN Women vereint die Arbeit von vier vormals getrennten, mit Gleichstellung der Geschlechter und Empowerment befassten Einheiten des UN-Systems:[1]

Aufgaben Bearbeiten

UN Women hat zwei wesentliche Rollen auszufüllen: Einerseits soll es zwischenstaatlichen Institutionen wie der Kommission der Vereinten Nationen zur Rechtsstellung der Frau (Panel 2018–2022: Saudi-Arabien)[3] bei der Formulierung von Policies, globalen Standards und Normen zur Seite stehen, mit der Zivilgesellschaft kooperieren und den Mitgliedsstaaten auch durch technische und finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung dieser Standards helfen. Zum anderen soll es dem System der Vereinten Nationen ermöglichen, Rechenschaft über ihre Selbstverpflichtungen zur Geschlechtergleichstellung abzulegen und weltweiten Fortschritt in dieser Richtung zu erfassen.[1]

Leitung Bearbeiten

 
Sima Sami Bahous
 
Hauptsitz der Organisation, das Daily News Building in New York

Erste Leiterin der Organisation wurde am 14. September 2010 die ehemalige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet. Ihre Stellvertreter waren John Hendra und Lakshmi Puri.[4]

2013 berief UN-Generalsekretär Ban Ki-moon die südafrikanische Politikerin Phumzile Mlambo-Ngcuka zur Nachfolgerin Bachelets.[5] Seit 2021 leitet die Jordanierin Sima Bahous die Organisation.

Struktur Bearbeiten

Die Arbeit der Organisation wird durch die UN-Generalversammlung, den UN-Wirtschafts- und Sozialrat sowie die Fachkommission für die Rechtsstellung der Frauen (Commission on the Status of Women, CSW) gelenkt.

Der Wirtschafts- und Sozialrat wählt alle drei Jahren einen Vorstand (Executive Board) der UN Women, der aus 41 Mitgliedern besteht.[6] Darunter sind jeweils:

  • zehn Mitglieder aus der Gruppe der afrikanischen Staaten
  • zehn Mitglieder aus der Gruppe der asiatischen Staaten
  • vier Mitglieder aus der Gruppe der osteuropäischen Staaten
  • sechs Mitglieder aus der Gruppe der lateinamerikanischen und karibischen Staaten
  • fünf Mitglieder aus der Gruppe der westeuropäischen und anderen Staaten
  • sechs Mitglieder aus der Gruppe der Top-Beitragszahler der Organisation.[7]

2019 sind folgende Staaten Mitglied des Executive Board:

  • Afrikanische Staaten: Angola, Burkina Faso, Kamerun, Äquatorialguinea, Ghana, Kenia, Marokko, Nigeria, Ruanda, Zambia
  • Asiatisch-pazifische Staaten: Bahrain, Bangladesh, China, Indien, Japan, Mongolei, Nepal, Südkorea, Saudi-Arabien, Jemen
  • Osteuropäische Staaten: Belarus, Georgien, Ungarn, Montenegro
  • Lateinamerikanische und karibische Staaten: Brasilien, Chile, Kolumbien, Kuba, El Salvador, Trinidad und Tobago
  • Westeuropäische und andere Staaten: Australien, Finnland, Irland, Türkei, Schweden
  • Staaten, die UN Women in besonderem Maße finanziell unterstützen: Norwegen, Schweiz, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten, Israel, Vereinigte Arabische Emirate[8]

HeForShe Bearbeiten

 
Logo der Solidaritätskampagne HeForShe

HeForShe ist eine Solidaritätskampagne für die Gleichstellung der Geschlechter, das von der UN-Women initiiert wurde. Ziel ist es, Männer und Jungen dazu anzuregen, sich für die Verwirklichung einer Gleichberechtigung der Geschlechter einzusetzen. Die Kampagne soll sie ermutigen, sich aktiv für Frauenrechte einzusetzen und Schritte gegen Ungleichheiten, der Frauen und Mädchen ausgesetzt sind, zu unternehmen.

Die Kampagne basiert auf dem Gedanken, dass die Gleichstellung der Geschlechter ein soziales, wirtschaftliches und politisches Thema ist, das alle Menschen betrifft. HeForShe versucht daher, Männer und Jungen in eine Bewegung einzubeziehen, die ursprünglich als „Kampf von Frauen für Frauen“ begann.

Kritik Bearbeiten

Israelische Frauen werfen der UNO unerträgliches Schweigen zu sexueller Gewalt durch Hamas vor. Bereits kurz nach den Terrorangriffen der Hamas am 7. Oktober 2023 schickten israelische Rechtsexperten detaillierte Belege für die Gräueltaten an wichtige internationale Gremien wie UN Women und den UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung von Frauen (Cedaw). Erst acht Wochen nach dem Hamas-Terrorangriff und nach massiver Kritik schrieben die UN-Frauen dann in der Nacht zu Samstag in einem X-Post: „Wir verurteilten eindeutig die brutalen Angriffe der Hamas auf Israel am 7. Oktober. Wir sind beunruhigt über die vielen Berichte über geschlechtsspezifische Gräuel und sexuelle Gewalt während dieser Attacken.“ Am 4. Dezember 2023 fand eine entsprechende Protestveranstaltung in der UNO statt.[9][10]

Siehe auch Bearbeiten

Reports Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. a b c UN Creates New Structure for Empowerment of Women. www.unwomen.org, 2. Juli 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 9. Juli 2010; abgerufen am 3. Juli 2010 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unwomen.org
  2. Expenditure by Agency | United Nations System Chief Executives Board for Coordination. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. November 2018; abgerufen am 22. November 2018 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.unsystem.org
  3. UN Watch: No Joke: U.N. Elects Saudi Arabia to Women’s Rights Commission, For 2018-2022 Term. In: unwatch.org. 22. April 2017, abgerufen am 1. Mai 2020 (englisch); Puls-Radio: Saudi Arabien in der UNO-Kommission für Frauenrechte: „Das ist Verrat am Kampf für Frauenrechte“. In: br.de/puls. 25. April 2017, abgerufen am 1. Mai 2020.
  4. UN Women: UN Women Assistant Secretaries-General Appointed. 11. März 2011, abgerufen am 19. Mai 2018 (englisch).
  5. UN Women: Executive Director Phumzile Mlambo-Ngcuka. Abgerufen am 19. Mai 2018 (englisch).
  6. United Nations Elects Executive Board of New Agency for Women’s Empowerment. 10. November 2010, abgerufen am 19. Mai 2018 (englisch).
  7. UN-Women Executive Board Members. Abgerufen am 19. Mai 2018.
  8. UN-Women Executive Board: Members. Abgerufen am 30. Dezember 2018 (englisch).
  9. Hear Our Voices: Sexual and gender-based violence in the October 7th Hamas terror attack, UN-Web-TV (video-Konferenz), 4. Dezember 2023. Abgerufen am 6. Dezember 2023.
  10. Brutalste Hamas-Gewalt gegen Frauen, Rheinische Post, 5. Dezember 2023. Abgerufen am 6. Dezember 2023.