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Das United Nations Institute for Disarmament Research (deutsch: Institut der Vereinten Nationen für Abrüstungsforschung) (UNIDIR) ist eine Forschungseinrichtung der Vereinten Nationen im Bereich Sicherheit und Rüstungskontrolle mit Sitz in Genf.

UN-Institut für Abrüstungsforschung
United Nations Institute for Disarmament Research
Institut des Nations unies pour la recherche sur le désarmement
 
 
Organisationsart Forschungseinrichtung der UN
Kürzel UNIDIR
Leitung Renata Dwan seit 2018
IrlandIrland Irland
Status aktiv
Gegründet 1980
Hauptsitz Genf
SchweizSchweiz Schweiz
Oberorganisation UN-Generalversammlung
ECOSOC
www.unidir.org

GeschichteBearbeiten

Das United Nations Institute for Disarmament Research (UNIDIR) wurde 1980 durch die UN-Generalversammlung gegründet, um Staaten und die Weltgemeinschaft über Fragen der internationalen Sicherheit (Kapitel I der Charta der Vereinten Nationen) zu informieren, bei Anstrengungen zur Abrüstung zu unterstützen und Fortschritte hin zu mehr Sicherheit sowie ökonomische und soziale Entwicklung für alle zu erleichtern.[1]

In Anerkennung der Notwendigkeit von objektiver, empirischer und umfassender Erforschung von Abrüstung und Sicherheit legte die UN-Vollversammlung fest, dass UNIDIR eine autonome Einheit im System der Vereinten Nationen sein sollte und seine Arbeit so in wissenschaftlicher Unabhängigkeit durchgeführt werden kann. Der Direktor der UNIDIR berichtet jedes Jahr vor der UN-Generalversammlung über die Aktivitäten des Instituts.

UNIDIR hat seine Zentrale in Genf, dem internationalen Zentrum für Sicherheit und Abrüstungsfragen, Standort der UN-Konferenz für Abrüstung (UNCD) und globaler Brennpunkt für humanitäre Themen wie Menschenrechte, Flucht, Migration, Gesundheit und Arbeit.

Die Arbeit von UNIDIR wird finanziert durch Beiträge von Regierungen und Stiftungen.

ForschungsbereicheBearbeiten

2018 beschloss das Kuratorium des UNIDIR für die Zeit bis 2020 folgende Forschungsagenda:

  • Massenvernichtungswaffen und andere strategische Waffen — Reduzierung des Einsatzrisikos von Nuklearwaffen; Erfahrungen und Ansätze für Einhaltung und Durchsetzung;Verbreitung von Kooperation im Umgang mit Massenvernichtungswaffen; Sicherheit und Nachhaltigkeit im Weltraum[2]
  • Konventionelle Waffen — Urbanisierung von Gewalt: Ausdehnung von Waffenkontrolle in neuen Umgebungen; Waffen und Munitionsverwaltung: Unterstützung länderspezifischer Ansätze; Waffenkontrolle bei Konfliktprävention und friedenerzwingenden Maßnahmen[3]
  • Neuartige Waffentechnologien — Vorbeugung, Abwehr und Beantwortung bösartiger Cyberattacken; Mitberücksichtigung des Privatsektors; Erforschung der Auswirkungen zunehmender Autonomie[4]
  • Genderaspekte in der Abrüstungpolitik — Unterstützung von Dialog und Austausch über Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Entwicklung entsprechender Instrumente[5]

OrganisationBearbeiten

Alle inneren Abläufe und Forschungsaktivitäten des UNIDIR werden durch das Kuratorium und den Direktor kontrolliert. Das Kuratorium dient auch dem UN-Generalsekretär als Beratungsgremium in Abrüstungsfragen. Die Mitglieder des Kuratoriums werden von ihm für jeweils zwei Jahre berufen.

DirektorBearbeiten

Direktorin des UNIDIR ist seit 2018 Renata Dwan (Irland), die zuvor im Department of Peacekeeping Operations and Field Support (dt.: Abteilung für friedenserhaltende Operationen und Außeneinsätze) der Vereinten Nationen für Politik und Best Practices leitend tätig war. Dwans Vorgänger war Jarmo Sareva (Finnland), der das Amt seit 2014 innehatte.

KuratoriumBearbeiten

2019 waren folgende Personen Mitglieder des Kuratoriums:[6]

Name Herkunft Funktion
Stefan Kongstad Norwegen  Norwegen Leiter des Kuratoriums, Botschafter und Ständiger Repräsentant Norwegens bei der OSZE in Wien
Setsuko Aoki Japan  Japan Jura-Professorin an der Keiō-Universität, Tokio
Semla Ashipala-Musavyi Namibia  Namibia Botschafterin, Staatssekretärin im Ministerium für Internationale Beziehungen und Kooperation in Windhoek
Corentin Brustlein Frankreich  Frankreich Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Studienzentrum für Internationale Sicherheit des Institut Francais Relations Internationales in Paris
Lucia Dammert Peru  Peru Außerordentliche Professorin an der Universidad de Chile in Santiago
Lewis A. Dunn Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten Früherer US-Botschafter bei der Nachfolgekonferenz des Atomwaffensperrvertrags, Virginia
Fu Cong China Volksrepublik  Volksrepublik China Botschafter, Generaldirektor der Abteilung für Waffenkontrollpolitik im chinesischen Außenministerium, Peking
Arminka Helic Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich Mitglied des House of Lords im Vereinigten Königreich, London
Anton Khlopkov Russland  Russland Direktor des Zentrums für Energie- und Sicherheitsstudien, Moskau
Amandeep Gill Indien  Indien Botschafter, Ständiger Repräsentant Indiens bei der UN-Konferenz für Abrüstung (UNDC) in Genf (z. Z. beurlaubt)
Merel Noorman Niederlande  Niederlande Assistenz-Professorin an der Universität Tilburg, Tilburg
Enkhtsetseg Ochir Mongolei  Mongolei Botschafterin der Mongolei in Schweden, Stockholm
Abiodun Williams Sierra Leone  Sierra Leone Direktor des Institute for Global Leadership, Professor für Praktische Internationale Politik an der Fletcher School of Law and Diplomacy der Tufts University in Medford
Motaz Zahran Agypten  Ägypten Botschafter, Stellvertretender Außenminister, Kairo
Renata Dwan Irland  Irland Leiterin der UNIDIR

NachweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten