Tscherwonohrad

Stadt in der Ukraine
Tscherwonohrad
Червоноград
Wappen von Tscherwonohrad
Tscherwonohrad (Ukraine)
Tscherwonohrad
Tscherwonohrad
Basisdaten
Oblast: Oblast Lwiw
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: keine Angabe
Fläche: 17,0 km²
Einwohner: 66.504 (2019)
Bevölkerungsdichte: 3.912 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 80100
Vorwahl: +380 3249
Geographische Lage: 50° 23′ N, 24° 14′ OKoordinaten: 50° 23′ 0″ N, 24° 14′ 0″ O
KOATUU: 4611800000
Verwaltungsgliederung: 2 Städte, 1 Siedlung städtischen Typs
Adresse: пр. Шевченка 19
80100 м. Червоноград
Statistische Informationen
Tscherwonohrad (Oblast Lwiw)
Tscherwonohrad
Tscherwonohrad
i1

Tscherwonohrad (ukrainisch Червоноград, bis 1951 Кристинопіль Krystynopil; russisch Червоноград Tscherwonograd, polnisch Krystynopol) ist eine ukrainische Stadt mit etwa 66.500 Einwohnern (2019).[1]

Innenraum der Kirche des Heiligen Wladimir
Potocki-Schloss
Kirche des heiligen Wladimir (1750)

GeographieBearbeiten

Die Stadt liegt in der Oblast Lwiw am Ufer des Bug nördlich der Oblasthauptstadt Lwiw und wird vom Rajon Sokal umschlossen. Zum Verwaltungsgebiet der Stadt gehört auch die Stadt Sosniwka sowie die Siedlung städtischen Typs Hirnyk.

GeschichteBearbeiten

Im Mai 1685 kaufte der Wojewode Feliks Kazimierz Potocki ein neues Stück Land am Fluss Bug. 1692 gründete er eine Stadt auf dem Gebiet des Dorfes Nowy Dwór, welches nach seiner Frau Krystyna Lubomirski (1661–1699) benannt wurde. Potocki baute Krystonopil zum Familiensitz aus und starb hier am 22. September 1702. Sein Enkel Franciszek Salezy Potocki baute ein Palais und gründete 1763 ein Kloster der Basilianer.

Die Ortschaft gehörte in dieser Zeit verwaltungstechnisch zur Woiwodschaft Bełz[2] innerhalb der Adelsrepublik Polen. Nach der 1. Polnischen Teilung kam die Ortschaft 1772 zum österreichischen Galizien, wo sie bis 1918 verblieb.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam der Ort zunächst zur Westukrainischen Volksrepublik und anschließend zur Zweiten Polnischen Republik (in die Woiwodschaft Lemberg, Powiat Sokal, Gmina Krystynopol). Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt ab September 1939 im Zuge der Sowjetischen Besetzung Ostpolens von der Sowjetunion und von Sommer 1941 bis 1944 von Deutschland besetzt und in den Distrikt Galizien eingegliedert.

Nach dem Ende des Krieges wurde die Ortschaft wieder ein Teil Polens, kam aber im Zuge eines Gebietsaustausches am 15. Januar 1951 erneut zur Sowjetunion. Dort wurde die Stadt der Ukrainischen SSR zugeordnet und am 3. November in Tscherwonohrad (wörtlich „Rote Burg“) umbenannt. Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ist sie ein Teil der unabhängigen Ukraine.

Einen Bahnanschluss erhielt die Ortschaft bereits 1884 durch den Bau eines Bahnhofs an der heutigen Bahnstrecke Jarosław–Kowel. 1915 kam noch eine Verbindungsstrecke nach Lemberg (siehe Bahnstrecke Lwiw–Kiwerzi) dazu.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

  • 1900: 3.522 (2.651 Juden) – in Meyers-Lexikon steht: 3592 polnische und ruthen. Einwohner
  • 1939: 1.800
  • 1959: 12.241
  • 1970: 44.008
  • 1979: 54.921
  • 1989: 72.047
  • 2001: 70.568
  • 2019: 66.504[1]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Das Wahrzeichen der Stadt ist das Palais des Grafen Potocki.
  • Barockkirche des Heiligen Georg von 1770

WirtschaftBearbeiten

Die Stadt wurde 1951 das Zentrum des neu entstandenen Steinkohlenbergbaus. Andere Unternehmen waren, neben dem Bergbau, eine Gießerei zur Herstellung von Eisen-Beton-Erzeugnissen, Holzverarbeitungsbetriebe, eine Molkerei und die Textilindustrie.

VerkehrBearbeiten

Die Stadt liegt an der Bahnstrecke von Kowel nach Lwiw, hier zweigt eine Strecke nach Rawa-Ruska ab.

 
Kirche des heiligen Georg (1771)

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Bevölkerung der Städte und SsT in der Ukraine auf pop-stat.mashke.org
  2. Rizzi Zannoni, Woiewodztwo Ruskie, Część Krakowskiego, Sędomirskiego y Bełzkiego z granicami Węgier, y Polski, ktore gory Karpackie nakształt łańcucha wyciągnione, od góry Wolska aż do Talabry, wyznaczaią.; 1772 (Memento des Originals vom 20. November 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mapywig.org

WeblinksBearbeiten