Hauptmenü öffnen

Tschamberhöhle

Naturdenkmal in Rheinfelden (Baden), Baden-Württemberg

Die Tschamberhöhle befindet sich in Baden-Württemberg beim Wohnplatz Riedmatt des Stadtteils Karsau von Rheinfelden, direkt über dem Rhein. Die Höhle wird von einem Bach, einem Zufluss des Rheins, von Norden nach Süden durchflossen. Sie gehört damit zur Gattung der aktiven Bachhöhlen. Die Höhle liegt im verkarsteten Muschelkalk des Dinkelberges und hat eine Gesamtlänge von 1550 Metern. Der öffentlich begehbare Teil beträgt 600 Meter. Die Tschamberhöhle ist in Deutschland eine der drei Schauhöhlen im Muschelkalk.

Tschamberhöhle

BW

Lage: Schwarzwald, Deutschland
Geographische
Lage:
47° 35′ 18″ N, 7° 49′ 7,5″ OKoordinaten: 47° 35′ 18″ N, 7° 49′ 7,5″ O
Tschamberhöhle (Baden-Württemberg)
Tschamberhöhle
Typ: aktive Bachhöhle
Entdeckung: 1890
Schauhöhle seit: 1890
Beleuchtung: elektrisch
Gesamtlänge: 1550 Meter
Länge des Schau-
höhlenbereiches:
560 Meter
Mittlere jährliche Besucherzahl: 1.997 (2007–2011)
Besucher aktuell: 1.926 (2011)
Website: Offizielle Seite

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Beim Bau der Hochrheinbahn von Basel nach Singen (Hohentwiel) wurde 1856 der ursprüngliche Eingang zugeschüttet. Von 1876 bis 1879 wurde nach der Höhle gesucht und erfolglos Bohrungen durchgeführt. Einige Jahre später wurde die Höhle wiederentdeckt. Seit 1890 ist sie als Schauhöhle auf einer Länge von 560 Metern zu begehen. 1966 wurde eine elektrische Beleuchtung installiert.

GeologieBearbeiten

 
In der Tschamberhöhle.

Bemerkenswert sind die äußerst vielgestaltigen Strukturen der Höhlenwände und die Quellgrotte am Ende des Schauteiles. Der Bach hat sich eine schmale unterirdische Klamm geschaffen. Tropfsteine und Sinter findet man fast nur im vorderen Teil der Höhle, der nicht mehr vom Bach durchflossen wird. Sie sind erst durch Undichtigkeiten nach Erschütterungen beim Bau der Bahnstrecke entstanden. Der Führungsweg endet an einem sechs mal sechs Meter großen Becken, in das sich ein kräftiger Wasserfall ergießt.

Benachbarte HöhlenBearbeiten

  • Versteckt oben im Wald liegt etwa einen Kilometer östlich die Nagelfluhhöhle.
  • Nicht allzu weit entfernt befindet sich die Erdmannshöhle bei Hasel.
  • Im Wald zwischen Riedmatt und Nordschwaben befindet sich das Teufelsloch, mit etwa 75 Metern Tiefe und 200 Metern Länge die größte bekannte Schachthöhle des Dinkelbergs. Sie ist außen durch eine Einsturzdoline sichtbar, jedoch aufgrund des äußerst instabilen, mergeligen Kalkgesteins (Lettenkalk) schwer abzusichern und daher aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich.

Geo-Museum DinkelbergBearbeiten

Direkt am Zugangsweg zur Tschamberhöhle wurde 2009 in einer früheren Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses das städtische Geo-Museum Dinkelberg eröffnet. Grundstock des Museums ist eine seit 2006 mehrmals öffentlich gezeigte Ausstellung über die Geologie des Dinkelbergs, deren Objekte Mitglieder der Regionalgruppe Hochrhein-Fricktal in der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie über viele Jahre hinweg zusammengetragen haben. Die von Schautafeln begleitete Ausstellung von Gesteinen, Kristallen und Fossilien aus der Region wurde 2009 der Stadt Rheinfelden (Baden) übergeben, um eine dauerhafte Präsentation zu ermöglichen. Fachlich betreut wird die Ausstellung weiterhin von den Initiatoren.[1]

LiteraturBearbeiten

  • Hans Binder, Anke Lutz, Hans Martin Lutz: Schauhöhlen in Deutschland. Aegis Verlag, Ulm 1993. ISBN 3-87005-040-3
  • Stephan Kempe: Welt voller Geheimnisse – Höhlen. Reihe: HB Bildatlas Sonderausgabe, HB Verlags- und Vertriebs-Gesellschaft 1997. ISBN 3-616-06739-1
  • Rudolf Steiner: Die „Tschamberhöhle“ bei Rheinfelden-Riedmatt. Zur Herkunft ihres Namens. In: Das Markgräflerland, Band 1/2004, S. 78–87 Digitalisat der UB Freiburg
  • Serge von Bubnoff: Badischer Landesverein für Naturkunde und Naturschutz e.V. (Hrsg.): Die Tschamberhöhle bei Riedmatt am Dinkelberg. PDF

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tschamberhöhle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Faszination versteinerter Austern, Badische Zeitung, Ausgabe Rheinfelden, 27. Juli 2009