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Tripsrath ist ein Ortsteil der Mittelstadt Geilenkirchen im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Tripsrath
Koordinaten: 50° 59′ 48″ N, 6° 7′ 30″ O
Höhe: [1] 81 (78–85) m
Einwohner: 731 (30. Nov. 2012)
Postleitzahl: 52511
Vorwahl: 02451
Karte
Lage von Tripsrath in Geilenkirchen
Katholische Pfarrkirche St. Anna
Katholische Pfarrkirche St. Anna
Alte Schule von Tripsrath
Ortsblick
600 Jahre alte Linde
Ortsschild
Wegekreuz
Wandkreuz
Tripsrath auf der Tranchotkarte 1803–1820
Tripsrath auf der Urkatasterkarte 1846

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Tripsrath liegt ca. 2 km nördlich von Geilenkirchen an der Bundesstraße 221, die von Straelen im Kreis Kleve über Heinsberg und Geilenkirchen nach Alsdorf in die Städteregion Aachen verläuft. Die Strecke hat eine Länge von 75 km.

GewässerBearbeiten

Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus Tripsrath zum Graben Zumdahl (GEWKZ 282874), der nach einer Länge von 3,614 km[2] in die Wurm fließt.

NachbarorteBearbeiten

Straeten Uetterath Hoven
Hatterath   Kraudorf
Niederheid Süggerath Hochheid

SiedlungsformBearbeiten

Tripsrath ist ein sogenanntes Kirchdorf und zugleich ein Haufendorf.

GeschichteBearbeiten

OrtsnameBearbeiten

  • 1210 Tripzerode
  • 1303 Tripsrode
  • 14. Jh. Tripsroden
  • 1449 Tripsroide
  • 1518 Tripsraeren
  • 1666 Tripsrad

NamensherkunftBearbeiten

Die genaue Herkunft des Ortsnamens ist nicht abschließend geklärt. Die Endung -rath deutet dabei auf eine Rodung hin, die vermuten lässt, dass der Ort an einer Stelle errichtet wurde, die mit Wald bewachsen war. Diese Abgrenzung passt gut zur Bezeichnung des Nachbarortes Hochheid, die mit Heideflächen in Bezug gesetzt wird. Zur Herkunft des ersten Namensbestandteils Trips finden sich Deutungsansätze, die auf die in unmittelbarer Nähe liegende Burg Trips verweisen und damit auf das Geschlecht derer von Trips. Die Burg Trips wurde aber unstreitig erst später errichtet. Der Ortsname „Tripzerode“ wird bereits in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1210 erwähnt.[3]

OrtsgeschichteBearbeiten

Tripsrath gehörte früher zum Jülicher Amt Geilenkirchen. Eine Hufe zu Tripsrath war 1210 im Besitz des Heinsberger Norbertinerstifts. Einen Hof, sowie zwei Drittel des Zehnts besaß hier das Gangolfusstift. Ein anderer Hof zu Tripsrath erscheint seit dem 14. Jahrhundert als Lehen der Herrschaft Heinsberg und unterstand später der Mannkammer Geilenkirchen. Das älteste heute noch vorhandene Haus datiert aus dem Jahre 1653.

Tripsrath hatte 1828 insgesamt 277 Einwohner, 1852 waren es 349 Einwohner. Im Zuge der Gebietsreform zum 1. Januar 1972 blieben die Orte Tripsrath, Hochheid und Rischden bei der Stadt Geilenkirchen.

Die Orte Tripsrath, Hochheid und Rischden bilden eine Dreidörfergemeinschaft. Ihr gemeinsamer Treffpunkt ist das Bürgerhaus, die frühere Alte Schule. Unter dem Motto: Bürgerhaus stärkt die Gemeinschaft wurde das Haus im September 2011 seiner Bestimmung übergeben.[4]

KirchengeschichteBearbeiten

Die Pfarre St. Anna Tripsrath setzt sich aus den Orten Tripsrath mit Brüggerhof, Hochheid, Rischden und Königshof zusammen. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Katholiken.

Die Pfarrgemeinde St. Anna in Tripsrath entstand durch Abpfarrung der Ortschaften Tripsrath mit Königshof, Hochheid und Rischden von der Pfarre St. Marien in Geilenkirchen. Möglich wurde dies durch Schenkungsversprechen von 80 Personen zur Finanzierung eines Rektorats sowie der Schenkung eines Grundstückes zur Errichtung der Pfarrkirche von Frl. Adele Wilhelmine Cockerill, die als Auflage die Erhebung zur Pfarrkirche vorsah.

1869 beschloss der Kirchenvorstand die Gründung eines eigenen Rektorates, 1870 wurde in Tripsrath eine Scheune als Notkirche eingerichtet. Am 9. Januar 1891 wurde Tripsrath zur Pfarre erhoben. Am 8. August 1873 legte Weihbischof Baudri den Grundstein zum Kirchenbau. Die feierliche Einweihung war am 30. Mai 1893. Im Kriegsjahr 1944/45 wurde die Kirche schwer beschädigt, 1953 war der Wiederaufbau fertiggestellt.

Im Zuge der Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Anna Tripsrath in die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Bonifatius Geilenkirchen eingegliedert.

PolitikBearbeiten

Gemäß § 3 (1) k) der Hauptsatzung der Stadt Geilenkirchen bilden die Orte Tripsrath, Hochheid und Rischden einen Stadtbezirk. Der wird durch einen Ortsvorsteher im Stadtrat der Stadt Geilenkirchen vertreten.[5] Ortsvorsteher des Stadtbezirks ist Wilhelm Josef Wolff. Stand 2013

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Katholische Pfarrkirche St. Anna als Denkmal Nr. 1
  • Buntverglasung in der katholischen Pfarrkirche[6]
  • 600 Jahre alte Linde in Tripsrath
  • Wegekreuz in Tripsrath

InfrastrukturBearbeiten

SchulwesenBearbeiten

  • Volksschule Tripsrath 1925: 2 Klassen, 2 Stufen, 1 Lehrer, 1 Lehrerin, 78 Kinder
  • Volksschule Tripsrath 1965: 2 Klassen, 2 Lehrerstellen, 72 Kinder

VereineBearbeiten

  • Hochheider Dorfverein e.V.
  • Musikverein Sankt Anna Tripsrath e.V.
  • SV (Spielvereinigung) Süggerath-Tripsrath 09/18 1999 e.V.
  • Vielharmonie e.V. Tripsrath
  • Gesangverein Da Capo
  • Förderverein des Gesangs in Tripsrath
  • Katholischer Kindergarten Sankt Anna Tripsrath
  • Jugendgruppe Katholische Pfarrgemeinde St. Anna
  • Missionskreis Tripsrath

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Patronatsfest und Kirmes der Pfarre
  • Frühjahrsausstellung des Missionskreises Tripsrath
  • Frühjahrskonzert des Musikvereins Sankt Anna Tripsrath
  • St. Martin-Umzug in Tripsrath

StraßennamenBearbeiten

Am Kreuz, Am Pöllenweg, Annastraße, Pfarrer-Holzberg-Straße, Eiseder Hof, Hubertusstraße, Königshof, Markusstraße, Martinusstraße, Stratener Weg, Tripsrather Feld, Uetterather Weg

LiteraturBearbeiten

  • Josef Pelzer: Hochheid, Tripsrath, Rischden, 1991
  • Handbuch des Bistums Aachen. 3. Auflage. Kühlen, Mönchengladbach 1994, ISBN 3-87448-172-7, S. 710–712
  • Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg, S. 127
  • Leo Gillessen: Zur Ortsnamen- und Siedlungskunde des südlichen Selfkantkreises, in: Heimatkalender des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg 1970, S. 38–49
  • Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/wasser/pdf/Gewaesserverzeichnis%20GSK3C.xls
  3. Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Bestand: Heinsberg, Norbertiner, Urk. 8-1210
  4. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/geilenkirchen/buergerhaus-staerkt-die-gemeinschaft-1.389452
  5. Hauptsatzung der Stadt Geilenkirchen
  6. http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2981/b2981.shtml