Triebendorf (Heilsbronn)

Ortsteil der Stadt Heilsbronn

Triebendorf (umgangssprachlich: Driəmdorf[2]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).

Triebendorf
Koordinaten: 49° 18′ 27″ N, 10° 50′ 51″ O
Höhe: 413 m ü. NHN
Einwohner: 58 (30. Sep. 2016)[1]
Postleitzahl: 91560
Vorwahl: 09872
Triebendorf

GeografieBearbeiten

Das Dorf liegt am Triebenbach, einem linken Zufluss der Aurach. Unmittelbar westlich des Ortes mündet der Steinbach als rechter Zufluss in den Triebenbach. Der Ort ist von den Fluren Häslesfeld (südwestl.), Sandbuck (nördl.), Kohlgrubfeld (nordöstl.) und Sommerbuck (östl.) umgeben. Im Süden liegt das Waldgebiet Breite Büsche und 0,5 km östlich die Kohlgrubhölzer. Die Kreisstraße AN 17 führt nach Weißenbronn (2,7 km nordwestlich) bzw. nach Wollersdorf (1,8 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kitschendorf (2,5 km östlich).[3]

GeschichteBearbeiten

Der früheste Beleg, der eindeutig Triebendorf bezeichnet („Dribendorff“), stammt aus dem Jahr 1531. Bei den Belegen von 1316 und 1412 kann nicht geklärt werden, ob damit Triebendorf oder das sich in der Nähe befindliche Markttriebendorf gemeint ist. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Tribo, der als Gründer des Ortes anzunehmen ist.[2] Laut E. Dohms soll der Ort jedoch schon im 13. Jahrhundert bestanden haben. Von 1405 an bis ins frühe 19. Jahrhundert besaß das St.-Klara-Kloster zu Nürnberg die meisten Höfe in Triebendorf. Im Jahre 1529 werden vier Untertansfamilien im Ort angegeben, die der Hauptmannschaft Hergersbach der Reichsstadt Nürnberg unterstanden.[4]

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Triebendorf fünf Mannschaften verzeichnet: die drei Bauern und zwei Köbler hatten die Reichsstadt Nürnberg als Grundherrn. Außerdem gab es noch ein kommunales Hirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.[5] Durch die Pest und den Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort schwer geschädigt. Im Jahre 1655 waren Höfe und Äcker noch verödet.[6]

In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort fünf Untertansfamilien angegeben, die alle der Hauptmannschaft Hergersbach des Pflegamts unterstanden.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Triebendorf sechs Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das St.-Klara-Klosteramt der Reichsstadt Nürnberg inne. Grundherren waren das St.-Klara-Klosteramt (1 Hof, 1 Dreiviertelhof, 2 Halbhöfe, 1 Gut) und der Nürnberger Eigenherr von Muffel (1 Gut).[8][9][10] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.[11]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Triebendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weißenbronn und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Weißenbronn zugeordnet.[12] Am 1. Mai 1978 wurde diese Gemeinde im Zuge der Gebietsreform nach Heilsbronn eingegliedert.[11]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002007 002016
Einwohner 48 57 56 64 68 62 62 102 53 58 52 50 58
Häuser[13] 9 9 12 11 11 11 12 15
Quelle [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [1]

ReligionBearbeiten

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Michael (Weißenbronn) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn).

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Triebendorf (Heilsbronn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b www.heilsbronn.de
  2. a b E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 182.
  3. Triebendorf im BayernAtlas. Sämtliche Entfernungsangaben jeweils Luftlinie.
  4. Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6, S. 347.
  5. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 8. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 733.
  6. E. Dohms: Wollersdorf und benachbarte Ortschaften, S. 55.
  7. M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 746.
  8. M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 916.
  9. Johann Bernhard Fischer: Trübendorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, S. 408 (Digitalisat).
  10. J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 591 f.
  11. a b M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1014.
  12. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.
  13. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.
  14. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 92 (Digitalisat).
  15. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 153 (Digitalisat).
  16. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1044, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1210, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1096 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1161 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1198 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1032 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 759 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 172 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 327 (Digitalisat).