Transports publics genevois

Öffentliches Verkehrsunternehmen in der Schweiz
BW
Transports publics genevois
TPG Genf Logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Grand-Lancy
Webpräsenz www.tpg.ch
Eigentümer Kanton Genf
Verkehrsverbund Unireso und Léman Pass
Mitarbeiter 1948
Umsatz 434 Mio. CHF
Linien
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Straßenbahn 5
Trolleybus 6
Bus 64
Sonstige Linien 12 Nachtlinien
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 24 Be 4/6
22 Be 4/8
39 Be 6/8
32 Be 6/10
Statistik
Fahrgäste 168 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 388,3 Mio. km pro Jahr
Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien 21,1 km
Buslinien 363,5 km
Netzplan
Liniennetzplan Genf ab 15. Dezember 2019

Die Transports publics genevois (TPG) sind ein öffentliches Verkehrsunternehmen in der Schweiz und fungieren als selbständiger Regiebetrieb des Kantons Genf. Sie betreiben in der Stadt Genf und den benachbarten Gemeinden die 1862 eröffnete Strassenbahn Genf, den 1942 eröffneten Trolleybus Genf sowie diverse Autobus-Linien. Die TPG gingen zum 1. Januar 1977 aus der privaten Vorgängergesellschaft Compagnie Genevoise des Tramways Électriques (CGTE) hervor. Diese wiederum wurde 1899 gegründet und war ein Zusammenschluss der Compagnie générale des tramways suisses (TS) mit der Société genevoise des chemins de fer à voie étroite (VE).

GeschichteBearbeiten

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts besitzt Genf ein ausgedehntes Straßenbahnnetz, welches über drei verschiedene Antriebssystem verfügt: Elektrisch, Dampf und Pferdebahn. Dieses wurde von zwei grossen Unternehmen, der Compagnie générale des tramways suisses (TS) und der Société genevoise des chemins de fer à voie étroite (VE), betrieben.[1]

 
Aktie der Compagnie Genevoise des Tramways Électriques vom 30. Juni 1911

Am 11. August 1899 wurde die Compagnie genevoise des tramways électriques gegründet. Das Unternehmen verfügt über ein Stammkapital von 5 Millionen Franken. Am 1. Dezember 1900 wurde die TS aufgekauft, einen Monat später auch die VE. Die Modernisierung des Netzes beginnt mit der Umspurung des Netzes der TS auf Meterspur, die Elektrifizierung des alten Netzes der VE und der Kauf von neuen Fahrzeugen.

Nach dem Ersten Weltkrieg begangen die Überlandlinien defizitär zu sein, daraufhin schliesst die CGTE einige Strecken. Der CGTE fehlte das Geld das Netz zu erneuern und auszubauen, deshalb mussten 1938 weitere Strecken auf Busbetrieb umgestellt werden. Während des Zweiten Weltkrieges mussten einige Strecken wieder in Betrieb genommen werden, da es Engpässe beim Benzin für den Busverkehr gab.[1]

Ab den fünfziger Jahren gewinnt der Individualverkehr an Bedeutung und die Straßenbahn wird als störend empfunden. Innerhalb der nächsten zehn Jahre verschwinden alle Straßenbahnlinien bis auf die 12 und die ligne de ceinture (Ringlinie). Auf diese Art wurde auch der Fahrzeugpark grundlegend erneuert. Im Jahr 1969 wurde die Ringlinie auf Busverkehr umgestellt, daraufhin nahm die Fahrgastanzahl weiter ab. Die Linie 12, die einzig verbliebene Linie, verbindet Carouge mit Moillesulaz und befördert ein Viertel aller Fahrgäste der CGTE.[1]

Im Jahr 1971 beantragt ein Bürgerbegehren, dass die CGTE durch den Kanton übernommen wird. Im Jahr 1975 wird dieses Gesetz durch das Volk gewählt und der Grosse Rat beschliesst die Organisation der Transports publics genevois. Am 1. Januar 1977 wurde aus der CGTE die TPG.[1]

Ab 1988, nachdem der Souverän einem Gesetz zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs zugestimmt hatte, erlebten die TPG eine Phase der Expansion. Die Modernisierung des Fahrzeugparks (Tram und Bus) bringt weitere Fahrgastzuwächse. Seit dem 1. Januar 2007 erhalten Touristen, die in einem Genfer Hotel untergebracht sind, kostenlos die Geneva Transport Card. Diese gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Genf. Das aktuelle Logo der TPG wurde im Frühjahr 2007 eingeführt.

UniresoBearbeiten

Seit 2001 sind die TPG, mit den SBB und den Mouettes genevoises, Mitglied im Tarifverbund Unireso. Dieser ermöglicht Fahrgästen mit einem Fahrausweis mehrere Verkehrsmittel (Bus, Tram, Zug) zu nutzen.

TOSABearbeiten

Seit Anfang 2013 wird an einem Projekt namens TOSA (Trolleybus Optimisation Système Alimentation‚ Trolleybus Optimierungssystem Stromversorgung‘) gearbeitet. Hierbei werden Batteriebusse an einer entsprechend ausgerüsteten Haltestelle innert 15 Sekunden aufgeladen, sodass – anders als bei Trolleybussen – keine Oberleitung benötigt wird. Das Projekt, welches fünf Millionen Franken kostet, wovon 3,3 Millionen von ABB stammen, wurde während des UITP-Kongresses im Mai 2013, in Genf eingeweiht.[3]

Bis März 2014 pendelte ein solcher Bus von der Haltestelle Palexpo zum Flughafen; an beiden Haltestellen befindet sich eine Aufladestation. Der Bus verfügt über einen Stromabnehmer der an der Haltestelle eine Verbindung mit der Ladestation herstellt. Dieser wird kurz vor der Station richtig ausgerichtet, sodass er nur noch in die Stromschiene greifen muss. An der Endhaltestelle lädt sich die Batterie innerhalb von 3 bis 4 Minuten auf, im Betriebshof dauert die komplette Aufladung 30 Minuten.[3] Partner des Projektes sind die TPG, ABB, SIG und Opi.[4] Seit Dezember 2017 wird die Linie 23 als erste Linie mit neuen Batteriebussen betrieben.[5]

NetzBearbeiten

Die Straßenbahn- und Trolleybuslinien werden von den TPG betrieben.[6] Einige Buslinien werden von anderen Unternehmen betrieben.

 
Straßenbahnnetz

StraßenbahnlinienBearbeiten

Linie Strecke Betreiber Anzahl Haltestellen
12 Palettes/Lancy-Bachet-Gare – Moillesulaz TPG 28
14 P+R Bernex – Meyrin-Gravière TPG 27
15 Palettes – Nations TPG 20
17 Lancy-Pont-Rouge-Gare – Annemasse-Parc Montessuit TPG 26
18 Lancy-Bachet-Gare – CERN TPG 28

TrolleybuslinienBearbeiten

 
Trolleybusnetz
Linie Strecke Betreiber Anzahl Haltestellen
2 Genève-Plage – Onex-Cité TPG  26
3 Gardiol – Crêts-de-Champel TPG 25
6 Vernier-Village – Genève-Plage TPG 25
7 Aubépine/Hôpital – Lignon-Tours TPG 22 (25)
10 Aéroport – Rive TPG 19
19 Vernier-Village – Onex-Cité TPG 31

BuslinienBearbeiten

 
Busnetz
Linie Strecke Betreiber
1 Hôpital Trois-Chêne/Petit-Bel-Air – Jardin Botanique TPG
5 Thônex-Vallard – Aéroport TPG
5+ Thônex-Vallard – P+R P47 TPG
8 OMS/Appia – Veyrier-Tournettes/Veyrier-Douane TPG
9 Petit-Bel-Air – Lignon-Tours TPG
11 Jardin Botanique – Bout-du-Monde TPG
20 Place de Neuve – Colovrex TPG
21 Cressy – Genève-Eaux-Vives-Gare TPG
22 Nations – ZIPLO TPG
23 Aéroport-P47 – Carouge-Tours TPG
25 Thônex-Vallard – Jardin Botanique TPG
28 Jardin Botanique/Aéroport – Les Esserts Globe Limousines
31 Sous-Moulin – Puplinge-Marquis TPG
32 Sous-Moulin – Jussy-Meurets/Monniaz-Hameau RATP Dev
33 Rive – Puplinge-Marquis TPG
34 Veyrier-Tournettes – Chevrier RATP Dev
35 Sainte-Clotilde – Beau-Séjour Globe Limousines
36 Place de Neuve – Vieille-Ville – Place de Neuve Globe Limousines
37 Sous-Moulin – Lullier RATP Dev
38 Place Favre – Hermance-Village/Chens-sur-Léman Genève-Tours
39 Pointe à la Bise – Presinge Genève-Tours
41 Carouge-Tours – Petit-Veyrier Genève-Tours
42 Carouge-Rondeau/Palettes – P+R Bernex TPG
43 Bellins – Vallet/Loëx-Hôpital RATP Dev
44 Carouge-Tours – Croix-de-Rozon-Douane Genève-Tours
45 Carouge-Tours – Troinex-Ville Genève-Tours
46 Stade de Genève – Bardonnex TPG
47 P+R Bernex – Bernex-Vailly/Lully-Croisée Globe Limousines
50 Aéroport – Versoix-Centre sportif TPG
51 CO Renard – Mervelet Globe Limousines
52 Genthod-le-Haut – Bossy/Bois-Chatton Odier
53 Vernier-Parfumerie – Blandonnet/Machéry Genève-Tours
55 Bossy – Chavannes-des-Bois Odier
56 Aéroport – Hôpital de La Tour TPG
57 Aéroport – ZIMEYSA-Gare Globe Limousines
59 Aéroport – Plage du Vengeron Globe Limousines
62 Lancy-Bachet-Gare – Croix-de-Rozon-Douane/Collonges-Marché TPG
63 Confignon-Croisée – Viry-Église Globe Limousines
64 Meyrin-Gravière – Ferney-Mairie RATP Dev
66 Aéroport – Ferney-Mairie/Thoiry-Centre commercial RDTA
68 Blandonnet/CERN – Saint-Genis-Jean-Monnet/Thoiry-Centre commercial RDTA
70 Confignon-Croisée – Satigny-Gare RATP Dev
71 Hôpital de la Tour – Satigny-Gare Globe Limousines
72 Satigny-Gare – Dörfer von Satigny – Satigny-Gare Globe Limousines
73 Satigny-Gare – ZIMEYSA-Gare Globe Limousines
74 Russin-Village – La Plaine-Gare Globe Limousines
75 La Plaine-Gare – Dardagny Globe Limousines
76 La Plaine-Gare – Viry-Église Globe Limousines
77 La Plaine-Gare – Sézegnin-Mairie d'Avusy Globe Limousines
78 Chancy-Douane – La Plaine-Gare Globe Limousines
A Rive – Gy-Temple TPG
D Bel-Air – Saint-Julien SNCF GEM
E Rive – Hermance-Village TPG
E+ Gare Cornavin – Hermance-Village TPG
F Gare Cornavin – Ferney-Voltaire-Mairie/Gex-L'Aiglette RDTA
G Rive – Veigy-Douane/Veigy-Village TPG
G+ Gare Cornavin – Veigy-Douane TPG
J Stade de Genève – Avusy-Village TPG
K Stade de Genève – Chancy-Douane/Pougny-Gare TPG
L P+R Bernex – Athenaz-École RATP Dev
M Collonges-Bourg d'en Haut – Beaumont-le-Châble GEM
N Lycée De Staël – Valleiry-Gare GEM
T La Plaine-Gare – Challex-La Halle Globe Limousines
XA Meyrin-Gare – Meyrin-Village TPG

GEM ist die Abkürzung von Genevois Mobilité und RDTA von Régie départementale des transports de l'Ain.

"Noctambus"Bearbeiten

Seit dem 2. September 1995 ist ein Nachtbusnetz, Noctambus genannt, in Betrieb. Die erste Linie verband Meyrin mit der Genfer Innenstadt am Wochenende. Ab März 1996 entsteht eine zweite Linie, heutzutage sind insgesamt 12 Linien in Betrieb, welche auch einige Gemeinden in Frankreich bedienen.[7]

FahrzeugeBearbeiten

TramBearbeiten

TrolleybusBearbeiten

AutobusBearbeiten

Gelenk- und Standardbusse

  • Mercedes-Benz O 530 G "Citaro": 106-198 (2008–2009), Gelenkbus
  • Mercedes-Benz O 530 G "Citaro": 1101-1187 (2011), Gelenkbus
  • Mercedes-Benz O 530 G "Citaro": 1188-1197 (2013), Gelenkbus
  • Mercedes-Benz O 530 "Citaro": 511-540 (2008)
  • Mercedes-Benz O 530 "Citaro": 541-545 (2010)
  • Hess BGT-N2D elektrisch: 1397 (2013), Batteriebusse, ehemaliges Testfahrzeug TOSA
  • Hess BGT-N2D elektrisch: 1271-1283 (2018), Batteriebusse, Gelenkbusse

Seit Ende 2017 kommen Batteriebusse von Hess nach dem Projekt TOSA auf der Linie 23 zum Einsatz.

ehemalige Gelenk- und Standardbusse

  • Mercedes-Benz O 405: 561-600 (1988/89), ausgemustert 2008-2011
  • Mercedes-Benz O 405 G: 251-298 (1988/89,1991), ausgemustert 2009-2011
  • Mercedes-Benz O 405 GN: 201-221 (1994), ausgemustert im Dezember 2011, einige Fahrzeuge nach Tunesien
  • Mercedes-Benz O 405 GN2: 222-224 (1995), ausgemustert im Dezember 2011
  • Renault R 312: 401-434 (1991), ausgemustert 2008
  • Volvo 7000A: 301-384 (2000/01), ausgemustert 2008, zurück an Volvo
  • Volvo 7000A: 385-390 (2004), an RATP Dev 2008, ausgemustert 2015
  • Van Hool New AGG 300: 101-105 (2004), ausgemustert im Dezember 2018

Weblinks.Bearbeiten

Commons: Transports publics genevois – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Histoire auf tpg.ch
  2. Genève – 75 Jahre Trolleybus und TOSA-Eröffnung im Dez.17 geplant (Memento des Originals vom 11. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.trolleymotion.eu, Newsmeldung vom 11. September 2017 auf trolleymotion.ch
  3. a b DOSSIER DE PRESSE AVRIL 2013, TOSA (Memento des Originals vom 29. August 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tosa2013.com (PDF; 543 kB)
  4. Partnership auf tosa2013.com
  5. Voyage inaugural sur la ligne 23: la technologie TOSA prend la route ! In: GE.CH – République et canton de Genève. 5. Dezember 2017 (ge.ch [abgerufen am 18. Juni 2018]).
  6. tpg.ch Horaires
  7. www.noctambus.ch (Memento des Originals vom 16. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.noctambus.ch

Koordinaten: 46° 10′ 27,9″ N, 6° 7′ 50,3″ O; CH1903: 498991 / 114504