Toxodon

Gattung der Familie Toxodontidae

Toxodon ist eine Gattung ausgestorbener Säugetiere und Namensgeber der Toxodontidae, einer Familie der Notoungulata. Es war ein Pflanzenfresser, ernährte sich also herbivor und wurde 1837 von Richard Owen beschrieben. Es lebte vom späten Pliozän und Pleistozän (etwa 3,6 Millionen Jahre) bis vor ca. 13.000 Jahren in Südamerika. Sein Name bedeutet „Zahn in Form eines Pfeiles“.

Toxodon
Skelett von Toxodon im Bernardino Rivadavia Natural Sciences Museum

Skelett von Toxodon im Bernardino Rivadavia Natural Sciences Museum

Zeitliches Auftreten
Pliozän bis Pleistozän
2,6 bis 0,013 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Südamerikanische Huftiere (Meridiungulata)
Notoungulata
Toxodontia
Toxodontidae
Toxodontinae
Toxodon
Wissenschaftlicher Name
Toxodon
Owen, 1837

MerkmaleBearbeiten

Toxodon erreichte ein Lebendgewicht von bis zu zwei Tonnen und eine Gesamtlänge von über 2,7 Metern. Die Schulterhöhe betrug ca. 1,50 Meter. Damit ähnelte Toxodon einem schweren Nashorn mit einem Flusspferd-ähnlichen Kopf. Nasale Öffnungen am Kopfteil des Schädels weisen auf eine gut entwickelte Schnauze hin. Der Körper war tonnenförmig und lässt auf umfangreiche Verdauungsapparate schließen. Ähnlich wie bei heutigen Nashörnern besaß es kurze, aber muskulöse Beine, die dreizehig endeten. Die Schneidezähne standen hervor und dienten wahrscheinlich dem Abreißen von Blättern.

LebensweiseBearbeiten

Gewöhnlich geht man davon aus, dass Toxodon ähnlich wie ein heutiges Flusspferd halb-aquatisch lebte, da die Nüstern und Augen relativ weit oben am Kopf saßen und die Gliedmaßen relativ kurz waren. Die hochkronigen Zähne deuten auf einen Grasfresser hin, was durch Ergebnisse aus Studien anhand von Kohlenstoffisotopen unterstützt wird.[1] Die ähnliche Gattung Mixotoxodon kam im Pleistozän im Norden Südamerikas und in Mittelamerika vor.

ArtenBearbeiten

Verschiedene Arten sind aus dem Pleistozän bekannt. Aus dem frühes bis mittleres Pleistozän ist T. ensenadensis belegt, während im Lujanian gleich mehrere Arten existiert haben dürften. T. platensis, T. burmeisteri, T. darwinii, T. paradoxus, T. bilobidens, T. gracilis and T. gezi werden bisweilen als valide Arten dieses Abschnitts betrachtet, obwohl offenbar nur T. platensis and T. burmeisteri bis in das späte Lujanian existierten.[2]

LiteraturBearbeiten

  • David Lambert: Lexikon der Dinosaurier und anderer Tiere der Urzeit. Dorling Kindersley, München 2002, ISBN 3-8310-0342-4.

WeblinksBearbeiten

Commons: Toxodon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. B. J. MacFadden and B. J. Shockey, (1997). Ancient feeding ecology and niche differentiation of Pleistocene mammalian herbivores from Tarija, Bolivia: morphological and isotopic evidence. Palaeobiology 23(1):77-100.
  2. M. Bond, Quaternary native ungulates of South America; a synthesis. In: J. Rabassa and M. Salemme, Editors, Quaternary of South America and Antarctic Peninsula vol. 12, A.A. Balkema, Rotterdam (1999), pp. 177–205.