Toravorlesung

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Die Toravorlesung[1] (hebräisch קְרִיאַת הַתּוֹרָה Kriat haTora) besteht aus unterschiedlichen Abschnitten mit Gebeten und Handlungen. Sie gliedert sich in die Zeit vor, während sowie nach der Vorlesung der Tora und schließlich den Abschnitt beim Zurückbringen der Tora in den Toraschrein.

GliederungBearbeiten

Vor der ToravorlesungBearbeiten

In der sephardischen Tradition wird die Tora vor der Toravorlesung angehoben. Dies wird als Levantar (hebräisch לֶבַנְטר) bezeichnet. Zudem werden die Birchot haTora (hebräisch בִּרְכוֹת הַתּוֹרָה) – Segenssprüche für Alija laTora – vorgetragen. Es ist der einleitende Segensspruch, die Vor-Berache.

Der zur Lesung aufgerufene oleh (hebräisch עוֹלֶה) sagt:

בָּרֲכוּ אֶת־יהוה הֵמבוֹרָךְ׃

  

– Siddur[2]

Barachu et-Adonai ha-Meworach.

„Segnet Gott, den gesegnet werdenden!“

Die Gemeinde antwortet mit dem traditionellen Segen:

בּרוּךְ יהוה הֵמבוֹרָךְ לְעוֹלָם וָעֶד׃

  

– Siddur[2]

Baruch Adonai ha-Meworach l’olam Wa’ed.

„Gesegnet sei Gott, der gesegnet werdende, in aller Ewigkeit.“

Während der ToravorlesungBearbeiten

Während der Toravorlesung trägt der Vorbeter eine Parascha (hebräisch פָּרָשָׁה) laut vor,[3] der zur Toralesung Aufgerufene oleh (hebräisch עוֹלֶה) liest leise mit. Der oleh wiederholt anschließend den Segen, der von der Gemeinde gesprochen wurde, und sagt dann:

בּרוּךְ אֵתָּה יהוה אֱלֹהֵינוּ מֶלֶךְ הָעוֹלָם׃ \ אֲשֶׁר בָּחַר בָּנוּ מִכָּל הָעַמִּים וְנָתַן־לָנוּ אֶת־תּוֹרָתוֹ׃ \ בָּרוּךְ אַתָּה יהוה נוֹתֵן הַתּוֹרָה׃

  

– Siddur[2]

Baruch atah Adonai, Elohejnu melech ha’olam. / Ascher bachar-banu mi-Kol-ha’amim we'noten-lanu et-torato. / Baruch atah Adonai, noten ha-torah.

„Gesegnet sei Gott, der gesegnet werdende, in aller Ewigkeit. / Gesegnet seist Du, Gott unser Gott, König der Welt, der aus allen Völkern uns erwählt und seine Lehre uns gegeben hat. / Gesegnet seist Du, Gott, Geber der Lehre.[2]

Nach der ToravorlesungBearbeiten

Nach der Toravorlesung werden erneut die Birchot haTora (hebräisch בִּרְכוֹת הַתּוֹרָה) – Segenssprüche für Alija laTora – vorgetragen. Es ist nun der abschließende Segensspruch, die Nach-Berache:

בּרוּךְ אֵתָּה יהוה אֱלֹהֵינוּ מֶלֶךְ הָעוֹלָם׃ \ אֱשֶׁר נָתַן־לָנוּ תּוֹרַת אֶמֶת׃ \ וְחיֵי עוֹלָם נָטֵע בְּתוֹכֵנוּ׃ \ בָּרוּךְ אַתָּה יהוה נוֹתֵן הַתּוֹרָה

  

– Siddur[2]

Baruch atah Adonai, Elohejnu melech ha’olam. / Ascher natan-lanu Torat emet. / We’chaiej olam nate be-Tochenu. / Baruch ata Adonai, noten ha-torah.

„Gesegnet seist Du, Gott unser Gott, König der Welt, / der uns die Lehre der Wahrheit gegeben / und das ewige Leben in unsere Mitte gepflanzt, / gesegnet seist du, Gott, Geber der Lehre.[2]

Nach der Toravorlesung betet der Vorbeter das Halbe Kaddisch, auch Chatzi Kaddisch (hebräisch חֲצִי קַדִּישׁ) oder (hebräisch קַדִּישׁ לְעֵילָא) genannt. Anschließend wird die Torarolle durch den Magbiah („Heber“) emporgehoben. Das Emporheben der Tora wird als Hagbaha (הַגְבָּהָה) beschrieben. Die Gemeinde spricht:[4]

וְזֹאת הַתּוֹרָה אֲשֶׁר שָׂם מֹשֶׁה לִפְנֵי בְּנֵי יִשְׂרָאֵל, עַל-פִּי יְהוָה בְּיַד-מֹשֶׁה
עֵץ-חַיִּים הִיא לַמַּחֲזִיקִים בָּהּ וְתֹמְכֶיהָ מְאֻשָּׁר. דְּרָכֶיהָ דַרְכֵי-נֹעַם וְכָל-נְתִיבוֹתֶיהָ שָׁלוֹם. אֹרֶךְ יָמִים בִּימִינָהּ בִּשְׂמֹאולָהּ עֹשֶׁר וְכָבוֹד׃

  

– Siddur[2]

We-sot hat-tora ascher sam mosche lifneij bneij Jisrael, al pi Adonai be-jad mosche.
Etz chaim hi la-machasikim ba we-tomchäja me’uschar. derachäja darchej noam we-chol netiwotäjah schalom. Oräch jamim bimina bi-smola oschär we-chawod.

„Und dies ist die Lehre, welche Mosche niedergelegt hat vor Jisraels Söhnen, auf Gottes Ausspruch durch Mosche.
Ein Baum des Lebens ist sie denen, die sich an ihr halten, und die sie festigen sind ein beglückter Kreis. Wege der Anmut sind ihre Wege und alle ihre Pfade Frieden. Lebensdauer ist in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichthum und Ehre. Gott will es um seiner Gerechtigkeit willen, daß er der Lehre immer mehr Größe und Herrlichkeit verleiht.[2]

Der Birkat haGomel (hebräisch בִּרְכַּת הַגּוֹמֵל, Segensspruch des Gomel) erfolgt, wenn sich der Aufgerufene vor kurzem in Todesgefahr befunden hat, so bei schwerer Krankheit, Operation, im Flugzeug oder in Gefangenschaft.

Nach der aschkenasischen Tradition rollt nun der Golel („Roller“) die Tora ein. Dieser Vorgang wird als Gelila (גְּלִילָה) beschrieben. Es wird nun die Hülle aufgesetzt sowie mit Schärpe, Krone oder anderen Verzierungen geschmückt.

Nach dem Kaddisch – an Tagen, an denen aus einem Buch der Nevi’im (Propheten) vorgelesen wird, – gibt es eine letzte Alija laTora durch den Maftir (hebräisch מַפְטִיר), so am Shabbat (samstags) und Jom Tow (Feiertag) sowie an den Nachmittagen von Fastentagen und Jom Kippur. Der Maftir trägt Verse vor und beschreibt die Opfer im Tempel in Jerusalem.

Bevor die Tora zurück in den Toraschrein gebracht wird, schließt die Toravorlesung mit der Haftara (hebräisch הַפְטָרָה), einer Lesung aus einem Buch der Nevi’im, ab. Dies geschieht an Shabbat (samstags) und Jom Tow (Feiertag) sowie an den Nachmittagen von Fastentagen und Jom Kippur.

Beim Zurückbringen in den ToraschreinBearbeiten

Beim Einheben der Tora in den Schrein wird folgendes Gebet gesprochen:

יְהַלְלוּ אֶת-שֵׁם יְהוָה כִּי-נִשְׂגָּב שְׁמוֹ לְבַדּוֹ הוֹדוֹ עַל-אֶרֶץ וְשָׁמָיִם וַיָּרֶם קֶרֶן לְעַמּוֹ, תְּהִלָּה לְכָל-חֲסִידָיו, לִבְנֵי יִשְׂרָאֵל, עַם קְרֹבו הַלְלוּ־יָהּ׃

  

– Siddur[2]

Jehallelu ät-schem Adonai ki nischgaw schemo lewado hodu al eretz we-schamim wa-jaräm keren le-amo, tehila le-chol-chasidaw liwneji jisrael, ahm krowo, hallaluja.

„Spreche man den Namen Gott in Thatenlob aus, daß sein Namen allein hocherhaben, seine Majestät über Erde und Himmel sei! Wenn er seinem Volke das Horn erhob, ist es Thatenlob für alle Ihm in Liebe sich hingebenden, Jisraels Söhnen nur als dem ihm von je nahen Volke, Hallaluja.[2]

Siehe auchBearbeiten

Andere Religionen

WeblinksBearbeiten

Commons: Hagbah and Glila – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Haftarah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

LiteraturBearbeiten

  • Gidon Rothstein: Women’s Aliyyot in Contemporary Synagogues. In: Tradition. 39, no. 2, Human Sciences Press, New York 2006, OCLC 108964028, S. 36–58.
  • Joel B. Wolowelsky: On Kohanim and Uncommon Aliyyot. In: Tradition. 39, no. 2, Human Sciences Press, New York 2006, OCLC 108964033, S. 59–65.
  • Kerry M. Olitzky, Marc Lee Raphael: An encyclopedia of American synagogue ritual. Greenwood Press, Westport 2000, OCLC 42752822.
  • Macy Nulman: The encyclopedia of Jewish prayer: Ashkenazic and Sephardic rites. Jason Aronson, Northvale (N.J.) 1993, s.v. Birkat Hatorah, OCLC 26720618, S. 106.
  • Adin-Even Israel (Steinsalz): A guide to Jewish prayer. Schocken Books, New York 2000, OCLC 43589085, S. 259.
  • Ze’ev Greenwald: Shaarei halachah: a summary of laws for Jewish living. Feldheim Publications, New York 2000, OCLC 45603980, S. 76–77.
  • Bernard S. Jacobson: The Sabbath service: an exposition and analysis of its structure, contents, language and ideas. „Sinai“ Publications, Tel Aviv 1981, OCLC 8247881, S. 264.
  • Nosson Scherman, Meir Zlotowitz, Sheah Brander: The complete ArtScroll Siddur: weekday, Sabbath, festival: nusach Ashkenaz. Mesorah Publications, Brooklyn 1987, OCLC 471780387, S. 1041 (Laws of Prayer, Nr. 103–104)
  • Alexander Marx, Amram ben Sheshna: Untersuchungen zum Siddur des Gaon R[av] Amram [ca. 875] (עמרם בן ששנה). M. Poppelauer, Berlin 1908, OCLC 27391588.
  • Joseph H. Hertz: The authorised daily prayer book. Bloch Publications, New York 1955, OCLC 13326700, S. 486.
  • Israelitische Cultusgemeinde Zürich (Hrsg.): Siddur schma kolenu. Verlag Morascha, Basel 2011, OCLC 884483697 (Übersetzung von Joseph Scheuer, Textbearbeitung Albert Richter, Redaktion und Konzept Edouard Selig).
  • Samson Raphael Hirsch: Siddûr tefillôt Yiśrāʾēl, Israels Gebete. hebräisch סִדּוּר תְּפִלּוֹת יִשְׂרָאֵל. I. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1921, OCLC 18389019 (archive.org [abgerufen am 23. Mai 2018]).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Siddur schma kolenu. Basel 2011, S. 80 [Toravorlesung].
  2. a b c d e f g h i j Samson Raphael Hirsch: Siddûr tefillôt Yiśrāʾēl, Israels Gebete. S. 186f.
  3. Siddur schma kolenu. Basel 2011, S. 80, 81ff. [Toravorlesung].
  4. Siddur schma kolenu. Basel 2011, S. 81 [Toravorlesung].