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Tony Woodcock

englischer Fußballspieler

Anthony Stewart „Tony“ Woodcock (* 6. Dezember 1955 in Eastwood, Nottinghamshire) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler, der in den späten 1970er Jahren mit Nottingham Forest die englische Meisterschaft und den Europapokal der Landesmeister gewann und danach auch in Deutschland spielte. Dort arbeitete er in den 1990er Jahren auch kurzzeitig als Trainer, bevor er sich als Spielerberater und -vermittler engagierte.

Tony Woodcock
Personalia
Name Anthony Stewart Woodcock
Geburtstag 6. Dezember 1955
Geburtsort Eastwood, NottinghamshireEngland
Größe 178 cm
Position Stürmer
Junioren
Jahre Station
Nottingham Forest
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1974–1979 Nottingham Forest 129 (36)
1976 → Lincoln City (Leihe) 6 0(2)
1976 → Doncaster Rovers (Leihe) 4 0(1)
1979–1982 1. FC Köln 81 (28)
1982–1986 FC Arsenal 131 (56)
1986–1988 1. FC Köln 50 (11)
1988–1990 SC Fortuna Köln 37 0(5)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1978–1986 England 42 (16)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1990–1991 SC Fortuna Köln
1992–1994 SC Brück
1994 VfB Leipzig
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Inhaltsverzeichnis

Sportlicher WerdegangBearbeiten

Nottingham ForestBearbeiten

Tony Woodcock begann seine Laufbahn in der Heimat bei Nottingham Forest, er unterschrieb dort im Januar 1974 seinen ersten Profivertrag. Zunächst konnte er sich jedoch nicht durchsetzen; er wurde im Februar 1976 kurzfristig an Lincoln City und im September desselben Jahres an die Doncaster Rovers ausgeliehen. Der legendäre Trainer Brian Clough berief ihn anlässlich des Anglo-Scottish Cups in die erste Mannschaft; es wird gemutmaßt, dass dabei eine Rolle gespielt haben könnte, die künftige Transfer- oder Ablösesumme des Spielers zu steigern.[1] Die Leistung des antrittsschnellen und ballsicheren Stürmers gegen den FC Kilmarnock war dann jedoch so gut, dass sich Woodcock (30 Spiele/11 Tore) in der Saison 1976/77 zu einer wichtigen Stütze entwickelte, eine gute Angriffsformation mit Peter Withe bildete und so maßgeblich am Aufstieg in die First Division beteiligt war. Es folgte in der Spielzeit 1977/78 der überraschende Gewinn der englischen Meisterschaft und ein Jahr später krönte er seine Laufbahn in Nottingham mit dem Triumph im Europapokal der Landesmeister 1978/79; den Weggang von Peter Withe kompensierte die Mannschaft optimal und Woodcock harmonierte mit Garry Birtles ähnlich gut. Dabei besiegte das Team im Halbfinale zunächst den 1. FC Köln und danach im Endspiel in München den schwedischen Vertreter Malmö FF mit 1:0.

Bereits ein Jahr vor diesem großen Erfolg hatte sich Woodcock auch in die englische Nationalmannschaft gespielt und am 16. Mai 1978 beim 1:0-Sieg gegen Nordirland seinen Einstand gegeben. Er sollte auf insgesamt 42 Länderspiele für England kommen, dabei 16 Toren erzielen und an der EM 1980 in Italien sowie an der WM 1982 in Spanien teilnehmen. Nennenswerte Erfolge waren ihm dabei jedoch nicht beschieden und nach dem vorzeitigen EM-Aus Englands in der Vorrunde scheiterte er mit seinem Team bei der Weltmeisterschaft in der zweiten Finalrunde an Deutschland und an der Auswahl des Gastgebers.

1. FC KölnBearbeiten

Nachdem Woodcock im europäischen Landesmeisterhalbfinale dem gegnerischen Trainer Hennes Weisweiler positiv aufgefallen war, wechselte er im Oktober 1979 für die damalige Rekordablöse von 2,5 Millionen DM zum 1. FC Köln. Woodcock war damit 1979 der zweite englische Nationalspieler nach Kevin Keegan, der in Deutschland spielte, und der erste Engländer in den Reihen der Kölner Geißböcke überhaupt. In den drei Spielzeiten bis 1982 erreichte er zunächst 1980 das Endspiel im DFB-Pokal, ein Jahr später das Halbfinale des UEFA-Pokals und wurde 1982 die Deutscher Vizemeister. In insgesamt 81 Ligaspielen schoss Woodcock für den 1. FC Köln 28 Tore – daneben kam er in 20 DFB- und Europapokalspielen zum Einsatz.

FC ArsenalBearbeiten

Nach der WM-Endrunde 1982 in Spanien wechselte Woodcock für 500.000 Pfund zum FC Arsenal. Dort war er in den anschließenden vier Spielzeiten jeweils bester Vereinstorschütze; in seiner besten Saison 1983/84 erzielte er 21 Treffer. Er schoss alleine in der Partie gegen Aston Villa fünf Treffer und stellte damit einen Klubrekord auf für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.[2] Eine schwere Verletzung im Jahr 1985 sorgte für eine längere Pause. Aber vor allem die Ankunft von George Graham als neuer Arsenal-Trainer sorgte dafür, dass die Karriere des inzwischen 30-jährigen Woodcocks in London 1986 ihr Ende fand. Nach 68 Toren in 169 Partien für die „Gunners“ eröffnete Graham dem zuvor erfolgreichen Stürmer, dass er bei seinen Umbauplänen keine Rolle mehr spielen sollte.

Zurück in Köln: FC und FortunaBearbeiten

Woodcock kehrte für die Ablösesumme von 500.000 D-Mark[3] nach Deutschland zurück, um erneut für den 1. FC Köln zu spielen. Er absolvierte weitere 50 Bundesligaspiele, bevor er seine Laufbahn nach einem dritten Platz in der Saison 1987/88 schließlich in der 2. Fußball-Bundesliga beim Lokalrivalen SC Fortuna Köln mit fünf Toren in 37 Spielen 1990 ausklingen ließ.

Nach der aktiven LaufbahnBearbeiten

Nach seiner aktiven Laufbahn versuchte sich Woodcock als Trainer. Dabei betreute er nach seinem Engagement beim SC Brück mit nur mäßigem Erfolg den VfB Leipzig in der 2. Bundesliga. Von Juli 2001 bis Mai 2002 arbeitete Woodcock als Sportdirektor für Eintracht Frankfurt, danach war er in Deutschland als Spielerberater und Vermittler tätig.

ErfolgeBearbeiten

  • Europapokalsieger der Landesmeister: 1979
  • Englischer Meister: 1978
  • League-Cup-Sieger: 1978 und 1979
  • Charity-Shield-Sieger: 1978
  • Englands Fußballer des Jahres (Jungprofi; Spielerwahl): 1978

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Hardt, Thomas Hohndorf, Bruno Morbitzer u. a. Hennes & Co. – Die Geschichte des 1. FC Köln (S.323,336), Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-470-7

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Legends of the past“ (Memento vom 13. Oktober 2007 im Internet Archive) (Nordic Chris)
  2. „Arsenal's A to Z – W is for...“ (Memento vom 23. Oktober 2006 im Internet Archive) (Arsenal.com)
  3. kicker Sportmagazin Nr. 6/3. Wo; 12. Januar 1987, S. 33