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Tomas Walsh Leichtathletik

Tomas Walsh Portland 2016.jpg
Tomas Walsh 2016 in Portland

Nation NeuseelandNeuseeland Neuseeland
Geburtstag 1. März 1992 (27 Jahre)
Geburtsort Timaru, Neuseeland
Größe 185 cm
Gewicht 121 kg
Karriere
Disziplin Kugelstoßen
Bestleistung 22,67 m Sport records icon NR.svg
Verein South Canterbury Coaches
Trainer Ian Baird, Andrew Maclennan
Nationalkader seit 2009
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Hallenweltmeisterschaften 2 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Commonwealth Games 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
0Bronze0 Rio de Janeiro 2016 21,36 m
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
0Gold0 London 2017 22,03 m
Logo der IAAF Hallenweltmeisterschaften
0Gold0 Birmingham 2018 22,31 m
0Gold0 Portland 2016 21,78 m
0Bronze0 Sopot 2014 21,26 m
Logo der Commonwealth Games Federation Commonwealth Games
0Gold0 Gold Coast 2018 21,41 m
0Silber0 Glasgow 2014 21,19 m
letzte Änderung: 9. April 2018

Tomas „Tom“ Walsh (* 1. März 1992 in Timaru) ist ein neuseeländischer Leichtathlet, der sich auf das Kugelstoßen spezialisiert hat.

Inhaltsverzeichnis

Sportliche LaufbahnBearbeiten

Frühe JahreBearbeiten

Walsh begann im Alter von sieben oder acht Jahren an Kugelstoß- und Diskuswurfwettbewerben teilzunehmen. Er war außerdem ein talentierter Cricket-Spieler und erhielt ein sechsmonatiges Sportlerstipendium am renommierten Winchester College in England. Nachdem er trotz vergleichsweise geringem Trainingsumfang neuseeländischer Jugendmeister mit der Kugel und dem Diskus geworden war, konzentrierte er sich jedoch fortan zunehmend auf die Leichtathletik.[1] Bei den Jugendweltmeisterschaften 2009 in Brixen belegte er den sechsten Platz im Kugelstoßen. Dagegen verpasste er bei den Juniorenweltmeisterschaften 2010 im kanadischen Moncton den Einzug ins Finale. Den Sieg holte sein Landsmann und späterer Dauerrivale Jacko Gill.

2012 gewann Walsh die neuseeländischen Meisterschaften im Kugelstoßen und belegte im Diskuswurf den dritten Platz.[2] Im folgenden Jahr verteidigte er seinen Titel erfolgreich und siegte dieses Mal auch mit dem Diskus.[3] Nachdem er 2013 bereits mehrfach die 20-Meter-Marke im Kugelstoßen überboten hatte, entriss er Gill im Dezember mit einem Stoß auf 20,61 m den neuseeländischen Rekord.[4]

Aufstieg in die WeltspitzeBearbeiten

Der internationale Durchbruch gelang ihm bei den Hallenweltmeisterschaften 2014 im polnischen Sopot. Dort gewann er hinter dem US-Amerikaner Ryan Whiting und dem Deutschen David Storl überraschend die Bronzemedaille.[1] Mit seiner Weite von 21,26 m übertraf er den ozeanischen Hallenrekord des Australiers Scott Martin um 43 Zentimeter und stellte zugleich dessen Freiluftrekord ein.[5] Zwei Wochen später steigerte er seine Freiluftbestleistung in Melbourne auf 21,16 m und verbesserte damit seinen eigenen neuseeländischen Rekord um 55 Zentimeter.[6] Bei den neuseeländischen Meisterschaften in Wellington Ende März schlug er Jacko Gill deutlich und sicherte sich den fünften Titelgewinn in Folge.[7] Ende Juli gewann er bei den Commonwealth Games in Glasgow mit 21,19 m hinter dem Jamaikaner O’Dayne Richards (21,61 m) die Silbermedaille.

2015 wurde Walsh Anfang März zum sechsten Mal in Folge neuseeländischer Meister.[8] Mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 21,37 m zwei Wochen später beim World Challenge Meeting in Melbourne setzte er sich vorübergehend an die Spitze der Weltjahresbestenliste.[9] Im Juli gelang ihm beim Werfertag in Mutterstadt eine weitere Steigerung auf 21,50 m.[10] Bei den Weltmeisterschaften in Peking wurde er mit einer neuerlichen Bestleistung von 21,58 m Vierter. Eine Woche später übertraf er diese Leistung bei der IAAF World Challenge in Zagreb um vier Zentimeter und stieß 21,62 m.[11]

 
Tomas Walsh (links) bei den Olympischen Spielen 2016

2016 feierte Walsh mit seinem Sieg bei den Hallenweltmeisterschaften in Portland seinen ersten Titelgewinn bei internationalen Meisterschaften. Im Wettkampfverlauf steigerte er seine Hallenbestleistung dreimal auf letztlich 21,78 m.[12] Auch in der Freiluftsaison zeigte er mit zweiten Plätzen beim Shanghai Golden Grand Prix, beim Prefontaine Classic und bei den London Anniversary Games sowie einem Sieg bei der DN Galan in Stockholm konstant gute Leistungen. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gewann er mit 21,36 m die Bronzemedaille hinter den beiden US-Amerikanern Ryan Crouser (22,52 m) und Joe Kovacs (21,78 m).[13] Neun Tage später traf er beim Meeting de Paris erneut auf Crouser und Kovacs und setzte sich dieses Mal mit einem neuen Ozeanienrekord von 22,00 m durch.[14] Eine weitere Steigerung gelang ihm fünf Tage später bei der Weltklasse Zürich. Hier siegte er mit 22,20 m und gewann damit zugleich die Disziplinenwertung in der IAAF Diamond League.[15]

Zu den Weltmeisterschaften 2017 reiste Walsh zwar als Medaillenkandidat an, aber als Favoriten auf den Sieg galten weiterhin die US-Amerikaner Crouser und Kovacs.[16] Nachdem er bereits in der Qualifikation mit 22,14 m überzeugte, übertraf er jedoch auch im Finale als einziger Athlet die 22-Meter-Marke und siegte mit 22,03 m klar vor Kovacs (21,66 m) und dem Kroaten Stipe Žunić (21,46 m). Obwohl alle Finalteilnehmer hinter ihren Saisonbestleistungen zurückblieben, übertrafen erstmals in der Geschichte sieben Stoßer 21 Meter im selben Wettkampf.[17]

Bei den Hallenweltmeisterschaften 2018 in Birmingham verteidigte Walsh seinen Titel erfolgreich und erzielte mit seiner Siegesweite von 22,31 m einen neuen Meisterschaftsrekord. Am 25. März 2018 steigerte er in Auckland seine Bestleistung auf 22,67 m und rückte damit auf den sechsten Rang in der ewigen Weltbestenliste vor.[18] Bei den Commonwealth Games in Goald Coast Anfang April feierte er seinen nächsten Titelgewinn. Im Finale reichten ihm 21,41 m zum Sieg, nachdem er am Vortag in der Qualifikation noch mit 22,45 m einen Commonwealth-Games-Rekord gestoßen hatte.[19] Weitere Siege gelangen ihm unter anderem bei den Bislett Games in Oslo und bei der Athletissima in Lausanne sowie beim Diamond-League-Finale in Zürich.[20]

BestleistungenBearbeiten

  • Kugelstoßen: 22,67 m, 25. März 2018, Auckland (Ozeanienrekord)
    • Halle: 22,31 m, 3. März 2018, Birmingham (Ozeanienrekord)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tomas Walsh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Steve Landells: Tom Walsh - New Zealand's massive shot put talent (englisch) IAAF. 10. April 2014. Abgerufen am 10. April 2014.
  2. Athletics New Zealand - 23/03/2012 to 25/03/2012 Track and Field Championships 2012 Douglas Track & Field Waitakere Results. (PDF 342 kB) Athletics New Zealand, 30. März 2012, archiviert vom Original am 13. April 2014; abgerufen am 26. April 2018 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  3. Athletics New Zealand 2013 Track& Field Champ Mt Smart - Auckland Results. (PDF 177 kB) Athletics New Zealand, 26. März 2013, archiviert vom Original am 13. April 2014; abgerufen am 26. April 2018 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  4. Len Johnson: Shot putter Walsh shares spotlight with distance runners at Zatopek:10 (englisch) IAAF. 12. Dezember 2013. Abgerufen am 12. April 2014.
  5. Tom Walsh claims brilliant bronze for NZ (englisch) stuff.co.nz. 8. März 2014. Abgerufen am 10. April 2014.
  6. Athletics: Walsh breaks another NZ record (englisch) The New Zealand Herald. 23. März 2014. Abgerufen am 12. April 2014.
  7. Tom Walsh beats Jacko Gill for shot put crown (englisch) stuff.co.nz. 29. März 2014. Abgerufen am 12. April 2014.
  8. Tom Walsh wins New Zealand national shot put title (englisch) stuff.co.nz. 8. März 2015. Abgerufen am 26. Juli 2015.
  9. Olympiasieger Rudisha und Pearson mit Top-Zeiten. Süddeutsche Zeitung. 21. März 2015. Abgerufen am 26. Juli 2015.
  10. Tom Walsh throws personal best in Germany (englisch) stuff.co.nz. 26. Juli 2015. Abgerufen am 26. Juli 2015.
  11. Kiwi shot putter Tom Walsh wins Zagreb World Challenge with another personal best (englisch) stuff.co.nz. 8. September 2015. Abgerufen am 19. März 2016.
  12. Silke Morrissey: Neuseeland feiert Tom Walsh - Tobias Dahm Achter. leichtathletik.de. 19. März 2016. Abgerufen am 19. März 2016.
  13. Phil Minshull: Report: men's shot put final – Rio 2016 Olympic Games (englisch) IAAF. 19. August 2016. Abgerufen am 20. August 2016.
  14. Thomas Byrne: Walsh prevails in thrilling Paris shot put battle – IAAF Diamond League (englisch) IAAF. 27. August 2016. Abgerufen am 29. August 2016.
  15. Jon Mulkeen: Walsh sends shot flying to 22.20m in Zurich – IAAF Diamond League (englisch) IAAF. 1. September 2016. Abgerufen am 4. September 2016.
  16. Emily Moss: Preview: men's shot put – IAAF World Championships London 2017 (englisch) IAAF. 30. Juli 2017. Abgerufen am 7. August 2017.
  17. Emily Moss: Report: men's shot put final – IAAF World Championships London 2017 (englisch) IAAF. 6. August 2017. Abgerufen am 7. August 2017.
  18. Jon Mulkeen: Walsh blasts Oceanian shot put record of 22.67m in Auckland (englisch) IAAF. 25. März 2018. Abgerufen am 26. März 2018.
  19. Len Johnson: Walsh dominates shot put, Simbine and Ahye take 100m titles - Commonwealth Games day 2 (englisch) IAAF. 9. April 2018. Abgerufen am 14. April 2018.
  20. Mike Rowbottom: Dominant Hofmann wins javelin in Zurich – IAAF Diamond League (englisch) IAAF. 30. August 2018. Abgerufen am 1. September 2018.