Tocco (Adelsgeschlecht)

Adelsgeschlecht

Die Familie Tocco (auch de Tocco, di Tocco oder de Tocchi, griechisch Τόκκοι) ist eine neapolitanische Adelsfamilie,[3] die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in der Provinz Benevent in der heutigen Region Kampanien auftaucht.

Wappen der Tocco delle Onde[1]
Wappen der Tocco delle Bande[2]

HerkunftBearbeiten

Die Herkunft der Familie bleibt aufgrund der fehlenden Dokumentation unklar, obwohl fast alle Autoren der Vergangenheit davon ausgehen, dass sie germanischen Ursprungs ist und eine sagenumwobene unwahrscheinliche königliche gotische[4] oder longobardische Abstammung nahelegen.[3] Wahrscheinlicher ist, dass der Stammvater mit Friedrich II. nach Italien kam.

Die Tocci, die sich in zwei Hauptzweige unterteilte:„Tocco delle Onde“ und „Tocco delle Bande“, gehörte in Neapel zum „großen Adel“, wo sie zum Patriziat der Seggi[Anm. 1] di Capuana[5] und Nido[6] gehörten.[3]

NameBearbeiten

Der Familienname bezieht sich wahrscheinlich auf den Besitz der Burg von Tocco Caudio in der Provinz Benevento in Kampanien.

Die nicht immer zuverlässigen „Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten“ III, 594 zeigen über ein Dutzend Personen mit dem Nachnamen Tocco, die im 13. und 14. Jahrhundert in Neapel und Melfi lebten und in einigen Fällen Beziehungen untereinander aufweisen. Drei Generationen der Familie Tocco sind in Süditalien im 13. Jahrhundert als Herren der Burg Buonalbergo vertreten. Allerdings ist nicht bekannt, ob es sich um direkte Vorfahren der Familie Tocco handelte, die später auf die Ionischen Inseln zogen.[7]

Der unter den Albanern Kalabriens (Arbëresh) berühmte Familienname Tocci erinnert an die Tocco, die keine Albaner waren aber in ihren Gebieten im Osten, die sich zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert von den Ionischen Inseln bis in den Nordwesten Griechenlands und an die Küste der Insel Peloponnes erstreckten, zahlreiche albanische Untertanen und Soldaten hatten.[8] Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie zusammen mit Leonardo III. Tocco 1479 ins Königreich Neapel flüchteten.

GeschichteBearbeiten

In den letzten Tagen des Aufenthalts Kaiser Friedrichs II. in Deutschland (zwischen 1235 und 1237) wird ein Guglielmo (Wilhelm) [di Tocco] genannt.[9] Wir wissen auch, dass Guglielmo I. († 1275) im Jahr 1244 „Cancelliere“ von Kaiser Friedrich II. war, einige Lehen in Apulien[10] und die Burg von Tocco Caudio in der Provinz Benevento in Kampanien besaß. Das 1253 von König Konrad IV. erhaltenen Privileg über die Burg verfügen zu können, wurde in der angevinischen Zeit (1266–1282) aufgehoben.[11]

 
Lage der Inselgruppe Ionische Inseln

Die Tocci waren treue Helfer der angiovinischen Monarchie in Neapel, so dass sie im 14. Jahrhundert sehr einflussreich auf den Ionischen Inseln waren.

Guglielmo II. ToccoBearbeiten

1294 erhielt Philipp I., Fürst von Tarent, von seinem Vater Karl II. von Anjou, König von Neapel, die Suzeränität über das Fürstentum Achaia, das Herzogtum Athen und das Regnum Albaniae, die angevinischen Rechte und Ansprüche auf Thessalien[12] und Romania und die angiovinischen Besitzungen Korfu und Buthroton gegen einen Jahreszins von „sechs Sammetgewändern“.[13] 1330/31 wird Guglielmo II. Tocco im Namen des Hauses Anjou als Gouverneur und Magister Massarius (Verwalter des Grundbesitzes) von Korfu erwähnt.[14]

Guglielmos Nachkommen herrschten als Pfalzgrafen von Kefalonia, Herren von Montemiletto und später auch über Teile des Despotats Epirus.[10]

Pietro II. und Leonardo I. ToccoBearbeiten

 
Pietra di Tocco mit den Ruinen der San-Michele-Kapelle und eines Bauernhofes

Am 3. November 1347 fiel Ludwig I. von Ungarn in das Königreich Neapel ein, um seinen ermordeten Bruder zu rächen. Während es Königin Johanna I. von Neapel gelang, mit ihrem zweiten Ehemann Ludwig von Tarent aus Neapel zu fliehen und in Avignon Zuflucht zu suchen,[15] wurde Ludwigs Bruder, Robert von Tarent (Fürst von Tarent, Regnum Albaniae und Achaia, sowie Titularkaiser von Konstantinopel aus dem älteren Haus Anjou) in Aversa gefangen genommen und 1348 nach Ungarn verbracht. Pietro und sein Bruder Leonardo I. liehen für die Freilassung des Fürsten aus der ungarischen Gefangenschaft Geld. Aus einem Brief von Margherita von Tarent (Schwester von Robert und Ludwig von Tarent) vom 25. Juli 1350 (?) ergeht, dass Pietro nach Ungarn entsendet wurde, um die Befreiung des Fürsten zu verhandeln.[16]

Als er im März 1352 freigelassen wurde,[17] erhielt der Sohn von Guglielmo II. Tocco, Pietro II., der an Roberts Befreiung „hart“ mitgearbeitet hatte, laut Privileg aus dem Jahr 1353, die Lehen Martina, Gualda (Gebiet von Martina Franca) und Santa Maria della Vetrana (heute Avetrana) in der Provinz Tarent, Pomigliano d’Arco in der Metropolitanstadt Neapel und einige Güter auf Korfu. Am 26. September 1353[18] erhielt sein Bruder Leonardo I.[Anm. 2] die Baronie Tocco, Vitulano, Casafolese und Pietra di Tocco[Anm. 3][19] in der Nähe von Tocco Caudio.[20]

 
Pfalzgrafschaft Kefalonia, Ithaka und Zakynthos (1388)[21]

Als Königin Johanna 1364 Pietro II. die Privilegien bestätigte, wurde dieser außerdem 1. Graf von Martina.[20] In Martina Franca gibt es heute noch "Via Pietro del Tocco".

Robert, der den Wunsch hatte das Reich von Konstantinopel für seine Mutter, Katharina von Valois-Courtenay, Titularkaiserin von Konstantinopel, zurückzuerobern, begab sich mit den beiden Tocco-Brüdern 1353/54 nach Griechenland, wo es ihnen gelang Korfu, Kefalonia, Zakynthos, Ithaka, Arta, die Festung Vonitsa und andere Orte auf dem Festland von Morea unter ihre Kontrolle zu bringen. Robert betitelte sich selbst als Herzog von Lefkada und machte Leonardo I. Tocco 1357 zum 1. Pfalzgrafen von Kefalonia. Während Leonhard als Generalkapitän zurückblieb, kehrten Robert und Pietro II. 1364 nach Neapel zurück. Robert von Tarent starb am 17. September 1364 in Neapel.

Leonhard gehörte zu den Gesandten, die sich 1374 nach Neapel begaben, um der Königin Johanna I., nach dem Tod von Philipp II. von Tarent das Fürstentum Achaia anzubieten.[22]

Die Herren von MontemilettoBearbeiten

Guglielmo III., Sohn von Pietro II. kaufte um 1383 von König Karl III. das Lehen von Montemiletto mit Cerreto (heute Contrada von Montemiletto) und Serra Montorio.[23]

Als er 1404 verdächtigt wurde geheime Vereinbarungen mit Raimondo Orsini del Balzo, dem 14. Fürsten von Tarent getroffen zu haben, wurde er zusammen mit seinen Söhnen Algiasi I., Pietro III. und Leonardo im Castel Capuano in Neapel inhaftiert und mit dem Versprechen freigelassen zu werden, gezwungen, seine Lehen zu verkaufen. Unmittelbar nach der Befreiung im Jahr 1408 begab er sich mit seinem Cousin Carlo I. ins Exil, starb aber plötzlich auf der Reise in Manfredonia.[23][24]

Algiasi I. starb 1461 an einem unbekannten Ort. Nach 5 Generationen starb die Linie von Montemiletto mit Giambattista II. Tocco († Testament vom 21. November 1631) aus. Der Besitz von Montemiletto ging an Carlo, Cousin von Giambattista II., der 1614 von diesem adoptiert worden war.[25]

Die Pfalzgrafen von KefaloniaBearbeiten

Leonardo I. ToccoBearbeiten

 
Die Burg Agios Georgios auf Kefalonia

Der 1. Pfalzgraf von Kefalonia und Zakynthos von 1357 bis zu seinem Tod im Jahr 1379 war Leonardo I., Sohn des Guglielmo Tocco, des Gouverneurs von Korfu und dessen Frau Margherita Orsini,[26][27] der Tochter von Giovanni I. Orsini, dem Pfalzgrafen von Kefalonia. Da Leonardos Mutter Teilerbin von Zakynthos war, besaß dieser somit ein Anrecht auf die Pfalzgrafenwürde. Leonardo gilt als der Stammvater der Tocco-Linie von Achaia, die über die Ionischen Inseln und bis zur zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts über Teile des Despotats Epirus herrschte.

Robert von Tarent, der Fürst von Tarent, Regnum Albaniae und Achaia, sowie Titularkaiser von Konstantinopel aus dem älteren Haus Anjou war, hatte den Wunsch das Reich von Konstantinopel für seine Mutter, Katharina von Valois-Courtenay, Titularkaiserin von Konstantinopel, zurückzuerobern. Aus diesem Grund begab er sich mit den beiden Tocco-Brüdern Pietro II. und Leonardo I. 1353/54 nach Griechenland, wo es ihnen gelang Korfu, Kefalonia, Zakynthos, Ithaka, ArtaArta (Griechenland), die Festung Vonitsa und andere Orte auf dem Festland von Morea unter ihre Kontrolle zu bringen. Robert betitelte sich selbst als Herzog von Lefkada und machte Leonardo I. Tocco 1357 zum 1. Pfalzgrafen von Kefalonia.[20]

Carlo I. ToccoBearbeiten

 
Ererbte Territorien, dauerhafte und temporäre Erwerbungen von Carlo I. Tocco

Als Leonardo I. Tocco 1381 starb,[28], wurde sein minderjähriger Sohn Carlo I. unter der Vormundschaft seiner verwitweten Mutter Maddalena Buondelmonti und seines Onkels Esau Buondelmonti 2. Pfalzgraf von Kefalonia und Zakynthos.[29] Königin Johanna I. von Neapel, seit 1343 Herrscherin des Reiches der Anjou in Süditalien, erkannte das Erbe sogleich an.

Bis 1385 entfalteten die Albaner nach dem Tod Leonardos I. eine bedeutende Expansionskraft und besetzten 1376 oder 1377 Naupaktos, die letzte Stadt der Anjou in diesem Gebiet. Die Albaner griffen auch Lefkada an, um die Insel auszurauben. Damit bedrohten sie nicht nur die Tocco, sondern auch die Handelswege Venedigs. Obwohl Mutter und Sohn veneyianische Bürger waren, und damit weitreichende Rechte in Venedig besaßen, betrachtete Maddalena die Venezianer nicht weniger als Gegner, als die Albaner. So erlegte sie ihnen 1383 hohe Abgaben bei der Vorbeifahrt an Lefkada auf. Als sie sich an die Genuesen, die scharfen Rivalen der Venezianer, um Hilfe wandte und ihnen ebenfalls Privilegien einräumte.

Bald gelang es Carlo, bei König Ladislaus von Neapel, seit 1386 Nachfolger Johannas, die Lösung der lehensrechtlichen Bindungen zum Fürstentum Achaia zu erreichen – war die Pfalzgrafschaft Kefalonia bisher dem Fürstentum Achaia als Lehen unterstellt gewesen, so war sie von nun an unabhängig von Achaia und damit gleichrangig. 1399 verzichtete Carlo I. zugunsten seines Bruders Leonardo auf Zakynthos, das von der Pfalgrafenschaft Kefalonia als Paragium oder Partagium abgetrennt wurde.[30] Zusammen mit seinem Bruder Leonardo II. besetzte Carlo I. 1406 Natolico, Angelokastron (seit 2011 ein Ortsteil von Agrinio) und Dragomeste, 1418 Jannina und Arta. Im Sommer 1407 eroberten die Brüder Clarentza auf dem griechischen Festland, 1411 Ioannina mit nur 100 Mann[31] und 1412 wurde die Armee der Tocco-Brüder in der Schlacht bei Kranea (wahrscheinlich das heutige Kranë im Qark Vlora, Albanien) völlig aufgerieben.[32][33] Im Sommer/Herbst 1413 besiegten die Brüder mit venezianischer Hilfe Centurione II. Zaccaria in einer Seeschlacht bei Glarentza.[34]

Als erstgeborener Sohn hatte Carlo über seine Mutter Maddalena Buondelmonti und seine Großmutter väterlicherseits Margherita Orsini Angelo Dukas (* um 1300; † 1339), Tochter von Nikephoros I. Komnenos Dukas Angelos, 4. Despot von Epirus und Anna Paleologa Cantacuzena, die Nichte oder Enkelin des Kaisers Michael VIII[35] einen Anspruch auf das Despotat Epirus. Im Frühjahr 1415 begab sich Carlos Bruder Leonardo als Botschafter zum byzantinischen Kaiser Manuele II. Palaiologos nach Mystras, um den Despotentitel seines Bruders Carlo zu verfechten. Im April/Mai (oder August) 1415 wurde Leonardo vom byzantinischen Kaiser Manuele II. mit den Titeln und der Würde „Megas Kontostaulos und Catacuzeno“ ausgezeichnet.[34]

Nach Abschluss seiner Feldzüge gegen die Albaner hatte Carlo den Großteil von Epirus unter seine Kontrolle gebracht. Während der nächsten elf Jahre herrschte Carlo als Despot über Epirus, seine Residenz war Ioannina. Da Carlo mit seiner Frau Francesca Acciaiuoli, Tochter des Herzogs von Athen, Nerio I. Acciaiuoli, und der Agnese Saraceno keine Nachkommen hatte, erklärte er schon 1414 Carlo II., Sohn seines Bruders Leonardo zu seinem Erben. Im Testamento aus dem Jahr 1429 hinterließ ihm sein Onkel Carlo I. Kefalonia, Ithaca, Zakynthos, Ioannina und Arta.[36]

Bedeutende Mitglieder der Familie ToccoBearbeiten

Herr von Tocco CaudioBearbeiten

  • Guglielmo I. Tocco

Gouverneur von KorfuBearbeiten

Herr von Martina Franca, Santa Maria della Vetrana, Pomigliano d’ArcoBearbeiten

  • Pietro II. Tocco, ab 1353 Herr von Martina (Franca), Santa Maria della Vetrana (bei Castellana Grotte), Pomigliano d’Arco; 1. Graf von Martina ab 1364

Herren von MontemilettoBearbeiten

Pfalzgraf von Kefalonia, Herzog von Lefkada und Herr von Vonitsa und ToccoBearbeiten

  • Leonardo I. Tocco, ab 1353 Herr von Tocco (Caudio); Pfalzgraf von Kefalonia 1357–1376; ab 1362 Herzog von Lefkada und Herr von Vonitsa; Sohn des Guglielmo II. Tocco

Pfalzgrafen von Kefalonia und Despoten von EpirusBearbeiten

  • Carlo I. Tocco, Herzog von Lefkada, Pfalzgraf von Kefalonia 1376–1429, Despot von Romania (Akarnanien, Ätolien und Epirus von 1418–1429), Sohn Leonardos I.
  • Carlo II. Tocco, Pfalzgraf von Kefalonia und Despot von Arta 1429–1448, Sohn Leonardos II.
  • Leonardo III. Tocco, letzter Pfalzgraf von Kefalonia und Despot von Arta 1448–1479, Sohn Carlos II.
  • Carlo III. Tocco, Titular-Despot von Arta, Sohn von Leonardo III. (der Titel „Despot von Arta“ wurde von den Nachkommen noch bis ins 17. Jahrhundert geführt)

Pfalzgraf von ZakynthosBearbeiten

  • Leonardo II. Tocco, ab 1399 Pfalzgraf von Zakynthos (Abspaltung von Zakynthos als Paragium), Bruder von Carlo I. und Vater von Carlo II. und Magdalena Tocco

Andere PersonenBearbeiten

  • Antonio Tocco († 1483), Bruder Leonardos III., versuchte die ionischen Inseln zurückzuerobern und wurde dort getötet
  • Magdalena Tocco, Tochter von Leonardo II. und Schwester von Carlo II. Tocco, Gattin des letzten byzantinischen Kaisers Konstantin XI.
  • Ferrante Tocco, illegitimer Sohn, spanischer Botschafter in England
  • Terenzio Tocci (* 1880 in San Cosmo Albanese, Italien; † 1945 in Tirana, Albanien), albanischer Politiker von italo-albanischer Abstammung

NachkommenBearbeiten

  • Guglielmo I. († 1275), Kanzler von Kaiser Friedrich II; Herr von Tocco (Caudio)[11] ⚭ N. N.[10]
    • Enrico (bl. 1275; † 1309), Ritter und königlicher Kapitän[10]
    • Rofiido († nach 1277), Richter von Melfi[10]
    • Pietro I. (bl. 1275; † 22. September 1335 in Neapel), Notar in Melfi[7] ⚭ 1. Pellegrina Malerba († nach 1278), Tochter des Ritters Rogerio; ⚭ 2. Isabella († nach 1330), Tochter von Pandolfo Dentice[37] (neapolitanischer Patrizier) und Fiorella[10]
      • Guglielmo II. (* um 1280;[38] † 22. September/November 1335), möglicher Sohn aus 1. Ehe, Gouverneur von Korfu (um 1330–1335); ⚭ 1. vor 1323 N.N. della Marra, Tochter von Nicola della Marra, 2. Herr von Serino (Provinz Avellino).[39]; ⚭ 2. vor 1311 Margherita Orsini Angelo Dukas (* um 1300; † 1339)[Anm. 4][26][27]
        • Nicoletto Tocco († 18. April 1347), neapolitanischer Patrizier, Abt; beerdigt in der dem St. Aspreno gewidmeten Tocco-Kapelle in der Kathedrale von Neapel (rechts von der Apsis). (Erstgeborener Sohn)[40]
        • Lodovico (Lisolo) († 11. Dezember 1360), neapolitanischer Patrizier, Seneschall des Fürsten von Tarent; war im Dienst der Königin Johanna I. von Anjou in Griechenland und Italien.[41] beerdigt in der dem St. Aspreno gewidmeten Tocco-Kapelle in der Kathedrale von Neapel (rechts von der Apsis).[Anm. 5][40]
        • Pietro II.[Anm. 6] (Petrillo) († nach 25. August 1377)[42][40], neapolitanischer Patrizier, Seneschall des Königlichen Hospizes zur Zeit von König Robert von Anjou; erhielt 1353 Martina, Gualda (Gebiet von Martina Franca) und Santa Maria della Vetrana (heute Avetrana) in Apulien, Pomigliano d’Arco in Kampanien und einige Güter auf der Insel Korfu; ab 1364 1. Graf von Martina[41] ⚭ 1. Covella Capece (oder Giovanna d’Aversana ?) († nach 1340); ⚭ 2. vor 19. April 1359 Isabella de Sabran († nach 1378), Tochter von Guglielmo (Graf von Celano, Gouverneur in den Abruzzen und Molise) und Francesca der Grafen von Celano[10]
          • Roberto († nach 25. August 1377), neapolitanischer Patrizier; durch Schenkung des Vaters erhielt er am 25. August 1377 das Land von Santa Maria dell'Avetrana und das Lehen auf Korfu.[Anm. 7][43]
          • Guglielmo III. (Gurello; † 1408 in Manfredonia), neapolitanischer Patrizier, 2. Graf von Martina, Herr von Pomigliano d’Arco, Casali[Anm. 8] im Fürstentum Achaia und Güter in Castel Morrone;[23] 1353 Ritter des Ritterordens „Ordine del Nodo“;[Anm. 9][3] kaufte 1383 Montemiletto;[10] verdächtigt geheime Vereinbarungen mit Raimondo Orsini del Balzo getroffen zu haben, wurde er gezwungen seine Lehen zu verkaufen;[23] ⚭ 1. 1381 Caterina Cantelmo (+ nach 24. Februar 1382/vor 1387), Tochter von Giacomo, Herr von Popoli und Alvito; ⚭ 2. 1387 (Ehevertrag 8. August 1387) Costanza (genannt Costanzella) Filangieri, Tochter von Giacomo (1. Graf von Avellino) und Giovanna Minutolo der neapolitanischen Patrizier des Seggio di Capuana;[44] ⚭ 3. Tocca Faraonia (oder Faraone; + nach 1408/ vor 1434)[24]
            • Pietro III. († zwischen 12. Januar und 29. Oktober 1420), neapolitanischer Patrizier ⚭ Lisula Minutolo (Troila, Zezola; † vor 29. Januar 1450), Tochter von Lisulo, Herr von San Valentino.[45]
            • Algiasi I. (Agesilao; † 1461), neapolitanischer Patrizier, Herr von Montemiletto und Montefusco und stand im Dienst der Anjou und der Aragonier; ⚭ 1425 Rita Barrile († nach 26. Dezember 1470), Tochter von Giovanni, neapolitanischer Patrizier des Seggio di Capuana[46]
              • Nicolò (Cola) Maria († 30. Juni 1524), neapolitanischer Patrizier, 3. Herr von Montemiletto und 2. Herr von Torre di Montefusco; ⚭ Diana Carafa (Witwe von Giacomo Carbone, Herr von Paduli), Tochter von Diomede I.[47], 1. Graf von Maddaloni[10]
                • Algiasi II. Tocco († 17. Mai 1530), 4. Herr von Montemiletto und 3. Herr von Torre di Montefusco 1524/1530; ⚭ Giulia Caracciolo, Tochter von Nicola Antonio Caracciolo, neapolitanischer Patrizier und Maria Caracciolo[10]
                  • Giambattista I. Tocco († nach 16. Juni 1533/1535), 5. Herr von Montemiletto und 4. Herr von Torre di Montefusco ab 1530; ⚭ Lucrezia Saraceno († nach 13. Juli 1564)[3][48] ⚭ Porzia Caracciolo, Tochter von Marino 2. Herzog von Atripalda und Crisostoma Carafa der Herzöge von Andria[10]
                    • Giovan Vincenzo († 18. August 1567), 6. Herr von Montemiletto ab 1535 , 1. Graf von Montemiletto ab 1. Januar 1567 ; ⚭ Zenobia Pignatelli († nach 30. November 1567), Tochter von Gian Giacomo, neapolitanischer Patrizier und Porzia Accrocciamura[49]
                      • Giambattista II. (auch Giovanni Battista; † Testament vom 21. November 1631), 2. Graf von Montemiletto ab 1567, 1. Fürst von Montemiletto ab 5. Dezember 1608; 1597 kauft er das Lehen von Montaperto (heute Fraktion von Montemiletto) und verkaufte es 1614 an seinen Cousin Carlo Tocco;[25] Herr von Montefalcone 1601/1628. Adoptierte 1614 seinen Cousin Carlo Tocco[10] (* 11. Juli 1592; † 14. Februar 1674), Sohn von Giovanni († 12. Mai 1626 in Sizilien), der 1632 2. Fürst von Montemiletto wurde[25]
                  • Beatrice († nach 1561) ⚭ Cesare Beccadelli aua Bologna, neapolitanischer Patrizier[10]
                  • Lucrezia († nach 1561)[10]
                  • Ippolita († nach 1561)[10]
                • Giovanjacopo (* 1472; † 7. Juli 1520), ab 1505 Apostolischer Protonotar[10]
                • Achille († 9. November 1518), Ritter, diente in der neapolitanischen und französischen Armee; ⚭ vor 22. Mai 1494 Mattea Caracciolo, Tochter von Tiberio, neapolitanischer Patrizier und Sancia Sanseverino[10]
                • Vincenzo[10]
                • Sofia († nach 1517) ⚭ vor 1517 Francesco Boccapianola, neapolitanischer Patrizier[10]
              • Maria († ledig nach 1469/1480)[10]
            • Leonardo[Anm. 10] († ohne Kinder zu hinterlassen nach 3. September 1445), neapolitanischer Patrizier; ⚭ eine Tochter von Muriki Spata (albanisch: Muriq Shpata), Despot von Arta und Nerata, eine aus Serbien stammende Frau; das Paar hatte keine Kinder[10]
            • Covella († zwischen 7. Mai 1466 und 28. April 1469 in Montefredane) ⚭ Giacomo del Balzo († 22. April/2. Oktober 1444), Herr von Specchia[50]
          • Angela († nach 8. Mai 1418; unsichere Abstammung) ⚭ Tobia di Tocco (vielleicht ihr Cousin; † vor 8. Mai 1418)[52]
            • Giovannella di Tocco[52]
        • Leonardo I. († 1381)[53], ab 1353 Herr von Tocco (Caudio), Pfalzgraf von Kefalonia und Zakynthos (1357–1379), ab 1362 Herzog von Lefkada und Herr von Vonitsa[41]; Kammerherr[18] im Jahr 1353 ⚭ Maddalena († nach 11. März 1401), Schwester von Esau de’ Buondelmonti und Tochter von Manente Buondelmonti und Lapa Acciaioli[Anm. 11], Regentin von ihren Kindern über Kefalonia und Zakynthos von 1381 bis 1388.[10]
          • Petronilla († 1410) ⚭ 1. 1372 Nicolò II dalle Carceri († März 1383; ermordet während einer Treibjagd auf Naxos), Herzog des Archipels (oder Naxos), die die Inseln Naxos, Andros, Santorin und Milos im Ägaischen Meer umfasste;[54] ⚭ 2. nach März 1383 Nicolò di Antonio Venier († 30. September 1422), venezianischer Patrizier (ohne Nachkommen)[41]
          • Giovanna (* vor 28. Mai 1374) ⚭ Enrico Ventimiglia, 7. Graf von Geraci (investiert 1392), ohne Nachkommen[55]
          • Susanna (* vor 28. Mai 1374; † vor 1414) ⚭ 1395 ca. Nicola Ruffo (* 1359/1362; † 1434 in Kalabrien), 4. Graf von Catanzaro und ab 18. Oktober 1390, 1. Marquis con Catanzaro[55]
          • Carlo I.[Anm. 12] (zwischen dem 28. Mai 1374 und dem 25. August 1377 in Kefalonia (?); † 4. Juli 1429 in Ioannina), neapolitanischer Patrizier, Herzog von Lefkada, Pfalzgraf von Kefalonia und Zakynthos (1381–1429), von 1418–1429 Despot von Romania (Akarnanien, Ätolien und Epirus); adoptierte die Söhne seines Bruders Leonardo II. noch vor 1414. ⚭ 1388 Francesca Acciaiuoli Signora von Megara und Sikyon (1430 besaß sie Lefkada und Vonizza mit dem Titel Vassilissa Romanorum), Tochter des Herzogs von Athen, Nerio I. Acciaiuoli, und der Agnese Saraceno, mit der er keine Nachkommen hatte. Carlo hatte sieben uneheliche Kinder von namentlich nicht bekannten Frauen.[10]
            • Ercolo (Ercole; † nach 1436)[Anm. 13] ⚭ 1414 ca. in Giannina Petronella Spata, Tochter von Sgouros Bua Spata, Herr von Angelokastron, Arta, Anatolico e Naupaktos[46]
            • Torno (Turno; † nach 10. Dezember 1436)[Anm. 14] ⚭ N.N.[57]
              • Tochter (Name unbekannt), ⚭ 20. Mai 1436 in Aranatium (Riniasa?) N.N[56]
            • Menuno (Memnone; † nach 1449)[Anm. 15] ⚭ nach Oktober 1416 eine Tochter von Muriki Bua[57]
              • Giovannetto († nach 1436)[10]
            • Triano (alias Rolando, Orlando; † nach 20. August 1463)[Anm. 16] ⚭ ?[58]
            • Tochter (Name unbekannt; bl. 1411/1416) ⚭ 6. Februar 1411 Carlo Marchesano[58]
            • Tochter (Name unbekannt; bl. 1412/1414)[Anm. 17] ⚭ 1. 1412 Mūsā Çelebi († 5. Juli 1413, im Auftrag seines Bruders Mehmet I. erwürgt in Çamurlu bei Sofia), Sekundogenitur von Bayezid I.; ⚭ 2. nach 1413 Hamza Pascha, Bruder von Bayezid Pascha, Großwisir von Sultan Mehmet I.[59]
            • Sohn (Name unbekannt)[59]
          • Leonardo II. (zwischen dem 28. Mai 1374 und dem 25. August 1377 in Kefalonia (?); † 1418 in Zakynthos), neapolitanischer Patrizier[60]
        • Riccardo († nach 1324/1335), Ritter[41]
        • Francesco († nach 1335)[41]
        • Margherita († nach 25. August 1377), Brasilianische Nonne im Kloster San Gregorio Armeno in Neapel; wurde in der Vereinbarung ihres Bruders Pietro II. vom 25. August 1377 erwähnt.[63]
        • Caterina († nach 1340)[41], basilianische Nonne im Kloster San Gregorio Armeno in Neapel; zusammen mit ihrer Schwester Zapartilla erklärte sie in einem Akt vom 9. Februar (unbekanntes Jahr, vielleicht 1383) zwei Unzen von den Testamentsvollstreckern ihres Bruders Pietro erhalten zu haben.[63]
        • Zappartilla, basilianische Nonne im Kloster San Gregorio Armeno in Neapel; zusammen mit ihrer Schwester Caterina erklärte sie in einem Akt vom 9. Februar (unbekanntes Jahr, vielleicht 1383) zwei Unzen von den Testamentsvollstreckern ihres Bruders Pietro erhalten zu haben.[64]
        • Ciczula[Anm. 18] (wahrscheinliche Tochter † 18. August 1353); ⚭ Matteo Tortello, neapolitanischer Patrizier des Seggio di Capuana, Soldat.[64]
      • Giovanni († nach 13. März 1336), Neapolitanischer Patrizier[65]
      • Francesco († 13. März 1336), Neapolitanischer Patrizier[65]
      • Riccardo (bl. 1324/13. März 1336), Neapolitanischer Patrizier, Ritter[65]
      • Roberto (bl. 1335/1353), Neapolitanischer Patrizier, Abt[65]

LiteraturBearbeiten

  • Archivio di Stato di Napoli, Antonio Allocati (a cura di): Archivio privato di Tocco di Montemiletto. Rom 1978.
  • Blasius Altimarus: Memorie historiche di diverse famiglie nobili, cosí napoletane come forastiere. Giacomo Raillárd, Neapel 1691 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • Carlo Borrelli: Vindex Neapolitanae Nobilitatis. Neapel 1653, S. 94–95 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • Romolo Caggese: Italia, 1313-1414. Declino dell'impero e del papato e sviluppo degli stati nazionali. Garzanti, Milano 1980, S. 297–331.
  • D. Cesare D'Engenio Caracciolo: Napoli Sacra. Ottavio Beltrano, Neapel 1623 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • Carlo de Lellis: Discorsi delle famiglie nobili del Regno di Napoli. Band 2. Gio. Francesco Paci, Neapel 1663 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. 58. Theil, Erste Section. A–G. Hermann Brockhaus, Leipzig 1867 (Online-Version in der Google-Buchsuche).
  • Johann Samuel Ersch, Johann Gottfried Gruber: Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. Erste Section A-G. Hermann Brockhaus, Leipzig 1868 (Online-Version in der Google-Buchsuche).
  • William Miller: The Latins in the Levant: A History of Frankish Greece (1204–1566). John Murray, London 1908.
  • Erasmo Ricca: Istoria de' feudi dell'Italia. Band III. Stamperia di Agostino De Pascale, Neapel 1865 (Online-Version in der Google-Buchsuche).
  • Paolo Petta: Despoti d'Epiro e principi di Macedonia. Esuli albanesi nell'Italia del Rinascimento. Argo, Lecce 2000, ISBN 88-8234-028-7.
  • Davide Shamà: I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade. Studio storico-genealogico. In: Notiziario dell'Associazione Nobiliare Regionale Veneta, anno V, n.5. La Musa Talìa, Venedig 2013, S. 45–118 (hier 1–74) (academia.edu).
  • Antonio Summonte: Historia della città e Regno di Napoli. III, Libro IV. Stamperia Giuseppe Raimondi e Domenico Vivenzio, Neapel 1748 (Online-Version in der Google-Buchsuche).
  • Peter Topping: The Morea, 1311–1364. In: Harry W. Hazard, A History of the Crusades. Band III. University Press, Wisconsin 1975, ISBN 0-299-06670-3, S. 104–140 (wisc.edu).

WeblinksBearbeiten

  • Familie Tocci. Mittelalter Genealogie. Manfred-hiebl.de, abgerufen am 21. Mai 2020. (der wiedergegebene Artikel im Lexikon des Mittelalters heißt „Tocco“ und stammt von Nicol)
  • Famiglia di Tocco. Nobili-napoletani.it, abgerufen am 18. Mai 2020.
  • Tocco, Counts of Kefalonia. Latin Lordships in Greece. Foundation of Medieval Genealogy, abgerufen am 21. Mai 2020.
  • Tocco family. Malta Genealogy. Maltagenealogy.com, abgerufen am 21. Mai 2020.

AnmerkungenBearbeiten

  1. Seggi waren Verwaltungsinstitutionen der Stadt Neapel.
  2. Der Name Carlo, der in Giovanni Antonio Summonte vorkommt, ist sicherlich falsch.
  3. Pietra di Tocco ist ein riesiger Kalksteinfelsen, der in der Antike als Sichtungspunkt diente.
  4. Teilerbin der Insel Zakynthos, Tochter von Giovanni I. Orsini, Signore (Herr) von Lefkada, und Maria Angela (Tochter von Nikephoros I. Komnenos Dukas Angelos, 4. Despot von Epirus und Anna Paleologa Cantacuzena (Nichte od. Enkelin des Kaisers Michael VIII))
  5. Die Grabinschrift lautet: „Hic iacent corpus magnifici militis Domini Ludonici Tocco Iunioris Senescalli hospicij claræ memoriæ Domini Roberti Imperat. Constant. Achaiæ, & Tarenti Principis, qui obijt Anno Domini 1360. die 11 mens. Decemb.
  6. An Pietro erinnert die Gedenktafel „Magnifico Petro de Tocco Neapoli milite Comite Martinae 1370.“ vor der dem St. Aspreno gewidmeten Tocco-Kapelle in der Kathedrale von Neapel (rechts von der Apsis)
  7. Vielleicht ist er mit einem Roberto di Tocco, Kammerherr und königlicher „famiglio“ (lat.: famĭlia, famŭlus = Diener) zu identifizieren, der 1402 lebte.
  8. Casale (Plural casali) ist die italienische Bezeichnung für ein Haus oder eine Häusergruppe auf dem Land.
  9. Der Ritterorden „Ordine del Nodo“ (Orden des Knotens oder des Heiligen Geistes) war eine kuriale Ordnung, die mit der in Neapel regierenden Dynastie verbunden war und den religiösen Regeln von Basilius des Großen folgte. Das Statut wurde anlässlich der ersten jährlichen Versammlung seiner Mitglieder am Pfingstfest 1353 verabschiedet.
  10. Als sein Vater, 1. Herr von Montemiletto, 1404 verdächtigt wurde, geheime Vereinbarungen mit Raimondo Orsini del Balzo, dem 14. Fürsten von Tarent getroffen zu haben, wurde dieser mit seinen drei Söhnen Algiasi, Pietro III. und Leonardo im Castel Capuano in Neapel inhaftiert und 1408 mit dem Versprechen freigelassen, seine Lehen zu verkaufen. (Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 12) Zwischen 1404 und 1408 wurde er mit seinen Brüdern im Schloss Capuana gefangen gehalten. Nach 1408 ging Leonardo in den Dienst seines Cousins Carlo I. nach Griechenland und am 28. April 1418 übergab er seinem Bruder Algiasi I. die Hälfte seiner Häuser in Neapel. Um 1435 stand er im Dienst der Aragoner. (Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 23)
  11. Acciaioli der Herzöge von Athen, Grafen von Melfi und Patrizierlinien und florentinische Marquis
  12. Carlo I. besetzte 1405 Natolico, Angelokastro und Dragomeste, 1418 Jannina und Arta; von 1421 bis 1428 besetzte er Glarentza
  13. als Jüngling lebte er als Geisel am Hofe von Sultan Muhammad I.; 1413/1414 regierte er im Namen seines Vaters Angelokastron, Naupaktos und Acheloos und besiegte osmanische Banden am Fluss Ofidari. Anlässlich seiner Hochzeit erhielt er von seinem Vater die Kontrolle über die Gebiete, die bereits seinem Schwiegervater Sguros Bua Spata gehörten. 1422 nahm er am Krieg gegen die Byzantiner in Morea teil. 1427/1428 hatte er einen Streit mit der Familie Foscari um den Besitz von Dragamesto. Nach dem Tod seines Vaters (1429) war er einer der Urheber der Zerstückelung des väterlichen Staates. Als Gefangener der Osmanen versöhnte er sich 1430 mit Carlo II., der ihm den Besitz von Angelokastron bestätigte.
  14. als Jüngling lebte er als Geisel am Hofe von Sultan Muhammad I.; 1413 war Torno am Hof von Muhammad I. und versuchte, für seinen Vater einzutreten; 1422 nahm er am Krieg gegen die Byzantiner in Morea teil. Später kommandierte er die Flotte seines Vaters, die 1428 bei den Echinaden besiegt wurde. Torno hatte gute Beziehungen zu seinem Cousin Carlo II. und galt als geschickter Krieger.
  15. als Jüngling lebte er als Geisel am Hofe von Sultan Muhammad I.; anlässlich der Hochzeit gab ihm sein Vater die Festung von Aetos (Peloponneso) und bestätigte die Gebiete seines Schwiegervaters Muriki Bua als Mitgift seiner Frau. Sein Vater hatte ihm auch zusammen mit seinen Brüdern Ercolo und Torno Akarnanien und verschiedene allodiale Güter zurückgelassen. 1429 kam es zu Nachfolgestreitigkeiten, so dass Ercolo und Menuno die Osmanen um eine Intervention baten. 1430 fiel der Beylerbey Šinān in ihrem Namen in Epirus ein und besetzte nach einer kurzen Belagerung Ioannina. Torno wurde im Fall von Ioannina von den Osmanen gefangen genommen, erlangte jedoch seine Befreiung durch Zahlung eines Lösegeldes und begab sich danach nach Ungarn. König Sigismund von Ungarn begrüßte ihn am Hof im Rahmen seiner antiislamischen Balkanpolitik und investierte ihn im Dezember 1433 mit Arta (zu der Zeit in den Händen seines Cousins Carlo II.) und Ioannina in türkischer Herrschaft). 1436 regierte er im Auftrag Carlos II., mit dem er sich versöhnt hatte, die Burg von Charpigny in Morea. Nach der Niederlage in der Schlacht im Kosovo im Jahr 1448 beschlagnahmten die Osmanen ihm die wenigen Besitztümer, die sich noch in Akarnanien befanden.
  16. als Jüngling lebte er als Vasall/Geisel am Hofe von Sultan Muhammad I.; sein Vater vermachte ihm die Stadt Riniasa, die später von den Türken erobert wurde.
  17. Ihr Vater verheiratete sie mit dem osmanischen Fürsten Mūsā, um das Bündnis zwischen der Familie Tocco und den Osmanen in einer anti-venezianischen und anti-serbischen Koalition zu stärken. Bei dieser Gelegenheit erhielt Carlo I. von seinem Schwiegersohn eine Kompanie muslimischer Soldaten gegen die Albaner.
  18. Mit einer notariellen Urkunde vom 18. August 1353 verkaufte sie an ihren Bruder Pietro für 30 Unzen einige ihrer Häuser in Neapel.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tocco delle Onde. Abgerufen am 18. Mai 2020 (italienisch).
  2. Tocco delle Bande. Abgerufen am 18. Mai 2020 (italienisch).
  3. a b c d e Famiglia di Tocco. Nobili-napoletani.it, abgerufen am 19. Mai 2020 (italienisch).
  4. Blasius Altomare, S. 488
  5. Il seggio di Capuana. Abgerufen am 20. Mai 2020 (italienisch).
  6. Il seggio di Nilo o Nido. Abgerufen am 20. Mai 2020 (italienisch).
  7. a b COUNTS of KEFALONIA (TOCCO). Foundation of Medieval Genealogy, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  8. Paolo Petta: Despoti d'Epiro e principi di Macedonia, S. 19
  9. Walter Koch: Cancelleria dell'Impero. Abgerufen am 19. Mai 2020 (italienisch).
  10. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x Di Tocco. Genmarenostrum, abgerufen am 19. Mai 2020 (italienisch).
  11. a b Carlo Borrelli: Vindex Neapolitanae Nobilitatis. Neapel 1653, S. 95 (Latein).
  12. Peter Topping, The Morea, 1311–1364, S. 106
  13. Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, 1867, S. 337
  14. Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 5
  15. Romolo Caggese, Italia, 1313–1414, cap. VII, vol. VI, S. 314
  16. Archivio privato di Tocco di Montemiletto, S. 167
  17. Roberto di Taranto. Foundation of Medieval Genealogy, abgerufen am 23. Mai 2020 (englisch).
  18. a b Erasmo Ricca, Istoria de' feudi dell'Italia, S. 274
  19. Pietra di Tocc. Camministorici.it, abgerufen am 24. Mai 2020.
  20. a b c Antonio Summonte, Historia della città e Regno di Napoli, S. 390
  21. William Miller, The Latins in the Levant, S. 332
  22. William Miller, The Latins in the Levant, S. 307
  23. a b c d Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 12
  24. a b Carlo de Lellis: Discorsi delle famiglie nobili del Regno di Napoli, S. 299
  25. a b c Di Tocco - Linea di Montemiletto. Genmarenostrum, abgerufen am 15. Juli 2020.
  26. a b Margarita Orsini. Mittelalter Genealogie. Manfred-hiebl.de, abgerufen am 12. August 2020.
  27. a b Orsini-Angelo-Comneno. Genmarenostrum, abgerufen am 19. Mai 2020.
  28. Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, 1868, S. 32
  29. Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 15
  30. Das Paragium wird häufig mit der Apanage verwechselt, wie juristische Dissertationen vielfach bedauerten. Darin wurde Paragium mit „Erbtheilung oder Erbportion“ übersetzt (dementsprechend waren die Begünstigten „abgetheilte Herren“), „Apanagium“ hingegen mit „abfindung“ (Jo. Schilteri De paragio et apanagio Succincta Expositio. Itemque de feudis iuris Francici dissertatio, Straßburg 1701, S. 4 (Digitalisat)).
  31. Savvas Kyriakidis: The Wars and the Army of the Duke of Cephalonia Carlo I Tocco (c. 1375–1429). In: Journal of Medieval Military History 11. The Boy doll Press, Woodbridge 2013, ISBN 978-1-84383-860-9, S. 168.
  32. Allan Brooks: Castles of Northwest Greece. From the early Byzantine Period to the eve of the First World War, Aetos Press, Huddersfield 2013, S. 288
  33. Donald M. Nicol: The Despotate of Epiros. 1267-1479. A Contribution to the History of Greece in the Middle Ages. University Press, Cambridge 1984, S. 181
  34. a b Davide Shamà: I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade. Studio storico-genealogico, in: Notiziario dell'Associazione Nobiliare Regionale Veneta V, Venedig 2013, S. 20
  35. Orsini-Angelo-Comneno. Genmarenostrum, abgerufen am 19. Mai 2020.
  36. Davide Shamà: I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade. Studio storico-genealogico, in: Notiziario dell'Associazione Nobiliare Regionale Veneta V, Venedig 2013, S. 27
  37. Dentice del Pesce. Genmarenostrum, abgerufen am 19. Mai 2020 (italienisch).
  38. Guglielmo Tocco. Mittelalter Genealogie. Manfred-hiebl.de, abgerufen am 21. Mai 2020.
  39. Della Marra in: Libro d’Oro della Nobiltà Mediterranea
  40. a b c D. Cesare D'Engenio Caracciolo, Napoli Sacra, S. 23
  41. a b c d e f g Tocco family in: Malta Genealogy
  42. Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 7
  43. Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 11
  44. Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 12 f.
  45. Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 21
  46. a b Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 23
  47. Carafa della Stadera. Genmarenostrum, abgerufen am 3. August 2020 (italienisch).
  48. Saraceno. Nobili Napoletani. Nobili-napoletani.it, abgerufen am 15. Juli 2020.
  49. Tocco family in: Malta Genealogy
  50. Del Balzo (De Baux). Genmarenostrum, abgerufen am 19. Juni 2020 (italienisch).
  51. a b c d e Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 24
  52. a b Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 13
  53. Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, 1868, S. 32
  54. Anthony Luttrell, Niccolò dalle Carceri in Dizionario Biografico degli Italiani - Volume 32, 1986
  55. a b Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 14
  56. a b c Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 30
  57. a b Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 24
  58. a b Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 25
  59. a b Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 26
  60. Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 20
  61. Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 27
  62. a b Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 28
  63. a b Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 9
  64. a b Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 10
  65. a b c d Davide Shamà, I di Tocco, Sovrani dell'Epiro e di Leucade, S. 6