Tobias Kühne

deutscher Ruderer

Tobias Kühne (* 2. Mai 1977 in Hannover) ist ein ehemaliger deutscher Ruderer.

KarriereBearbeiten

Kühne gelangte 1989 durch den Ruderverein der Bismarckschule Hannover zum Rudersport.[1] Dort ist er bis heute Mitglied. Seitdem erlangte er für seinen späteren Heimatverein, den Hannoverschen Ruder-Club von 1880, in den er 1996 mit Beginn seiner leistungssportlichen Karriere eingetreten war, eine Vielzahl von nationalen und internationalen Erfolgen. Er war unter anderem sechsfacher Deutscher Meister und gewann verschiedene Medaillen bei Ruder-Weltcups und Weltmeisterschaften.[2]

Er vertrat in der Nationalmannschaft den Deutschen Ruderverband bei internationalen Regatten und Ruder-Weltmeisterschaften, zunächst in der Zeit von 1996 bis 2003 mit seinem Vereinskameraden Jan Westphalen in verschiedenen Bootsklassen. Unter anderem wurden beide 2002 Studentenweltmeister im Zweier ohne Steuermann. Sein größter Erfolg war das Erreichen des olympischen Finales im Zweier ohne Steuermann mit seinem neuen Partner Jan Herzog aus Berlin bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen, nachdem sie überraschend das Halbfinale gewinnen konnten und auch lange Zeit im Finale in Medaillennähe lagen. Am Ende reichte es zu einem 6. Platz. National blieben Kühne und Herzog das ganze Jahr ungeschlagen. Trainer dieser Zweierpaarung war Bernd Landvoigt aus Potsdam.

Vier Jahre zuvor hatte Kühne die Teilnahme an den Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney knapp verpasst, nachdem der Deutschland-Achter sich nicht qualifiziert hatte und somit lediglich sechs deutsche Riemenruderer in Australien im Zweier und Vierer teilnahmen. Ebenfalls verpasste er knapp die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking, nachdem er aufgrund von Differenzen mit dem seinerzeitigen Bundestrainer Dieter Grahn am Anfang der Saison 2008 seine internationale Karriere beendete.[3] Während seiner aktiven Zeit war Kühne zumeist im Zweier-ohne bei nationalen und internationalen Regatten am Start, ruderte aber auch diverse Male im Deutschland-Achter, allerdings nie zu den Zielwettkämpfen.

Kühne rudert heute immer noch für den Hannoverschen Ruder-Club von 1880 in der Ruder-Bundesliga.[1] 2006 pausierte er ein Jahr lang vom aktiven Wettkampfsport um sein 1. Staatsexamen im Studium der Rechtswissenschaften zu beenden. In diesem Jahr trainierte er Elke Hipler und Christina Hennings als Heimtrainer in Hannover. Beide konnten in diesem Jahr bei den Weltmeisterschaften Medaillen im Zweier-ohne und Achter erringen.[4]

Kühne war ebenfalls über mehrere Jahre Jurymitglied der Sterne des Sports auf Landesebene.[5] Seit 2009 ist er ehrenamtlicher Leiter des Bundesstützpunkt Nachwuchs Hannover.[6]

Internationale ErfolgeBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Kühne ist examinierter Jurist und Sportmarketingmanager. Er ist mit der ehemaligen Hockey-Nationalspielerin und Olympiasiegerin Anke Kühne verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Die RBL-Mannschaften. In: www.hrc1880.de. Hannoverscher Ruder-Club von 1880, abgerufen am 2. Mai 2017.
  2. Tobias Kühne. In: www.worldrowing.com. Weltruderverband, abgerufen am 15. Mai 2017 (englisch).
  3. Tobias Kühne. In: www.rudern.de. Deutscher Ruderverband, abgerufen am 2. Mai 2017.
  4. Elke Hipler. In: www.worldrowing.com. Weltruderverband, abgerufen am 15. Mai 2017 (englisch).
  5. Sterne des Sports in Niedersachsen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.genossenschaftsverband.de. Genossenschaftsverband e. V., ehemals im Original; abgerufen am 15. Mai 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.genossenschaftsverband.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Bundesstützpunkt Nachwuchs Hannover. In: www.lrvn.de. Landesruderverband Niedersachsen, abgerufen am 15. Mai 2017.