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Thyssenkrupp Elevator

Produzent für Aufzugsanlagen
(Weitergeleitet von ThyssenKrupp Elevator)
thyssenkrupp Elevator AG

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Rechtsform AG
Gründung 1865
Sitz Essen
Leitung Peter Walker
Mitarbeiterzahl ca. 50.000
Website www.thyssenkrupp-elevator.com

Firmensitz in Essen

Thyssenkrupp Elevator (Eigenschreibweise thyssenkrupp Elevator, vormals ThyssenKrupp Elevator) mit Hauptsitz in Essen ist einer der weltweit größten Produzenten von Aufzugsanlagen. Das Produktprogramm umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Ursprung des Unternehmens liegt in einer 1865 vom Schlossermeister Heinrich Conrad Ernst Eggers in Hamburg gegründeten kleinen Werkstatt,[1] die 1952 von Rheinstahl als Stahlbau Eggers übernommen wurde. 1955 erwarb die Firma Eggers das 1882 als Werkzeugmaschinenfabrik Wimmel & Landgraf gegründete Hamburger Unternehmen für Aufzüge und Fahrtreppen Kehrhahn und firmierte seit 1957 als Rheinstahl Eggers-Kehrhahn GmbH.[2] Im Jahr 1973 wurde die Fahrstuhlsparte der Stuttgarter Firma R. Stahl AG und die Hamburger Rheinstahl Eggers-Kehrhahn integriert und im selben Jahr eine neue große Produktionsstätte in Neuhausen auf den Fildern bei Stuttgart errichtet. Im Zuge der Übernahme von Rheinstahl durch die August Thyssen-Hütte AG wurde der Unternehmensname 1974 in Thyssen Aufzüge GmbH und durch die Fusion mit der Friedrich Krupp AG schließlich in die thyssenkrupp Elevator AG umfirmiert.[3][4]

Die bedeutendste Übernahme in Deutschland erfolgte 1984 mit der M.A.N.-Aufzugbau. In den nachfolgenden Jahren lag der Schwerpunkt auf der Internationalisierung des Unternehmens. So wurde mit der Beteiligung an der Northern Elevator Holding Ltd. in Toronto ein Standbein in Kanada errichtet, um sich dann weiter in Nordamerika zu etablieren. 1991 errichtete man ein neues Werk für Fahrtreppen im spanischen Norte. 1995 folgte die Gründung von thyssenkrupp Elevator China mit einem speziellen Werk in Zhongshan. Mit dem Kauf von Dover Elevators, dem Marktführer von Hydraulik-Aufzügen in Nordamerika, 1998 steigt das Unternehmen zum drittgrößten Aufzughersteller weltweit auf. 2000 wandelt sich das Unternehmen in eine selbständige Aktionengesellschaft um. In den 2000er Jahren folgen Übernahmen von Geschäften in Südamerika und einer weiteren Expansion im asiatischen Raum.[5]

Gegen fünf große Hersteller von Aufzügen, unter anderem ThyssenKrupp Elevator, verhängte die EU-Kommission 2007 eine Strafe in Höhe von 992 Millionen Euro (Aufzugs- und Fahrtreppenkartell). Die Unternehmen hatten Preisabsprachen getroffen und damit gegen das Kartellrecht verstoßen. ThyssenKrupp Elevator musste 479,7 Millionen Euro, Otis 225 Millionen, Kone 142 Millionen, Schindler 143,7 Millionen und eine Mitsubishi-Tochter 1,8 Millionen Euro bezahlen. Dies war die bis dahin höchste Strafe, die die EU-Kommission verhängt hatte.

FirmenprofilBearbeiten

Die Firma ist ein Geschäftsfeld des Thyssenkrupp-Konzerns. Der Jahresumsatz betrug im Geschäftsjahr 2014/2015 7,2 Milliarden Euro. ThyssenKrupp Elevator beschäftigt mehr als 50.000 Mitarbeiter.

Mehrkabinenaufzüge (TWIN-System)Bearbeiten

Seit 2003 gibt es von ThyssenKrupp AG Aufzüge in ansonsten konventioneller Treibscheibentechnik, bei denen zwei Kabinen im selben Schacht verkehren. Mittlerweile werden diese im Testturm ausprobiert. Die untere Kabine wird dabei von Tragseilen, die seitlich an der oberen Kabine vorbeilaufen, getragen. Durch eine Zielauswahlsteuerung sind dem Leitrechner Start und Ziel jeder Fahrt schon vor Fahrtbeginn bekannt; Kollisionen werden in der Steuerung ausgeschlossen. Im Vergleich zu zwei Aufzugsanlagen übereinander im selben Schacht hat das System den Vorteil, dass es keine starre Grenze gibt, die von den Kabinen nicht überquert werden kann. Durch die Ausweichung der Kabinen in eine vertiefte Schachtgrube bzw. erhöhten Schachtkopf ist es möglich, dass beide Kabinen alle Stockwerke anfahren können. Hierdurch soll eine Zeitersparnis von 65 % erreicht werden.

TesttürmeBearbeiten

 
thyssenkrupp Testturm

Thyssenkrupp Elevator eröffnete 2017 im Rottweiler Industriegebiet Berner Feld einen 246 Meter hohen Turm mit dem Namen thyssenkrupp Testturm. Die Konstruktion dient dem Test und der Zertifizierung von Hochgeschwindigkeitsaufzügen. Außerdem wird hier der weltweit erste seillose Aufzug entwickelt. Das Design des Turmes stammt von dem Architekten Helmut Jahn. Eine öffentliche Besucherplattform auf 232 Meter Höhe ist die höchste Besucherplattform in Deutschland.

Den derzeit höchsten Testturm mit 248 Meter Höhe eröffnete thyssenkrupp im März 2018 in China.[6] Die Fertigstellung eines 128 Meter hohen Testturms im US-amerikanischen Atlanta ist für 2020 vorgesehen.[7]

WeblinksBearbeiten

  Commons: ThyssenKrupp Elevator – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rheinstahl Eggers-Kehrhahn GmbH - deutsche-digitale-bibliothek.de - Abgerufen am 29. November 2018.
  2. Das alte Horn - geschichtswerkstatt-horn.de - Abgerufen am 29. November 2018.
  3. Von 1865 bis heute - abendblatt.de - Abgerufen am 29. November 2018.
  4. Unsere Anfänge 1865 - thyssenkrupp-elevator.com - Abgerufen am 29. November 2018.
  5. thyssenkrupp-elevator.com: Historie, zuletzt aufgerufen am 3. April 2019
  6. Thyssenkrupp baut Testturm in China.
  7. Pressemeldung von Thyssenkrupp Elevators vom 27. Juli 2018: thyssenkrupp baut neuen Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge in Atlanta/USA, zuletzt aufgerufen am 3. April 2019