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Thomas Hartung (Politiker)

deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, SPD), MdL
Thomas Hartung, Mai 2011

Falk Thomas Hartung (* 5. September 1970 in Weimar) ist ein deutscher Politiker (SPD; zuvor Die Linke). Seit 2017 ist er wieder Mitglied des Thüringer Landtags, dem er zuvor bereits von 2009 bis 2014 angehörte.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Noch im Jahr von Hartungs Geburt siedelte seine Familie mit ihm in den Kreis Worbis im Eichsfeld über. Hier besuchte er die Polytechnische Oberschule in Niederorschel und die Erweiterte Oberschule in Leinefelde.

Nach dem Abitur studierte Hartung von 1991 bis 1998 Medizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und war danach als Arzt im Praktikum in Jena und als Assistenzarzt im Fachgebiet Chirurgie in Blankenhain und Weimar tätig. 2002 wurde er an der Universität Jena mit der Arbeit Zur Entwicklung der Pockenschutzimpfung unter besonderer Berücksichtigung Thüringens im 18. und 19. Jahrhundert.[1] promoviert. Im August 2007 wurde er Sachgebietsleiter für Infektionsschutz im Gesundheitsamt Erfurt.

Politische LaufbahnBearbeiten

Nachdem sich Hartung von 1990 bis 1992 zunächst im Neuen Forum und bei Bündnis 90/Die Grünen engagiert hatte, wurde er 2000 Mitglied der PDS (seit 2007: DIE LINKE). Seit 2002 gehörte er dem Vorstand im Kreisverband Apolda-Weimar an, seit 2004 als stellvertretender Kreisvorsitzender. Von 2006 bis 2009 gehörte er dem Landesvorstand der Partei DIE LINKE in Thüringen an.

2004 wurde Hartung für die PDS in den Weimarer Stadtrat gewählt. Nach seiner Wiederwahl im Juni 2009 wurde er Co-Vorsitzender der Linksfraktion im Stadtrat. Im November 2009 gründete Hartung gemeinsam mit drei anderen Stadträten die Fraktion „Neue Linke“, sodass es zu einer Spaltung der Linksfraktion kam. Vorausgegangen war der Spaltung ein monatelanger Streit innerhalb der Linksfraktion und die Gründung des Vereins „Neue Linke“ am 31. Oktober 2009.[2]

Thomas Hartung gehörte zu den Unterstützern der Antikapitalistischen Linken sowie der Roten Hilfe.[3]

AbgeordneterBearbeiten

Bei der Landtagswahl in Thüringen 2009 wurde Hartung als Direktkandidat der Partei Die Linke im Wahlkreis Weimar in den Thüringer Landtag gewählt. Er erhielt 28,4 % der Stimmen. Am 11. August 2010 erklärte er den Austritt aus der Partei DIE LINKE sowie aus der Landtagsfraktion und wechselte als parteiloser Abgeordneter in die Fraktion der SPD.[4][5][6] Am 14. August 2010 wurde bekannt, dass Hartung zuvor auch einen Wechsel zur Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Betracht gezogen hatte, nachdem er aus dieser Fraktion heraus zu einem Übertritt eingeladen worden war. Zu diesem Übertritt kam es nicht, da Hartung sich "nicht von einem Konflikt in den anderen begeben" wollte.[7]

Zunächst war Hartung auch in der SPD-Fraktion, wie schon zuvor in der Linksfraktion, gesundheitspolitischer Sprecher. Seit August 2011 wurden ihm noch die Bereiche Hochschulen und Wissenschaft übertragen. Hartung arbeitete im Thüringer Landtag im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie im Justiz- und Verfassungsausschuss. Seit Dezember 2011 ist er auch Mitglied der SPD.

Zur Landtagswahl 2014 verlor Hartung sein Mandat. Weder der 14. Platz auf der Landesliste der SPD noch das Erststimmenergebnis in seinem Wahlkreis Weimar II (19,1 %) hatten zur Wiederwahl ausgereicht.[8] Nach dem Ausscheiden des zum Staatssekretär ernannten Uwe Höhn zog Hartung am 9. September 2017 als Nachrücker wieder in den Landtag ein.

QuellenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Thomas Hartung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien