Thilo Irmisch

deutscher Botaniker, Heimatforscher und Gymnasiallehrer

Johann Friedrich Thilo Irmisch (* 4. Januar 1816[1] in Sondershausen; † 28. April 1879 ebenda) war ein Botaniker, Heimatforscher und Gymnasiallehrer im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Irmisch“.

Thilo Irmisch

LebenBearbeiten

Thilo Irmisch, Sohn des ehemaligen Fürstlichen Jägers Johann Friedrich Irmisch (1783–1864)[2] und der Forstratstochter Antoinette Freytag (1794–1834), hatte väterlicher- und mütterlicherseits Vorfahren, die vorwiegend in Forstberufen tätig waren. Seine ersten Lebensjahre und die Grundschuljahre verbrachte er in Schlotheim, wo sein Vater als Privatförster angestellt war. Von 1829 bis 1836 besuchte er das neu gegründete Sondershäuser Gymnasium. Im Reifezeugnis wurden seine Neigung zur Botanik und seine Fähigkeiten in der Dichtkunst hervorgehoben. Ab 1836 studierte er Theologie, Philosophie und Naturwissenschaften an der Universität Halle. Bald überwog, nach einer für ihn zweifelhaften Probepredigt in Sondershausen, sein Interesse für die Naturwissenschaften. Prof. Schlechtendal (1794–1866), Direktor des Botanischen Gartens in Halle, war sein Lehrer und später sein Freund. 1839 hörte er Geognosie und Mineralogie bei Germar, Zoologie bei Burmeister.

Nach dem Studium war Irmisch zunächst Hauslehrer in Teistungenburg bei Worbis bei einer Familie, die ihn ab 1844 auf seiner unbezahlten Stelle als Hilfslehrer am Gymnasium in Sondershausen finanziell unterstützte. Aufgrund einer fehlenden Abschlussprüfung blieb die Anstellung zunächst aus; erst am 8. September 1846 wurde er endgültig als Collaborator angestellt. Er unterrichtete drei Klassen in „Naturbeschreibung“ (Botanik und Zoologie), Latein, Deutsch und Religion. Daneben war er 1850 für die Erziehung und Ausbildung des Fürstensohnes Hugo von Schwarzburg-Sondershausen (1839–1871) verantwortlich. Am 19. Oktober 1852 wurde er zum Oberlehrer befördert; am 30. Juli 1855 wurde ihm der Titel Professor verliehen.[3]

1851 heiratete er Mathilde Auleb (1827–1897), Tochter des Schornsteinfegermeisters Gottfried Christoph Auleb. Sie hatten zwei Töchter: Luise (1852–1928) und Marie (1854–1935), verheiratet mit Gustav Wilhelm Hallensleben (1852–1906), welcher später die Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde herausbrachte. Eine Enkelin war Anna Katharina (Käthe) Hallensleben (1890–1974), welche den späteren Hofkapellmeister Carl Corbach heiratete.

Als Lehrer blieb er 35 Jahre lang am selben Gymnasium mit Wilhelm Kieser als Kollegen und (ab 1852) Direktor. Am 24. April 1879 erlitt er nach einem botanischen Ausflug mit Freunden einen Schlaganfall. Er starb vier Tage später. Sein Grab ist nicht mehr erhalten; die Grabplatte wird im Schlossmuseum Sondershausen aufbewahrt.

WirkenBearbeiten

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer beschäftigte sich Thilo Irmisch mit Botanik. Sein besonderes Interesse an der Systematik durch Vergleich der Formen führte ihn zur Pflanzenmorphologie. Bereits 1846 veröffentlichte er ein „Systematisches Verzeichniß der in dem unterherrschaftlichen Theile der Schwarzburgischen Fürstenthümer wildwachsenden phanerogamischen Pflanzen […]“. Es handelte sich um ein Verzeichnis von 1023 Arten in 436 Familien der heimischen Blütenpflanzen. Dieser Pflanzenkatalog, als der „Kleine Irmisch“ bezeichnet, war ein gefragtes Buch. Mit seinen Arbeiten stand er in der Nachfolge von Karl Friedrich Schimper und Alexander Braun. Bekannt geworden ist er durch sein Werk „Zur Morphologie der monokotylen Knollen- und Zwiebelgewächse“ (1850), in welchem er neben der Sprossfolge auch die Lebensverhältnisse dieser Pflanzen in vorbildlicher Weise darstellte. Er veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen über morphologische Beobachtungen; dabei wandte er seine Beobachtungen mit Vorliebe einheimischen Pflanzen zu.

Irmisch fand zusammen mit dem Leipziger Botaniker Wilhelm Hofmeister am Frauenberg bei Sondershausen „die bis dahin noch nirgends beobachteten Keimpflanzen“ der Gemeinen Mondraute.[4] Dieser Beitrag „[s]eines Freundes Prof. Irmisch“ war für Hofmeisters Forschung zum Generationswechsel hochwillkommen, und er hat entsprechend darauf hingewiesen.[5]

1851 wurde er von Carl Friedrich Philipp von Martius um die Besprechung seines großen Palmenwerks gebeten.[6] Von Anton Kerner erhielt Irmisch regelmäßig Samen, Knollen und Zwiebeln von Pflanzen des Alpenraumes zugesandt. Diesen besuchte er zur Genesung seiner angeschlagenen Gesundheit im Herbst 1876 in dessen Ferienanwesen in Trins.[7]

Er publizierte Aufsätze in diversen naturwissenschaftlichen Fachorganen. Davon gab es häufig separate Abdrucke (z. B. von den Beiträgen zur vergleichenden Morphologie der Pflanzen); außerdem brachte er etliche selbständige Bücher heraus, z. B. die Beiträge zur Biologie und Morphologie der Orchideen (1853). Es war geplant, dass er zu dem Handbuch der physiologischen Botanik, bei dem er (spätestens) ab 1865 Mitherausgeber war, einen Band Die Lehre von der Sprossfolge beisteuerte.[8] In seinem Nachlass fand sich wirklich ein solches Manuskript; es ist aber unveröffentlicht geblieben.[9]

Irmisch verfasste insgesamt etwa 150 Titel zur Botanik und stand im Briefwechsel mit über 50 namhaften Botanikern des In- und Auslands.

Von 1855 bis 1859 hatte er die Redaktion der Neuen Blumenzeitung. Ab Anfang 1864 bis Ende 1872 redigierte er den nicht-amtlichen Teil von Der Deutsche, ab Anfang 1873 bis zu seinem Tod das Regierungs- und Nachrichtsblatt des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen.

Neben seinen botanischen Studien war er Historiker, Archäologe und Heimatforscher. Im August 1853 wurde er zum Mitglied in dem Alterthumsverein ernannt,[10] den der Fürst kurz zuvor gegründet hatte.[11] Nach dem Weggang seines Kollegen F. Göbel[12] wurde ihm 1862 die Verwaltung des Fürstlichen Naturalienkabinetts anvertraut. Bei der Aufnahme seiner Arbeit stieß er dort auf die Handschrift Schwarzburgisches Chronicon von Paulus Jovius (ca. 1570–1633). Aus diesem Fund entwickelte er in mehrjähriger Archivarbeit seine umfangreiche Schrift über Jovius und sein Werk,[13] wobei er von Anfang bis zum Ende seiner Tätigkeit von „[s]einem Freunde Herrn Archivar Richter“[14] unterstützt wurde.

1873 leitete Irmisch eine Ausgrabung auf dem Frauenberg bei Sondershausen zur Erforschung der Baugeschichte des ehemaligen Klosters Jechaburg. Dabei wurde eine Kirche aus dem 12./13. Jahrhundert freigelegt, welche im 16. Jahrhundert verfallen und abgetragen worden war.

Zusammen mit Karl Chop, Hermann Töpfer und anderen gründete Irmisch im Januar 1863 neben dem Alterthumsverein einen Naturwissenschaftlichen Verein, in dem sich wissenschaftsinteressierte Sonderhäuser Bürger wöchentlich zu freiem Gedankenaustausch trafen.[15]

Er war mit dem Theologen Carl Ludloff (1808–1878) befreundet.[16] Dessen gleichnamiger Onkel Carl (1766–1824) war für Irmisch der Anstoß zu einer mediengeschichtlichen Studie.

Eine Vielzahl von Briefpartnern sind überliefert, wovon dokumentiert 44 sind. Dabei sind neben den o. g. Freunden und Weggefährten u. a. Korrespondenzen mit Paul Ascherson, Franz Buchenau, Ludolf Christian Treviranus und Heinrich Wydler zu nennen.

WürdigungenBearbeiten

1857 wurde Irmisch von der Universität Rostock der Ehrendoktor für Philosophie verliehen.[17] Für ihn hatte sich Johannes Röper als Dekan eingesetzt.[18]

Irmischs Nachrufe berichten, dass ihm von mehreren Universitäten nahegelegt wurde, sich um Universitätsprofessuren zu bewerben (in Erlangen, Halle, Hamburg, Leipzig, München, Rostock), er darauf jedoch nicht einging.[19]

Thilo Irmisch war Ehrenmitglied des „Vereins zur Beförderung der Landwirthschaft“ in Sondershausen, des „Naturwissenschaftlichen Vereins der bayerischen Pfalz“ und der „Philomathischen Societät zu Straßburg i. E.“ Er war ordentliches Mitglied der „Königlich Bayerischen Botanischen Gesellschaft zu Regensburg“ (1850), des „Naturwissenschaftlichen Vereins in Halle für Thüringen und Sachsen“, der „Naturforschenden Gesellschaft in Halle/S.“, der „Physicalisch-medicinischen Societät in Erlangen“, des „Botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg in Berlin“, der „Großherzoglich Sächsischen Gesellschaft für Mineralogie, Geologie und Petrefactologie in Jena“, des „Naturwissenschaftlichen Vereins in Bremen“, der „Kaiserlichen Societät für Naturwissenschaften in Cherbourg“ und der „Botanical Society of Edinburgh“. Im Februar 1866 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[20]

Irmisch erhielt im August 1866 die goldene Medaille für Verdienst um Kunst und Wissenschaft des Fürstentums; im Januar 1874 wurde er mit dem Titel Archivrat geehrt.[21]

Zwei Gattungen tropischer Pflanzen tragen seinen Namen: Schlechtendal gab 1847 einer Gattung der Asclepiadeen den Namen Irmischia;[22] August Eichler gab 1866 einer Gattung der Combretaceen den Namen Thiloa.[23] Kurz nach seinem Tod wurde der Thüringische Botanische Verein Irmischia zu Sondershausen gegründet;[24] er brachte von 1881 bis 1886 sechs Jahrgänge seines Korrespondenzblatts heraus.[25] Der Naturwissenschaftliche Verein und der Altertumsverein hielten 1916 eine gemeinsame Gedächtnisfeier ab.[26] Das Museumskränzchen, das sich als Ergänzung zum Altertumsverein Ende der 1890er Jahre gebildet hatte, brachte 1922 eine Gedenktafel an dem Haus an, in dem Irmisch von 1860 bis 1877 gewohnt hatte (Lange Straße 36).[27]

Das naturwissenschaftliche Gymnasium Sondershausen trug ab 1991 bis zu seiner Vereinigung mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium im Jahre 1996 den Namen „Staatliches Gymnasium Prof. Dr. Irmisch“.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Nachträge zu Meyer's CHLORIS HANOVERANA aus der Grafschaft Hohnstein. In: Linnaea. Ein Journal für die Botanik in ihrem ganzen Umfange. 12. Band, 1838, S. 38–49 (bsb-muenchen.de).
  • Bemerkungen über die Epipactisarten der deutschen Flora. In: Linnaea. Ein Journal für die Botanik in ihrem ganzen Umfange. 16. Band, 1842, S. 417–462 (bsb-muenchen.de) und 19. Band, 1847, S. 113–124 (bsb-muenchen.de).
  • Der Anorganismus. Die Pflanze. Das Thier. Ein Versuch zu deren Bestimmung. Sondershausen 1843 (Digitalisat).
  • Systematisches Verzeichniß der in dem unterherrschaftlichen Theile der Schwarzburgischen Fürstenthümer wildwachsenden phanerogamischen Pflanzen mit Angabe der wichtigsten Culturgewächse. (Beiträge zur Naturgeschichte Nordthüringens. Von F. Göbel u. Th. Irmisch.) Eupel, Sondershausen 1846.
  • Bemerkungen über die Auswahl des Stoffes für den botanischen Unterricht auf Gymnasien – Nachträge zur Flora Schwarzburgs. In: Programm des Fürstlich Schwarzburgischen Gymnasiums zu Sondershausen 1849, S. 3–31.
  • Zur Morphologie der monokotylischen Knollen- und Zwiebelgewächse. Reimer, Berlin 1850 (Digitalisat).
  • Beiträge zur Biologie und Morphologie der Orchideen. Abel, Leipzig 1853 (Digitalisat).
  • Einige Beobachtungen an einheimischen Orchideen. In: Flora, oder allgemeine botanische Zeitung. 37. Jahrgang (= N.R. 12), 1854, S. 513ff. (botanicus.org).
  • Beitrag zur Naturgeschichte der einheimischen Valeriana-Arten, insbesondere der V. officinalis und dioica. In: Abhandlungen der naturforschenden Gesellschaft zu Halle. 1. Band, Jahrgang 1853, 3. Quartal 1854, S. 19ff. (bsb-muenchen.de).
  • Morphologische Beobachtungen an einigen Gewächsen aus den natürlichen Familien der Melanthaceen, Irideen und Aroideen. In: Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereines für Sachsen und Thüringen in Halle. 1. Band 1856–1859. 1860 (S. 127–147).
  • Zur Erinnerung an C. Fr. W. Wallroth. Eine biographische Skizze. In: Botanische Zeitung. 15. Jahrgang, 1857 (Spalte 545–555).
  • Ueber einige Arten aus der natürlichen Pflanzenfamilie der Potameen. In: Abhandlungen des naturwissenschaftlichen Vereines für Sachsen und Thüringen in Halle. 2. Band 1858–1861. 1861 (S. 1–56).
  • Kurze Bemerkung über die perennirenden Sonchus-Arten der deutschen Flora. In: Verhandlungen des botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg und die angrenzenden Länder. 2. Heft, 1860 (S. 117–122).
  • Beiträge zur Morphologie der Amaryllideen. (Beiträge zur Morphologie der monocotylischen Gewächse von Th. Irmisch. 1. Heft.) Halle: Schmidt 1860 (Digitalisat).
  • Ueber einige Botaniker des 16. Jahrhunderts, welche sich um die Erforschung der Flora Thüringens, des Harzes und der angrenzenden Gegenden verdient gemacht haben. In: Programm des Fürstlich Schwarzburgischen Gymnasiums zu Sondershausen 1862. S. 3–58 (Digitalisat; Nachdruck in: Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 2, S. 523–403).
  • Ueber Papaver trilobum Wallroth. Ein Beitrag zur Naturgeschichte der Gattung Papaver. In: Abhandlungen der naturforschenden Gesellschaft zu Halle. 9. Band, 1866 (S. 113–132).
  • [Nachricht über einen bei Otterstedt gefundenen Menschenschädel.] In: Zeitschrift für die Gesammten Naturwissenschaften. 30. Band, 1867 (S. 422f.).
  • Ueber den Thüringischen Chronikenschreiber Magister Paulus Jovius und seine Schriften. In: Programm des Fürstlich Schwarzburgischen Gymnasiums zu Sondershausen 1870. Abdruck bei Eupel, Sondershausen 1870 (Digitalisat; Nachdruck in Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 1, S. 1–106).
  • [Selbstauskunft.] In: Forstwissenschaftliches Schriftsteller-Lexikon. Von J. T. C. Ratzeburg. Berlin: Nicolai 1872, (S. 272f.).
  • Elisabeth von Schwarzburg, geborene Gräfin von Ysenburg. Eine Lebensgeschichte aus dem sechzehnten Jahrhundert. Vortrag 24. September 1872.[28]
  • Der Jechaburger Chorherr Albrecht (von Halberstadt), ein Dichter des Mittelalters. [und:] Nachträgliches über Albrecht von Halberstadt. In: Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 1, S. 327–356 (Nachdruck aus Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, 1873 und 1876).
  • Ueber den Schriftsteller Carl Ludloff. Zugleich ein Beitrag zur Kenntniß des früheren Zeitungswesens in Sondershausen. In: Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 2, S. 277–298 (Nachdruck aus Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, November 1874).
  • Verzeichniß der Schachtelhalme, der Bärlappgewächse und Farnkräuter, welche bis jetzt in den Schwarzburger Unter- und Oberherrschaften und ihrer nächsten Umgebung beobachtet worden sind. In: Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 2, S. 48–51 (Nachdruck aus Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, Mai 1875).
  • Einige Nachrichten über Johann Thal, den Verfasser der Sylva Hercynia. In: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde. 8. Jahrgang, 1875 (S. 149–161).
  • Zur Familiengeschichte der Gräfin Katharina der Heldenmüthigen. In: Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 1, S. 243–317 (Nachdruck aus Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, 1876).
  • Zur Erinnerung an Wilhelm Himmelstoß; zugleich ein Beitrag zur Kenntniß früherer Musikzustände in Sondershausen. In Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 2, S. 157–170. (Nachdruck aus Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, November 1876. Bearbeiteter Nachdruck davon in Neue Zeitschrift für Musik 73, 1877, S. 292–294 und 303.)
  • Beiträge zur Kenntniß der Beziehungen, welche zwischen dem Prinzen Wilhelm I. von Oranien (dem Schweigsamen) und dem Grafen Günther XLI. von Schwarzburg und dessen Hause stattfanden. In: Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde Band 1, S. 155–210 (Nachdruck aus Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, 1878).
  • Ueber den Todestag des Grafen Günther des Streitbaren und über die Heimbringung seiner Leiche aus den Niederlanden. In: Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde Band 1, S. 211–240 (Nachdruck aus Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, 1879.)
  • Beiträge zur vergleichenden Morphologie der Pflanzen. (6 ‚Abtheilungen‘; Abth. 1 bis 5 in den Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft zu Halle):
Abtheilung I. In: Abhandlungen usw. 2. Band, Jg. 1854, 1855 (S. 39ff.).
Abtheilung [2]. In: Abhandlungen usw. 3. Band, Jg. 1855, 1856 (S. 63ff.).
Abtheilung [3]. ebenda (S. 107ff.).
Abtheilung [4]. In: Abhandlungen usw. 7. Band, 1863 (S. 173ff.).
Abtheilung 5. In: Abhandlungen usw. 13. Band, 1874 (S. 158ff.).
Abtheilung 6.[29] In: Festschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Naturforschenden Gesellschaft in Halle a/S. Halle 1879 (S. 1ff.).
  • Die Wachsthumsverhältnisse von Bowiea volubilis Hkr. fil. (Eingeleitet von Franz Buchenau). In: Abhandlungen hrsg. vom naturwissenschaftlichen Vereine zu Bremen. 6. Band, 2. Heft, November 1879 (S. 433–440).
  • Vier Beiträge in: Allgemeine Deutsche Biographie. 1878–1880.
  • Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Von Th. Irmisch. [Hrsg. von Gustav Wilhelm Hallensleben.] Erster Band. Sondershausen 1905; Zweiter Band. ebenda 1906.
(Eine Sammlung von Nachdrucken in 5 Teilen: (1) […] M. Paulus Jovius […]; (2) Gräfin Elisabeth zu Schwarzburg […]; (3) 68 Stücke aus Zeitungen (das Stück oft aus einer ursprünglichen Folge von mehreren Beiträgen zusammengefügt): ein Stück aus Neue Preußische Zeitung 1876, drei Stücke aus Der Deutsche 1867f., und 64 Stücke aus dem Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen von 1873 bis 1879; (4) […] Botaniker des 16. Jh. […]; (5) drei Nachrufe auf Irmisch: von Gottgetreu Schmidt (April 1879), von Karl Chop (Juli 1879), von Wilhelm Kieser (Ostern 1880). Mit Anmerkungen des Herausgebers. Genaue Nachweise zu allen relevanten Details bei Lengemann 2004).

LiteraturBearbeiten

  • Adressbücher von Sondershausen (Digitalisate).
  • Walter Geiger: War der bedeutende nordthüringische Botaniker Thilo Irmisch (1816–1879) nicht an einer beruflichen Karriere interessiert? Ergänzungen zu zwei Beiträgen oder das Ende einer „Legende“. In: Eichsfelder Heimathefte. Band 21, 1981. S. 123–128.
  • Ekkehard Höxtermann: Die Ehrenpromotion des Sondershäuser „Collaborators“ Thilo Irmisch (1816–1879). In: 875 Jahre Sondershausen. Eine Schrift zum Jubiläum. Sondershausen 2000, ISBN 3980582973, S. 193–202.
  • Wilhelm Kieser: Nekrolog über den Archivrath Prof. Dr. Irmisch. In: Programm des Fürstlich Schwarzburgischen Gymnasiums zu Sondershausen. Programm Nr. 606, Sondershausen 1880, S. 4–13 (PDF; Nachdruck in Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 2, S. 414–427).
  • Jochen Lengemann: Thilo Irmisch. Dem Andenken des schwarzburgischen Heimatkundlers, Landesgeschichtlers und Botanikers. In: Sondershäuser Beiträge. Püstrich. Zeitschrift für Schwarzburgische Kultur- und Landesgeschichte. Heft 8, 2004. S. 7–25 (darin S. 14ff. ein Abschnitt: Thilo Irmisch als Autor von Beiträgen zur Landes- und Kulturgeschichte und Landeskunde Schwarzburgs und des nördlichen Thüringen).
  • [Leopoldina:] Thilo Irmisch. In: Leopoldina. Heft 15, 1879, S. 99f..
  • Günther Lutze: Zur Schulgeschichte der Stadt Sondershausen. Beilage zum Jahresbericht des Fürstl. Gymnasiums und der Fürstl. Realschule zu Sondershausen für die Zeit von Ostern 1904 bis Ostern 1905. Sondershausen 1905 (Progr. Nr. 864).
  • Karl Mägdefrau: Geschichte der Botanik. Leben und Leistung großer Forscher. 2. Auflage, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-437-20489-0, S. 160.
  • Felicitas Marwinski (Hrsg.): Lebenswege in Thüringen. Vierte Sammlung (= Beiheft 37 der Zeitschrift für Thüringische Geschichte). Verlag Vopelius, Jena 2011, ISBN 9783939718574, S. 162–167 (Biographie Nr. 344).[30]
  • Wilhelm May, Helmut Köhler: Thilo Irmisch (1816-1879) (Reihe: Persönlichkeiten in Sondershausen). Hrsg. Kulturamt der Stadtverwaltung, Sondershausen 2002.
  • Martin Müllerott: Die „Blumen-Zeitung“ unter der Redaktion von Thilo Irmisch. Ein Beitrag zur Geschichte des Zeitschriftenwesens für Liebhaber. In: Publizistik. Vierteljahreshefte für Kommunikationsforschung. Band 10, 1965, S. 552–555.
  • Martin Müllerott: Irmisch, Thilo. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 183 (Digitalisat).
  • Martin Müllerott: Thilo Irmisch 1816 – 1879. Ein biobibliographischer Versuch nebst Proben seines wissenschaftlichen Briefwechsels. In: Hoppea. Denkschriften der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft 39, 1980, S. 52–76 (PDF auf ZOBODAT; enthält ca. 140 Titel zur Botanik von Irmisch).
  • Jürgen Pusch, Klaus-Jörg Barthel, Wolfgang Heinrich (Mitarbeit: Peter Rode, Werner Westhus, Harmut Baade): Die Botaniker Thüringens. (Haussknechtia, Beiheft 18.) [Jena 2015], S. 244–246 (Thilo Irmisch).
  • Franz Speta: Zur Geschichte der Wurzelforschung mit besonderer Berücksichtigung der Aktivitäten in Österreich. In: Stapfia. 50, 1997, S. 7–288 (PDF auf ZOBODAT, ebenso yumpu.com; S. 269–275: Nachdruck der Bibliographie in Müllerott 1980).
  • Ernst Wunschmann: Irmisch, Thilo. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 585–590.

WeblinksBearbeiten

Wikisource: Thilo Irmisch – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. May und Köhler S. 2, mit Abbildung des Geburtsregisters. Irmisch selbst hielt offenbar den 14. Januar für seinen Geburtstag; vgl. seine Selbstauskunft.
  2. Todesanzeige in Der Deutsche 1864 Nr. 131.
  3. May und Köhler S. 3.
  4. Verzeichniß der Schachtelhalme usw. S. 49.
  5. In Beiträge zur Kenntniss der Gefässkryptogamen II. In: Abhandlungen der mathematisch-physischen Classe der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, 3. Band (= Abhandlungen der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, 5. Band), 1857, S. 603–682 + 13 Tafeln. (hier: S. 657.)
  6. Vgl. Flora. Band 35, 1852, S. 42–48, 57–62, 73–78, 328–336, 339–346, 354–368, 500–511.
  7. Briefe von Irmisch an Kerner in E. M. Kronfeld: Anton Kerner von Marilaun. Leben und Arbeit eines deutschen Naturforschers. Tauchnitz, Leipzig 1908, S. 264–274.
  8. Vgl. den Verlagsprospekt von 1866.
  9. Kieser S. 9; nach Deutung von Müllerott 1980 S. 68f. hatte Irmisch die Veröffentlichung schon 1871 endgültig aufgegeben, weshalb die Erben eine posthume Veröffentlichung ablehnten.
  10. Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 2, S. 97.
  11. Instruction für den Verein für deutsche Geschichts- und Alterthumskunde, Gesetz-Sammlung für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen Nr. 23.
  12. Ferdinand Göbel (1805–1876) war ab 1836 Lehrer am Gymnasium Sondershausen. Daneben führte er ab 1842 die Aufsicht über das Fürstliche Naturalienkabinett in Sondershausen; er war auch ein Gründungsmitglied des Alterthumsvereins. Anfang 1862 wurde er Rektor der Realschule in Arnstadt. (Lutze, Schulgeschichte S. 33f.; Der Deutsche 1862 Nr. 1 und 5; Fürstliches Naturalienkabinett, Arch.-Sign. 2034).
  13. Irmisch, Jovius 1870 S. 3.
  14. Ueber den Schriftsteller Carl Ludloff, S. 296. Ernst Richter (1813–1881) war ab 1854 Mitglied im Alterthumsverein und etwa von da an auch Archivar des Landesarchivs; vgl. Adressbuch 1877 S. 63 und S. 49.
  15. Naturwissenschaftlicher Verein zu Sondershausen. In: Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 2, S. 146f. (Nachdruck aus Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen Nr. 46 vom 15. April 1884, S. 183.) Der Verein war etliche Jahrzehnte aktiv, vgl. Adressbuch 1882 S. 85, 1900 S. 124, 1913 S. 133.
  16. Geschichte der Familie Ludolf-Ludloff. [Von Rudolf Friedrich Ludloff.] o. O., o. J. [Coburg 1910.] (Digitalisat) S. 12f.
  17. Das Promotionsdiplom ist auf den 30. Juni 1857 datiert (bei Kieser S. 7 ein Druckfehler: „1853“). Bei Höxtermann S. 198 gibt es eine gut lesbare Abbildung; dort ist auch das Anschreiben vom 11. Juli und Irmischs Dankschreiben vom 16. Juli 1857 abgedruckt. Vgl. auch die genaue Darlegung im Nachruf der Leopoldina.
  18. In seiner Begründung hob Röper besonders Irmischs Verdienste um die Wurzelforschung hervor (Höxtermann S. 197). Auch Speta sieht in Irmischs Arbeiten „den eigentlichen Beginn“ der Wurzelmorphologie (S. 241).
  19. So z. B. Kieser S. 11. Die faktische Grundlage für diese Angaben ist jedoch nicht klar. Im Fall von Hamburg (1862) und Halle (1866) scheint es sicher, dass die Universität sich ausdrücklich nicht für Irmischs Bewerbung entschieden hat. (Geiger 1981, S. 126f.)
  20. Leopoldina. Amtliches Organ der Kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher. Heft 5, 1866, S. 93.
  21. Der Deutsche 1866 Nr. 95; 1874 Nr. 5.
  22. Linnaea. Band 19, 1847, S. 738f.; später durch die ältere Bezeichnung Metastelma ersetzt.
  23. Flora. Band 49, 1866, S. 145ff..
  24. May und Köhler S. 7.
  25. Irmischia. Correspondenzblatt des botanischen Vereins für das nördliche Thüringen. Sondershausen. Digitalisate.
  26. Der Deutsche 1916 Nr. 19.
  27. Der Deutsche 1922 Nr. 54; May und Köhler S. 8.
  28. Abdruck anhand des Vortragsmanuskripts in der Rubrik Kleines Feuilleton von Der Deutsche 1895 (Nr. 164 bis 171; Nachdruck mit modifiziertem Titel in Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 1, S. 109–124).
  29. Irmisch schrieb diesen 6. Teil im „Frühjahr 1879 […] kurz vor seinem Heimgange“. (Beiträge zur Schwarzburgischen Heimathskunde. Band 1, S. IIIf.)
  30. Diese Biographie, signiert mit „J.L.“ (d. h., Jochen Lengemann), ist weitgehend textgleich mit S. 7–14 von Lengemann 2004.