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Karl Theodor Fahr (* 3. Oktober 1877 in Pirmasens; † 29. Oktober 1945 in Hamburg) war ein deutscher Pathologe.

LebenBearbeiten

Nach dem Besuch des Progymnasiums Pirmasens studierte Fahr an der Hessischen Ludwigs-Universität in Gießen, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Medizin. 1898 wurde er Mitglied des Corps Starkenburgia.[1] 1903 wurde er in Gießen, wo er sich zuvor im Studium der pathologischen Anatomie[2] zugewandt hatte, zum Dr. med. promoviert.[3] Er absolvierte daraufhin seine Assistentenzeit in Hamburg und wurde 1906 Prosektor im dortigen Hafenkrankenhaus. 1909 übernahm er die Leitung des Pathologischen Instituts des Mannheimer Krankenhauses.[4] 1919 wurde er zum a.o. Professor, 1924 zum o. Professor für Pathologie in Hamburg berufen. In der Zeit des Nationalsozialismus unterzeichnete er am 11. November 1933 das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler.[5]

Von 1909 bis 1915 arbeitete er mit Franz Volhard in Mannheim an einer Klassifikation der Krankheiten der Niere. In dem Werk Die Bright’sche Nierenkrankheit: Klinik, Pathologie und Atlas (1914) unterschieden sie zwischen degenerativen (Nephrosen), entzündlichen (Nephritis) und arteriosklerotischen (Sklerosen) Nierenerkrankungen. Hinsichtlich der Nephrosklerose[6] wurde eine gut- und eine bösartige[7] Form unterschieden.

Im Jahr 1923 äußerte Theodor Fahr bei einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie als einer der ersten Wissenschaftler die Vermutung, dass zwischen dem Rauchen und dem Bronchialkarzinom ein ursächlicher Zusammenhang bestehe:

„Als Reiz für die Entstehung des Bronchialkrebses kommt m. E. nur eine chronisch wirkende Schädlichkeit in Betracht, schwerlich eine Vergiftung mit Kampfgasen, viel eher das Inhalieren beim Zigarettenrauchen, welches zweifellos zugenommen hat.“

Th. Fahr: Diskussionsbemerkung zu Teutschländer: „Über Metaplasie und Krebsbildungen“. Verh Dtsch Path Ges 1923; 19: 192

1931 beschrieb er den Morbus Fahr. Er beendete sein Leben am 29. Oktober 1945 durch Suizid.[5] In Hamburg-Langenhorn ist seit 1961 eine Straße nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Franz Volhard, Theodor Fahr: Die Bright’sche Nierenkrankheit: Klinik, Pathologie und Atlas. Springer, Berlin 1914.
  • Über atypische Befunde aus den Kapiteln des Morbus Brightii nebst anhangsweisen Bemerkungen zur Hypertoniefrage. In: Virchows Archiv für pathologische Anatomie. Band 248, 1924, S. 323–336.
  • Theodor Fahr, Otto Lubarsch: Die Nierengewächse. In: Friedrich Henke und Otto Lubarsch (Hrsg.): Handbuch der speziellen pathologischen Anatomie und Histologie. Band 6, 1. Berlin 1925.
  • Theodor Fahr: Zusammenhangstrennung und durch Gewaltanwendung bedingte krankhafte Veränderungen des Nierenbeckens und des Harnleiters. In: Friedrich Henke und Otto Lubarsch (Hrsg.): Handbuch der speziellen pathologischen Anatomie und Histologie. Band 6, 1. Berlin 1925.

LiteraturBearbeiten

  • Georg B. Gruber: Fahr, Theodor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 745 (Digitalisat).
  • M. Staemmler: Theodor Fahr’s contribution to modern renal pathology. Medizinische. 1958 May 31;3(22):897–902 PMID 13565201
  • A. Heidland et al.: Franz Volhard and Theodor Fahr: achievements and controversies in their research in renal disease and hypertension. In: J Hum Hypertens. 2001 Jan;15(1):5–16.
  • Werner E. Gerabek: Fahr, Theodor. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 390.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kösener Korpslisten 1910, 57, 489
  2. Werner E. Gerabek: Fahr, Theodor. 2005, S. 390.
  3. Dissertation: Ueber totale Nekrose beider Nieren nach Thrombose der Nierenvenen.
  4. Werner E. Gerabek: Fahr, Theodor. 2005, S. 390.
  5. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, S. 143.
  6. Theodor Fahr: Über Nephrosklerose. In: Virchows Archiv für pathologische Anatomie. Band 226, 1919, S. 119–178.
  7. Theodor Fahr: Über maligne Nierensklerose (Kombinationsform). In: Zentralblatt für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie. Band 27, 1916, S. 481–498.