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Thann (Neustadt bei Coburg)

Ortsteil von Neustadt b.Coburg

Thann ist ein Stadtteil der oberfränkischen Stadt Neustadt bei Coburg im Landkreis Coburg.

Thann
Große Kreisstadt Neustadt bei Coburg
Koordinaten: 50° 19′ 20″ N, 11° 5′ 29″ O
Höhe: 350 m ü. NN
Fläche: 4,96 km²
Einwohner: 390[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96465
Vorwahl: 09568
Dorfteich
Dorfteich

LageBearbeiten

Der alte Ortskern Thanns liegt auf den südwestlichen Höhen des Neustadter Kessels, etwa drei Kilometer von Neustadt entfernt. Die jüngeren Bebauungen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden östlich vom alten Ortskern errichtet.

GeschichteBearbeiten

Thann wurde 1317 erstmals im Urbarium, einer Auflistung von Besitzungen der Henneberger beim Erwerb der Neuen Herrschaft, urkundlich erwähnt.[2] Der Name des Ortes kann von einer einzelnen Tanne abgeleitet werden. Im Herrschaftsbereich der Henneberger liegend kam Thann 1353 mit dem Coburger Land im Erbgang zu den Wettinern und war somit ab 1485 Teil des Kurfürstentums Sachsen, aus dem später das Herzogtum Sachsen-Coburg hervorging.

Im Dreißigjährigen Krieg führten Einquartierungen und Plünderungen zu einer Hungersnot. 1638 waren vier von elf Gebäuden zerstört und von 40 Rindern vor dem Krieg lebte noch ein einziges.

Die Kinder gingen bis 1780 in Neustadt zur Schule, danach in Haarbrücken. Ab 1839 wurde das Thanner Gemeindehaus auch als Schulhaus für die Thanner und Haarbrücker Kinder genutzt und schließlich durch einen Neubau ersetzt, der am 7. Oktober 1862 eingeweiht haben. 1951 erfolgte eine Erweiterung des bis dahin einklassigen Gebäudes für eine weitere Klasse. Mehr als hundert Schüler veranlasste schließlich die Gemeinden einen Neubau in Haarbrücken zu errichten, der ab 1961 genutzt wurde.[3]

In einer Volksbefragung am 30. November 1919 stimmten zwei Thanner Bürger für den Beitritt des Freistaates Coburg zum thüringischen Staat und 57 dagegen. Somit gehörte ab dem 1. Juli 1920 Thann zum Freistaat Bayern.[4]

Im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg verloren jeweils sieben Thanner Soldaten ihr Leben.

Im Jahr 1964 entstand in Haarbrücken eine evangelische Tochterkirchengemeinde Neustadts, die neben Haarbrücken auch Thann und Ketschenbach betreute. Vier Jahre später wurde die Pfarrgemeinde selbstständig.

Am 1. Mai 1978 wurde Thann nach Neustadt eingemeindet.[5]

Die Trinkwasserversorgung erfolgte früher durch Hausbrunnen. 1964 wurden einige Anwesen an das gemeindeeigene Netz angeschlossen, ab 1971 erfolgte die Wasserversorgung durch die Stadtwerke Neustadt. Stromlieferant war ab 1922 das Coburger Überlandwerk. Am 1. Januar 1972 übernahmen die Stadtwerke Neustadt die Stromversorgung.[6] 1987 hatte Thann 87 Wohngebäude, von denen 66 nach 1949 errichtet worden waren.[7] Die Neubauten entstanden ab 1958 in den Bereichen Böhläcker und Stadtäcker, außerdem auf dem Brunnhügel und Kiefernböhl sowie entlang der Eichener und Thanner Straße.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl
1910 131[8]
1933 139[9]
1939 132[9]
1950 203[10]
1970 342[5]
1987 313[10]
2013 390

WeblinksBearbeiten

  Commons: Thann (Neustadt bei Coburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.neustadt-bei-coburg.de/leben-in-neustadt/rathaus/allgemeine-daten/stadtteile.html
  2. Isolde Kalter: Thann
  3. Helmut Scheuerich: Geschichte der Stadt Neustadt bei Coburg im zwanzigsten Jahrhundert, Zweiter Band, 1993, S. 438
  4. Coburger Zeitung, Ausgabe Nr. 280 vom 2. Dezember 1919
  5. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 679 und 680.
  6. Helmut Scheuerich: Geschichte der Stadt Neustadt bei Coburg im zwanzigsten Jahrhundert. Erster Band, Neustadt bei Coburg 1989, S. 378, 386
  7. Helmut Scheuerich: Geschichte der Stadt Neustadt bei Coburg im zwanzigsten Jahrhundert, Zweiter Band, 1993, S. 130
  8. www.gemeindeverzeichnis.de
  9. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Coburg. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. a b Helmut Scheuerich: Geschichte der Stadt Neustadt bei Coburg im zwanzigsten Jahrhundert, Zweiter Band, 1993, S. 123