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Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

zentrale Denkmalbehörde Thüringens mit Hauptsitz in Weimar

Das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, abgekürzt TLDA, ist die zentrale Denkmalbehörde Thüringens mit Sitzen in Erfurt und Weimar. Präsident seit 2006 ist der Archäologe Sven Östritz.

Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
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Staatliche Ebene Bundesland
Stellung Denkmalfachbehörde
Aufsichtsbehörde Thüringer Staatskanzlei
Gründung 1991 als Landesamt für Denkmalpflege und Landesamt für Archäologie
Hauptsitz Weimar
Behördenleitung Sven Östritz
Bedienstete ca. 50[1](2010)
Haushaltsvolumen 3,5–4 Mio EUR[2](2018)
Netzauftritt www.thueringen.de
Ehemalige Artilleriekaserne auf dem Erfurter Petersberg, Sitz des Landeskonservators und der Bau- und Kunstdenkmalpflege
Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar, Sitz des Präsidenten und des Bereichs archäologische Denkmalpflege

GeschichteBearbeiten

Nach Gründung des Landes Thüringen erfolgte 1922 die Gründung einer staatlichen Beratungsstelle für „Denkmalpflege und Heimatschutz“. Sie war zunächst dem Weimarer Innenministerium, seit 1923 dem Volksbildungsministerium zugeordnet und hatte ihren Sitz im Weimarer Marstallgebäude. 1933 erfolgte durch Reichsstatthalter Fritz Sauckel die Gründung eines ihm persönlich unterstellten „Landesamtes für Denkmalpflege und Heimatschutz“ als eigene Behörde.

Zur DDR-Zeit gab es seit 1963 die „Arbeitsstelle Erfurt“ des zentralen Instituts für Denkmalpflege in Berlin, die für die drei thüringischen Bezirke Erfurt, Gera und Suhl zuständig war. Von 1952 bis 1963 hatte die „Arbeitsstelle Halle (Saale)“ diese Aufgabe mit übernommen.

Nach der Wiedergründung des Freistaates Thüringen wurde 1991 auf Grundlage des Thüringer Denkmalschutzgesetzes eine Denkmalfachbehörde mit Sitz in Erfurt gebildet und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur als oberster Denkmalschutzbehörde zugeordnet. 2006 erfolgte ein Zusammenschluss mit dem in Weimar ansässigen Landesamtes für Archäologie.

StrukturBearbeiten

Heute ist das Landesamt folgendermaßen gegliedert:

Bau- und Kunstdenkmalpflege (Erfurt)Bearbeiten

Die Erfurter Dienststelle ging aus dem früheren Landesamt für Denkmalpflege hervor. Sie ist für die Bau- und Kunstdenkmalpflege Thüringens zuständig und wird vom Landeskonservator[3] geleitet. Ihr Standort ist die ehemalige Artilleriekaserne/Kaserne B und der Neuen Hauptwache der Zitadelle Petersberg. Zu ihr gehören die die Bereiche:

  • Büro des Landeskonservators
  • Denkmalerfassung
  • Praktische Denkmalpflege
  • Städtebauliche Denkmalpflege
  • Gartendenkmalpflege
  • Bauforschung

Archäologische Denkmalpflege (Weimar)Bearbeiten

Die Weimarer Dienststelle ging aus dem früheren Landesamt für Archäologie hervor und befindet sich in der Humboldtstraße 11 in Weimar. Zu ihr gehören das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens in Weimar und das Steinsburgmuseum in Römhild. Es gibt folgende Bereiche:

  • Bodendenkmalpflege mit fünf Gebietsreferaten und dem Referat Prospektion/Denkmalbuch
  • Archäonaturwissenschaften mit den Sachgebieten Restaurierung, Archäometrie/Labor, Paläoanthropologie, Archäoinformatik und Numismatik
  • Museum/Sammlungen/Dokumentationen mit den Sachgebieten Museumspädagogik, Wissenschaftliche Sammlung, Information/Dokumentation, Bibliothek, Zeichenatelier und Fotolabor

Konservatoren und LandeskonservatorenBearbeiten

KritikBearbeiten

Dem Thüringer Landesamt wurden mehrfach mangelndes Engagement und Versäumnisse bei der „fachlichen Beratung und Fürsorge für den hoheitlichen Denkmalschutz“ (§ 1 Abs. 1, S. 2 Thüringer Denkmalschutzgesetz) vorgeworfen.[7][8] So konnte es unter anderem die Abbrüche folgender Kulturdenkmäler nicht verhindern.

Gefährdet sind zudem:

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Willi Oberkrome: „Deutsche Heimat“: nationale Konzeption und regionale Praxis von Naturschutz. Ferdinand Schöningh Paderborn 2004, ISBN 3-506-71693-X.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinz Stade: Eine Begegnung mit dem neuen Landeskonservator. In: Thüringer Allgemeine Erfurt. 20. April 2010.
  2. Sibylle Göbel 2018.
  3. Ministerpräsident Jochen Vogel (CDU) hatte mit Anordnung vom 26. Juni 1992 den Begriff Landeskonservator als Amtsbezeichnung für den Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege festgelegt
  4. Sabine Wagner: Denkmalpfleger - Rufer in der Wüste? In: Ostthüringer Zeitung. 5. Februar 2000.
  5. adream2012.de
  6. Karsten Jauch: Ein neuer Konservator für Thüringen. In: Thüringer Allgemeine. Feuilleton. 12. März 2010, S. 4 und Heinz Stade: Auf unruhiger Fahrt. Eine Begegnung mit Thüringens neuem Landeskonservator Holger Reinhardt. In: Thüringer Allgemeine. Feuilleton. 20. April 2010, S. 4. (thueringer-allgemeine.de; abgerufen am 29. April 2016)
  7. Schreiben von Rechtsanwalt Johannes Wasmuth an den Kulturminister Jens Goebel, München, 10. November 2007.
  8. Petition von Elmar Nolte an den Petitionsausschuss des Thüringer Landtags, Erfurt, 24. Oktober 2007, AZ E-944/07
  9. Vera Dähnert: Winterpalais: Sein Abriss rückt näher. In: Thüringer Allgemeine. Gotha, 13. September 2006.
  10. Oliver Bauer: Mohrenabriss zieht Kreise. In: Thüringer Landeszeitung. Gotha, 27. September 2007.
  11. Mark Escherich: Städtische Selbstbilder und bauliche Repräsentation. Architektur und Städtebau in Erfurt 1918–1933. Lukas-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86732-062-7, S. 259–265.
  12. Vera Dähnert: Nordbadeingang: Streit um Abriss. In: Thüringer Allgemeine. Erfurt, 15. April 2008.
  13. Dankwart Guratsch: Ein Plattenbau soll Altenburgs Marktplatz entstellen. In: Die Welt. Berlin, 2. Januar 2010.
  14. Alexander Cammann: Häuserkampf in Thüringen. In: Die Zeit. Hamburg, 2. August 2010.
  15. Mathias Grünzig: Barock unter der Spitzhacke. Stadtzerstörung auf Staatskosten. In der thüringischen Stadt Altenburg macht man Tabula rasa. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Frankfurt, 30. Mai 2012.
  16. Anja Siegesmund: Altenburg/Erfurt: Besuch beim Landeskonservator. siegesmund.info, Erfurt, 20. September 2010.
  17. Wolfgang Hirsch: Ein Altenburger Kulturstadt-Abbruch. In: Thüringer Landeszeitung. Erfurt, 21. April 2012.
  18. Petra Löwe: Barock-Fassade in Altenburg wird abgerissen. In: Ostthüringer Zeitung. Altenburg, 13. März 2012.
  19. Sascha Willms, Birgit Schellbach: Thüringer Kulturdenkmal in Eisenach wird abgerissen. In: Thüringer Allgemeine. Eisenach, 22. Januar 2014.
  20. Eva Gebhardt: Zeichen stehen auf Abriss. Suhl, 31. Mai 2012.
  21. Michael Keller: Das älteste bekannte Haus Gothas ist unrettbar verloren. In: Thüringer Allgemeine. Gotha, 20. Februar 2014.
  22. Birgit Schellbach: Abbruch des ältesten Doppelhauses in Gotha hat begonnen. In: Thüringer Allgemeine. Gotha, 27. Mai 2014.
  23. Axel Eger: Im Brühl in Gotha entstehen barrierefreie Wohnungen. In: Thüringer Allgemeine. Gotha, 28. November 2013.
  24. Matthias Thüsing: Marathontor wird zuerst abgerissen. In: Thüringer Allgemeine. 7. November 2014.
  25. Anne Martin: Investor will Kartäusermühle in Erfurt abreißen. In: Thüringer Allgemeine. Erfurt, 25. Oktober 2011.
  26. Mühlenabriss „verheerend“. In: Thüringische Allgemeine. 27. Oktober 2014.
  27. Kartäusermühle wird nun doch abgerissen. In: Thüringische Landeszeitung. 9. Dezember 2015.
  28. gispi.de
  29. Peter Riecke: Angebote für Senioren. In: Thüringer Allgemeine. Gotha, 17. Oktober 2014.
  30. Wieland Fischer: Rettungsapell für das Kavaliershaus in Gotha kommt zu spät. In: Thüringer Allgemeine. und Thüringische Landeszeitung. Gotha, 17. Mai 2017 (gotha.thueringer-allgemeine.de)

Koordinaten: 50° 58′ 31″ N, 11° 19′ 34″ O