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Techem GmbH

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Rechtsform GmbH
Gründung 1952
Sitz Eschborn, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Frank Hyldmar (CEO)
Carsten Sürig (CFO)
Nicolai Kuß (COO)[1]
Mitarbeiterzahl 3560 (2017/2018)[1]
Umsatz 766,5 Mio. € (2017/2018)[1]
Branche Ablesedienstleister
Website www.techem.de

Hauptverwaltung in Eschborn

Die Techem GmbH (eigene Schreibweise: techem) ist ein weltweit tätiger deutscher Energiedienstleister für die Immobilienwirtschaft und private Wohnungseigentümer mit Sitz in Eschborn.

Inhaltsverzeichnis

KennzahlenBearbeiten

Techem ist ein weltweit führender Anbieter für Energieabrechnungen und Energiemanagement. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen in Deutschland Marktführer im Bereich der verbrauchsgerechten Erfassung und Abrechnung von Wärme und Wasser in Immobilien. Die Dienstleistungen reichen vom Energiebezug über die Erfassung und Abrechnung des Wärme- und Wasserverbrauchs bis zu detaillierten Analysen. Die Firmenzentrale in Eschborn betreut in Deutschland etwa 60 Standorte. Techem ist in weiteren 20 europäischen Ländern tätig, darüber hinaus auch in Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Weltweit ist das Unternehmen in rund 150 Niederlassungen vertreten und führt die Erfassung und Abrechnung in 11 Millionen Haushalten durch. Techem beschäftigt rund 3640 Mitarbeiter. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2017/2018 lag bei 766,5 Millionen Euro.[1]

GeschäftsfelderBearbeiten

Energy ServicesBearbeiten

Dienstleistung und Geräte zur Erfassung und Abrechnung von Energie und Wasser, Energiemonitoring sowie Gerätevertrieb, -vermietung und -wartung. Es befinden sich rund 48 Millionen Geräte im Abrechnungsdienst, davon rund 28 Millionen mit Funktechnologie. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2016/2017 betrug 693,2 Millionen Euro.[2]

Energy ContractingBearbeiten

Es erfolgt Lieferung von Wärme, Kälte und Strom sowie Planung, Errichtung, Finanzierung und Betrieb von Energieversorgungsanlagen und die dazugehörige Erfassung und Abrechnung der Energiekosten. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2016/2017 betrug 89,5 Millionen Euro.[2]

Niederlassung ÖsterreichBearbeiten

 
Techem Messtechnik GmbH in Innsbruck

Die Techem Messtechnik GmbH wurde 1957 als Universal Wärmetechnik in Innsbruck gegründet. 1979 folgte die Umbenennung in Techem Clorius sowie ein Standortwechsel vom Stadtteil Sankt Nikolaus nach Wilten, an den Standort des ehemaligen Castel Veldidena.

2007 kam es zur Gründung und Beteiligung an Techem Dubai.[3]

Heute betreut das Unternehmen in Österreich mit 150 Mitarbeitern rund 3 Mio. Mess- und Erfassungsgeräte.

Der Umsatz lag 2017 bei knapp 30 Millionen Euro,[4] womit das Unternehmen auf Platz 207 im Tiroler Unternehmerranking kommt.[5]

Die Techem Wassertechnik GmbH wurde 1996 in Wels gegründet.[6]

Awards

2016 Techem Österreich gewinnt als einziges Unternehmen in der Kategorie „Goldener Mittelbau“ den Austria’s Leading Companies Award in Tirol.[7]

BesitzverhältnisseBearbeiten

Seit 2018 befindet sich Techem im Besitz einer Investorengruppe unter Führung der schweizerischen Partners Group, zu der die beiden kanadischen Pensionsfonds Caisse de depot et placement du Quebec (CDPQ) und Ontario Teachers' Pension Plan (OTPP) gehören.[8][9]

GeschichteBearbeiten

1952 gründete Friedrich Ott in Frankfurt die Techem GmbH als Gesellschaft zur Auswertung technisch-chemischer Verfahren und Patente. Mit einer Lizenz eines dänischen Unternehmens und drei Mitarbeitern fing Techem an, Verdunsterröhrchen an Heizungen zu montieren, um in Mehrfamilienhäusern eine gerechte Kostenverteilung zu ermöglichen.[10] Seit Einführung der Heizkostenverordnung des Bundes 1981 müssen in allen Häusern mit mehr als zwei Parteien die Heizkosten für jede Wohnung getrennt ausgewiesen werden. Dies führt zu einem Wachstumsschub bei Techem. 1983 führte Techem die ersten elektronischen Heizkostenverteiler (EHKV) in den Markt ein. 1992 stieg Techem in den Energy-Contracting-Markt ein. 1996 kam es zur Einführung des Funksystem zur Abrechnungsdaten-Übermittlung durch Techem und zu einem Leveraged Buy-out der Techem AG durch die BC Partner Funds. Der Finanzinvestor BC Partners kaufte den Erben des verstorbenen Firmengründers 55 Prozent der Anteile ab. 1998 folgte der Erwerb der bautec Energiemanagement GmbH vom Softwareunternehmen Aareon im Rahmen eines Tauschgeschäfts gegen die Techem IT Services GmbH.

Börsengang

2000 Techem ging nach der Umwandlung in eine AG an die Börse und wurde in den MDAX aufgenommen. Die Familie des Gründers reduzierte ihren Anteil auf 25 Prozent, BC Partners reduzierte auf 33 Prozent. 2001 verkaufte BC Partners seine gesamten Anteile. 2002 erfolgte eine Akquirierung der Computer Wolff GmbH & Co. KG durch Techem und die Umbenennung in WODIS wohnungswirtschaftliche Software GmbH. Das Unternehmen zog in den neuen Konzernsitz Eschborn um. 2003 wurde Techem in den Prime Standard und den neuen MDAX aufgenommen. 2004 kam es zur Gründung einer Tochtergesellschaft in der Volksrepublik China. Techem übernahm 2005 die heimer Concept GmbH. Techem führte mit dem Produkt adapterm ein Energiesparsystem ein, das aktiv die Daten des Funkheizkostenverteilers zur Energieeinsparung nutzt. Die Gründerfamilie verkaufte 2006 ihren restlichen 25-Prozent-Anteil an verschiedene Investoren. Am 23. Oktober 2006 legt die australische Bank Macquarie ein Übernahmeangebot vor und bietet den Aktionären 44 Euro je Aktie. Am 22. November 2006 gewinnt das Management BC Partners als Investor, der mit 52 Euro je Aktie die Australier überbietet. Am 11. Dezember 2006 erhöht Macquarie erhöht seine Offerte auf 55 Euro je Aktie, unter der Bedingung, mindestens 70 Prozent der Anteile zu erhalten. Mit diesem Angebot ist Techem mit 1,36 Milliarden Euro bewertet. Am 9. Januar 2007 schließt Macquarie mit dem Techem Management einen Rahmenvertrag und zwei Tage später geben Macquarie und BC Partners bekannt, dass sie gemeinsam Techem zu einem Preis von 55 Euro je Aktie übernehmen. Am 2. Februar 2007: scheitert die Übernahme von Techem endgültig.[10][11][12][13] 2008 wurde die australische Macquarie-Gruppe Mehrheitsaktionärin.[14]

Umwandlung in GmbH

Aus der Techem AG wurde 2009 die Techem GmbH. 2010 kam es zur Einführung von Techem Smart System, einem Energiemanagementsystem der Techem Energy Contracting. 2011 erfolgte die Markteinführung eines Funk-Rauchwarnmelders mit Umfeldüberwachung.

Aktuell

Techem wurde 2018 von einer Investorengruppe unter Führung der schweizerischen Partners Group übernommen, zu der noch die beiden kanadischen Pensionsfonds Caisse de depot et placement du Quebec (CDPQ) und Ontario Teachers’ Pension Plan (OTPP) gehören. Bei der Transaktion wurde Techem mit 4,6 Milliarden Euro inklusive Schulden bewertet.[8][9] Techem und Vodafone treiben den Digitalisierungsprozess mit intelligent vernetzten Systemen voran. Die stationären Datensammler wurden im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts durch Geräte mit integriertem Narrowband-IoT ersetzt. Jeder Datensammler konnte nun die Verbrauchsstände direkt an Techem übertragen.[15]

WettbewerbBearbeiten

Die größten Mitbewerber in Deutschland sind Ista International, Minol Messtechnik W. Lehmann und Brunata-Metrona.

Im Mai 2017 veröffentlichte das Bundeskartellamt eine Sektoruntersuchung mit dem Ergebnis, dass im Markt der Ablesedienste für Heiz- und Wasserkosten ein wettbewerbsloses Oligopol vorliegt[16]: Auf die beiden größten Anbieter Techem und Ista entfallen zusammen 50 % Marktanteil, die größten fünf Anbieter kommen zusammen auf 70 %. „Ein Wechsel des Anbieters wird auch durch die fehlende Interoperabilität von Zählersystemen sowie eine geringe Vergleichbarkeit von Preisen und der Qualität der angebotenen Leistungen erschwert.“[17]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Techem GmbH: Was wir leisten – Zahlen & Fakten. Abgerufen am 16. Januar 2019.
  2. a b Die Techem Zentrale: Kennzahlen, Daten und Fakten im Überblick. Geschäftsjahr 2016/17, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  3. Coachedian, abgerufen am 13. Dezember 2018.
  4. Die Presse - ALC, abgerufen am 13. Dezember 2018.
  5. Tirols Top 500 2018, abgerufen am 13. Dezember 2018.
  6. FirmenABC Techem Wassertechnik, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  7. Gratulation an Austrias Leading Companies In: Wirtschaft Tirol, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  8. a b Techem wechselt Besitzer für 4,6 Milliarden Euro. manager-magazin.de, 25. Mai 2018, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  9. a b Zweitgrößter deutscher Heizungsableser: Techem an Schweizer Investoren verkauft In: spiegel.de, 25. Mai 2018.
  10. a b Techem: Chronik des Übernahmeversuchs. In: Manager Magazin. 2. Februar 2007, abgerufen am 18. Juni 2016.
  11. Übernahmegefecht um Techem entbrannt. In: FAZ.net, 22. November 2006.
  12. Australier scheitern bei Techem. Handelsblatt.com, 2. Februar 2007.
  13. Auf ein Neues In: manager-magazin.de, 22. Oktober 2007.
  14. Zwangsabfindung beschlossen. In: manager-magazin.de, 5. Juni 2008.
  15. Narrowband IoT – Techem setzt auf Energieeffizienz. In: vodafone.de
  16. Abschlussbericht: Sektoruntersuchung bei Ablesediensten von Heiz- und Wasserkosten. (PDF) Bundeskartellamt, 4. Mai 2017, abgerufen am 4. Januar 2018.
  17. Pressemitteilung: Sektoruntersuchung bei Ablesediensten von Heiz- und Wasserkosten. (PDF) Bundeskartellamt, 4. Mai 2017, abgerufen am 4. Januar 2018.