Tatort Schule (Zeitschrift)

Schülerzeitung in Deutschland

Tatort Schule war eine Schülerzeitung, die von 1990 bis 1993 in Leipzig erschienen ist.

Die Gründung des Blattes wurde vom Leipziger Stadtschülerrat initiiert, der auch die erste Nummer, erschienen im Juli 1990, finanziert hat. Deshalb wendete sich die Monatszeitschrift von Anfang an an die Schülerschaft von ganz Leipzig und nicht nur, wie sonst bei Schülerzeitungen üblich, an die Schüler einer Schule. Die Auflage betrug 1.000 bis 2.000 Exemplare.

Das Redaktionskollegium machte sich alsbald unabhängig vom Stadtschülerrat und war ab September 1990 selbst Herausgeber von Tatort Schule. Finanziert wurde das Blatt vornehmlich durch Werbung, denn der Verkaufspreis betrug nur 50 Pfennig und sank später sogar auf 20 Pfennig für jede 24–32 Seiten umfassende Ausgabe im Format A5.

Tatort Schule war ein typisches Produkt der Wendezeit, in der viele DDR-Bürger die neu gewonnenen demokratischen Freiheiten mit Enthusiasmus wahrnahmen, so im konkreten Fall auch die Schüler. Schülerzeitungen waren zuvor in der DDR – wie alle unabhängigen Presseerzeugnisse – nicht gestattet gewesen. Dies war auch der Grund, warum sich die Redaktion nicht an einen Interessenverband oder Verein binden wollte und allen organisatorischen Strukturen misstraute. Eben deshalb war das Leipziger Blatt inhaltlich auch politischer gewesen, als dies bei Schülerzeitungen gemeinhin der Fall ist. Bildungs- und Kommunalpolitik nahmen einen breiten Raum ein und hin und wieder wurden auch demokratietheoretische Beiträge veröffentlicht. Ansonsten gab es Kurzgeschichten, Gedichte, Comics, Karikaturen und zahlreiche Reisereportagen.

QuellenBearbeiten