Tatort: Tod eines Wachmanns

Episode der Fernsehserie Tatort

Tod eines Wachmanns ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Es ist der dritte Fall der Düsseldorfer Ermittler Flemming, Koch und Ballauf und die 265. Tatortfolge. Der vom Westdeutschen Rundfunk und Bavaria Film produzierte Beitrag wurde am 25. Oktober 1992 auf Das Erste zum ersten Mal gesendet.

Episode der Reihe Tatort
OriginaltitelTod eines Wachmanns
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
WDR
Bavaria Film
Länge87 Minuten
EinordnungEpisode 265 (Liste)
Erstausstrahlung25. Oktober 1992 auf Das Erste
Stab
RegieIlse Hofmann
DrehbuchAxel Götz, Thomas Wesskamp
ProduktionVeith von Fürstenberg
MusikAndreas Köbner
KameraWolfgang Dickmann
SchnittUeli Christen, Alexandra Iliopolou
Besetzung

HandlungBearbeiten

„Ganz Düsseldorf is' im Elsbeth-Fieber.“, so bringt Wachmann Peitzke seinen Kollegen Willi Kampmann beim Dienstwechsel im Rathaus auf den neuesten nachrichtlichen Stand kurz vor dem vierten Besuch von Queen Elizabeth II. in Deutschland. Kampmann schaltet nach der Wachablösung Alarmanlage und Fernseher ein und richtet sein Vesper. In seinem Büro hat Holger Kranich auf das Abschalten der Beleuchtung gewartet. Er bittet Kampmann, ihn aus dem Gebäude zu lassen, da er noch Pläne für Lierenfeld aus dem Büro holen musste. Er gibt vor, noch einmal zurück in sein Büro zu müssen, lässt aber zwei Männer in das Gebäude, die sich sehr professionell mit Kamera und verdunkelten Fenstern in einem Büro einrichten. Ganz gezielt werden Bebauungspläne u. a. von der Königsallee aus dem Archiv geholt und fotografiert. Auf seinem Rundgang muss Kampmann einem Bedürfnis nachgehen. Da die Herrentoilette defekt ist, muss er in das Damen-WC. Beim Händewaschen bemerkt er aus dem Augenwinkel Blitzlichter in einem der Büros im Nebentrakt. Dort angekommen, wird er eiskalt hinterrücks erstochen. Die Männer machen ungerührt weiter, bis um 21 Uhr der Alarm losgeht.

Da hochwertige Terminals und Bildschirme geraubt wurden, gehen Flemming und Ballauf von einem Einbruch aus, der nach dem Alarm erfolgte und daher in sehr kurzer Zeit erfolgen musste. Ballauf tippt auf die Tat eines Profis, der nicht in Panik durch den ausgelösten Alarm geraten war und einen so gezielten Stich ins Herz ansetzen konnte. Baureferats-Mitarbeiter Kranich liefert der Polizei Listen aller Mitarbeiter, die Zugang zum Archiv haben. Er wird danach von Antiquitätenhändler Meyer, dem Mörder, telefonisch beruhigt. Dieser bringt seinen Auftraggeber auf den neuesten Stand.

Miriam Koch rechnet die Zeitabläufe durch und kommt zum Schluss, dass Wachmann Kampmann bereits vor dem Alarm ermordet wurde. Das hätte zur Folge, dass sich die Täter schon vorher im Gebäude befunden hätten.

Meyer bringt unter einem Kanaldeckel eine Sprengladung an. Auf diesem stehen ausgerechnet Koch und Ballauf, die eines der vielen potenziellen Ziele aus den Bebauungsplänen überprüfen. Sie stellen fest, dass sie nicht jeden Kanaldeckel überwachen können, der auf der Route der Queen bei ihrem Düsseldorf-Besuch liegt. Flemming schaut sich an seinem freien Tag mit Sohn Ingo die Fernsehbilder mit der Queen an. Als sie in Richtung Galerie Huber fährt, alarmiert er Soko-Kollege Weber von der Einsatz-Leitstelle und die Fahrtroute wird abrupt geändert. Meyer löst mit einem Fotoapparat die Bombe aus, während ein Begleitfahrzeug über den Kanaldeckel fährt. Die schreckliche Bilanz: 3 Tote und 2 Dutzend Schwerverletzte.

Helmer vom Bundeskriminalamt übernimmt und führt Flemming zum Sicherheitsstab. Dort wird er hochrangigen Beamten als Mann vorgestellt, der der Queen das Leben gerettet habe. Alle Akteure sind sehr angespannt. Nach 7 Stunden können Flemming & Co. endlich gehen. Helmer deutet an, dass es eine Aktion der IRA gewesen sein könnte. Flemming sieht das anders. Aber das Attentat könnte auch gar nicht der Queen gegolten haben.

Baureferats-Mitarbeiter Kranich wird auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel in Dresden mit einer Spritze in das Fußgelenk aus dem Verkehr gezogen. Die Obduktion geht von Fremdeinwirkung aus. Die Kameraaufnahmen aus dem Fan-Block, Befragungen seines Umfelds und die Durchsuchung seiner Wohnung führen die Kommissare zu Antiquar Meyer. Ohne mit der Wimper zu zucken, beantwortet er die gestellten Fragen. Nach kurzer Rücksprache mit seinem Auftraggeber nimmt er seinen Reisepass und verlässt das Antiquariat. Die Aktenlage deutet auf eine typische Geheimdienst-Legende hin.

Flemming besucht Frau Marquardt – die Witwe des durch die Bombe ermordeten BKA-Mitarbeiters. Er kann ihr Vertrauen gewinnen. So schildert sie ihm, dass sich ein ehemaliger Oberst der Staatssicherheit an ihren Mann gewendet habe. Er hatte Unterlagen über einen Stasi-Agenten im BKA. Alles deutet auf Helmer als Maulwurf hin. Unterdessen verfolgt Ballauf auf halsbrecherische Weise Meyer. Kurz vor der holländischen Grenze kommt es zum Showdown. Mit zwei blind abgefeuerten Schüssen kann der Mörder niedergestreckt werden. Durch eine Finte wird Helmer dorthin gelockt. In dem Augenblick, als er auspacken will, wird aus dem Hinterhalt geschossen. Flemming kann Hörster, den zweiten Mann im Rathaus, festnehmen. Beim Verhör durch Polizeidirektor Gelsdorf streitet Helmer alles ab.

HintergrundBearbeiten

Die Dreharbeiten zu diesem 265. Tatort-Krimi fanden in den Bavaria Filmstudios in Geiselgasteig statt.[1]

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

Die Erstausstrahlung des Tatort Tod eines Wachmanns am 25. Oktober 1992 wurde in Deutschland insgesamt von 14,26 Millionen Zuschauern gesehen und damit ein Marktanteil von 42,9 % erreicht.[2]

KritikenBearbeiten

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV-Spielfilm urteilen: „Trotz Verschwörungsstory und dem spröden Charme der Cops: Dieser Fall ist königlich langweilig.“ und finden: „Sicher nicht die Königin unter den "Tatorten".“[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Drehorte auf Internet Movie Database, abgerufen am 29. Dezember 2015.
  2. Einschaltquoten bei tatort-fundus.de, abgerufen am 28. Dezember 2015.
  3. Tod eines Wachmanns Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 29. Dezember 2015.