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Tatort: Stiller Tod

Episode der Fernsehserie Tatort

Stiller Tod ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalreihe Tatort. Der Film mit Eva Mattes als Kriminalhauptkommissarin Klara Blum wurde vom SWR produziert und am 26. Januar 2003 erstmals in Deutschland ausgestrahlt. Diese 523. Folge der Tatort-Reihe ist der 3. Fall von Klara Blum, die in einem Mordfall ermittelt, bei dem der Schuldige augenscheinlich festzustehen scheint. Bei näherer Recherche rückt der Staatsanwalt immer mehr ins Visier, der eine Beziehungstat seiner Jugendliebe zu vertuschen versucht.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelStiller Tod
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
SWR,
Maran Film[1]
Länge86 Minuten
EinordnungFolge 523 (Liste)
Erstausstrahlung26. Januar 2003 auf Das Erste
Stab
RegieRichard Huber
DrehbuchMartina Brand,
Dorothee Schön
ProduktionUlrich Herrmann
MusikMartin Todsharow
KameraJürgen Carle
SchnittRoswitha Gnädig
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Der Industrielle Wolfgang Reichert will sich mit seiner Ehefrau am Bodensee ansiedeln, da sie hier aufgewachsen ist. Während Bärbel Reichert nach Immobilien Ausschau hält, hat sich ihr Mann eine Yacht gemietet, auf der er nun erstochen aufgefunden wurde. Es gibt auch gleich einen Tatverdächtigen, denn Daniel Seefried wurde mit Blutspuren und einem Messer in der Hand im Hafen gestellt. Zudem finden sich Geld und Wertgegenstände in seiner Jackentasche, die offensichtlich dem Opfer gehörten. Er wird verhaftet, doch redet er kaum und kann sich an nichts erinnern. Er wirkt angeschlagen, was die Ermittler Drogenkonsum vermuten lässt, jedoch kann das vom Labor nicht bestätigt werden.

Am nächsten Tag besteht Seefried darauf, telefonieren zu dürfen und ruft Rita Fürmann an, die Ehefrau des Staatsanwalts. Er will sich mit ihr treffen, doch sie schickt ihm nur einen Anwalt zu seiner Verteidigung. Seefried bittet diesen, seiner Auftraggeberin auszurichten, dass sie ihrem Mann alles sagen solle, alles!

Blum hat nicht den Eindruck, dass der Fall so einfach erledigt sein wird, wie es den Anschein hat. Zu viel Details passen nicht recht zueinander. Da Seefried sich weiterhin nicht erinnern und somit auch die Tat nicht zugeben kann, schlägt Staatsanwalt Fürmann einen Lokaltermin vor, um Seefrieds Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Blum ist verwundert über diese Maßnahme, ebenso verwundert ist sie darüber, dass Seefrieds erster Anruf aus der Haft an Frau Fürmann ging. Auch hat er ihre Nummer auf seinem Handy fest eingespeichert. Das gibt Blum zu denken und sie kommt zu dem Schluss, dass Seefried ein Verhältnis mit Rita Fürmann haben dürfte. Bei dem Lokaltermin, der keine neuen Erkenntnisse bringt, gelingt es Seefried an die Signalpistole zu gelangen und mit der Yacht zu fliehen. Fürmann will für alles die Verantwortung übernehmen und den Fall abgeben.

Blum erhält den Hinweis, dass Fürmann schon seit ein paar Monaten weiß, dass seine Frau ein Verhältnis mit Seefried hat. Daher sucht sie das Gespräch mit ihr und sagt ihr offen, dass sie von ihrer Affäre weiß. Rita Fürmann bittet darum, dass ihr Mann das nicht erfahren darf, er würde sich sonst etwas antun. Er hätte früher schon einmal einen Suizidversuch unternommen, nachdem ihn eine Frau tief enttäuscht hatte. Blum findet heraus, dass diese herbe Enttäuschung mit Bärbel Reichert zu tun hat. Sie war seine tragische Jugendliebe und Fürmann hat sogar seine Tochter nach ihr benannt. Nun fragt sich Blum, was Fürmann verschweigt. Hat er Bärbel Reichert zufällig wiedergetroffen und nun mit ihr gemeinsam den Plan geschmiedet, ihren Mann umzubringen? Und als Rache an Rita Fürmann ihren Liebhaber des Mordes zu bezichtigen? Fürmann hatte sogar Gelegenheit gehabt, Seefrieds Urinprobe auszutauschen, sodass man das Narkotikum nicht nachweisen konnte, das er ihm verabreicht hatte und für das Bärbel Reichert das Rezept besorgt haben dürfte. Dennoch hat Blum Zweifel. Sie kennt Fürmann als liebenden Vater und Ehemann und kann es sich nicht vorstellen, dass er das für seine Jugendliebe aufgeben würde.

Seefried entführt indessen Fürmanns Sohn Tom und fordert Rita Fürmann auf, ihm zu helfen. So erfährt sie, dass ihr Mann schon lange von ihrem Verhältnis weiß. Als ihr Mann nach Hause kommt, bittet sie flehend die Wahrheit zu sagen, sonst sähen sie Tom nie wieder. Er verspricht der Staatsanwaltschaft Konstanz eine entsprechende Mitteilung zukommen zu lassen. Nachdem er schriftlich ein Geständnis verfasst hat, in welchem er zugibt, Seefried fälschlicherweise belastet zu haben, will er sich vom Dach der Staatsanwaltschaft stürzen. Blum kann ihn zu einem Gespräch bewegen und erfährt so, dass Bärbel Reichert im Affekt ihren Mann erstochen hat, nachdem er ihr mitgeteilt hatte, dass er sie verlassen würde. Er hätte sie derart gedemütigt, dass sie die Beherrschung verloren hat. Ihr fiel dann ihre alte Jugendliebe ein und so hat sie Fürmann gebeten, ihr zu helfen. Blum überzeugt ihn einzusehen, dass er nicht schuldig ist am Tod von Reichert und er niemanden umgebracht hat. Seine Familie würde außerdem fest zu ihm stehen. Fürmann lässt sich überzeugen und er sieht davon ab sich in den Tod zu stürzen.

Am Ende gibt Seefried Tom wieder frei und Bärbel Reichert wird festgenommen.

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

Die deutsche Erstausstrahlung des Tatort Stiller Tod am 26. Januar 2003 wurde in Deutschland insgesamt von 7,55 Millionen Zuschauern gesehen und ein Marktanteil von 20,20 Prozent erreicht.[2]

KritikenBearbeiten

Die Internetseite: Wie war der Tatort? schreibt: „Der 523. Tatort knüpft stilistisch genau da an, wo der 513. aufgehört hat: Regisseur Richard Huber (Auf der Sonnenseite) zeigt romantische Seepanoramen und Sonnenuntergänge und unterlegt die im gemächlichen Tempo erzählte Geschichte mit verträumter Klaviermusik – das ist mal passend, mal einfach nur kitschig.“ Insgesamt beurteilt man diese Episode als „sehenswerte[n] Tatort-Folge, die erst nach einer Stunde ihre wahren Stärken offenbart: Tathergang und Täterfrage. Bis dahin sieht alles danach aus, als wisse der Zuschauer – im Gegensatz zu den weniger gut informierten Kommissaren – längst um die doch so naheliegende Auflösung.“ So setzen die Filmemacher auf das Whodunit-Prinzip, weil „die klassische Columbo-Dramaturgie nicht funktionieren würde […] und bildet das Fundament für einen emotionalen Showdown, bei dem Blum einmal mehr als Psychologin gefragt ist. Damit ist Stiller Tod nach zwei mäßigen Vorgängern der bis dato überzeugendste Fall vom Bodensee, dem man kleinere Ungereimtheiten […] gern verzeiht. Auf den ersten großen Wurf aus Konstanz wartet das Publikum aber noch vergeblich.“[3]

Tilmann P. Gangloff von tittelbach.tv beurteilt Stiller Tod positiv und meint: „Nach zwei gründlich misslungenen Ausgaben findet der ‚Bodensee-Tatort‘ mit dem dritten Film endlich zu einer Größe, die der Krimi-Reihe angemessen ist. Jetzt kann man auch Klara Blum (Eva Mattes) als Kommissarin ernstnehmen: immer noch voller Sanftmut und Verständnis zwar, aber endlich nicht bloß unkonventionell, sondern auch kriminalistisch.“[4]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV-Spielfilm bescheinigen der Episode „gute Ansätze, doch [meinen sie auch] die Story fesselt nicht. […] Trotz guter Figuren und komplexem Beziehungsgeflecht [ist dieser Tatort] zu schwunglos.“[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Rollennamen auf crew-united.com, abgerufen am 20. Januar 2014.
  2. Einschaltquoten bei tatort-fundus.de, abgerufen am 20. Januar 2014.
  3. So war der Tatort auf wiewardertatort.blogspot.de, abgerufen am 20. Januar 2014.
  4. Tilmann P. Gangloff Mit dem dritten Fall steigt Eva Mattes’ Klara Blum in die erste „Tatort“-Liga auf auf tittelbach.tv, abgerufen am 19. Januar 2014.
  5. Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 20. Januar 2014.