Tatort: Nebengeschäfte

Episode der Fernsehserie Tatort

Nebengeschäfte ist die 120. Folge der Fernsehreihe Tatort. Die vom Süddeutschen Rundfunk produzierte Folge wurde erstmals am 11. Januar 1981 im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt. Für Kriminalhauptkommissar Eugen Lutz (Werner Schumacher) ist es der elfte Fall. Es geht um Diebstähle wertvoller Geräte bei einer Firma und dem Tod eines Angestellten dabei.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelNebengeschäfte
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
SDR
Länge90 Minuten
EinordnungFolge 120 (Liste)
Erstausstrahlung11. Januar 1981 auf ARD
Stab
RegieBruno Voges
DrehbuchPeter Scheibler
ProduktionWerner Sommer
MusikWolfgang Dauner
KameraDietrich Lehmstedt
SchnittDorrit Dörr
Besetzung

HandlungBearbeiten

Der kürzlich vom einfachen Lagerarbeiter zum Verwalter beförderte Richard Ihmig ist mit seiner neuen Position sichtlich überfordert und wird daher von seinem Chef Joseph Hanke wieder auf seine alte Position mit deutlich geringerer Bezahlung zurückversetzt. Der junge Familienvater Ihmig, der erst kürzlich mit seinem Schwager, dem Prokuristen der Firma, Manfred Broser, ein Doppelhaus gebaut hat, gerät dadurch finanziell erheblich unter Druck. In seiner Verzweiflung stiehlt er auf seinem alten Posten zwei Verstärker aus dem Lager und wird dabei von seinem Arbeitskollegen Gerd Reindl beobachtet. Dieser spricht ihn auf den Diebstahl an und zeigt sich verständnisvoll. Abends erzählt Ihmig freudestrahlend seiner Frau Käthe, dass er eine gut bezahlte Nebentätigkeit gefunden habe, um die finanziellen Probleme zu beseitigen. Kurz darauf wird Reindl ein vollbeladener Firmen-Lkw mitten in der Stuttgarter Innenstadt gestohlen, gegenüber Lutz, der mit dem Fall betraut wird, behauptet Reindl, den Lkw abgeschlossen zu haben, als er kurz Zigaretten holen war. Abends trifft sich Ihmig mit Reindl zum von ihm vermittelten „Nebenjob“, Reindl präsentiert dem staunenden Ihmig den als gestohlen gemeldeten Lkw mit der teuren Ware, den er in einer Scheue versteckt hatte, bevor er ihn gestohlen meldete. Zögernd willigt Ihmig ein, Reindl beim Wegschaffen des Diebesguts behilflich zu sein.

Zu Hause zeigt er seiner Frau stolz das angeblich als Ausfahrer ehrlich verdiente Geld. Am nächsten Morgen wird der leere Firmen-Lkw von der Polizei in einem Waldstück leer aufgefunden. Lutz sieht sich daraufhin im Lager der Firma um, Hanke ist darüber nicht glücklich. Lutz findet heraus, dass die gestohlene Ware ca. DM 300.000 wert war. Ihmig macht seiner Frau unterdessen weiß, dass er die Angelegenheit mit der Bank regeln konnte und die Bank ihnen helfen werde. Abends fährt Ihmig erneut zu seinem „Nebenjob“, Reindl zieht Ihmig in einen Einbruch auf das Firmengebäude ihres Arbeitgebers hinein. Als Ihmig mitbekommt, dass Reindl Laufkarten für weitere Waren stiehlt, kommt es zum Streit zwischen Ihmig und Reindl, dieser schlägt Ihmig nieder, beim Aussteigen aus dem Fenster stürzt Reindl ab und bleibt bewusstlos liegen, Ihmig flieht alleine. Kurz darauf betritt Hanke nachts sein Firmengelände. Ihmig vertraut sich seinem Schwager Manfred Broser an, er erzählt ihm von dem Einbruch und dass Reindl tot sei. Aus Rücksicht auf seine Schwester ruft Broser nicht die Polizei, sondern lässt sich von Ihmig in Ruhe die gesamte Historie erzählen. Am nächsten Morgen wird Reindl tot auf dem Firmengelände aufgefunden, Lutz ermittelt. An der Leiche Reindls werden Würgemale festgestellt und auch, dass er kurz vor dessen Tod noch in einen Kampf verwickelt gewesen sein muss. Wagner findet heraus, dass Reindls Lebensgefährtin Helga Dalf mit Elektrogeräten handelt, die Gerichtsmedizin unterrichtet Lutz derweil darüber, dass Reindl nach seinem nicht tödlichen Sturz erwürgt worden sein muss.

Lutz unterrichtet Hanke und Broser darüber, dass Reindl ermordet wurde, Hanke reagiert nervös. Broser erzählt Ihmig von dem Mord an Reindl, Ihmig versichert ihm, dass er mit dem Mord nichts zu tun hat. Broser redet Ihmig gut zu, sich nichts anmerken zu lassen, Broser sichert Ihmig ein Alibi zu. Lutz sucht Helga Dalf auf, diese reagiert bestürzt auf den Tod ihres Lebensgefährten. Sie erzählt von ihren gemeinsamen Zukunftsplänen und dass sie dachte, dass Lutz Reindl verhaften wollte. Sie gesteht, dass er in Wahrheit unter ihrem Namen mit Elektrogeräten handelte, sie habe keine Ahnung von diesem Geschäft. Sie ahnte, dass Reindl mit gestohlenen Geräten handelte. Er habe einen Komplizen in Hankes Betrieb gehabt, mit diesem habe er in letzter Zeit Schwierigkeiten gekriegt. Im Lager von Reindls Handel finden Lutz und Wagner einen Teil der als gestohlen gemeldeten Ware, die Differenz zu den von Hanke gestohlenen Geräten kommt Lutz merkwürdig vor. Lutz findet heraus, dass die Geräte auf der Liste der gestohlenen Waren gar nicht in den Lkw gepasst hätten. Lutz hält Hanke einen Versicherungsbetrug vor, dieser bestreitet die Vorwürfe, Broser verweigert eine sofortige Inventur mit Verweis auf den Betriebsablauf. Er sagt aber zu, dass eine Inventur innerhalb von 24 Stunden möglich wäre. Ihmig gesteht unterdessen seiner Frau seine Tatbeteiligung bei dem Einbruch, sie möchte mit Broser sprechen, doch dieser fährt spätabends noch gestresst in den Betrieb. Lutz erfährt von seinem EDV-Experten, dass sich der Diebstahl von Geräten ohne die Laufkarten bis zur nächsten Inventur vertuschen lässt. Da Broser sowohl für die Buchhaltung als auch für die EDV zuständig ist, hätte er alle Möglichkeiten, Diebstähle zu vertuschen.

Lutz und Wagner eilen mit Hanke zusammen zum Betrieb und treffen dort Broser an, der angeblich Überstunden macht. Lutz nimmt Broser vorläufig fest, weil dieser gerade die Laufkarten und die EDV manipuliert. Ihmig hat sich unterdessen entschlossen, sich der Polizei zu stellen. Broser behauptet Lutz gegenüber, dass er das Geld an seinen Chef zurückzahlen wollte, er sei allerdings von Reindl daran gehindert worden, der die Diebstähle auf eigene Faust fortgeführt hätte. In diesem Moment taucht Ihmig bei Lutz auf und gesteht, beim Einbruch dabei gewesen zu sein, mit dem Tod Reindls habe er aber nichts zu tun. Er erzählt Lutz und Wagner, dass Reindl Laufkarten gestohlen hatte. Er hielt Reindl für tot, und erzählt den Beamten auch, dass er Broser von dem Vorfall erzählt hatte. Lutz hält daraufhin Broser vor, dass dieser unter dringendem Mordverdacht steht. Broser belastet sogleich seinen Schwager Ihmig und gibt an, dass dieser den Mord gestanden habe. Die Laufkarten habe Broser von der Leiche Reindls nach Ihmigs Geständnis geholt. Da Reindl nicht zum Zeitpunkt des Einbruchs starb, sondern später, gesteht Broser schließlich, dass er Reindl ermordet hat, weil dieser ihn mit seinem Wissen über die Manipulationen weiterhin erpressen wollte.

Einschaltquote und HintergrundBearbeiten

Bei der Erstausstrahlung konnte diese Folge 16,97 Mio. Zuschauer binden, was einem Marktanteil von 46 % entsprach. Die Folge wurde in Stuttgart und Umgebung zwischen dem 4. August und dem 13. September 1980 gedreht.[1]

KritikBearbeiten

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm beurteilen diesen Tatort mittelmäßig und kommentieren: "Da geht der Puls nie über 100 Schläge".[2]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tatort: Nebengeschäfte Daten zum 120. Tatort bei tatort-fundus.de
  2. Tatort: Nebengeschäfte Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 25. Juli 2015.