Tatort: Der Polizistinnenmörder

Episode der Fernsehserie Tatort

Der Polizistinnenmörder ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalreihe Tatort. Der Film mit Eva Mattes als Kriminalhauptkommissarin Klara Blum wurde vom SWR und SRF produziert und am 17. Januar 2010 erstmals in Deutschland ausgestrahlt. Diese 753. Folge der Tatort-Reihe ist der 17. Fall von Klara Blum und der 13. Fall von Kai Perlmann. Reto Flückiger, der Schweizer Kollege (siehe Flückiger und Ritschard), ermittelt zum zweiten Mal[2] mit dem deutschen Team gemeinsam. Blum und Flückigers Fälle überschneiden sich, sodass Ermittlungen sowohl in Deutschland als auch der Schweiz anzustellen sind, was erforderlich macht, dass die Kommissare zusammenarbeiten. Als eine Polizistin im Dienst erschossen wird, tut sich auf, dass es innerhalb der Polizei eine undichte Stelle geben muss.

Episode der Reihe Tatort
OriginaltitelDer Polizistinnenmörder
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
SWR,
SRF
Länge88 Minuten
EinordnungEpisoden 753 (Liste)
Erstausstrahlung3. Januar 2010 auf SRF,
17. Januar 2010 auf Das Erste
Stab
RegieFlorian Froschmayer
DrehbuchLeo P. Ard
ProduktionUwe Franke,
Sabine Tettenborn,
Ulrich Herrmann,
Stefan Hoffmann,
Tamara Mattle[1]
MusikOliver Kranz
KameraChristoph Schmitz
SchnittSabine Garscha
Besetzung

HandlungBearbeiten

Kriminalhauptkommissar Reto Flückiger von der Schweizer Polizei ist dabei den zwielichtigen Geschäftsmann Hutter zu observieren, um ihn bei seinem nächsten unsauberen Waffengeschäft zu stellen. Kriminalhauptkommissarin Klara Blum und ihr Kollege Kai Perlmann von der Konstanzer Polizei haben parallel den Waffenhändler Meiners, der ihm zuarbeitet, im Visier und stürmen mit Hilfe des SEK sein Haus. Dieser wurde jedoch von einem Informanten gewarnt und da sein Anwesen rundum mit Kameras überwacht und abgesichert wird, sieht er die Polizei kommen und flüchtet. Die junge Polizistin Nora Schüssler will ihn stellen, zögert jedoch, und wird von einem abgefeuerten Schuss tödlich getroffen. Meiners entkommt in Richtung Bodensee, wo Hutter mit einem Boot schon auf ihn wartet. Seine Flucht wird zufällig von Flückiger mittels einer Kamera dokumentiert, der Hutter verfolgt und vom See aus sein Schiff beobachtet hatte. Als Blum eintrifft und dem Kollegen die Situation schildert, ist dieser sich sicher, dass der Flüchtende von einem Streifenwagen an die Anlegestelle gebracht worden ist.

Perlmann gelingt es über Meiners' Tochter Sabrina, Anhaltspunkte zu erhalten, die möglicherweise dazu führen, seinen Aufenthaltsort in Erfahrung zu bringen. Da die Spuren in die Schweiz führen, bleibt ihm Flückiger erst einmal auf den Fersen. Als man soweit ist, einen Zugriff zu planen, bittet er die Konstanzer Kollegin dazu. Bei seiner Festnahme in Schaffhausen leugnet Meiners, jemanden erschossen zu haben. Blum will ihn umgehend nach Konstanz überführen, aber auch für Flückiger ist er ein wichtiger Zeuge in seinen Ermittlungen Hutter betreffend, sodass nach einem kurzen Zuständigkeitsgerangel entschieden wird, dass Flückiger Blum und den Gefangenen nach Deutschland begleitet.

Hutter kann in Erfahrung bringen, welchen Weg Blum, Flückiger und Meiners nehmen werden. Sein Informant ist der Polizist Norbert Deingruber, der inzwischen Meiners Tochter in seine Gewalt gebracht hat und die Herausgabe wichtiger Unterlagen verlangt, die ihr Vater in ihrer Wohnung versteckt habe. Hutter will diese Unterlagen um jeden Preis, da Meiners dort alle Geschäfte zwischen ihnen im Detail festgehalten hat, wie er kurz zuvor verraten hatte. Sabrina Meiners, die nichts davon weiß, macht sich aber schnell einen Reim auf die Geschichte und fährt mit Deingruber zur Bank, wo sie diese Unterlagen in einem Schließfach vermutet, zu dem ihr Vater ihr einmal einen Schlüssel anvertraut hatte. Heimlich lässt sie sich von einem Bankangestellten Kopien fertigen, bevor sie Deingruber das Dossier aushändigt.

Der Gefangenentransport gerät unterdessen in eine Falle und wird beschossen, ein Reifen platzt, und Flückiger und Blum fassen den schnellen Entschluss, mit Meiners in den Begleitwagen umzusteigen, um ihre Fahrt fortzusetzen. Bei hohem Tempo kommt es zu einem Unfall, der aber glimpflich verläuft und nur das Auto in Mitleidenschaft zieht. So setzen die drei ihren Weg zu Fuß fort. Ein zuvor am Auto gefundener Peilsender machte ihnen klar, dass ihnen ihre Verfolger weiter auf den Fersen sind. Nicht sehr viel später muss Meiners erkennen, dass Hutter und seine Komplizen ihn nicht befreien, sondern ausschalten wollen, als sie auf ihn schießen und ihn eine Kugel im Oberschenkel trifft. Er begreift, wie ernst seine Lage ist, und geht mit den Beamten einen Deal ein. Wenn sie sein Leben retten, will er ihnen im Gegenzug verraten, wer der Maulwurf bei der Polizei ist. Blum gelingt es auf abenteuerliche Weise zusammen mit Meiners den Verfolgern zu entkommen. Sie macht einen Arzt ausfindig, bei dem es sich jedoch um einen Tierarzt handelt. Dieser erklärt sich bereit, die Kugel zu entfernen, bevor es zu einer Blutvergiftung kommt. Blum nimmt von dort aus Kontakt mit ihrer Dienststelle in Konstanz auf, da sie weiß, dass die Kollegen sich sorgen und auch, um die notwendige Unterstützung anzufordern. Als Flückiger auftaucht, mit dem sie vereinbart hatte, dass man sich beim nächsten Arzt trifft, atmet Blum auf.

Perlmann ist sich sicher, dass Meiners einen Informanten aus den Reihen der Polizei haben muss. Kurz darauf bekommt er einen Hinweis, dass mit dem Kollegen Norbert Deingruber etwas nicht stimme und auch Staatsanwalt Ratinger macht sich durch nicht nachvollziehbare Anordnungen verdächtig. So erklärt er, dass Deingruber im Auftrag des Generalstaatsanwalts in verdeckter Mission in Konstanz seinen Dienst tun würde. Deingruber hat inzwischen vom Staatsanwalt Blums Aufenthaltsort erfahren und gibt ihn unverzüglich an Hutter und seine Marionetten weiter. Diese belagern sogleich das Haus des Tierarztes und eröffnen ein Feuergefecht. Blum und Flückiger gelingt es jedoch, die drei Angreifer zu überwältigen. Als die rettende Unterstützung aus Konstanz eintrifft, ist die Hilfe trügerisch. Deingruber ist es gelungen, sich unter das Einsatzteam zu mischen und im Rettungswagen selbst am Steuer zu sitzen. Er biegt mit dem Wagen ab, in dem sich Blum mit dem verletzten Meiners befindet, um sein Werk zu vollenden. Als Sabrina Meiners die Unterlagen ihres Vaters für Perlmann abgeben will, bekommt Staatsanwalt Ratinger das mit, und bringt die verräterischen Papiere an sich. In seinem Büro beginnt er damit, sie zu schreddern. Von „Beckchen“, der langjährigen Sekretärin, darauf aufmerksam gemacht, kann Perlmann Ratingers Aktion stoppen und ihn verhaften lassen. Unverzüglich fährt er dem Einsatzteam hinterher, das zu Blums Unterstützung ausgerückt ist und wird von Flückiger informiert, dass Deingruber den Krankenwagen fährt. Beide setzen hinterher und kommen gerade rechtzeitig, um Schlimmeres zu verhindern. Nora Schüssler hatte Deingruber bei dem SEK-Einsatz erkannt, was ihr Todesurteil bedeutete. Als dieser höhnt, das sei halt Berufsrisiko, erhebt Noras Vater, ebenfalls Polizist und im Einsatzkommando dabei, seine Waffe, lässt sie aber wieder sinken und wendet sich mit hängenden Schultern ab.

HintergrundBearbeiten

Die Dreharbeiten zu diesem, vom Südwestrundfunk und dem Schweizer Radio und Fernsehen in Zusammenarbeit mit Maran Film produzierten, Tatort-Krimi fanden in Konstanz, Baden-Baden und Schaffhausen unter dem Arbeitstitel Freund oder Feind statt.[2] Die Premiere von Der Polizistinnenmörder erfolgte am 3. Januar 2010 im Schweizer Fernsehen außerhalb der Tatort-Reihe als „SF Schweizer Film“.

Beim Bayerischen Fernsehpreis 2010 wurde Eva Mattes als beste Schauspielerin in der Kategorie Serien und Reihen nominiert.[3] Der Preis ging jedoch an Annette Frier.

RezeptionBearbeiten

EinschaltquotenBearbeiten

Die Erstausstrahlung des Tatort Der Polizistinnenmörder in der ARD am 17. Januar 2010 wurde in Deutschland von insgesamt 8,91 Millionen Zuschauern gesehen und damit ein Marktanteil von 23,30 Prozent erreicht.[2]

KritikenBearbeiten

Rainer Tittelbach lobte diese Episode als einen „TV-Krimi [der] mit den alt bewährten Stereotypen des Western-Genres […] und verpackt in eine unterhaltsame Schnitzeljagd [den Zuschauer unterhalte]. ‚Polizistinnenmörder‘ binde [] klassische Versatzstücke in die Krimihandlung ein. Auch wenn sich Ard außerdem noch des Road-Movies bedien[e], habe er […] mit seiner Entlastung vom Zwang zu allzu großer Wahrscheinlichkeit und Glaubwürdigkeit eine Abwechslung [geboten], die sich die Krimi-Reihen öfters leisten sollten. Der ‚BR-Tatort: Wir sind die Guten‘ und ‚Der Polizistinnenmörder‘ [seien] ein Anfang!“[4]

Die Internetseite: Wie war der Tatort? schrieb: „Der Polizistinnenmörder ist ein Fadenkreuzkrimi der anderen Sorte, kein klassischer Whodunit, sondern ein Western im Krimimantel, eine packende Verfolgungsjagd in der schweizerischen Provinz. […] Nach einer hochspannenden Einleitung […] gestaltet sich die Expedition extrem unterhaltsam, so dass über kleinere Logiklöcher und einen arg konstruierten Verkehrsunfall leicht hinweg gesehen werden kann.“[5]

Kathrin Buchner von Stern.de beurteilte diesen temporeichen Krimi als „skurril, aber spannend. [Jedoch gäbe es] viel zu viele Handlungsstränge für einen Krimi, [aber] [..] an Spannung mangel[e] es dieser ‚Tatort‘-Folge nicht.“[6]

Die Internetseite Moviepilot.de urteilte über den Tatort vom Bodensee: „Bei ‚Der Polizistinnenmörder‘ vereint sich nun wieder alles was Tatort einmal ausmachte. Einen ganz normalen, sich selbst nicht zu ernst nehmenden Krimi, der überzeugt. Beim genaueren Hinsehen wirkt alles ein wenig konstruiert, doch das ist bei Tatortstandartlänge von 90 Minuten, und dem trivialen Inhalt nicht weiter tragisch. Das erste Mal seit langem, dass man sich von einem Tatort einfach berieseln lassen konnte.“[7]

Die Kritiker von Kino.de meinten: Dieses sei der „spannendste[] ‚Tatort‘, den der SWR bislang am Bodensee produziert [habe]. […] Mitunter soll[e] die Bildgestaltung ein bisschen zu sehr an US-Serien wie ‚CSI‘ erinnern, aber gerade die Nachtaufnahmen [seien] von ausgezeichneter Qualität, […] auch die Musik […] ha[be] einen nicht zu unterschätzenden Anteil am großen Spannungsgehalt dieser Koproduktion zwischen SWR und Schweizer Fernsehen.“[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Produzentenangabe bei Internet Movie Database, abgerufen am 23. Januar 2014.
  2. a b c Arbeitstitel und Einschaltquoten bei tatort-fundus.de, abgerufen am 23. Januar 2014.
  3. Der Bayerische Fernsehpreis 2010 Nominierungen (Memento des Originals vom 9. Juni 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bayern.de auf bayern.de, abgerufen am 23. Januar 2014.
  4. Rainer Tittelbach Western, Road-Movie, Krimi: “Tatort” im schweizerisch-deutschen Niemandsland. auf tittelbach.tv, abgerufen am 23. Januar 2014.
  5. „Der Polizistinnenmörder“ - So war der Tatort auf wiewardertatort.blogspot.de, abgerufen am 23. Januar 2014.
  6. Kathrin Buchner Für eine handvoll Waffen. auf stern.de, abgerufen am 23. Januar 2014.
  7. Der Polizistinnenmörder. Kritik auf moviepilot.de, abgerufen am 23. Januar 2014.
  8. Tatort: Der Polizistinnenmörder. Kurzkritik auf kino.de, abgerufen am 23. Januar 2014.