Hauptmenü öffnen

Tarascon (gelegentlich auch als Tarascon-sur-Rhône bezeichnet) ist eine französische Gemeinde mit 15.020 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Tarascon
Wappen von Tarascon
Tarascon (Frankreich)
Tarascon
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Bouches-du-Rhône
Arrondissement Arles
Kanton Châteaurenard
Gemeindeverband Arles-Crau-Camargue-Montagnette
Koordinaten 43° 48′ N, 4° 40′ OKoordinaten: 43° 48′ N, 4° 40′ O
Höhe 3–200 m
Fläche 73,97 km2
Einwohner 15.020 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 203 Einw./km2
Postleitzahl 13150
INSEE-Code
Website www.tarascon.org

Burg Tarascon am Rhône-Ufer

GeografieBearbeiten

Die Stadt im Süden Frankreichs liegt am linken Ufer der Rhône, etwa jeweils 20 Kilometer von Arles und Avignon entfernt. Am Tarascon gegenüberliegenden Westufer des Stroms liegt Beaucaire, ein weiteres historisches Städtchen.

Zum Schutz gegen das Rhône-Hochwasser verläuft ein Deich zwischen den nordöstlich gelegenen Anhöhen der Montagnette bei der Chapelle St. Victor und dem Flussufer im Norden der Stadt; entlang eines Teils des Deiches verläuft der Chemin de la Digue.

 
Die Burg Tarascon

GeschichteBearbeiten

Gegründet wurde die Stadt im Jahr 48 von den Römern. Bekannt und berühmt wurde Tarascon außerdem durch den legendären Drachen, die Tarasque, der an den Ufern der Rhône die Reisenden verschlungen haben soll. Die Heilige Martha soll ihn gebannt und dann zur Steinigung den Einwohnern vorgeführt haben. Davor soll der Ort Nerluc geheißen haben, was so viel wie „schwarzer Ort“ bedeutet.

Im Südosten von Tarascon liegt der Ortsteil Saint-Gabriel, das römische Ernaginum, wo sich seinerzeit der größte gallorömische Straßenknotenpunkt befand. Hier traf die Via Domitia kurz vor ihrem Rhône-Übergang auf die Via Aurelia, die mit ihren beiden Routen – von Osten (aus Salon-de-Provence) und von Süden (aus Arles) kommend – hier endete.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 8637 10.584 10.365 10.735 10.628 12.640 13.376 15.020
Quellen: Cassini und INSEE

WirtschaftBearbeiten

Für touristische Belange besitzt Tarascon elf Hotels, eine Jugendherberge und zwei Campingplätze. Die Produktion von Olivenöl aus dem Tal von Les Baux-de-Provence wird seit 1997 durch eine kontrollierte Herkunftsbezeichnung (Appellation d’Origine Contrôlée) geschützt.[1] Heute gilt Tarascon als Tor zu den Alpillen, jener kalksteinhaltigen Gebirgskette der südlichen Provence. Die Gemeinde ist mit dem Regionalen Naturpark Alpilles als Zugangsstadt assoziiert.

VerkehrBearbeiten

Tarascon ist durch eine moderne Straßenbrücke und durch die 1852 eröffnete Eisenbahnbrücke Tarascon–Beaucaire mit Beaucaire verbunden, eine der ältesten gusseisernen Eisenbahnbrücken Frankreichs. Im Süden der beiden Städte wird eine Umgehungsstraße mit einer Schrägseilbrücke über die Rhône geführt.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Tarascon pflegt Partnerschaften mit der deutschen Stadt Elmshorn und mit Villanueva de Sigena in Spanien.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche Sainte-Marthe mit Blick über die Stadt von der Burg aus
 
Grundriss der Burg Tarascon (Château de Tarascon)

LiteraturBearbeiten

Der Ort und sein Name fanden literarischen Niederschlag in Alphonse Daudets Romanen Tartarin de Tarascon (1872), Tartarin sur les Alpes (1885) und Port-Tarascon (1890).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tarascon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Inao: Décret relatif à l’appellation d’origine contrôlée (Memento2des Originals vom 10. September 2012 im Webarchiv archive.today)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.inao.gouv.fr (französisch)