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Die Turn- und Sportgemeinschaft Bergedorf von 1860 e.V. ist einer der mitgliederstärksten Sportvereine Deutschlands und im Hamburger Stadtteil Bergedorf beheimatet. Der Sportverein betreut mit über 130 hauptamtlichen Mitarbeitern und 500 Übungsleitern, Trainern und JugendgruppenleiterInnen (Stand: 31. Dezember 2018) 11.311 Mitglieder.[2] Mit 800 Angeboten spricht die TSG, über soziale und kulturelle Grenzen hinweg, Menschen aller Altersstufen an. Der Verein ist Träger mehrerer Sport- und Bewegungskindertagesstätten und einer Jugendeinrichtung. Außerdem ist er in der ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen aktiv. Nicht nur Bergedorfer sind begeisterte Sportler in der TSG, sondern auch Bewohner des Bergedorfer Umlandes. Die Mitglieder stammen aus Allermöhe, Altengamme, Börnsen, Billstedt, Glinde, Kirchwerder, Lohbrügge, Reinbek und Wentorf.

TSG Bergedorf
Vereinslogo
Name Turn- und Sportgemeinschaft
Bergedorf von 1860 e. V.
Vereinsfarben Grün-Weiß
Gegründet 1. Juni 1860[1]
Vereinssitz Hamburg-Bergedorf
Mitglieder 11.311 (Stand: 31. Dezember 2018)[2]
Vorsitzender Boris Schmidt
Homepage tsg-bergedorf.de

Die Geschäftsstelle der TSG Bergedorf sitzt im TSG Sportforum (Billwerder Billdeich 607, 21033 Hamburg), welches eine der größten vereinseigenen multifunktionalen Sportanlagen in Deutschland ist. Weitere vereinseigene Anlagen sind das TSG Sportzentrum BULT (Bult 8, 21029 Hamburg), das TSG kissland Wentorf (An der Wache 11, 21465 Wentorf) und das Fitness-Studio be.Fit im Bille-Bad (Reetwerder 25, 21029 Hamburg).[3]

Vorsitzender der TSG Bergedorf ist Boris Schmidt. Stellvertretende Vorsitzende sind Claus Quase-Scott, Thorsten Wetter und Thomas Kock.

„Wir bewegen Bergedorf!“, lautet das Motto der TSG – und es versteckt sich weitaus mehr dahinter, als nur ein Werbeslogan. Jedes einzelne Wort ist für den Verein Ansporn und Anspruch zugleich.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Quelle[4]

  • 1860: Gründung des Bergedorfer Männerturnvereins
  • 1880: Gründung der Bergedorfer Turnerschaft
  • 1895: Gespräche zwischen beiden Vereinen über den Bau einer gemeinsamen Turnhalle, aber keine Einigung
  • 1896: Die Bergedorfer Turnerschaft (241 Mitglieder) beginnt mit dem Bau einer Turnhalle, und kauft dafür für 10.000 Reichsmark ein Grundstück in der damaligen Schulstraße, dem heutigen Bult. Der Bau kostet zusätzlich 15.000 Reichsmark
  • 1902: Gründung des Bergedorfer Fußball-Club v. 1902 (BFC)
  • 1904: Die Spielabteilung der BT 80 spaltet sich vom Verein ab und gründet den Bergedorfer Spielverein von 1904 (BSV)
  • 1918: BFC und BSV fusionieren und nennen sich Spiel und Sport Bergedorf von 1902
  • 1921: Fusion der Vereine Bergedorfer Männerturnverein und Bergedorfer Turnerschaft. Einweihung der Sportanlage „Marienburg“ in Wentorf. Die Kosten – 76.000 RM für das Gelände und 54.000 RM für den 1. Ausbau – werden hauptsächlich durch Spenden finanziert
  • 1945: Mitglieder beiden Vereine und beginnen mit dem Wiederaufbau. Die Turnhalle Bult und die Sportanlage Marienburg sind zwar von Kampfhandlungen verschont geblieben, wurden aber von den Besatzungsmächten beschlagnahmt und fast völlig verwüstet zurückgegeben
  • 1952: Übernimmt der Verein „Spiel und Sport Bergedorf“ erstmals die Schirmherrschaft für den Ferienaufenthalt einer Kindergruppe in Behrensdorf/Ostsee. Bald wird das Zeltlager auf die gesamten Hamburger Ferientage für jeweils 600 Kinder ausgedehnt.
  • 1965: Die Bergedorfer Turnerschaft von 1860 und Spiel und Sport Bergedorf von 1902 schließen sich zu einem Großverein zusammen und nennen sich Turn- und Sportgemeinschaft Bergedorf von 1860 e.V.
  • 1977: Das Zeltlager feiert sein 25-jähriges Bestehen und gleichzeitig die Einweihung des Neubaus von Aufenthaltsraum und sanitären Anlagen.
  • 1982: Aufstockung des 1965 vom Hamburger Fußballverband übernommenen Umkleidehauses in Wentorf, für die Wohnung eines Platzwartes.
  • 1985: Die Turn- und Sportgemeinschaft Bergedorf feiert ihr 125-jähriges Bestehen.
  • 1986: Der Anbau an die Turnhalle Bult mit zwei Gymnastiksälen und einer neuen Geschäftsstelle wird fertig gestellt.
  • 1990: Eröffnung des Fitness-Studios am Bult, mit Saunen, Solarien und neuen Umkleideräumen. Die Nebenräume der Turnhalle Bult werden abgerissen und durch einen neuen Anbau mit Umkleideräumen, Duschräumen, Toiletten und Geräteraum im Erdgeschoss ersetzt. Die Kosten der gesamten Maßnahmen betragen 1,3 Mio. DM
  • 1992: Gründung der TSG Kindersportschule (KiSS)
  • 1997: Mit der Praxis-Klinik Bergedorf (PKB) in Lohbrügge wird ein Kooperationsvertrag geschlossen und in deren Räumlichkeiten ein zweites Fitness-Studio eröffnet. Kauf einer großen Sporthalle mit dazugehörigem Grundstück auf dem ehemaligen Kasernengelände in Wentorf. Dieses wird zu einem Trendsportzentrum für Skateboarding, Inlineskating, Freeclimbing und Beachvolleyball umgebaut. Gesamtkosten für Grundstück, Halle und Umbau: 1,79 Mio. DM
  • 1998: Nach fast sechsjähriger Planungsphase und 13 Monaten Bauzeit wird am 1. Oktober 1998 das TSG Sportforum am Billwerder Billdeich 607 eröffnet. Die größte vereinseigene multifunktionale Indoor-Sportanlage in Norddeutschland beinhaltet u. a. eine Tennishalle (3 Felder), eine Badmintonhalle (6 Felder), drei Squash-Courts, ein Dojo, mehrere Gymnastikräume, ein Fitness-Studio, ein Schwimmbad, eine Saunalandschaft und eine Gastronomie. In das Sportforum ist außerdem eine Sport- u. Bewegungskindertagesstätte für über 100 Kinder integriert. Die Kosten für den Bau des TSG Sportforums betragen Insgesamt 17,4 Mio. DM. Verschmelzung der Judo-Gemeinschaft Sachsenwald e.V. und der TSG. Die JGS verlässt ihr langjähriges Domizil am Friedrich-Frank-Bogen und zieht in das Dojo im Sportforum ein.
  • 2000: Übernahme der Trägerschaft einer zweiten Sport- u. Bewegungskindertagesstätte, die von der Gemeinde Wentorf direkt neben dem Trendsportzentrum in Wentorf gebaut wird.
  • 2002: Übernahme der Trägerschaft des Jugendzentrums Neuallermöhe West (JUZENA). Die TSG gerät in eine finanzielle Schieflage, die eine Beitragserhöhung im größeren Umfang notwendig macht. Es folgt eine Austrittswelle von fast 1.000 Mitgliedern. Veräußerung des Nießbrauchrechts auf der Sportplatzanlage Marienburg in Wentorf an den Hamburger Sportbund.
  • 2005: Übernahme der Trägerschaft einer dritten Kindertagesstätte in den Räumlichkeiten der Schule am Mittleren Landweg. Zwischenzeitlich haben sich die Kitas der TSG den Namen „Sportini“ gegeben. Das Trendsportcenter in Wentorf wird von der TSG Kindersportschule übernommen. Unter dem Namen kissland entsteht ein Kinderbewegungszentrum mit einer einzigartigen Tobe- und Spiellandschaft für Klein- und Krabbelkinder. Der Umbau erfolgt fast ausschließlich in Eigenarbeit. Eröffnung des vierten TSG Fitness-Studios im umgebauten und völlig neu gestalteten Bille Bad.
  • 2006: Schließung des Fitness-Studios und der Geschäftsstelle im TSG Sportzentrum Bult. Zentralisierung der Verwaltung/Geschäftsstelle im TSG Sportforum am Billwerder Billdeich. Übernahme der Trägerschaft einer vierten Sport- u. Bewegungskindertagesstätte in Wentorf, die gegenüber dem kissland entsteht. Verkauf der verbliebenen Nutzungsrechte und der Gebäude auf der Sportplatzanlage Marienburg in Wentorf an den Hamburger Sportbund. Aufgrund der wirtschaftlichen Krise des Vereins wird ein umfassender Sanierungs und Restrukturierungsprozess eingeleitet.
  • 2007: Das bisher gepachtete 2,5 ha großen Grundstückes des Jugendzeltlagers Behrensdorf wird gekauft um die Durchführung des Ferienzeltlagers langfristig zu sichern. Nach sechsmonatiger Umbauzeit eröffnet im September das Yoga-Pilates Studio Hamburg in den ehemaligen Räumlichkeiten des Fitness-Studios am Bult. Die Umgestaltung erfolgt ausschließlich in Eigenarbeit.
  • 2008: Der Verein erhält ein neues Logo und präsentiert sich in einem neuen Corporate Design
  • 2009: Eine neue Satzung führt zu einschneidenden Veränderungen in der Vereinsstruktur und der Führung des Vereines. Das bisher höchste Vereinsorgan, die Mitgliederversammlung, wird durch eine Delegiertenversammlung ersetzt. Diese wählt einen Aufsichtsrat, der wiederum die Mitglieder des Vorstandes beruft. Vorstandstätigkeit ist nun auch in hauptamtlicher Funktion möglich. Der Sanierungs- und Restrukturierungsprozess wird erfolgreich abgeschlossen. Eine vom Vorstand berufene Kommission erarbeitet ein Leitbild für die TSG, das unter dem Motto „Die TSG – ein Verein mit Traditionen und Visionen“ steht.
  • 2010: Die Turn- und Sportgemeinschaft Bergedorf von 1860 e.V. feiert ihr 150jähriges Bestehen.

FußballBearbeiten

Die Fußballer des SuS machten im Jahre 1924 erstmals auf sich aufmerksam, als sie die Meisterschaft der zweithöchsten Spielklasse gewannen, den Sprung in die höchste Liga jedoch verpassten. Vier Jahre später schaffte die TSG zwar den Aufstieg, konnte wegen der Fußball-Revolution dort jedoch nicht antreten. Nach der Neuordnung der norddeutschen Ligen fanden sich die Bergedorfer wieder in der zweitklassigen Liga wieder. 1954 stieg die TSG in die Bezirksliga ab, schaffte jedoch den sofortigen Wiederaufstieg.

Zehn Jahre lang blieb die Verbandsliga die Heimat der Bergedorfer, ehe 1965 der Aufstieg in die Amateurliga Hamburg gelang. Lange Zeit spielte die Mannschaft um einen der ersten beiden Plätze, die zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord berechtigten. Am Saisonende reichte es zu Platz 5. Im Norddeutschen Pokal sorgte man zunächst mit einem 2:0-Sieg über den Regionalligisten VfL Osnabrück für Furore, nur um eine Runde später mit 0:1 gegen den Viertligisten Eutin 08 auszuscheiden.

Letzter Höhepunkt der Vereinsgeschichte war in der Saison 1971/72 das Derby gegen Bergedorf 85 vor mehr als 6.000 Zuschauern. Nach dem Abstieg im Jahre 1973 rutschte der Verein in untere Ligen ab und kehrte 2004 noch einmal in die Landesliga zurück. Anschließend stürzte der Verein bis in die Kreisklasse ab, aus der er 2015 wieder aufstieg. Zwei Jahre später folgte der erneute Abstieg in die Kreisklasse. Mit Nils Pichinot brachte der Verein einen Zweitligaspieler hervor.

LeichtathletikBearbeiten

Ingo Schultz, der Europameister im 400-Meter-Lauf von 2002 begann seine Karriere bei der TSG, für die er von 1997 bis 2000 und von 2002 bis 2004 startete.

Der Bergedorfer Crosslauf wird von der Leichtathletikabteilung ausgetragen und findet seit 1965 jährlich statt. Er ist somit der älteste noch bestehende Crosslauf in Deutschland. Austragungsort ist traditionell das Bergedorfer Gehölz.

TischtennisBearbeiten

Die Tischtennisabteilung der TSG stand lange Jahre im Schatten des Lokalkonkurrenten und zeitweiligen Zweitbundesligisten ASV Bergedorf 85, stieg jedoch in den 1990er Jahren zum führenden Verein im Hamburger Osten auf. Von Anfang der 2000er Jahre bis 2014 bildete die TSG Bergedorf mit dem SC Vier- und Marschlande die Spielgemeinschaft Tischtennisfreunde Bergedorf / Vier- und Marschlande, kurz BVM genannt. Die erste Herren-Mannschaft (von acht) der Tischtennisfreunde kehrte 2012 als Meister der Hamburg-Liga in die Oberliga Nord zurück. Zur Saison 2014/15 gehen die beiden Vereine wieder getrennte Wege.[5]

Persönlichkeiten (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine. Norddeutschland. Zwischen TSV Achim, Hamburger SV und TuS Zeven. AGON Sportverlag, Kassel 2004, ISBN 3-89784-223-8, S. 90.
  • Abendblatt-Sport-Fibel In: Hamburger Abendblatt. 23. Februar 1955 (abendblatt.de Nur eingeschränkter Zugriff).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. TSG-Bergedorf.de: Satzungsentwurf (PDF).
  2. a b Hamburger-Sportbund.de: Mitgliederzahl TSG Bergedorf TSG-Bergedorf.de: Der Verein
  3. Thorsten Wetter: Vereinshomepage der TSG Bergedorf. TSG Bergedorf von 1860 e.V., abgerufen am 8. November 2016.
  4. Thorsten Wetter: 150 Jahre TSG. Hrsg.: TSG Bergedorf von 1860 e.V.
  5. Quelle: Verschiedene Unterseiten von tt-maximus.de, abgerufen am 30. September 2014.