Třinec

Stadt in Tschechien

Třinec, polnisch Trzyniec (Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i, deutsch Trzynietz, auch Trzenietz[2]) ist eine Statutarstadt in der Mährisch-Schlesischen Region in Tschechien. Die in 306 m ü. M an der Einmündung der Tyra in die Olsa gelegene Industriestadt beherbergt Stahlindustrie und Lebensmittelbetriebe. Třinec liegt an der Grenze zu Polen und besitzt im Ortsteil Horní Líštná einen Grenzübergang nach Leszna Górna.

Třinec
Trzyniec
Wappen von Třinec
Třinec (Tschechien)
(49° 40′ 53″ N, 18° 40′ 8″O)
Basisdaten
Staat: TschechienTschechien Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Frýdek-Místek
Fläche: 9558 ha
Geographische Lage: 49° 41′ N, 18° 40′ OKoordinaten: 49° 40′ 53″ N, 18° 40′ 8″ O
Höhe: 306 m n.m.
Einwohner: 34.778 (1. Jan. 2021)[1]
Postleitzahl: 738 01–739 94
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 13
Verwaltung
Bürgermeister: Věra Palkovská (Stand: 2017)
Adresse: Jablunkovská 160
73961 Třinec 1 – Staré Město
Gemeindenummer: 598810
Website: www.trinec-mesto.cz

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1444. Der Ortsname ist topographischer Herkunft, in den Teschener Mundarten bedeuten die Wörter (s)trzena/trzyna bzw. trzcena Schilfrohr (polnisch trzcina, tschechisch rákos).[3]

Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte es zu landwirtschaftlich geprägten Orten, welche zu der Teschener Kammer der Habsburger gehörten.

Die große Wende kam, als 1839 die Trzynietzer Eisenwerke gegründet wurden. Reiche Erzvorkommen, genügend Wasserenergie sowie unerschöpfliche Holzreserven in den Mährisch-Schlesischen Beskiden waren vorhanden. Deshalb hatte die Teschener Kammer dem Eigentümer Erzherzog Karl von Österreich-Teschen empfohlen, Eisenwerke zu bauen.

Die katholische Kirche St. Albrecht wurde im Jahre 1885 und die evangelische Kirche am 9. Juli 1899 eingeweiht.

Zum Stahlwerk gehörte während des Zweiten Weltkriegs ein Zwangsarbeitslager, genannt Internierungslager Trinec-Borek, als solches anerkannt von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft[4]. Die Dresdner Bank war damit verflochten; sie gewährte der „Berghütte Karwin-Trzynietz“, wie der Ort von den Deutschen geschrieben wurde, einen Kredit von 442.275 Reichsmark für die Lieferung von Material an die Staatsbahn Rumäniens.[5]

 
Evangelische Kirche in Třinec

In den Jahren 1956–1977 wurde im neuen Stadtteil Lyžbice das neue Zentrum der Stadt Třinec erbaut.

StadtgliederungBearbeiten

Zur Stadt Třinec gehören die Ortsteile:

  • Český Puncov (Punzau, älter Puntzen)
  • Dolní Líštná (Nieder Lischna, früher Polnisch Lischna, auch Polnisch Lehsen)
  • Guty (Gutty, älter Gutha)
  • Horní Líštná (Ober Lischna, früher Deutsch Lischna)
  • Kanada (Karninka)
  • Karpentná (Karpentna)
  • Kojkovice (Kojkowitz, Koykowitz)
  • Konská (Konskau, Kontzkau)
  • Lyžbice (Lischbitz)
  • Nebory (Niebory, älter Neborowitz)
  • Oldřichovice (Oldrzichowitz, älter Ulrichsdorf (1305))
  • Osůvky (Osuwka)
  • Staré Město (Altstadt)
  • Tyra (Tyrra)

PartnerstädteBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Stahlwerk

Třinec ist ein wichtiges Zentrum der Stahlindustrie. Im Jahre 1839 wurden die Třinecké železárny (Trzynietzer Stahlwerke) gegründet. Bedeutend für die weitere Entwicklung der Stadt war der Bau der Kaschau-Oderberger Bahn 1871, die Třinec mit wichtigen Erzlagern in der Slowakei verband und den Transport von Kohle aus Karviná ermöglichte. Heute befindet sich hier ein Drittel der tschechischen Stahlproduktion.

Durch Třinec führt die Europastraße 75, die wenige Kilometer nördlich in die Europastraße 462 mündet.

SportBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Třinec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2021 (PDF; 349 kB)
  2. http://mapire.eu/de/map/firstsurvey/?layers=osm%2C1%2C73&bbox=2075150.6624001074%2C6390517.749782161%2C2081265.6246629213%2C6393102.2768010525
  3. Robert Mrózek: Nazwy miejscowe dawnego Śląska Cieszyńskiego. Uniwersytet Śląski w Katowicach, 1984, ISSN 0208-6336, S. 177 (polnisch).
  4. http://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/haftstaetten/index.php?action=2.2&id=100000874 online
  5. Johannes Bähr, Dieter Ziegler, Harald Wixforth: Die Dresdner Bank im Dritten Reich, Band 3: Die Expansion der Dresdner Bank in Europa. Oldenbourg, München 2006 ISBN 3486577824