Túpac Amaru (Inka)

letzter Herrscher des Inkareiches
Túpac Amaru Inca
Gefangennahme Túpac Amarus

Túpac Amaru, in peruanischer Quechua-Schreibung Tupaq Amaru, d. h. „Leuchtende Schlange“ (* 1545; † 24. September 1572), war der letzte Sapa Inka (Inkakönig).

LebenBearbeiten

Túpac Amaru war der jüngste Sohn von Manco Cápac II.. Er wurde zum Priester geweiht und fungierte als Hüter des Leichnams seines Vaters.

Sein Halbbruder Titu Cusi Yupanqui hatte die Unabhängigkeit seines verbliebenen Inkastaats in Vilcabamba bewahrt und gegenüber dem spanischen Vizekönigreich eine Politik verfolgt, die zwischen Widerstand und friedlicher Koexistenz schwankte. Er tauschte Abgesandte mit dem Vizekönig aus, und Missionare wurden in Vilcabamba geduldet. Er versprach sogar, nach Cusco zu kommen und die spanische Herrschaft anzuerkennen. Als Titu Cusi starb, gaben die Inka einem Missionar die Schuld. Er wurde gefoltert und getötet.

Nach dem Tod seines Halbbruders folgte ihm Túpac Amaru auf den Thron. Der spanische Vizekönig, Francisco de Toledo, der von Titu Cusis Tod nichts wusste, sandte unterdessen einen Botschafter nach Vilcabamba. Dieser wurde getötet. Daraufhin entschloss sich der Vizekönig zum Krieg gegen Vilcabamba. Am 24. Juli 1572 zerstörte eine spanische Expedition unter der Führung von Hauptmann Martín García Óñez de Loyola und dem General Martín Hurtado die Anlage. Túpac Amaru war zuvor mit seiner schwangeren Frau und seinen Leuten in den Urwald im Amazonasbecken geflüchtet, wo er vom Indianervolk der Maraní aufgenommen wurde. Durch Verrat fiel er dennoch in die Hände der Eroberer.

Hauptmann Óñez de Loyola brachte ihn nach Cusco. Dort wurde er angeklagt, für die Ermordung des Missionars und des Abgesandten verantwortlich zu sein, und zum Tode verurteilt. Obwohl weltliche und geistliche Würdenträger vehement protestierten und um Begnadigung baten, ordnete der Vizekönig die Hinrichtung an. Túpac Amaru, der letzte Inka-Herrscher, wurde am 24. September 1572 auf der Plaza de Armas in Cusco, wo sich mehrere tausend Inka versammelt hatten, enthauptet. Wie Baltasar de Ocampa und Gabriel de Oviedo als Augenzeugen berichteten, hob er seine Hand, um die Massen zum Schweigen zu bringen. Seine letzten Worte waren:

„Ccollanan Pachacamac ricuy auccacunac yahuarniy hichascancuta.“

Pachakamaq [„Schöpfer der Welt“] bezeuge, wie meine Feinde mein Blut vergießen.“

Túpac Amaru

Mehrere seiner Söhne wurden nach Mexiko und Mittelamerika deportiert, damit kein legitimer Nachfolger im Lande blieb.

Die Nutzung des NamensBearbeiten

Angeblich soll Túpac Amaru vor seiner Hinrichtung sein Wiederkommen angekündigt haben, dass er nicht sterben werde, sondern zurückkehre, um das Unrecht der Unterdrücker zu sühnen. Dadurch wurde er zur Ikone der antikolonialistischen Freiheitsbewegung.[1] Viele Gruppen haben sich daher auf seinen Namen berufen: José Gabriel Condorcanqui behauptete, von ihm abzustammen, und nannte sich Túpac Amaru II. Er führte 1780/81 einen Indianeraufstand im Vizekönigreich Peru an und wurde 1781 hingerichtet. Die peruanische Untergrundbewegung „Movimiento Revolucionario Túpac Amaru“ (MRTA) stellte sich in die Tradition des Inka Túpac Amaru („Túpac Amaru I.“), während andere Gruppen, wie die ehemalige kommunistische Guerillabewegung und heutige linke Partei „Tupamaros“ in Uruguay oder die Tupamaros West-Berlin und Tupamaros München sich auf „Túpac Amaru II.“ beriefen.

Ein bekannter Namensträger war der US-amerikanische Rap-Sänger Tupac Amaru Shakur.

LiteraturBearbeiten

BelletristikBearbeiten

  • Kurt Kauter: Flieg Kondor Tupac Amaru: Ereignisse, Tatsachen, Zusammenhänge. 2. Aufl., Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1984.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. : WDR
VorgängerAmtNachfolger
Titu Cusi Yupanqui
Titu Kusi Yupanki
Inka von Vilcabamba
1571–1572