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Svoboda nad Úpou (deutsch Freiheit, auch Freiheit an der Aupa, früher Freyheit) ist eine Stadt im Okres Trutnov im Královéhradecký kraj in Tschechien.

Svoboda nad Úpou
Wappen von Svoboda nad Úpou
Svoboda nad Úpou (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Královéhradecký kraj
Bezirk: Trutnov
Fläche: 775 ha
Geographische Lage: 50° 38′ N, 15° 49′ OKoordinaten: 50° 38′ 0″ N, 15° 48′ 51″ O
Höhe: 516 m n.m.
Einwohner: 2.062 (1. Jan. 2019)[1]
Postleitzahl: 542 24
Verkehr
Bahnanschluss: Trutnov–Svoboda nad Úpou
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Jiří Špetla (Stand: 2015)
Adresse: náměstí Svornosti 474
542 24 Svoboda nad Úpou
Gemeindenummer: 579734
Website: www.musvoboda.cz

Geographische LageBearbeiten

 
Stadtkern und Umgebung

Die Stadt liegt in Nordböhmen im Tal der Aupa zwischen dem Riesengebirge und dem Rehorngebirge, drei Kilometer östlich des Kurorts Janské Lázně (Johannisbad).

GeschichteBearbeiten

 
Nepomukkirche
 
Errichtung des neuen Busbahnhofs im Jahr 2009

Die Ortschaft wurde 1546 von Ferdinand I., 1580 von Rudolf II. und 1684 von Ferdinand III. privilegiert.[2] Ab etwa 1560 waren hier Tiroler Holzknechte angeworben und angesiedelt worden. Die Siedlung am Eingang des unwirtlichen Aupatales erhielt den Namen Freiheit nicht zu Unrecht: Ab hier konnte man Holz schlagen, Land urbar machen und in Besitz nehmen und war keinem Herren untertan, außer dem Kaiser. Am 5. Februar 1675 wurde die Ortschaft von der fürstlichen Familie Schwarzenberg käuflich erworben.[2] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war der Ort ein Marktflecken. Anfangs war der Ort landwirtschaftlich geprägt, im 19. Jahrhundert gründete Prosper Joseph Maria Piette eine Papierfabrik. Seit 1871 ist Freiheit an der Aupa Endstation der Bahnstrecke Trutnov–Svoboda nad Úpou.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt 1919 der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Aufgrund des Münchner Abkommens wurde die Stadt 1938 an das Deutsche Reich angegliedert und gehörte bis 1945 zum Landkreis Trautenau, Regierungsbezirk Aussig, im Reichsgau Sudetenland. 1939 lebten in der Stadt 1.271 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Tschechoslowakei die Stadt. Die deutsche Bevölkerung wurde enteignet und vertrieben.

DemographieBearbeiten

Bis 1945 war Freiheit an der Aupa überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1830 0639 in 129 Häusern[3]
1833 0609 in 129 Häusern[4]
1900 1682 deutsche Einwohner[5]
1921 1319 davon 1277 Deutsche[6]
1930 1411 [7]
1939 1271 [7]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs[8]
Jahr 1970 1980 1991 2001 2003
Einwohner 2 180 2 499 2 436 2 259 2 216

StadtgliederungBearbeiten

Für die Stadt Svoboda nad Úpou sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Svoboda nad Úpou gehören die Katastralbezirke Dolní Maršov (Marschendorf I) und Maršov II (Marschendorf II).

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Katholische Kirche St. Johannes Nepomuk, 1770 statt der alten hölzernen vom Fürsten Schwarzenberg aus Stein neu erbaut[4]
  • Statuen der Jungfrau Maria, des hl. Florian und des hl. Antonius am Hauptplatz
  • Theodor-Körner-Stele, errichtet 1913 auf dem Waldfriedhof in Marschendorf[9]
  • Katholische Kirche St. Joseph, erbaut 1930 im Teil Maršov I (Marschendorf I)
  • Rathaus, erbaut 1869

PersönlichkeitenBearbeiten

  • František Wende (1904–1968), nordischer Skisportler, wurde in Freiheit an der Aupa geboren

EhrenbürgerBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  2. a b Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 16: Bidschower Kreis, Prag und Wien 1790, S. 128–130, Ziffer 12.
  3. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 195, Ziffer 17.
  4. a b Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 3: Bidschower Kreis, Prag 1835, S. 211–212, Ziffer 10.
  5. Freiheit. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 7, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1907, S. 67.
  6. Genealogie Sudetenland
  7. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Trautenau. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Tschechische Bevölkerungsstatistik
  9. http://www.freiheit.cz/2-freiheit---je-hezky-cesky-Svoboda-nad-Upou/38-svoboda-nad-upou.html
  10. Bylo jich jedenáct (Es waren elf); FREIHEIT – je hezky česky Svoboda nad Úpou; 2. September 2009

WeblinksBearbeiten

  Commons: Svoboda nad Úpou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien