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Summer in the City (Film)

Film von Wim Wenders (1970)

Summer in the City ist ein Film von Wim Wenders aus dem Jahr 1970. Es ist Wenders’ erster Film in Spielfilmlänge. Die Hauptrolle spielt Hanns Zischler. Der Film trägt den Untertitel Dedicated to The Kinks.[1]

Filmdaten
OriginaltitelSummer in the City
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1970
Länge125 Minuten
Stab
RegieWim Wenders
DrehbuchWim Wenders
ProduktionWim Wenders
Hochschule für Fernsehen und Film München
KameraRobby Müller
SchnittPeter Przygodda
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Der Protagonist Hans wird aus dem Gefängnis entlassen. Er läuft ziellos durch heruntergekommene Straßen Münchens, bis er zu einer Freundin nach Berlin fliehen muss, weil seine ehemalige Bande hinter ihm her ist. Schließlich muss er auch Berlin verlassen, und reist nach Amsterdam.

BedeutungBearbeiten

Der Film wurde als Wenders’ Abschlussarbeit an der Hochschule für Fernsehen und Film München produziert, wo er von 1967 bis 1970 studiert hatte. Er wurde in Schwarzweiß auf 16 mm gedreht. Kameramann war, wie auch in zahlreichen späteren Wenders-Filmen, Robby Müller. Der Film enthält bereits wiederkehrende Themen aus Wenders' späteren Filmen: die planlose Suche, das Fortlaufen vor unsichtbaren Dämonen und die beharrliche Reise an ein unbestimmtes Ziel, in diesem Fall die des Protagonisten Hans, der aus dem Gefängnis entlassen wurde, und auf der Flucht vor seiner ehemaligen Bande ist. In Summer in the City verwendet Wenders auch erstmals eine Einstellung, bei welcher der Blick aus einem Flugzeug auf die Tragfläche gezeigt wird. Ähnliche Bilder finden sich auch in vielen seiner späteren Filme.[2]

Im Kino wurde der Film – abgesehen von Festivals – nicht gezeigt, da Wenders an der verwendeten Musik keine Rechte hatte.[3]

StilBearbeiten

Summer in the City gilt als einer der düstersten Filme von Wenders.[4] Wenders selbst bezeichnete ihn als einen Film über Depression, nicht als einen depressiven Film.[5]

Ein wichtiges Element des Films ist die Musik. Der Soundtrack enthält Titel von The Lovin’ Spoonful, The Kinks, Chuck Berry, Gene Vincent, The Troggs und Gustav Mahler.[6] Inhaltlich stehen die verwendeten Musikstücke im Kontrast zu der kalten Atmosphäre der Bilder des Films.[7]

Eine Besonderheit ist, dass alle von Hans gesprochenen Sätze aus dem Film noch einmal aus dem Off wiederholt werden.[8] Dieses Gestaltungsmittel war ursprünglich nicht geplant, sondern ist der schlechten Verständlichkeit des Originaltons geschuldet.[9]

TitelBearbeiten

Der Titel des Films bezieht sich laut Wenders auf das gleichnamige Lied, das auch im Film verwendet wurde.[10] Ein weiterer Einfluss könnte ein Bild von Edward Hopper gewesen sein.[11] Wenders verehrte sowohl The Lovin' Spoonful, als auch Hopper, auf den er sich in mehreren seiner Filme bezog.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Frieda Grafe et al.: Wim Wenders. Hanser, München/Wien 1992. Seite 320.
  2. Peter Buchka: Augen kann man nicht kaufen. Wim Wenders und seine Filme. Fischer, Frankfurt am Main 1985. Seite 68.
  3. Stefan Kolditz: Summer in the City in Frieda Grafe et al.: Wim Wenders. Hanser, München/Wien 1992. Seite 123.
  4. Kolditz, Seite 123.
  5. Kolditz, Seite 119.
  6. Grafe et al., Seite 320.
  7. Kolditz, Seite 122 f.
  8. Buchka, Seite 103
  9. Kolditz, Seite 118.
  10. Kolditz, Seite 123.
  11. Gerd Gemünden: Framed visions: popular culture, Americanization, and the contemporary German and Austrian imagination. In: University of Michigan Press, 1998. Seite 10.