Suleqatigiissitsisut

politische Partei in Grönland
Suleqatigiissitsisut
Partei­vor­sit­zender Tillie Martinussen
Ausrichtung Unionismus
Liberalismus
Zentrismus
Gründung 2018
Wahlliste SA
Sitze im Inatsisartut nicht vertreten
Mitglied im Folketing nicht vertreten
sulesam.gl

Die Suleqatigiissitsisut (grönländisch für „Die zusammenarbeiten Lassenden“, dänisch Samarbejdspartiet „Zusammenarbeitspartei“) ist eine politische Partei in Grönland.

GeschichteBearbeiten

Die Suleqatigiissitsisut wurde von Michael Rosing und Tillie Martinussen gegründet, die zuvor beide Mitglied der Demokraatit waren.[1] Die Partei kandidierte erstmals bei der Parlamentswahl 2018 und konnte einen Parlamentssitz erlangen.

Im Oktober 2020 kam es zu einem Machtkampf in der Partei. Einige Mitglieder der Partei beschuldigten Tillie Martinussen, die Parteikasse für private Zwecke genutzt zu haben. Michael Rosing, der seit Frühjahr 2019 seine Funktion als Parteivorsitzender nicht mehr ausgeübt hatte, verlangte daraufhin, den Parteivorsitz wieder einzunehmen. Tillie Martinussen und der Parteivorstand lehnten dies ab, weil Michael Rosing ihrer Meinung nach nach anderthalb Jahren Urlaub sein Anrecht auf den Parteivorsitz verwirkt hat.[2] Die Regionalabteilung Sermersooq drückte ihr Misstrauen gegenüber dem Parteipräsidium aus.[3] Der Versuch von Michael Rosing, die Aufnahme eines Kredits durch den Parteivorstand verbieten zu lassen, wurde vom Gericht abgewiesen. Im November 2020 zeigten fünf Parteimitglieder den Parteivorstand bei der Polizei an.[4] Im Monat darauf leitete das Parteipräsidium unter Tillie Martinussen Parteiausschlussverfahren gegen diese fünf Mitglieder ein, darunter Michael Rosing. Zudem hatte die Partei zuvor mehrere Parteibeitrittsanfragen abgelehnt.[5] Am 20. Dezember 2020 wurde Tillie Martinussen auf dem ersten Parteitag seit der Gründung einstimmig zur Vorsitzenden gewählt.[6]

Bei der Wahl 2021 erhielt die Partei nur noch ein Drittel der Stimmen von 2018 und schied aus dem Inatsisartut aus. Tillie Martinussen strebte eine Kandidatur bei der Folketingswahl 2022 an, durfte aber nicht für ihre Partei antreten, da hierfür eine Vertretung im Inatsisartut vonnöten ist. Sie trat daraufhin als Einzelkandidatin an und erhielt 0,9 % der Stimmen, was eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zum Parteiergebnis von 2019 darstellte.[7]

Politische AusrichtungBearbeiten

Die Partei setzt sich für eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb des Rigsfællesskabet ein und gegen die Unabhängigkeit von Dänemark. Außerdem möchte die Partei die sozialen Probleme lösen, die Bildung verbessern und neue Wirtschaftszweige unter ökologischen Bedingungen schaffen.[8][9]

ParteivorsitzendeBearbeiten

WahlergebnisseBearbeiten

ParlamentswahlenBearbeiten

Wahl Stimmen Stimmenanteil Sitze Platz Folge
2018 1.193 4,3 %
1/31
6 Opposition
2021 0375 1,4 %
0/31
7 nicht vertreten

FolketingswahlenBearbeiten

Wahl Stimmen Stimmenanteil Sitze Platz Abgeordneter
2019 520 2,5 %
0/2
7 nicht vertreten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Thomas Munk Veirum: Tillie Martinussen bliver medstifter af Samarbejdspartiet. Kalaallit Nunaata Radioa (9. Februar 2018).
  2. Merete Lindstrøm: Formandsopgøret fortsætter. Sermitsiaq.AG (21. Oktober 2020).
  3. Thomas Munk Veirum: Regionsafdeling udtrykker mistillid til Martinussen. Sermitsiaq.AG (23. Oktober 2020).
  4. Merete Lindstrøm: Samarbejdspartiets ledelse politianmeldt. Sermitsiaq.AG (20. November 2020).
  5. Merete Lindstrøm: Samarbejdspartiet renser ud. Sermitsiaq.AG (14. Dezember 2020).
  6. Merete Lindstrøm: Tillie Martinussen valgt til formand. Sermitsiaq.AG (21. Dezember 2020).
  7. Helle Nørrelund Sørensen, Bibi Nathansen: Rigsombuddet slår endeligt fast: Tillie Martinussen går til valg som løsgænger. Kalaallit Nunaata Radioa (14. Oktober 2022).
  8. Merete Lindstrøm: To spørgsmål, syv partier: Samarbejdspartiet. Kalaallit Nunaata Radioa (16. April 2018).
  9. Valgprogram. Suleqatigiissitsisut/Samarbejdspartiet.